Pro!Afrika: Wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe

26.04.2017: In jüngerer Vergangenheit sind im Zusammenhang mit dem verstärkten Zustrom von Geflüchteten jene Stimmen lauter geworden, die eine nachhaltige Fluchtursachenbekämpfung auf dem afrikanischen Kontinent ins Auge fassen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie möchte nun im Rahmen der Initiative „Pro!Afrika“ die wirtschaftlichen Beziehungen mit Ländern in Afrika auf Augenhöhe ausbauen.

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Unsere Bündniskampagne weist bereits seit Jahren daraufhin, dass es für eine nachhaltige positive wirtschaftliche Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent unabdinglich ist, wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe mit Unternehmen aus Afrika einzugehen. Dabei geht es vor allem darum, deutsche und afrikanische Unternehmen zu vernetzen sowie Chancen und Potenziale aufzuzeigen und zu nutzen.

Perspektiven fördern, Chancen nutzen, Wirtschaft stärken

Das Ministerium für Wirtschaft und Energie hat nun die Initiative „Pro!Afrika“ ins Leben gerufen, mit der Unternehmenskooperationen und privatwirtschaftliches Engagement gefördert werden soll. Darüber hinaus wird angestrebt, Beschäftigungsperspektiven auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Für erste strukturelle Maßnahmen, wie beispielsweise der Ausbau der Außenhandelskammern, die Förderung von betrieblicher Ausbildung durch ein Fachkräfteprogramm sowie der Aufbau eines Startup-Finanzierungsfonds, der dazu beitragen soll, lokale afrikanische Unternehmer mit deutschen Unternehmen zu vernetzen, sollen zunächst 100 Millionen Euro bereitgestellt werden. Außerdem ist vorgesehen, im Ministerium einen so genannten „Afrika-Lotsen“ zu installieren, der deutschen Unternehmen, die in Afrika tätig werden möchten, beratend zur Seite steht. Des Weiteren sollen Hermes-Bürgschaften, mit denen der Bund Exportkredite absichert, attraktiver gestaltet und Wirtschaftskommissionen, in denen deutsche sowie afrikanische Unternehmen vertreten sind, eingerichtet werden. Das Programm der Initiative „Pro!Afrika“ soll in dieser Woche mit Spitzenverbänden der Wirtschaft beraten und anschließend offiziell vorgestellt werden.

Chancenregion Afrika

Bereits im Februar reiste die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries (SPD), mit einer Unternehmerdelegation nach Kenia. In Nairobi eröffnete sie am 9. Februar den German African Business Summit (GABS) der Subsahara-Afrika Initiative der deutschen Wirtschaft (SAFRI) mit mehreren Hundert Teilnehmern aus der Region. Im Rahmen dessen sagte die Ministerin: „Für die deutsche G20-Präsidentschaft hat die Bundesregierung Afrika und nachhaltiges, inklusives Wachstum zu Schwerpunktthemen gemacht. Die Chancenregion Afrika, die bis zum Jahr 2050 zwei Milliarden Bewohner zählen dürfte, ist ein Markt, der gerade erst dabei ist, sein volles Potential zu entfalten. Der Investitionsbedarf dort ist enorm, Know-how ‚Made in Germany‘ sehr gefragt und deutsche Unternehmen bereit, in die jungen Menschen in Afrika zu investieren und technologischen Wissenstransfer zu fördern. Meine erste Delegationsreise geht daher nach Afrika, als ein Signal, dass wir die Bedeutung der Region ernst nehmen und gemeinsam mit unseren Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten wollen.“

 

Foto: MEAACT | Public Domain Mark 1.0