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EIRENE

Was wir in Afrika tun

Projektbeispiel 1:
Gewaltprävention und gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Durch den jahreszeitlichen Viehtrieb zwischen Norden und Süden des Tschad gibt es bereits eine Jahrhunderte alte Symbiose zwischen nomadisierenden Viehhaltern und sesshaften Bauern. Ganz konfliktfrei sind die Beziehungen nie gewesen, denn es gab immer eine Tendenz zur Konkurrenz um knappe Ressourcen wie Weideland und vor allen Dingen Wasser. In den letzten Jahrzehnten ist dieses Zusammenleben aber deutlich und nachhaltig gestört worden. Die ökologische Degradation im Sahel, zunehmende landwirtschaftliche Produktion für den Export (Baumwolle) und politische Auseinandersetzungen lassen den Kampf um die knapper werdenden Ressourcen schärfer werden.

EIRENE führt gemeinsam mit tschadischen Organisationen ein Projekt durch, das auf eine produktive Regelung der immer wiederkehrenden gewalttätigen Konflikte zielt. Vertreter von Viehhaltern und Bauern in ausgewählten Regionen des Tschad, traditionelle Chefs und Vertreter der lokalen Behörden werden durch Fortbildung und die Erarbeitung geeigneter Lösungsmuster für ein friedliches Zusammenleben ausgebildet. In der Kooperation mit Entwicklungsprojekten werden auch die Lösungsversuche von Konflikten, die in Maßnahmen der ländlichen Entwicklung liegen (Einfassung von Wasserstellen, Umzäunung der Felder, Brunnenbau ...), einbezogen.

Projektbeispiel 2:
Förderung landwirtschaftlicher Entwicklung in Niger

Mit seinen fast 8 Mio. Einwohnern gilt der Niger seit vielen Jahren als eines der ärmsten Länder weltweit. Immer wieder wurde das Land durch Katastrophen heimgesucht, sei es durch ausbleibende Regenzeiten mit der Folge von Ernteausfällen, Viehsterben und Dürre, sei es durch Heuschreckenplagen oder durch sintflutartige Regenfälle mit entsprechenden Überschwemmungen.

Aber die Menschen in Niger ergeben sich nicht einfach ihrem Schicksal oder warten nur auf die Hilfe des Staates oder internationaler Hilfsorganisationen. EIRENE, seit 30 Jahren in Niger tätig, fördert diese Selbsthilfegruppen im Rahmen eines Programms, das sich in lokaler Sprache „KOOKARI IRI BON SE“ nennt und übersetzt soviel heißt wie: "Packen wir’s an!". In diesem Projektansatz einer selbstgetragenen Entwicklung (Autopromotion), der zunächst in der östlichen Region um Agadez, dann im Süden des Niger bei Dosso und nun auch im Norden an der Grenze zu Mali umgesetzt wird, geht es in erster Linie um die Mobilisierung der eigenen Kräfte und Fähigkeiten der Menschen vor Ort, denn nur so ist eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation zu erzielen.

Beratung und Förderung in Fragen der Landwirtschaft und der Viehzucht, beim Aufbau von Genossenschaftsbanken, dem Bau von Brunnen oder der Einrichtung von Lagerräumen oder kleinen Gesundheitszentren sind die zentralen Aufgabenfelder von EIRENE in Niger. Die erzielten Erfolge in der Projektarbeit haben insbesondere die Selbstorganisation der Menschen vor Ort gefördert und ihnen ein Selbstbewusstsein vermittelt, dass sie trotz der schwierigen Lebensbedingungen aus eigener Kraft neue Lebensperspektiven entwickeln können.

Wer wir sind

Der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE (der Name EIRENE kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Frieden") wurde 1957 gegründet. Als ökumenische Organisation engagiert sich EIRENE mit dem Ziel der Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs.

Gerade angesichts der sich zuspitzenden Auseinandersetzungen im Kontext des sogenannten Antiterrorkampfes nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA und vom 11. März 2004 in Madrid gewinnt die zentrale Idee unseres weltweiten Engagements zunehmend an Bedeutung: Verständnis füreinander braucht Begegnung.

EIRENE ist einer von sechs staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten. Neben der Finanzierung von Entwicklungsprojekten entsenden wir Entwicklungshelfer nach Lateinamerika und Afrika, wo sie lokale Partnerorganisationen unterstützen. Außerdem unterhält EIRENE ein Freiwilligenprogramm, in dem insbesondere junge Menschen im Rahmen eines mindestens einjährigen Auslandsaufenthaltes soziale Projekte weltweit unendgeltlich unterstützen. Jährlich sind etwa 100 EntwicklungshelferInnen und Freiwillige für EIRENE im Ausland tätig.

EIRENE
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