Äthiopien: Erfolgreicher Kampf gegen die Erblindung!

30.10.2017 Unsere Mitgliedsorganisation Menschen für Menschen bekämpft die Augenkrankheit Trachom in Äthiopien – mit beeindruckendem Erfolg!

Unsere Mitgliedsorganisation Menschen für Menschen bekämpft die Augenkrankheit Trachom in Äthiopien. Foto: Menschen für Menschen

Wird die Augenkrankheit Trachom nicht rechtzeitig behandelt, kann diese zur völligen Erblindung führen. In Äthiopien ist Trachom weitverbreitet. Bereits 1996 formulierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel, Trachom bis zum Jahr 2020 weltweit zu eliminieren. An diesem ehrgeizigen Ziel beteiligt sich seit vielen Jahren auch unsere Mitgliedsorganisation Menschen für Menschen in den äthiopischen Regionen Ginde Beret und Abunde Gine Beret. Die Erfolge sind beeindruckend.  

Trachom: Völlige Erblindung droht

Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Trachoma „Raues Auge“. Die bakterielle Erkrankung macht sich zunächst durch entzündete Follikel auf der Innenseite der Augenlider bemerkbar. In diesem Stadium ist die Erkrankung leicht behandelbar: Antibiotische Augensalben lösen das Problem in der Regel. In Ländern wie Äthiopien jedoch kommen Kinder und vor allem Frauen häufiger mit dem Bakterium in Kontakt. Chronische Trachom-Erkrankungen führen dazu, dass die Innenseite des Augenlids vernarbt und sich langsam nach innen dreht. Die Wimpern beginnen auf der Hornhaut zu kratzen. Eine besonders schmerzhafte Erfahrung, die unbehandelt zur unwiederbringlichen Erblindung führen kann. In diesem Stadium hilft nur noch eine Operation, die auch von geschultem Gesundheitspersonal durchgeführt werden kann.   

Der S.A.F.E.-Ansatz

Krankenpfleger und -schwestern von Menschen für Menschen führen solche Trichiasis-Operationen regelmäßig durch, um das Augenlicht der Patientinnen und Patienten zu retten. Um Trachom und die schwerwiegenden Folgen aber endgültig auszurotten, müssen auch die Hygienestandards verbessert werden. Ganz oben auf der Liste stehen dabei die Errichtung von Latrinen und der Zugang zu sauberem Wasser. Zusammengefasst hat diesen Zugang die Weltgesundheitsorganisation unter dem sogenannten S.A.F.E.-Ansatz: Surgery (Operationen), Antibiotics (antibiotische Mittel), Facial Cleanliness (Hygienemaßnahmen) und Environmental Improvement (sauberes Wasser und Latrinen).

Große Erfolge im Kampf gegen Trachom

Zu Beginn der Arbeit unserer Mitgliedsorganisation Menschen für Menschen waren in den Regionen Ginde Beret und Abunde Gine Beret über die Hälfte der unter Zehnjährigen von einer Infektion mit Trachom betroffen. Seit Mai 2012 wurden im Schnitt jedes Jahr über 200.000 Menschen mit entzündungshemmenden Mitteln versorgt. Zusätzlich wurden Operationen durchgeführt, um Menschen, die bereits vom letzten Stadium der Krankheit betroffen waren, das Augenlicht zu retten. Die Erfolge sind erstaunlich! Die Zahl der Trachom-Erkrankungen bei unter Zehnjährigen ist immens gesunken. In Ginde Beret von ursprünglich 62% auf 6,2% sowie in Abune Ginde Beret von ursprünglich 50% auf 3,2%. Bis die beiden Regionen schließlich für „trachomfrei“ erklärt werden können, dauert es allerdings noch. In drei Jahren finden die nächsten Folgeuntersuchungen statt, dann wird sich zeigen, ob der Erfolg von heute Bestand hat.

Unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgleidsorganisation und helfen Sie kostengünstige Operation zu ermöglichen, um Menschen das Augenlicht zu erhalten.

 

Quelle & Foto: Menschen für Menschen