Buchhändler bringt Hoffnung in ein Flüchtlingscamp im Südsudan

Juma’a Ali ist ein Buchhändler, der als Christ im Sudan verfolgt wurde und im Südsudan Zuflucht suchte. In einem Flüchtlingscamp mit mehr als 33.000 Bewohnern eröffnete er eine Buchhandlung. Bildung und Ablenkung sind sehr willkommen in einem Land, das bis zum heutigen Tag von Konflikten zerrüttet ist.

Hoffnung durch Bildung im Flüchtlingscamp Malakal

Mit einem herzlichen Lächeln auf den Lippen steht Juma’a Ali vor den vielen gestapelten Büchern in seiner Buchhandlung. Der Sudanese kam vor mehr als drei Jahren als Flüchtling in das Nachbarland im Süden und brachte so viele Bücher mit, wie er konnte.

In seiner Heimat arbeitete er in einer Kirche. Heute betreibt er seine Buchhandlung inmitten des oft rauen und harten Alltags in dem von der UN geführten Flüchtlingscamps in der Nähe von Malakal, im Nordosten des Landes.

Juma’a Ali ist alles andere als verbittert, er ist stolz auf seine Arbeit als Buchhändler. Denn ihm gelingt es, die schier unerträglichen Lebensumstände, unter denen viele der mehr als 33.000 Camp-Bewohner leben müssen, etwas erträglicher zu machen. Er verkauft die Second Hand Bücher, die er aus Spenden aus dem In- und Ausland bezieht, für kleines Geld. Von Virginia Woolf bis hin zu kanadischem Taxirecht findet man in seiner Buchhandlung eigentlich alles. Allein durch die vielen Besitzer erzählen die Bücher schon spannende Geschichten.

„Die Leute lesen normalerweise nicht mehr zum Spaß, denn die Zeiten sind hart. Aber viele Leute kommen hier her und mögen es, “ sagt der 34-Jährige im Gespräch mit the guardian. Unter den meist gelesenen Büchern sind die Bibel und das Oxford Englisch Wörterbuch. Aber auch Liebesgedichte finden viele Abnehmer. „Gibt es einen Konflikt, lesen die Leute mehr über Politik und Religion. In Friedenszeiten drehen sich die Interessen mehr um Liebe, “ sagt Ali, dessen Laden auf einem verstaubten Weg im Getümmel des Camps liegt.

Andauernde Konflikte im Südsudan

Der Südsudan erlebt seit der Ankunft des Buchhändlers Juma’a Ali in 2013 einen heftigen anhaltenden Bürgerkrieg, der das Land bis zum heutigen Tag tief gespalten hat. Aus einem politischen Machtkampf zwischen Anhängern des amtierenden Präsidenten Salva Kiir und seinem Rivalen Riek Machar, die einst Seite an Seite für die Unabhängigkeit ihres Landes kämpften, wurde ein ethnischer Konflikt zwischen den Volksgruppen Nuer und Dinka. Leider ist auch der letzte von den USA initiierte Versuch eines Waffenembargos zum Jahreswechsel gescheitert. Damit rückt die Hoffnung der Menschen im Land auf eine Entspannung der Lage, in weite Ferne.

Unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo berichtet indes von sich ausbreitenden Kämpfen im Süden des Landes. In der Stadt Morombo soll es besonders dramatisch sein. Die Bewohner der Stadt seien zum Großteil in das benachbarte Uganda geflohen. Uganda ist das Land, das die meisten Flüchtlinge aus dem Südsudan aufnimmt. Laut aktuellen Zahlen des UNHCR sind im vergangenen Jahr über 340.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan in Uganda angekommen, dreimal so viele wie in 2015. Prognosen des UNHCR zufolge werden diese Zahlen in 2017 leider weiter steigen.

Umso wichtiger sind Menschen wie Juma’a Ali für für den von bewaffneten Konflikten zerrütteten Südsudan, die mit ihrer Sicht auf die Dinge auch in den schlimmsten Zeiten des Krieges Hoffnung verbreiten.

Foto: Minkaman, Awerial County, South Sudan, von wwww.geoffpugh.com, CC BY 2.0