Dez 11 2015

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Politik

Umwelt und Klima

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Zehn afrikanische Staaten haben dem Klimawandel mit einem riesigen Aufforstungsprogramm den Kampf angesagt. In Afrika sollen bis zu dem Jahr 2030 auf einer Fläche, die dreimal so groß wie Deutschland ist, 100 Millionen Hektar neuer Wald entstehen.

Milliardenschweres Projekt zur Aufforstung

Das Projekt soll rund 1,5 Milliarden Euro kosten und wird unter anderem von der Weltbank mit rund einer Milliarde Euro unterstützt werden. Weitere 540 Millionen Euro werden aus dem Privatsektor kommen.

An die Initiative, die den Namen AFR100 trägt, haben sich die afrikanischen Staaten Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, der Niger, Ruanda, Togo und Uganda angeschlossen. Die Bewaldung verfolgt mehrere Ziele: einerseits soll durch die Bäume das klimaschädigende Kohlendioxid aus der Luft absorbiert werden. Zum anderen sollen durch die Aufforstung neue Arbeitsplätze enstehen. Der Plan wurde Anfang dieser Woche am Rande der UN Klimakonferenz in Paris vorgestellt.

Große Hoffnung in das Projekt

Wanjira Mathai, Tochter der Nobelpreisträgerin Wangari Maathai und Leiterin der kenianischen „Green Belt“ Bewegung, die sich seit Jahren für Aufforstung in Afrika einsetzt, setzt große Hoffnung in das Projekt. „Die Wiederherstellung der Landschaft stärkt die ländlichen Gemeinden und bringt gleichzeitig auch Vorteile für die Städte. Alle gewinnen“, erklärte Maathai.

Auch für Ruandas Minister für natürliche Ressourcen, Vincent Biruta, steckt großes Potenzial in dem Projekt. „Diese Renaturierung bringt Wohlstand, Sicherheit und Chancen mit sich“, erklärte er gegenüber der britischen Zeitung „The Guardian“. Außerdem fördert die Bepflanzung die Fruchtbarkeit des Bodens, was die Lebensmittel- und Trinkwassersicherheit in vielen Regionen verbessern wird.

Förderung von erneuerbaren Energien

Außerdem soll innerhalb der nächsten Jahre massiv in die Förderung von erneuerbaren Energien in Afrika investiert werden. Deutschland und weitere Industrieländer stellen dafür rund 10 Milliarden US Dollar zur Verfügung. „Afrika hat einen großen Energiehunger“, erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Montag am Rande der Pariser UN-Klimakonferenz. „Wir müssen jetzt verhindern, dass dieser Hunger mit Kohle, Öl und Gas gestillt wird.“

Deutschland wird bis 2020 drei Milliarden Euro beisteuern und ist damit der größte finanzielle Unterstützer der Initiative. Außerdem haben Frankreich, die USA, Kanada, Japan, Italien, die Niederlande, Schweden und die EU-Kommission ihre Beteiligung zugesagt. Bis 2030 soll durch Ökö-Energie auf dem afrikanischen Kontinent bis zu 300 Gigawatt Kapazität generiert werden.

Weitere Informationen zu dem Aufforstungsprojekt. 

Foto: Afromontane forest at Nature’s Valley, Southern Cape, South Africa von Androstachys, Public Domain Mark 1.0

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