Ngozi – Erste afrikanische Superheldin im Marvel-Universum

08.09.2017 Das legendäre Comic-Label Marvel bekommt Zuwachs vom afrikanischen Kontinent. Die Autorin Nnedi Okorafor erschafft die nigerianische Superheldin Ngozi im neuen Comic „Blessing in Disguise“.

Das nigerianische Mädchen Ngozi wird zu Superheldin im Marvel-Universum. Foto: Marvel Comics

Wer kennt sie nicht?! Die Superhelden aus der Comic-Schmiede Marvel begeistern seit vielen Jahrzehnten Jung und Alt gleichermaßen. Ob Spiderman, Hulk, Wolverine, Thor oder Iron Man, die Charaktere mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten sind weltweit bekannt und für viele Menschen das Sinnbild für den Kampf gegen das Böse. Mit dem Charakter Ngozi bekommt das Marvel-Universum nun zum ersten Mal eine afrikanische Superheldin als Zuwachs – genauer gesagt, eine Superheldin aus Nigeria.

Ngozi bedeutet „Wohltat“

Die Superheldin Ngozi, deren Namen aus der Sprache Igbo übersetzt „Wohltat“ oder „Segen“ bedeutet, stammt aus der nigerianischen Hauptstadt Lagos. Ngozi ist ein Teenager mit einer Gehbehinderung. Ihre Superkräfte erlangt sie nach dem Kontakt mit der außerirdischen Spezies der „Symbionte“. Diese Kreaturen haben vor allem durch ihre berühmteste Inkarnation, dem Spider-Man-Bösewicht Venom, Bekanntheit über die eingefleischte Marvel-Fanszene hinaus erlangt.

Science-Fiction Autorin Nnedi Okorafor erweckt Ngozi zum Leben

Geschaffen wurde die Superheldin Ngozi von der nigerianisch-amerikanischen Schriftstellerin Nnedi Okorafor. Okorafor, die auch als Professorin für kreatives Schreiben an der University of Buffalo lehrt, ist bekannt für Veröffentlichungen, die vor allem dem Science-Fiction und Fantasy Genre zuzuordnen sind. Auch benutzt Okorafor immer wieder Elemente aus dem Afrofuturismus und verwendet in ihren Geschichten häufig die westafrikanische Mythologie. Zudem sind ihre Arbeiten oftmals mit postkolonialer Kritik verknüpft. 

Durch die Chibok-Mädchen inspiriert

In einem Interview verriet Okorafor, dass der Charakter Ngozi von den Chibok-Mädchen, die von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram im Jahr 2014 entführt wurden, inspiriert ist. „Ihr Gleichnis basiert auf einem der Chibok-Mädchen, das war mir wichtig. Ich wollte bereits seit einer Weile eine Geschichte über die Chibok-Mädchen schreiben, das ist schon seit einiger Zeit in meinem Kopf herumgegangen. Als nun diese Gelegenheit aufkam, war mir klar, das wird ein Mädchen, das ihren Alltag normal lebt und dann in eine Situation geriet, in der sich plötzlich alles ändert. Meine Gedanken waren direkt bei diesen Mädchen“, so Okorafor.

Ngozi, die Superheldin des Marvel-Comics „Blessing in Disguise“

Der 8-seitige Marvel-Comic namens „Blessing in Disguise“, was so viel bedeutet wie „Glück im Unglück“, wird in der bevorstehenden Marvel „Venomverse Anthologie“ im September 2017 erscheinen. Ngozi wird in dieser Geschichte nicht nur die erste afrikanische Superheldin sein, auch wird zum ersten Mal eine Marvel-Geschichte ausschließlich auf afrikanischem Boden stattfinden.

 

Foto: Marvel Comics