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Hintergrund-Informationen1. Worin liegt das Potenzial Afrikas?Wer jemals in Afrika war, weiß, wie kraftvoll, talentiert und leidenschaftlich die Bewohner dieses Kontinents sind. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) ist darum überzeugt: Wenn es gelingt, das enorme Potenzial der afrikanischen Menschen stärker zu fördern und besser als heute freizusetzen, kann beinahe jeder Staat die so genannten Millenniumsziele bis 2015 erreichen. Trotz dieser hoffnungsvollen Einschätzung stellt das UNDP in seinem Jahresbericht 2004 aber unmissverständlich klar: Wenn sich am aktuellen Trend der Entwicklung Afrikas nichts ändert, kann auf dem Kontinent bis 2015 keines der Millenniumsziele verwirklicht werden. Dass es möglich ist, diesen Trend umzukehren, zeigen viele positive Beispiele, die das UNDP im Jahresbericht 2004 benennt: Die meisten Afrikaner leben inzwischen unter demokratisch gewählten Regierungen, die Wirtschaft wächst leicht und kontinuierlich und viele Programme der Entwicklungszusammenarbeit zeigen positive Wirkung. Eritrea hat beispielsweise die Kindersterblichkeit um 20 Prozent senken können, in Malawi gehen 30 Prozent mehr Kinder zur Schule und Benin, Burkina Faso, Kamerun und Ghana gelang der Zugang zum globalen Finanzmarkt.
Quelle: The World Bank, World Development Indicators 2004, S. 176, BMZ Die Bildung der Afrikanischen Union (AU) und der New Partnership for Africa's Development (NEPAD) haben dazu geführt, dass die beteiligten Staaten politisch und wirtschaftlich besser kooperieren. Dadurch wuchs das Vertrauen der Geberländer in Afrika und die Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit wurden deutlich. Das enorme Bevölkerungswachstum in Zentral- und Westafrika sowie der große Anteil junger Menschen an der afrikanischen Bevölkerung bringt nicht nur Probleme, sondern auch große Chancen für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung. Angesichts der Bedrohung durch Armut und HIV/AIDS gilt es jedoch, dieses Potenzial durch Gesundheits- und Bildungsprogramme zu schützen und zu entfalten, wie es auch die Millenniumsziele vorsehen. Erfolge sind bereits erkennbar (siehe Schaubilder).
Quelle: The World Bank, World Bank Atlas 2003, S. 16, zitiert nach: BMZ
Quelle: The World Bank, World Bank Atlas 2003, S. 6, BMZ Quellen: DSW Datenreport 2003, United Nations Development Programme Annual Report 2004, www.bmz.de 2. Warum ist Armutsbekämpfung notwendig?Weltweit müssen noch immer 1,2 Milliarden Menschen von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben. Diese Zahl hat sich seit den 1980er Jahren nicht wesentlich geändert. Besonders stark von extremer Armut betroffen sind bestimmte Regionen Asiens und das südliche Afrika. Beinahe die Hälfte aller Armen leben in Südasien. Während aber dort der Anteil der Armen an der Bevölkerung seit Jahren sinkt, wächst die Armut im südlichen Afrika weiter an. Die absolute Zahl der Armen stieg dort in den letzen zehn Jahren auf mehr als 300 Millionen. Der Anteil der Armen an der Bevölkerung sank im gleichen Zeitraum nur minimal auf etwa 46 Prozent.
Quelle: The World Bank, World Bank Atlas 2003, S. 12, BMZ Die Millenniumsziele Auf dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September 2000 hat sich die Staatengemeinschaft dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2015 den Anteil der Weltbevölkerung, der in absoluter Armut lebt, zu halbieren. Als Ergebnis des Gipfels wurde die so genannte Millenniumserklärung verfasst. Sie enthält insgesamt acht Ziele - die Millenniums-Entwicklungsziele bzw. Millennium Development Goals (MDGs):
Welche Erfolge wurden schon erzielt? Im Herbst 2005 wird auf einer UN-Konferenz eine erste umfassende Zwischenbilanz hinsichtlich der Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele gezogen. Erste Analysen zeigen, dass die Entwicklungsfortschritte starke regionale Unterschiede aufweisen. Während zum Beispiel die Kernziele in einigen Teilen Asiens im statistischen Mittel erreichbar zu sein scheinen, werden die Millenniumsziele in Afrika südlich der Sahara bei gleichbleibenden Trends nicht verwirklicht werden können (Millennium Development Goals: Progress Report 2004, PDF). Bei der Entwicklung der Armutszahlen zeichnet sich zwar ein positiver Allgemeintrend ab, doch Grund zur Entwarnung gibt es nicht (s. Schaubild oben). Das rasante Wachstum der Weltbevölkerung relativiert viele Erfolge der internationalen Armutsbekämpfung. Für das südliche Afrika werden auch im Bezug auf die Bekämpfung von Hunger und den Zugang zu Gesundheitsversorgung gegenläufige Trends deutlich. Etwa 33 Prozent der afrikanischen Bevölkerung leiden Hunger, weltweit sind es ca. 13 Prozent (etwa 850 Millionen Menschen) (Hungerreport 2004 der FAO). Zugang zur Gesundheitsversorgung steht in Afrika weniger als 50 Prozent der Bevölkerung offen. Auch in den Bereichen Bildung und Kindersterblichkeit liegt Afrika im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen weit hinter den formulierten Zielen zurück. Dies ist auch auf die epidemische Ausbreitung von HIV/AIDS zurückzuführen. Betrachtet man die Entwicklungen weltweit, ist trotz der positiven Trends nicht zu erwarten, dass die Millenniumsziele bis 2015 ohne erhöhte Anstrengungen erreicht werden können. Die Hauptverantwortung für das Erreichen der ersten sieben Ziele tragen zwar die Entwicklungsländer, sie können ihre Ziele aber nur erreichen, wenn die reichen Staaten etwas dazu beitragen: Sie müssen mehr und bessere Hilfe leisten und mehr Handel ermöglichen. Agrarsubventionen, die die Konkurrenzfähigkeit der Entwicklungsländer behindern, müssen abgeschafft werden. Solche Subventionen beeinflussen das Leben von Millionen Menschen in den Entwicklungsländern, denn zwei Drittel der Armen leben in ländlichen Regionen und sind darauf angewiesen, dass ihre Agrarprodukte faire Preise erzielen. Nach Schätzungen der Weltbank werden jährlich etwa 50 Milliarden US-Dollar zusätzlich benötigt, um die Millenniumsziele bis 2015 zu erreichen. Wann werden die Millenniumsziele erreicht, wenn die Anstrengungen nicht erhöht werden?
Quelle: www.aktionsprogramm2015.de Quellen: www.2015.venro.org, www.aktionsprogramm2015.de, www.un.org/millenniumgoals/m, www.africa2015.org 3. Was leistet die Weltgemeinschaft bisher, um Hunger und Armut zu bekämpfen?Eine Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) macht deutlich, dass die wenigsten OECD-Mitgliedsländer das auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen 1970 formulierte Ziel umsetzen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen. Die Quote lag in den 1990er Jahren bereits bei 0,33 Prozent, sank dann aber wieder. Heute erhalten viele Entwicklungsländern weniger Unterstützung als 1990. Lediglich Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden gehen mit positivem Beispiel voran und liegen bei ihren öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) über dem Richtwert (siehe Schaubild). Die ODA-Quote Deutschlands belief sich 2003 auf 0,28 Prozent.
Quelle: OECD/DAD Angesichts der andauernden Probleme vieler Entwicklungsländer ist neben der Entschuldung eine Intensivierung der Entwicklungszusammenarbeit notwendig. Die Weltbank hat bereits 2002 festgestellt, dass die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) um mindestens 50 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden müsste. Auf dem Monterrey-Gipfel zur Entwicklungsfinanzierung haben sich alle Staaten der EU dazu verpflichtet, die ODA bis 2006 auf ein Minimum von 0,33 Prozent zu erhöhen. Auch die deutsche Bundesregierung strebt dieses Ziel an, hat aber im Gegensatz zu anderen EU-Ländern, darunter auch Großbritannien und Frankreich, noch keinen Plan vorgelegt, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Der Etat für Entwicklungszusammenarbeit konnte für 2005 zwar um etwa zwei Prozent auf ca. 3,86 Milliarden Euro gesteigert werden, doch wird das Ziel von 0,33 Prozent damit nicht erreicht. Eine konsequente Schwerpunktsetzung und die Konzentration auf etwa 70 Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit soll daher die Wirksamkeit der Hilfe fördern. Finanzielle Transferleistungen und Entschuldung allein reichen jedoch im Kampf gegen Armut nicht aus. Weltweit sind Politik und Gesellschaft gefordert, gerechtere politische und wirtschaftliche Strukturen zu schaffen. Über partnerschaftliche Hilfe müssen die Menschen befähigt werden, für sich selbst und ihr Land Problemlösungen zu erarbeiten. Die deutsche Bundesregierung orientiert sich mit dem im April 2001 verabschiedeten Aktionsprogramm 2015 an dieser Strategie. Der Kampf gegen die Armut wird als Bestandteil aller Politikbereiche und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet. Dazu gehört auch, den Menschen in Deutschland zu verdeutlichen, dass Armut kein weit entferntes Problem ist und jeder bei ihrer Bekämpfung helfen kann: Zum Beispiel durch den Kauf fair gehandelter Produkte, durch politisches Engagement für die Realisierung der Millenniumsziele oder durch Spenden. Quellen: www.weltweite-aktion-gegen-armut.de, Aktionsprogramm 2015, www.africa2015.org 4. Was sind die Forderungen der "Weltweiten Aktion gegen Armut"?Die Kampagne "Weltweite Aktion gegen Armut" ist Teil der internationalen Kampagne "Global Call to Action Against Poverty". In ihr haben sich deutsche Nichtregierungsorganisationen zusammengeschlossen, um größere öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der weltweiten Armutsbekämpfung zu lenken. Ein weiteres Ziel der Aktion ist es, die Bundesregierung zu einem entschiedeneren Engagement für die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) zu drängen. Wichtige Anlässe für die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema sind der G8-Gipfel im Juli und der UN-Gipfel im September 2005. Bei diesen Konferenzen werden die Millenniumsziele im Mittelpunkt der Beratungen stehen - fünf Jahre nach der Verabschiedung dieser Ziele und zehn Jahre vor ihrer Zielmarke. Koordiniert durch die Geschäftsstelle des Verbands Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) werden sich die VENRO-Mitgliedsorganisationen gemeinsam mit vielen prominenten Unterstützern für die Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele engagieren. Auf vielen lokalen Veranstaltungen und einem gemeinsamen Event in zeitlicher Nähe zum UN-Gipfel im September werden sie Multiplikatoren in Kirchen, Schulen, Parteien, Medien und andere gesellschaftliche Gruppen und Einrichtungen motivieren, sich stärker für die Millenniums-Entwicklungsziele einzusetzen. Auf Grundlage der "NRO-Standortbestimmung zu den MDGs" erfolgt begleitend zu den Aktionen intensive Lobbyarbeit gegenüber der Bundesregierung.
Quelle: www.weltweite-aktion-gegen-armut.de 5. Was sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung in Afrika?Gerechter Welthandel und Entschuldung sind die beiden elementaren Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung der Entwicklungs- und Schwellenländer. Gerechterer Welthandel kann erzielt werden, wenn internationale Handelsregeln den bereits existierenden Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsabkommen der UN untergeordnet werden. Derzeit zielen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) primär auf eine Liberalisierung und Deregulierung des internationalen Handels. Sie begünstigen damit einseitig die wirtschaftlichen Interessen der Industrieländer. Die Struktur der WTO hat bisher verhindert, dass eine Handelspolitik unter Berücksichtigung der Interessen der Entwicklungsländer - die die Mehrheit der WTO-Mitglieder bilden - durchgesetzt werden konnte. Mehr Informationen zum Stichwort Welthandel finden Sie auf den Internetseiten von "Gerechtigkeit jetzt! - Die Welthandelskampagne": www.gerechtigkeit-jetzt.de Für die hoch verschuldeten armen Staaten wurde auf dem G7-Gipfel 1999 eine Entschuldung (fett) beschlossen. Zurzeit gehören 42 Länder zu dieser Gruppe, von ihnen sind bisher lediglich 18 entschuldet worden. Doch bei manchen bereits entschuldeten Staaten zeichnet sich wieder eine neue Schuldenkrise ab. Die Ursachen hierfür liegen in zu optimistischen ökonomischen Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Die Grafik zeigt den Grad der Verschuldung einzelner Entwicklungs- und Schwellenländer.
Quelle: BMZ, Materialien Entwicklungspolitik im Schaubild, Nr. 117, 2002, Schaubild 12, BMZ Zur Lösung der Schuldenproblematik richtet zum Beispiel die "Weltweite Aktion gegen Armut" folgende Forderungen an die Bundesregierung:
Die Kampagne "erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung" bietet auf ihren Internetseiten mehr Informationen zum Thema: www.erlassjahr.de Quellen: www.weltweite-aktion-gegen-armut.de, www.bmz.de 6. Welche Beispiele gibt es dafür, dass Spenden viel bewirken?GEMEINSAM FÜR AFRIKA schenkt AIDS-Waisen eine Perspektive... Die dramatischste Folge der Armut in Afrika ist die Ausbreitung der Immunschwäche AIDS. Die Krankheit zerstört die Familien; viele elternlose Kinder bleiben weitgehend schutzlos zurück. Inzwischen haben weltweit mehr als 14 Millionen Kinder durch die Krankheit ihre Mutter oder ihren Vater oder beide Eltern verloren; die meisten dieser Waisen leben in Afrika. Weil sie für sich und ihre Geschwister sorgen müssen, können die betroffenen Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Immer wieder werden sie Opfer von ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Ihre Altersgenossen meiden sie und weisen sie häufig zurück. Die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA unterstützen überall auf dem Kontinent Dorfgemeinschaften, die AIDS-Waisenkindern ein Sicherheits-Netz bieten. Bei regelmäßigen Hausbesuchen versorgen lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Erkrankten und vermitteln Pflegefamilien für die Kinder. Sie helfen Familien mit Aidskranken aus ihrer Einsamkeit und gesellschaftlichen Isolation. Aufklärungsprogramme tragen dazu bei, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit 110 Euro können wir zehn AIDS-Waisen ein Jahr lang den Schulbesuch ermöglichen. GEMEINSAM FÜR AFRIKA schafft Wege aus der Armut... Fast die Hälfte der Menschen, die in Afrika südlich der Sahara leben, müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen. Wer so wenig Geld hat, bekommt in der Regel keinen Zugang zu Krediten. Im Rahmen der Armutsbekämpfung unterstützen die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA Menschen mit geringem Einkommen durch Kleinkredite: So kann eine Schneiderin sich zum Beispiel eine eigene Nähmaschine kaufen, ein Bauer in eine Wasserzisterne investieren oder eine Gemüseverkäuferin eine größere Menge Gemüse zu einem günstigeren Preis beim Großhändler erwerben. Durch einen Kleinkredit können auch Menschen mit sehr geringem Einkommen wirtschaftlich aktiv werden und sich langfristig ihren Lebensunterhalt sichern. Mit einem Kleinkredit über 50 Euro können wir einer Näherin ermöglichen, eine Nähmaschine zu kaufen, mit der sie langfristig ihren Lebensunterhalt sichern kann. Quelle: GEMEINSAM FÜR AFRIKA / DFC GmbH 7. Welche positiven Akzente hat die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Afrika gesetzt?Entwicklungszusammenarbeit findet auf verschiedenen Ebenen statt. Deshalb gibt es auch viele unterschiedliche Bereiche, in denen sie erfolgreich ist: Laut UNDP-Jahresbericht 2004 leben die meisten Afrikaner inzwischen unter demokratisch gewählten Regierungen. Eine Ursache hierfür ist, dass die meisten Geberländer ihre Entwicklungsförderung an demokratische Normen koppeln. Die Bundesrepublik beispielsweise hat mit vielen ihrer Partnerländer eine Zusammenarbeit mit den Schwerpunkten "Demokratisierung und gute Regierungsführung", "Förderung von Rechtsstaatlichkeit" und "Verwaltungsreformen" vereinbart. Mosambik ist ein gutes Beispiel dafür, dass Entwicklungszusammenarbeit und die Etablierung demokratischer Strukturen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen können. 1997 lebten nach Angaben der Weltbank fast 70 Prozent der Bevölkerung in absoluter Armut. Das Land leidet noch heute unter den Folgen von Bürgerkrieg, Naturkatastrophen und einer ehemals sozialistisch geprägten Wirtschaftspolitik. Auch der hohe Anteil HIV/AIDS-Infizierter hemmt die Entwicklung des Landes. Nach Angaben des gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS) waren in Mosambik Ende 2003 etwa 12,2 Prozent der 15- bis 49-Jährigen mit dem HI-Virus infiziert. Mosambik entwickelte 1995 in Kooperation mit der Zivilgesellschaft die Armutsbekämpfungsstrategie PARPA. Sie umfasst Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, ländliche Entwicklung und Dezentralisierung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Grundbildung/Berufsbildung, Wirtschaftsreform und ländliche Entwicklung. Dabei erfolgt die Unterstützung im Sinne der Millenniumsziele und des Aktionsprogramms 2015 als intensive partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dies bedeutet, dass Projekte gemeinschaftlich finanziert und über einen Steuerungskreis koordiniert werden. Ein effizienter Einsatz der Projektmittel ist dadurch sichergestellt. Die Bilanz: Im September 2001 erreichte das Land den so genannten "completion point" (Vollendungszeitpunkt) im Rahmen der internationalen Entschuldungsinitiative HIPC-II. 2001 wurden Mosambik 2,7 Milliarden US-Dollar Schulden erlassen. Dadurch wurden Mittel für die Finanzierung der Armutsbekämpfung frei. Eine erste Überprüfung von PARPA im Jahr 2003 zeigte eine positive Entwicklung. Mosambik erzielte im Jahr 2002 ein Wirtschaftswachstum von 8,3 Prozent und macht gute Fortschritte im Bildungs- und Gesundheitssektor. Die Sozialausgaben sind deutlich angestiegen. Detailliertere Informationen über die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik finden Sie hier. Ein weiteres Beispiel erfolgreicher Entwicklungszusammenarbeit ist ein Programm der in Kamerun ansässigen Nichtregierungsorganisation SAILD (Service d'Appui aux Inititatives Locales de Développement). Um die Lebenssituation von Kleinbauern in Kamerun zu verbessern, fördert SAILD mit Unterstützung des Evangelischen Entwicklungsdienstes, der GTZ und der Europäischen Union die Etablierung von Krankenkassen, die von den Kleinbauern selbst organisiert und von lokalen Spar- und Kreditkassen verwaltet werden. Ein Teil der Versicherungsbeiträge kommt direkt von den Mitgliedern der Krankenkassen, der andere Teil wird von den Bauernorganisationen eingezahlt. Mittlerweile haben die selbstorganisierten Krankenkassen Vorbildfunktion für das staatliche Krankenversicherungssystem, das in Kamerun aufgebaut wird. Das Programm hat daher sowohl zur wirtschaftlichen und sozialen Stärkung von Kleinbauern, als auch zur Etablierung gesellschaftlicher Strukturen beigetragen. Detailliertere Informationen finden Sie hier. Quellen: www.bmz.de, UNDP-Jahresbericht 2004, www.aktionsprogramm2015.de 8. Welche Strategien gibt es im Kampf gegen HIV/Aids?HIV/AIDS ist die größte weltumspannende Epidemie der Gegenwart - und noch immer eine große Gefahr für die Weltgemeinschaft. Laut UNDP-Jahresbericht 2004 wächst die Zahl der HIV-Infektionen in vielen Regionen der Welt. In Osteuropa und Asien steigt die Infektionsrate am schnellsten an. Betroffen sind insbesondere China, Indien und Indonesien. Die am schlimmsten von AIDS betroffene Region ist das südliche Afrika. Mehr als zwei Drittel aller weltweit mit HIV Infizierten leben hier. Und ihre Zahl steigt weiter an: Laut UNAIDS infizierten sich allein 2004 in Afrika südlich der Sahara rund 3,1 Millionen Menschen neu; 2,3 Millionen starben dort 2004 an AIDS. Besonders dramatisch ist die Lage in Swaziland, Botswana, Lesotho, Simbabwe, Südafrika und Namibia. Dort sind mehr als 20 Prozent der Bevölkerung von HIV/AIDS betroffen. Durch diesen hohen Anteil HIV-Infizierter ist es in diesen Ländern schwierig, das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten. Mit fast 60 Prozent der Infizierten und Kranken sind in Afrika vor allem Frauen zwischen 15 und 49 Jahren von AIDS betroffen, weltweit sind fast 50 Prozent der Infizierten weiblich. Für junge afrikanische Frauen zwischen 15 und 24 Jahren ist das Risiko, mit HIV infiziert zu werden, mehr als doppelt so groß, wie für junge Männer. Aufklärung und Prävention sind neben der medizinischen Versorgung von HIV-Infizierten die wichtigsten Maßnahmen einer Strategie zur Bekämpfung von AIDS. Die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA engagieren sich seit langem auf diesem Gebiet. Sie bilden Gesundheitsberater aus, die die Bevölkerung aufklären und Kranke und ihre Familien begleiten. Sie betreuen AIDS-Waisen oder leisten medizinische Hilfe. Jede Spende hilft dabei, diese Arbeit fortzusetzen und zu intensivieren. Aufgrund der zunehmenden Ausbreitung von AIDS benötigen die von der Epidemie am schwersten betroffenen Länder stärker als bisher finanzielle und partnerschaftliche Hilfe durch internationale Regierungen, Finanzinstitutionen und Institutionen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Quellen: UNDP Annual Report 2004, UNAIDS 2004 report on the global HIV/AIDS epidemic
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