Hungerkatastrophe in Afrika

Über 20 Millionen Menschen sind derzeit in Afrika vom Hungertod bedroht. Die Vereinten Nationen warnen vor der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung.

Hungerkatastrophe in Afrika

Über 20 Millionen Menschen in Afrika sind derzeit akut vom Hungertod bedroht, darunter zahllose Kinder. In manchen Regionen hat es seit Jahren nicht mehr geregnet. In anderen Gegenden hindern bewaffnete Konflikte und Vertreibung die Menschen daran, ihre Felder zu bestellen.

Durch die extreme Dürre, ausgelöst durch den Klimawandel, und die anhaltende Gewalt in Ländern wie Südsudan und Somalia, sind nach UN-Angaben rund 5,3 Milliarden Euro notwendig, um eine Katastrophe zu verhindern. Etwa 4,1 Milliarden Euro werden bereits bis Mitte des Jahres dringend benötigt.

Besonders schlimm betroffen sind der Südsudan, Kenia, Äthiopien, Nigeria, Somalia und der Tschad.

Südsudan

Ernteausfälle und überdurchschnittliche Regenfälle in den südwestlichen Gebieten, vor allem aber der seit Jahren anhaltende Bürgerkrieg gefährden massiv die Ernährungssicherheit. 5,5 Millionen Menschen werden bis Juli akut mangel- und unterernährt sein.

Projektbeispiel: Seit über zwei Jahren ermöglicht die Johanniter-Unfall-Hilfe den Menschen mit einem Programm zur Ernährungssicherung eine besser Eigenversorgung.

Projektbeispiel: action medeor hat seit 2011 bereits 8,6 Tonnen Medikamente und medizinisches Material in den Südsudan geliefert.

Projektbeispiel:  Um der Hungersnot und anhaltenden Gewalt im Südsudan zu entkommen, fliehen Millionen Menschen in das Nachbarland Uganda. Das Kinderhilfswerk Global-Care steht dort bereit, um die geflüchteten Menschen in Uganda mit Hilfsgütern zu versorgen.

Kenia

Eine anhaltende Dürre und die Folgen des Wetterphänomens El Niño prägen die aktuelle Situation in wichtigen landwirtschaftlichen Gegenden in Kenia. 333.000 Kinder leiden bereits an einer akuten Mangelernährung. Krankheiten wie Cholera werden somit aktuell zur Todesbedrohung. Insgesamt sind 2,6 Millionen Menschen in Kenia mangel- und unterernährt.

Projektbeispiel: Um das Überleben der Menschen zu sichern, verteilt ChildFund u.a. Lebensmittel, hält die Wasser- und Sanitärversorgung aufrecht oder stattet Gesundheitsstationen aus.

Projektbeispiel: Dank dem Anbau von Sorghum-Hirse, den die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt, konnten die Menschen trotz ausgefallener Regenzeit eine Ernte einfahren.

Projektbeispiel: Um der klimabedingten Hungersnot entgegenzuwirken unterstützt ADRA 4.300 kleinbäuerliche Haushalte bei der nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln.

Äthiopien

Bereits Ende 2015 waren Teile Äthiopiens von der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren betroffen, deren Folgen sich bis heute fortsetzen. Die aktuelle Dürre gefährdet zusätzlich bedeutende landwirtschaftliche Regionen. 5,7 Millionen Menschen sind bereits mangel- und unterernährt.

Projektbeispiel: ChildFund unterstützt Kinder, die an Mangelernährung leiden und aufgrund der Wasserknappheit Infektionen ausgeliefert sind.

Projektbeispiel: Seit November 2015 verteilte die Stiftung Menschen für Menschen in der Region Agarfa regelmäßig Nahrungsmittel an bis zu 32.500 Menschen.

Nigeria

Steigende Nahrungsmittelpreise sowie die vielen Tausend Menschen, die vor dem Terror der Boko Haram im Norden Nigerias flüchten, tragen zur Unterbrechung der Lebensmittelversorgung der Märkte bei. 5,2 Millionen Menschen werden bis August akut mangel- und unterernährt sein.

Projektbeispiel: Mit Hilfe ihrer Epizentrum-Strategie unterstützt das Das Hunger Projekt Millionen von Menschen in Ost-, West-, und im südlichen Afrika dabei, selbstständig Hunger und Armut zu überwinden.

Somalia

Seit über einem Jahr bestehen aufgrund anhaltender Dürren erhebliche Ernteausfälle in Somalia. Bürgerkriegskonflikte, Binnenflüchtlinge und der Ausbruch von Cholera verschärfen die Situation. Die Hälfte der Bevölkerung Somalias – 6,2 Millionen Menschen – braucht humanitäre Hilfe. Fast 3 Millionen Menschen sind bereits mangel- und unterernährt.

Projektbeispiel: action medeor betreibt seit Anfang April zwei mobile Kliniken zur Gesundheitsversorgung und Prävention von Krankheiten und Mangelernährung.

Projektbeispiel: Die Kindernothilfe arbeitet seit Jahren in Somaliland und setzen sich für die Wahrung von Kinder- und Menschenrechten ein.

Projektbeispiel: Durch die Entwicklung von Frühwarnsystemen und Bewältigungsstrategien stärkt ADRA die Menschen in Somalia im Umgang mit Wetterextremen und wetterbedingten Krisen.

Tschad

Der Tschad leidet seit Jahren unter den Auswirkungen des Klimawandels und des Wetterphänomens El Niño. Etwa 11,7 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind aufgrund einer chronischen Mangelernährung unterentwickelt. Insgesamt sind aktuell mehr als 1,5 Millionen Menschen mangel- und unterernährt.

So helfen unsere Mitgliedsorganisationen

Die Mitgliedsorganisationen von Gemeinsam für Afrika wirken der Hungerkatastrophe entgegen. Sie leisten Soforthilfe durch die Verteilung von Nahrungsmitteln, Saatgut und Trinkwasser und helfen mit grundlegender medizinischer Versorgung.

In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden und Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen.

Straßenaktion von Gemeinsam für Afrika am 2. Juni 2017

Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen ging Gemeinsam für Afrika am 2. Juni 2017 bundesweit auf die Straße, um die Bürgerinnen und Bürger dazu aufzurufen, sich solidarisch mit den betroffenen Menschen zu zeigen. Gemeinsam für Afrika ruft bundesweit auf, für die Hungernden in Afrika zu spenden. Mehr Informationen zu unserer Straßenaktion finden Sie hier.

Unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen mit Ihrer Spende und retten Sie Leben.

 

Foto: Gemeinsam für Afrika, R.Maro/version-foto