Südsudan: auf Gewalt folgt Hungersnot

28.02.2017: Der anhaltende Bürgerkrieg und die Dürrekatastrophe haben den Südsudan in eine Hungersnot gestürtzt. Mehr als 100.000 Menschen sind nach UN-Angaben direkt vom Tod bedroht, Millionen sind am Rande des Verhungerns. Vielen bleibt nur noch die Flucht in die Nachbarländer. Unsere Mitgliedsorganisationen weiten ihren Einsatz in der Krisenregion aus. Helfen Sie uns zu helfen, mit Ihrer Spende!

Die Lage im Südsudan spitzt sich weiter zu. Der seit 2013 immer wieder hochkochende Bürgerkrieg und die momentan anhaltende Dürre in der Region, haben das Land nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Aufgrund der Wasserknappheit in der Region Ostafrika, eine Folge des von Menschenhand verursachten Klimawandels und des Wetterphänomens El Niño, ist die Landwirtschaft im Südsudan komplett zerstört. Letzte Woche habe die Vereinten Nationen in Teilen des Landes den Hungernotstand ausgerufen. Mehr als 100.000 Menschen seien UN-Angaben zufolge akut vom Tod bedroht.

Millionen Südsudanesen am Rande des Verhungerns

Wie die UN weiter mitteilte, sind aktuell etwa eine Million Südsudanesen am Rande des Verhungerns. Insgesamt 4,9 Millionen Menschen benötigen dringend Lebensmittelhilfen. Das sind rund 40 Prozent der Bevölkerung Südsudans. Die Landwirtschaft und damit die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen ist zerstört. Viele Familien haben alle Reserven aufgebraucht und haben keine Lebensgrundlage mehr.

Drittgrößte Flüchtlingskrise der Welt

Unterdessen spielt sich in den Nachbarländern Uganda, Sudan, Äthiopien und Kenia eine immer größer werdende Flüchtlingskrise ab. Mit insgesamt rund 1,5 Millionen Geflüchteten zählt Südsudan heute zur größten Flüchtlingskrise in Afrika und ist hinter Syrien und Afghanistan die drittgrößte Flüchtlingskrise der Welt – mit weit weniger öffentlicher Aufmerksamkeit und chronischer Unterfinanzierung der humanitären Hilfsmaßnahmen.

Die Nachbarländer, die zum Teil selber unter der Hungerkrise und der schweren Dürrekatastrophe in Ostafrika leiden, zeigen sich weiterhin aufnahmebereit für Flüchtlinge aus dem Südsudan. Das kleine Land Uganda beherbergt mit 698.000 Personen, die meisten Flüchtlinge aus Südsudan und war Ziel der diesjährigen Projektreise von Gemeinsam für Afrika. Äthiopien bietet rund 342.000 südsudanesischen Flüchtlingen Schutz. Während weitere 305.000 im Sudan und rund 89.000 Menschen in Kenia Zuflucht suchen. Die Nachbarländer stehen indes aufgrund der anhaltenden Trockenheit und ihrer knapper werdenden Ressourcen unter extremen Druck.

Unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort und helfen

CARE unterstützt 320.000 Menschen im Südsudan und verteilt in den Krisenländern Ostafrikas Trinkwasser und Nothilfe-CARE-Pakete gefüllt mit Bohnen, Mais, und Speiseöl, um den ersten Hunger zu stillen. Unterernährte Kinder versorgt CARE mit medizinischer Aufbaunahrung, damit sie schnell wieder zu Kräften kommen und ihr Körper wieder normale Nahrung verträgt. CARE verbessert auch die Gesundheitsversorgung mit mobilen Ärzteams, die auch den Ernährungsstatus der Kleinkinder überprüfen. Gleichzeitig setzt CARE Brunnen und Wasserquellen instand, um die Trinkwassersituation und Hygiene zu verbessern. Langfristig hilft CARE durch Schulungen in an Dürre angepassten Anbaumethoden, mit Dürre resistentem Saatgut, mit Getreidebanken und Bewässerungssystemen.

action medeor bringt aktuell in Kooperation mit dem Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ eine große Hilfssendung mit Medikamenten und medizinischem Equipment mit einem Gewicht von zwei Tonnen für das Mary Help Hospital in der südsudanesischen Stadt Wau auf den Weg.

Unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco hat seit den Ausschreitungen in 2016 ein Nothilfeprogramm im Südsudan gestartet. Rund 2.500 Frauen und Kinder in Gumbo und etwa 300 Menschen aus den umliegenden Dörfern erhalten regelmäßig Lebensmittelpakete. Einmal pro Tag bekommen Schulkinder eine warme Mahlzeit und neben dem Unterricht werden Gesundheits- und Hygieneschulungen durchgeführt. Die Gesundheitsstationen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern sind voll von Menschen, die an Unterernährung, Erschöpfung oder Verletzungen leiden. Sie werden so gut es geht medizinisch versorgt, doch es fehlt an allen Ecken und Enden.

Helfen Sie uns zu helfen

Die Mitgliedsorganisationen von Gemeinsam für Afrika sind unermüdlich im Einsatz für bessere Lebensbedingungen in Afrika. Südsudan ist aufgrund der katastrophalen humanitären Lage und der aktuell beginnenden Hungersnot eine Schwerpunktregion für viele Hilfsprojekte. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie die Arbeit unserer Organisationen.

Helfen Sie uns zu helfen und spenden Sie jetzt!

Foto: CARE