|
ÄRZTE FÜR DIE DRITTE WELT
Was wir in Afrika tunDer Mathare-Valley-Slum mitten in Nairobi, wo über 180.000 Menschen leben, gilt als einer der übelsten Slums von ganz Afrika. Bereits ab 4:00 Uhr morgens stehen hier die Kranken vor unserer Ambulanz, um von unseren Ärzten Hilfe zu erhalten. Deshalb heißt diese Gesundheitsstation auf Kisuaheli auch "Baraka", was Hoffnung oder Wohltat bedeutet. Ständig sind vier unserer Ärztinnen oder Ärzte in diesem riesigen Slum tätig. Für die Ärmsten der Armen bieten wir kostenlose medizinische Hilfe an, geben Medikamente, übernehmen notwendige Weiterbehandlungen in Krankenhäusern für Menschen, die sonst niemanden in ihrer Not und Armut hätten. Unterernährte Kinder erhalten eine tägliche Mahlzeit. Mitarbeiter werden ausgebildet, um die Schwerkranken in ihren Hütten zu besuchen und zu pflegen oder um vorbeugendes Verhalten einzuüben. Ein wichtiger Akzent unserer Arbeit in Kenia liegt auf der Behandlung mittels antiviraler Therapie und Begleitung von HIV infizierten Patienten. Viele Mütter, von ihren Männern angesteckt, versuchen - oft alleingelassen und schwer krank - ihre Kinder durchzubringen. Wir kümmern uns um Aids-Waisen, die - vielfach selbst durch die Geburt mit HIV infiziert - in elendigen Hütten ohne Wasser- oder Elektrizitätsanschluss, ohne Abwasserentsorgung und zumeist allein in diesem furchtbaren Slum leben. Als "Ärzte für die Dritte Welt" sehen wir unsere Arbeit in diesem Umfeld nicht zuletzt als ein Zeichen für Hoffnung und Menschlichkeit. Bevor wir unseren Schwerpunkt auf die Arbeit in Kenia legten, waren wir mit unseren Ärzten im vom Bürgerkrieg geplagten Ruanda tätig. Angefangen hat die Arbeit von "Ärzte für die Dritte Welt" in Afrika vor 16 Jahren. Derzeit arbeiten wir in acht Ländern Afrikas mit einheimischen Partnergruppen zusammen. Neben unserem Engagement in Kenia unterstützen wir Projekte in Südafrika, Simbabwe, Ruanda, Uganda und Kamerun. Unsere Arbeitsfelder sind dort Gesundheitsaufklärung, Alphabetisierung und Bereitstellung von Einkommen schaffenden Maßnahmen, um dadurch Unwissenheit und Armut, die Hauptursachen für Krankheit und Not, einzugrenzen. In all diesen Projekten sind neben der medizinischen Direkthilfe Aufklärung und Hilfe zur Selbsthilfe unser oberstes Gebot.
Wer wir sind"Ärzte für die Dritte Welt" wurde vor 24 Jahren gegründet, um die gesundheitliche Situation und die Lebensbedingungen von Menschen in medizinischen Notstandsgebieten der so genannten Dritten Welt zu verbessern. Ermöglicht werden unsere Projekte durch Kurzeinsätze von Ärztinnen und Ärzten, die ihren Jahresurlaub dafür einsetzen, Menschen in Elendsquartieren in verschiedenen Regionen dieser Welt medizinisch zu versorgen. In den letzten 24 Jahren haben über 2.200 deutsche Ärztinnen und Ärzte in unseren Projekten durch den Einsatz ihres Jahresurlaubs den Ärmsten der Armen Heilung und Linderung verschafft, Leben gerettet, Not gelindert und Hoffnung gegeben und damit die Lebenssituation in diesen Notgebieten deutlich verbessert. Unsere Ärzte erhalten keinerlei Entgelt für ihre Arbeit und zahlen noch einen Beitrag zu unserer Arbeit in Höhe von mindestens der halben Flugkosten. Viele unserer Ärzte haben die Einsätze wiederholt und waren mehrfach in Notstandsgebieten tätig. Tag für Tag versorgen unsere Ärzte in unseren acht Projekten über 3.000 zum Teil schwerstkranke Menschen in ihrem Leiden und in ihrer Not. Insgesamt haben wir über 4.000 solcher unbezahlten Einsätze durchgeführt. Mehr als 350 einheimische Mitarbeiter helfen uns bei der medizinischen Arbeit, bei der Gesundheitserziehung, Aufklärung, Familienplanung und Vorbeugung.
|
||
![]() |
|||