Frauen… der Schlüssel zu Bildung

Der Lebenslauf unserer Frau des Monats Mai, Dr. Shumirai Nyota aus Simbabwe, zeigt exemplarisch und beeindruckend, welches Potenzial sich entfalten kann, wenn Mädchen und Frauen der Zugang zu Bildung nicht verwehrt oder erschwert wird. Er veranschaulicht auch, dass von der Bildung von Frauen, die Frauen selbst, ihre Familien, die Gemeinschaft und der Staat profitieren.

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut. Mit dem zweiten Milleniums-Entwicklungsziel soll deshalb sichergestellt werden, dass bis 2015 Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Primarschulbildung vollständig abschließen können. Eine Verbesserung der Bildungschancen, insbesondere für Mädchen und Frauen hätte viele positive Auswirkungen, besonders auf die Wirtschaft und die Gesundheit.

  • Mit jedem Schuljahr nimmt die Kindersterblichkeit um 5-10 Prozent ab.(ONE)
  • Geht ein Mädchen aus einem Entwicklungsland sieben Jahre oder länger zur Schule, heiratet sie im Schnitt vier Jahre später und hat 2,2 Kinder weniger. (ONE)
  • Je höher der Bildungsgrad der Mutter, desto geringer ist die Säuglings- und Kindersterblichkeit.(BMZ)
  • Gebildete Mütter haben in der Regel kleinere Familien, lassen ihre Kinder impfen und schicken sie zur Schule.(Bundesregierung)
  • Die begrenzten Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen in Afrika verringern das jährliche Pro-Kopf-Wachstum um 0,8 Prozent.(ONE)
  • Bildung ist Demokratie fördernd, denn sie verstärkt die Teilhabe des Staatsbürgers am Gemeinwesen.(ONE)

Frauen und Bildung

Zählt die Bildung von Frauen weniger?

Der Weg zu mehr Gleichberechtigung und damit zu besseren Entwicklungschancen für die gesamte Gesellschaft muss schon bei den Kindern beginnen. Es gehen aber noch immer deutlich mehr Jungen zur Schule als Mädchen (BMZ). Auch wenn es in vielen afrikanischen Ländern bei der Bildung Fortschritte gibt, sind es oft die Mädchen, die den Schulbesuch abbrechen müssen, wenn die Eltern nicht das Schulgeld aufbringen können oder die Arbeitskraft zuhause oder auf dem Feld gebraucht wird. Das hat zur Folge, dass

  • in Mittel- und Westafrika weniger als 60 Prozent der Mädchen in die Grundschule eingeschult werden.(UN DESA 2010)
  • in Entwicklungsländern lediglich 43 Prozent der Mädchen im entsprechenden Schulalter eine weiterführende Schule besuchen.(ONE)
  • 12 Millionen Mädchen im Afrika südlich der Sahara niemals eingeschult werden, im Vergleich dazu sind es “nur” 7 Millionen Jungen.(ONE)
  • zwei Drittel aller erwachsenen Analphabeten Frauen sind.(ONE)

Fazit

Es ist zwingend notwendig, Mädchen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, um die gesamtgesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Auch die Bildungsqualität muss verbessert und Prioritäten auf Abschlussnoten und weiterführende Schulen gesetzt werden. Die Schulen sollten mädchengerechter werden, das schließt auch die Abschaffung diskriminierender Regeln ein, zum Beispiel, dass schwangere Mädchen die Schule verlassen müssen.

Da sich die Förderung der Bildung von Frauen positiv auf die Reduzierung der Armut auswirkt, muss die Gleichberechtigung als fester Bestandteil von Politik und Wirtschaft gesetzlich verankert werden.