Cashewkerne: Aus Afrika in die Welt

13.03.2017: In den vergangenen 30 Jahren entwickelten sich in mehreren afrikanischen Ländern bedeutende Cashewkern-Produktionen. Zunächst beschränkte sich diese lediglich auf die Ernte. Die umsatzstarken Schritte der Wertschöpfungskette fanden in Ländern außerhalb Afrikas statt. Dies soll sich nun verstärkt ändern.

Vor ca. 500 Jahren fand der Cashewbaum seinen Weg von Brasilien nach Afrika. Die Portugiesen importierten ihn zunächst nach Mosambik um Küstenerosionen vorzubeugen. Als Erzeugnis bringt der immergrüne Laubbaum die Cashewfrucht hervor, die im Volksmund auch als Elefantenlaus bezeichnet wird. Im inneren der Früchte befinden sich die allseits beliebten Cashewkerne, auch bekannt als Cashewnüsse. Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts verbreitete sich der Cashewbaum in weiteren Teilen des afrikanischen Kontinents. Nigeria, Tansania, die Elfenbeinküste, Guinea-Bissau oder auch Ghana gelten mittlerweile als wichtige Cashewkern-Produzenten.

Großteil der Cashewkerne werden in Afrika geerntet

Mehr als 40 Prozent der weltweiten Cashewkern-Ernte wird derweil in Afrika realisiert. Dabei sind ca. 1,5 Millionen Kleinbauern in der Cashew-Industrie beheimatet. Der Anbau sowie die aufwendige Pflege der Cashewbaum-Plantagen stehen dabei im Fokus. Andere Bereiche der Produktionskette, wie beispielsweise die Veredelung der Kerne sowie die Vermarktung des Endproduktes finden jedoch im größeren Maße in Ländern wie Indien oder Vietnam statt. In diesen Weiterverarbeitungsprozessen ist allerdings ein großer Anteil des weltweiten Umsatzes verankert. Durch die Auslagerung der Verarbeitungsindustrie können wertvolle Arbeitsplatzmöglichkeiten nicht genutzt werden und der afrikanische Cashew-Sektor wird daran gehindert, seine Bedeutung auf dem Weltmarkt auszubauen.

Wertschöpfungskette wird in Afrika vergrößert

In den vergangenen Jahren gab es jedoch beträchtliche Weiterentwicklungen. Im Jahr 2009 wurde beispielsweise die Afrikanische Cashew initiative (ACi) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ins Leben gerufen. Finanziert wird diese unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Bill & Melinda Gates Foundation. Ein primäres Ziel der Initiative ist es, die Wertschöpfungskette in den afrikanischen Produktionsländern zu vergrößern, Kleinbauern zu schulen, um die Qualität der Produktion zu verbessern sowie die afrikanischen Marken mit der heimischen Qualitätsproduktion auf dem internationalen Markt zu etablieren.

Neue Jobs im Verarbeitungssektor

Mit Hilfe der Afrikanische Cashew initiative, in der nationale sowie internationale Konzerne, Verbände, Stiftungen sowie Behörden aus der Cashew-Industrie vereint sind, konnten bereits beachtliche Ergebnisse erzielt werden. So wurden mittlerweile mehr als 333.000 Cashew-Bauern in Benin, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Ghana und Mosambik gezielt geschult. Darüber hinaus konnten bis dato etwa 2.200 afrikanische Fachkräfte zu Ausbilderinnen und Ausbildern qualifiziert werden, um eine nachhaltige Ausbildungsstruktur zu organisieren. Des Weiteren wurde die Qualität der Cashewkern-Produktion durch die genannten Maßnahmen sowie durch die Weitergabe von wertvollem „Know-how“ gesteigert, sodass lokale Verarbeitungsbetriebe ebenfalls gestärkt und ausgebaut werden konnten. Dies hatte zur Folgen, dass in den vergangenen Jahren ca. 5.800 neue Arbeitsplätze im Verarbeitungssektor angesiedelt wurden und somit die Wertschöpfungskette auf dem afrikanischen Kontinent ausgebaut werden konnte. Erwähnenswert ist, dass dabei 75 Prozent dieser neuen Arbeitsplätze auf Frauen fallen.

Cashewkern-Produktion birgt großes Entwicklungspotenzial

Aufgrund der stetig wachsenden weltweiten Nachfrage nach den beliebten Cashewnüssen, ist die Hoffnung berechtigt, dass auch in den kommenden Jahren positive Entwicklungen auf den afrikanischen Kontinent bezüglich der Cashewkern-Produktion zu vermelden sind. Hierbei wird es jedoch weiterhin von Nöten sein, heimische Kleinbauern durch Weiterbildungen zu stärken und die Wertschöpfungskette vermehrt in jenen Ländern zu verankern, in denen der Rohstoffanbau stattfindet.

 

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