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Hunger in Westafrika - Zehn Millionen Menschen gefährdet
Nahrungsmittelkrise in Westafrika spitzt sich zu.
Gemeinsam für Afrika drängt auf schnelles Engagement der Internationalen Gebergemeinschaft.
Berlin, 31.01.2012 – Die Nahrungsmittelsituation in den westlichen Sahelstaaten verschlechtert sich dramatisch. Bereits jetzt sind mehr als zehn Millionen Menschen von der Nahrungskrise bedroht, mahnen die Hilfsorganisationen vor Ort. Diese erneute Hungerkrise zeichnet sich bereits seit Herbst letzten Jahres ab. Seitdem warnt Gemeinsam für Afrika eindringlich vor der Zuspitzung der Lage und drängt auf schnelle Unterstützung durch die humanitäre Gemeinschaft, um die betroffenen Regionen vor einer Hungersnot wie in Ostafrika zu bewahren.
Besonders dramatisch entwickelt sich die Nahrungsmittelversorgung in den Ländern Niger, Mail, Mauretanien und Tschad. Aufgrund der anhaltenden Dürre und Insektenplagen sind die Vorräte im Niger und in Mauretanien alarmierend knapp. Nach letzten Einschätzungen der vor Ort tätigen Mitarbeiter der Hilfsorganisationen sind allein im Niger 5,4 Millionen Menschen betroffen, mindestens 1,3 Millionen Menschen bräuchten dort sofortige Nahrungshilfe.
Gemeinsam für Afrika begrüßt die Verdoppelung der humanitären Hilfe der Europäischen Union und die Mittelbereitstellung von 5,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Zusammenarbeit als ein wichtiges Signal. Dr. Wolfgang Jamann, Vorstandsvorsitzender von Gemeinsam für Afrika weist jedoch darauf hin, dass allerdings mindestens 150 Millionen Euro benötigt werden und kritisiert das unzureichende Engagement der meisten Geberländer. „Die Warnungen unserer Hilfsorganisationen sowie die Ersuche der Regierungen der betroffenen Länder auf Unterstützung bleiben seit Monaten weitgehend ohne Reaktion. Müssen erst wieder Bilder von unterernährten Kindern, toten Viehherden und überfüllten Flüchtlingslagern, wie gegenwärtig in Ostafrika um die Welt gehen, um die internationale Gemeinschaft zur Hilfe zu bewegen?“, mahnte Dr. Wolfgang Jamann.
Die Organisationen von Gemeinsam für Afrika sind seit vielen Jahren mit Projekten in den betroffenen Gebieten aktiv, um langfristig die Nahrungsmittelsicherheit und die Gesundheit der Menschen zu verbessern. World Vision beispielsweise unterstützt in Projekten im Süd-Niger gezielt mangelernährte schwangere Frauen, junge Mütter und Kinder unter fünf Jahren. In Mali betreut die Organisation ein Programm zur dauerhaften Ernährungssicherung, langfristig angelegt bis 2021. Die Welthungerhilfe hat in Burkina Faso ein Projekt zur Ernährungssicherung entwickelt, um in insgesamt vier Provinzen des Landes dauerhaft bessere Ernten zu erzielen. In Mali arbeitet Oxfam daran, durch den Schutz von Wald, Naturressourcen und Grundwasserreserven die Lebenssituation von schätzungsweise 70.000 Menschen in zehn Kommunen grundlegend zu verbessern. Um deutlich mehr solche Projekte zur Nahrungssicherung zu implementieren, sind die Hilfsorganisationen auf Spenden angewiesen.
Gemeinsam für Afrika ist ein Bündnis von 23 anerkannten Hilfsorganisationen, das sich mit bundesweiten Kampagnen für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt. In tausenden Projekten leisten die Hilfsorganisationen Tag für Tag konkrete Hilfe für Menschen in Not. Über 100 prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unterstützen Gemeinsam für Afrika. Schirmherr der Kampagne ist Bundespräsident Christian Wulff.
Kontakt Gemeinsam für Afrika Daniela Reichel, Tel. 030 / 2977 2415 E-Mail: d.reichel@d-fc.de
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