Eigene Domain-Endung für Afrika

15.03.2017: In Kürze werden uns beim Surfen durchs Internet neue Webadressen begegnen, die uns direkt zu erkennen geben, dass wir beim Klicken Afrika ansteuern. Ab Sommer 2017 geht .africa online und soll unter anderem dazu beitragen, dass sich der afrikanische Kontinent besser vernetzen kann.

Letzten Freitag wurde beschlossen, dass Afrika nun endlich eine eigene Domain-Endung bekommt. Die Afrikanische Union (AU) führte .africa als Endung für Internetseiten ein. Damit soll der afrikanische Kontinent in der digitalen Welt besser erreichbar werden.   

„Eigene digitale Identität“

Mehr als 25 Jahre nach der Entwicklung des World Wide Webs, stellte die scheidende AU-Kommisionsvorsitzende Nkosazana Dlamini-Zuma letzte Woche die Internet-Endung vor. „Mit .africa hat Afrika endlich seine eigene digitale Identität“, dies ermögliche den Bürgern und Unternehmen des Kontinents die Welt besser zu erreichen, so Dlamini-Zuma. Neben der AU wird der neue digitale Schritt von 78 Prozent der Regierungen des afrikanischen Kontinents unterstützt. Eine besondere Rolle in dem Prozess nehmen die Staaten Burundi, Kenia, Marokko, Mali und Tunesien zusammen mit Nigeria, Uganda, Sudan und Südafrika ein. Schon in den kommenden Monaten können Afrikaner die Domain .africa beantragen. Spätestens ab Juli 2017 soll die Domain-Endung dann online ansteuerbar sein.

Geringe Kosten für neue Domain

Die Verwaltung der Internetseiten sowie die Registrierungen übernimmt das südafrikanische non-profit Unternehmen ZA Central Registry mit Sitz in Johannesburg. Laut seinem  Geschäftsführer, Lucky Masilela, werde .africa helfen, den Preis für Domain-Namen zu senken. Während in einigen afrikanischen Staaten umgerechnet über 200 € gezahlt werden müsse, um eine Website anzumelden, sollen Internetseiten mit der Endung .africa für jeden auf dem afrikanischen Kontinent umgerechnet nur 17 € kosten. Dies sei eine große Chance, so der Unternehmer Masilela. 

Große Chance für afrikanische Unternehmen

Insbesondere für Kleinunternehmen, junge aufstrebende Unternehmen und die florierende Start-Up Szene Afrikas dürfte die neue Domain-Endung in der Tat einen großen Vorteil mit sich bringen. So wird diesen afrikanischen Unternehmern, die oft auf sehr beschränkte Budgets angewiesen sind, nicht nur die Chance gegeben, sich günstiger in der digitalen Welt zu präsentieren und untereinander zu vernetzen, auch dürfte die eigene digitale Identität das unternehmerische Selbstbewusstsein der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent stärken. Dass Start-Ups auf unserem Nachbarkontinent durchaus mit Innovationen aus dem Silicon Valley, aus London oder Berlin mithalten können, beweist beispielsweise das Handybezahlsystem M-Pesa aus Kenia, das 2014 auch den europäischen Markt erobert hat.

Doch auch für Privatpersonen soll die neue Domain-Endung einen Fortschritt erzielen. Laut Angaben der Weltbank haben nur 22 Prozent der Menschen in Subsahra-Afrika Zugang zum Internet. Angesichts des weltweiten Durchschnitts von 44 Prozent wird deutlich, dass Afrika hier noch einiges aufzuholen hat. So beabsichtigt die AU mit .africa im kommenden Jahr weiteren zehn Prozent den Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen und schafft damit die Chance für mehr Menschen, sich global zu vernetzen.

 

Foto: Public Domain