Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka

22.11.2017 Nach unserer Ankunft in Sambia besuchten wir zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juiane von Jung&naiv die ersten Projekte unserer Mitgliedsorganisationen.

Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka.

Bereits am Flughafen von Berlin waren wir alle sehr aufgeregt und zu gleich wahnsinnig gespannt auf die bevorstehenden Tage. Schließlich sollte es für eine Woche zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv auf eine Sambia-Reise gehen.

Nach 14 Stunden Flug sind wir endlich in Lusaka angekommen. Am Flughafen wurden wir von Lizzie Tigere, der Länderkoordinatorin unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe, herzlich empfangen.

Ankunft in Sambia & SDG-Schulung für YouTuber*innen

20.11. Lusaka – Nachdem wir alle Geld gewechselt und abgehoben und uns mit Wasser eingedeckt hatten – schließlich sind wir vom nassen Berliner Herbst direkt im heißen Sambia gelandet – ging es zunächst einmal los Richtung Hotel. Isaac, unser ortskundige Fahrer, der uns mit einem 16-Sitzer-Bus behutsam durch die Straßen Lusakas lenkte, machte auf dem Weg einen kurzen Stopp an einem Store von MTN, einer der großen sambischen Telekommunikationsanbieter. Dort verbrachten wir die nächsten eineinhalb Stunden, um die gesamte Reisegruppe mit sambischen Sim-Cards und Datenvolumen auszustatten.

Nach einem anschließenden kurzen Snack starteten wir schließlich im Hotel mit unserem Programm zu den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs). Im Rahmen eines interaktiven Workshops haben wir die mitreisenden YouTuber*innen mit den 17 Zielen näher vertraut gemacht und gemeinsam überlegt, welchen Beitrag wir leisten können oder müssen, damit die 17 Ziele bis 2030 umgesetzt werden können.  

Zum Abschluss des ersten Tages trafen wir uns noch mit Dr. Frank Hofmann, dem WZ-Referenten der Deutschen Botschaft in Sambia zu einem gemeinsamen Abendessen. Er hat uns eine allgemeine Einführung zu Sambia, zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit und zur Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft im Land gegeben und uns von Herausforderungen und Erfolgen in der Zusammenarbeit erzählt. Nach dem Essen ging es für uns alle zurück ins Hotel, wo wir nach einer langen Anreise und ersten inhaltlichen Stunden erschöpft ins Bett fielen.

Sambia-Reise: Ankunft & SDG-Schulung.

 

Klinik auf Rädern leistet medizinische Versorgung für die Ärmsten

21.11. Lusaka – An unserem zweiten Tag der Reise besuchten wir nun endlich das erste Projekt – eine mobile Ambulanz. Diese Ambulanz, die auch als „Klinik auf Rändern“ bezeichnet werden kann, wird von unserer Mitgliedsorganisation action medeor gefördert und dient hunderten von Menschen am Tag als Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Dabei wird von den Schwestern der DMI Mission regelmäßig eine Gesundheitsstation in verschiedenen Randbezirken Lusakas betrieben. Heute war die mobile Ambulanz auf dem Gelände der St. Litizio Kirche im Mandevu, einem sehr armen Slum-Bezirk, stationiert.

An diesem Standort ist stets Dr. Patrick als behandelnder Arzt dabei. Er kennt die Patienten und führt die Untersuchung durch und stellt Diagnosen. Alle Patienten erhalten ein Heft, in dem ihre wichtigsten Gesundheitsdaten festgehalten werden. Bei nicht so schwerwiegenden Krankheiten, Atemwegserkrankungen oder Durchfall erhalten die Patienten direkt vor Ort Medikamente und Verbandsmaterial, um kleinere Wunden zu versorgen. Patienten, bei denen eine schwerere Krankheiten diagnostiziert wird, wie beispielsweise Tuberkulose, Malaria oder HIV werden an ein Krankenhaus überwiesen.

Neben der basismedizinischen Versorgung werden die Patienten zudem über HIV/Aids aufgeklärt und haben die Möglichkeit, direkt einen Test zu machen. Nach dem Erhalt des Ergebnisses bekommen die Patienten eine sofortige Beratung, wie sie mit der Infektion umzugehen haben. Für die medikamentöse und längerfristige Behandlung werden sie darüber hinaus ans öffentliche Krankenhaus überwiesen.

Im Durchschnitt werden in der „Klinik auf Rädern“ zwischen 80 und 200 Patienten am Tag behandelt. Vor allem Frauen nehmen den kostenlosen Gesundheitsdienst in Anspruch. Organisiert wird die mobile Ambulanz von den 3 Schwestern Sister Molly, Sister Vijaya und Sister Suganya, die uns sehr herzlich empfangen hatten. Nachdem wir und die YouTuber*innen die beeindruckende Arbeit für die Menschen in Deutschland dokumentiert hatten, gingen wir zusammen mit den Schwestern der DMI Mission noch ein wenig durch die umliegenden Straßen, um einen besseren Eindruck von der Situation der Menschen in den Slums von Lusaka zu erhalten.

Sambia-Reise: Klinik auf Rändern in Lusaka.

 

22.000 Patienten profitieren im Jahr vom Lusaka Eye Hospital

Nach den bemerkenswerten Eindrücken, die wir von der „Klinik auf Rändern“ erhalten hatten, ging es für unsere Reisegruppe direkt weiter zum Lusaka Eye Hospital. Die Augenklinik wurde im Jahr 2000 von unserer Mitgliedsorganisation, dem Hilfswerk der Deutschen Lions, initiiert und durch Spenden- und Fördergelder aufgebaut. Die Einrichtung trägt mittlerweile im hohen Maße dazu bei, die augenmedizinische Versorgung der Menschen in Lusaka und dem Umland zu verbessern.

Hier konnten wir ausführlichen Einblick in die Arbeit eines modernen Krankenhauses bekommen. Neben den üblichen Untersuchungen der Sehstärke werden hier vor allem Operationen gegen den grauen und grünen Star durchgeführt. Auch Schielen und Augenkrebs werden hier behandelt. Außerdem gibt es einen integrierten Optiker und ein Brillengeschäft. Die meisten Patienten aus Lusaka kommen ambulant in die Klinik. Die Kosten für die Behandlung tragen die Patienten in der Regel selbst, es gibt zwei Kostenmodelle, je nach Einkommen. Die Klinik hat viele Patienten und trägt sich inzwischen finanziell selbst. Hin und wieder werden für bedürftige Patienten kostenlose Operationen durchgeführt.

Um auch Menschen in den ländlichen Gebieten zu erreichen, gibt es immer wieder sogenannten Outreach-Aktionen, bei denen auf dem Land Aufklärungsarbeit und eine erste augenmedizinischen Versorgung geleistet werden. Für intensivere Behandlungen werden betroffene Menschen im Lusaka Eye Hospital untergebracht und versorgt.

Vor Ort haben wir neben einer Führung durch das Gebäude vor allem mit Dr. Celestte gesprochen, der uns viel über die verbreiteten Augenkrankheiten in der Region erzählt und die jeweiligen Behandlung erläutert hat. Mittlerweile erhalten im Lusaka Eye Hospital etwa 22.000 Patienten pro Jahr eine augenmedizinischen Behandlung bzw. Versorgung. Zudem werden jährlich etwa 1000 lichtbringende „Grauer Star (Katarakt)-Operationen“ im Jahr durchgeführt. Das Lusaka Eye Hospital ist damit ein gelungenes Beispiel eines Projekts, das nach Ende der Projektlaufzeit selbstständig und ohne weitere Fremdfinanzierung arbeitet und damit einen wichtigen Baustein der Gesundheitsversorgung in Sambia bildet.

Die beiden besuchten Projekte, die „Klinik auf Rädern“ sowie das Lusaka Eye Hospital, tragen dazu bei, das Ziel Nr. 3 (Gesundheit & Wohlergehen) der SDGs zu unterstützen!

Austausch mit sambischer Bloggerin Nancy Handabile

Im Anschluss der ersten Projektbesuche, die bei allen in der Reisegruppe einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, fuhren wir zunächst zurück ins Hotel, um die Erfahrungen des Tages zu verarbeiten. Dazu gehörte das Schreiben dieses Blogs, die Auswertung von Bildmaterial, aber auch das Schneiden des ersten Impressions-Videos, das mittlerweile auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter & Instagram) anzuschauen ist.

Nach getaner Arbeit trafen wir uns am Abend schließlich mit der sambischen Bloggerin und Aktivistin Nancy Handabile, um in einen Austausch über die Chancen und Herausforderungen ihrer Arbeit als Bloggerin und Journalistin in Sambia zu starten. Auch die sambische Filmindustrie sowie LGBT-Themen wurden thematisiert. manniac startete kurzer Hand über seinen Twitter-Kanal eine kleine Fragerunde mit seiner Community, bei der Fragen an Nancy Handabile gerichtet werden konnten.

Weiter geht’s…

Nach diesen ersten großartigen Erlebnissen in Sambia, fand die Reisegruppe am späten Abend ihre Bettruhe. Diese war auch dringend notwendig, denn bereits um 6 Uhr morgens sollte es weitergehen in Richtung Chikuni Mission, um das dortige Projekt „Radioschulen“ unserer Mitgliedsorganisationen der Kindernothilfe zu besuchen.

Fortsetzung folgt! –> Besuch einer Radioschule in Chikuni

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA