Für viele Frauen in Kenia, die ohne Unterstützung ihrer Männer den Broterwerb sichern müssen, ist es das schönste Muttertagsgeschenk, ihre Kinder bald aus eigener Kraft ernähren und zur Schule schicken zu können. So wie für Selina aus Mukutani:
Selina ist Mitte dreißig und Mutter. Im Jahr 2005 wurde ihrer Familie das gesamte Vieh geraubt, kurz danach verließ der Ehemann die Familie. Seit dem muss sich Selina alleine um ihre Kinder kümmern. Die Familien lebt in Kenia, im Gebiet der Illchamu. Seit vielen Jahren kommt es hier immer wieder zu Konflikten um Weideland und Wasser. Diese Konflikte und auch die immer häufiger wiederkehrenden Dürren haben viele Familien aus Selinas Dorf Mukutani und dem Baringo-Distrikt vertrieben. Selina aber entschied sich zu bleiben. „Ohne unsere Ziegen und ohne meinen Mann hatte ich kein Einkommen mehr und musste entweder Essen oder Geld borgen, um uns durchzubringen“, erinnert sich Selina. Einmal habe sie aus Verzweiflung ihr Zelt vor dem Büro der Distriktverwaltung aufgeschlagen, sei aber fortgewiesen worden. „Manchmal bekam ich Lohn für einen Tag Arbeit, aber darauf konnte ich mich nie verlassen, weil die meisten Leute hier zu arm sind um jemanden zu beschäftigen.“