Gewinner der vergangenen Jahre

Stöbern Sie auf dieser Seite und lassen Sie sich inspirieren für Ihre eigene Afrika-Aktion! Die spannendsten Beiträge haben wir in mehrern Aktionshandbüchern und -kalendern dokumentiert, die Sie herunterladen oder als Printprodukt bestellen können.

Gewinner 2015

1.    Platz: Ratsgymnasium Osnabrück, 11. Klasse

„Schüler statt Soldat“

Jugendliche stehen Rücken an Rücken in einem engen Kreis auf dem Rathausplatz in Osnabrück. Sie wirken verängstigt. Um sie herum haben sich weitere Jugendliche gruppiert, die lange Holzgewehre auf die eingeschüchterte Gruppe richten. Plötzlich streckt ein Mädchen dem auf sie gerichteten Holzgewehr einen Stift entgegen. Das Gewehr fällt zu Boden. Mit der professionell einstudierten Choreographie „Schüler statt Soldat“ ging das Ratsgymnasium Osnabrück als einer der beiden Sieger beim Wettbewerb hervor. Die Elftklässler_innen des Ratsgymnasiums führten ihre „stumme Choreographie“ an mehreren öffentlichen Orten in Osnabrück auf. Sie machten damit auf das Schicksal der Kinder aufmerksam, die in kriegerischen Auseinandersetzungen als Soldaten eingesetzt werden. Die einfühlsame öffentliche Visualisierung der schwierigen Thematik beeindruckte: „Vor allem in Kombination mit dem informativen Aktionsflyer ist die Aktion außerordentlich gelungen“, begründete Juror Martin Magassa die Erstplatzierung des Gymnasiums. „Und keine andere Aktion war so mutig“, war sich die Jury einig. Auch die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete über die Aktion.

 

1.    Platz: Gesamtschule Bremen Mitte, 4. – 10. Klasse

„Schau hin – misch dich ein! Flucht und Migration“

Die Gesamtschule Bremen Mitte initiierte gemeinsam mit drei weiteren Bremer UNESCO-Schulen einen groß angelegten Aktionstag zum Thema „Schau hin – misch dich ein! Flucht und Migration“. Über 700 Schüler_innen im Alter von 10 bis 16 Jahren waren dazu auf dem Bremer Marktplatz zusammengekommen, um mit kreativ gestalteten Plakaten, aufrüttelnden Reden und fesselnder Poesie gegen die Menschenrechtsverletzungen zu demonstrieren, die Flüchtlinge während und nach ihrer Flucht erfahren. Die Darbietungen der Jugendlichen waren „umwerfend und gingen unter die Haut“, erklärte Jurorin Riepe. Auch, dass Flüchtlinge bei der Aktion selbst zu Wort kamen, überzeugte die Jury.
Es erschienen Artikel über die Aktion in der Bremer Bild-Zeitung, sowie im Radio Bremen.

 

2.    Platz: Integrierte Gesamtschule Nordend, Frankfurt, 5. – 10. Klassen

„Wohin? – Aktionswoche Flucht“

Acht Schülerinnen und Schüler der AG „Interessengemeinschaft Südend“ haben sich mehrere Monate mit dem Thema Flucht und Flüchtlinge auseinandergesetzt. Was sie lernten, wollten sie „mit irgendeiner krassen Aktion“ an die Schulgemeinschaft weitergeben. Es entstand die Idee, eine „Zeltstadt“ auf dem Schulhof zu errichten. Dann wurden die Zelte mit Programm gefüllt: Workshops, Vorträge, Ausstellungen und Begegnungen mit Geflüchteten und Menschen, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen. Vier Tage lang gingen Schüler_innen, Lehrkräfte und auch verwunderte Passanten in den Zelten ein und aus. Selbst Frankfurts Integrationsministerin Eskandari-Grünberg besuchte die IGS Nordend. Der Hessische Rundfunk, die Frankfurter Neue Presse, die Frankfurter Rundschau, das Journal Frankfurt, die FAZ und viele lokale Zeitungen berichteten über die Aktionswoche.

 

2.    Platz: Ratsgymnasium Stadthagen, 8. Klasse

„Menschenrechte in Afrika – vielschichtig betrachtet“

26 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Ratsgymnasiums in Stadthagen setzten sich über mehrere Monate intensiv mit dem Thema „Menschenrechte“ auseinander: in Unterrichtsgesprächen und in Gruppenarbeiten, mit Filmen und durch individuelle Zeitungslektüre. Die Gruppe hat ebenfalls einen Referenten von Gemeinsam für Afrika eingeladen sowie Interviews mit Passanten in der Innenstadt durchgeführt und ausgewertet. Um den Lernerfolg zu ermitteln, haben die teilnehmenden Schüler_innen Plakate, Tagebücher und Essays verfasst. Diese intensive und tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Thematik beeidruckte die Jury. Den Abschluss des Projekts bildete ein Spendenlauf unter dem Motto „Europa und Afrika“. Im Schaumburger Wochenblatt erschien ein Artikel über den Lauf.

 

3.   Platz: Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, 6. – 12. Klasse

„Was haben wir in Deutschland zu tun mit den Landraub in Tansania?“

Das Projekt befasst sich mit dem Thema Landraub in Tansania und anderen Ländern Afrikas. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Problematik, u. a. durch Besuche eines Dozenten der Hochschule Darmstadt, der sich in der Fakultät Sozialwesen mit dem Thema Landraub auseinandersetzt, sowie durch Skype-Interviews mit Experten aus Tansania, bereiteten die SuS für den Aktionstag ein Rollenspiel vor. Dabei stellten drei Gruppen die Interessen von Landbevölkerung / Kleinbauern, von internationale Unternehmen / Investoren und von Dorfrat / Gemeindevorsteher / Politiker / Verwaltung dar. Insgesamt 40 SuS nahmen im Rahmen des Aktionstags am Mitmachtheater teil. Regelmäßige Unterbrechungen durch „Einfrieren“ der Szene zur Befragung einzelner Protagonisten nach ihrer momentan empfundenen Situation innerhalb ihrer Rolle für Schauspieler wie Zuschauer legten offen, worin genau der Konflikt liegt und wie er sich auswirken kann. Im Anschluss an das Rollenspiel brachten die SuS auf einem Plakat, auf dem die Menschenrechtscharta steht, Klebepunkte an denjenigen Menschenrechtsartikeln an, von denen sie glauben, diese seien (teilweise) verletzt.

 

3.   Platz: Gustav-Heinemann-Gesamtschule, Alsdorf, 11. und 12. Klasse

„Menschenrechte bei uns und in Afrika – Weißwein oder schwarzer Kaffee“

Nach einer Sensibilisierungsphase im Unterricht haben die SuS Interviews zum Thema „Menschenrechte“ im Stadtzentrum durchgeführt und einen Besuch bei Amnesty International organisiert. Die Gruppe hat dann das Erlernte einigen jüngeren SuS der Schule vermittelt, indem sie Projekte und einen „Tag für Afrika“ durchführten. Am 26.6.2015 hat die Literaturgruppe ein Stück zum Zusammenleben verschiedener Kulturen aufgeführt, zu dem auch die Eltern, Geschwister und Freunde sowie weitere Besucher eingeladen waren. Die Ergebnisse des Philosophiekurses wurden vorgestellt.
Besonders beeindruckend war, dass sich einige Schüler nach dem Besuch bei Amnesty International dort angemeldet haben und der Lehrerin seither nach jedem Gruppentreffen begeistert davon erzählen.
Über das Theaterstück des Literaturkurses berichtete die Aachener Zeitung.

Ehrenpreis für besonderes Engagement:

Pankratiusschule, Sozialpädagogisches Förderzentrum, Augsburg, 2. und 6. Klasse

„Du bist Klasse!“

Zwei Gruppen der Pankratiusschule haben sich im Unterricht mit dem Leben in der Familie und in der Schule in Afrika und insbesondere in Kenia auseinandergesetzt. Dabei haben sie auch das Thema Menschenrechte angeschaut, indem sie zum Beispiel über Klassenregeln dort und bei uns sprachen. In Gruppen lasen sie Geschichten von Kindern in Afrika. Eine Gruppe bereitete dann als Projekt gemeinsam ein kenianisches Gericht zu, Ugali mit Bohnen, und übte das „Händewaschen wie in Afrika“. Außerdem schrieben sie einen Brief an das Patenkind der Lehrerin, das in Kenia lebt. Die zweite Gruppe formulierter Wünsche für Kinder in Afrika und schrieb diese auf Plakate. Anschließend suchte sie die passenden Rechte dazu aus der Menschenrechtserklärung und schrieb diese dazu.

Mit dem Ehrenpreis für besonderes Engagement möchte die Jury die fokussierte Arbeit der Schülerinnen und Schüler der Pankratiusschule auszeichnen. Sie begrüßt es sehr, dass sich Förderschulen beim Wettbewerb beteiligen und war insbesondere davon beeindruckt, dass beide Klassen das Thema überaus spannend fanden und dass es in der Schule anknüpfende Projekte geben wird.

Die Pankratiusschule ist eine Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung.

 

Gewinner 2014: Grundschule

1. Platz: Heinersdorfer Grundschule, Steinhöfel

„Hähnchenkeulen mit Nachgeschmack“

Ein Jahr lang befassten sich die Schüler/-innen des Horts „Die pfiffigen Kobolde“ in der Heinersdorfer Grundschule mit den negativen Auswirkungen von Hähnchenmastanlagen auf Mensch und Umwelt. Auslöser für die Beschäftigung mit diesem komplexen Thema war die geplante Errichtung einer Hähnchenmastanlage in der eigenen Gemeinde. Dass Anlagen dieser Art meist mit Umweltverschmutzung und Tierquälerei verbunden sind, fanden die Kinder schnell heraus und beschlossen, gemeinsam mit ihrer Lehrerin der Sache auf den Grund zu gehen.

Dabei entdeckten die kleinen „Öko-Detektive“ eine weitere ungeahnte Folge der Massentierhaltung: Diese führt nicht nur zu Umweltverschmutzung bei uns in Deutschland, sondern sie wirkt sich auch negativ auf weit entfernte Länder und Kontinente aus! Zum Beispiel verursacht sie den Ausstoß von Treibhausgasen, der den Klimawandel bedingt und so zu Umweltzerstörung in Ländern Afrikas beiträgt. Außerdem werden die Fleischreste aus deutschen Hühnerfabriken als „Billigfleisch“ nach Afrika geschickt. In vielen Regionen unseres Nachbarkontinents sehen sich die Hühnerbauern aufgrund dieser Exporte in ihrer Existenz bedroht. Sie können sich und ihre Familien nicht mehr ernähren, denn die gefrorenen Geflügeteile aus Deutschland sind billiger und dadurch beliebter als ihre frischen Fleischprodukte.

Diesen brisanten Themen näherten sich die Heinersdorfer Kinder anhand von Rollenspielen und Mitmachgeschichten: Sie schlüpften in die Rollen von Großunternehmern und afrikanischen Kleinbauern, von Käufern und Händlern, von Hühnern und Hühnerzüchtern. Trotz der ernsten Thematik gab es auch mal Grund zum Lachen, denn die Schüler/-innen stellten bei einem „Pups-Rollenspiel“ fest, dass auch Pupse Treibhausgase enthalten.

Die Ergebnisse des Projekts stellten die Kinder ihren Eltern, dem örtlichen Seniorenverein, dem Ortsbeirat sowie der Gemeindevertretung vor – mit beeindruckender Wirkung: „Einige Gemeindevertreter, die anfangs dem Bauantrag der Hähnchenfabriken sehr unkritisch gegenüber standen, erwägen inzwischen ernsthaft, den Bauantrag abzulehnen.“, erzählt Hort-Leiterin Manuela Mosters.

Doch nicht nur innerhalb der eigenen Gemeinde waren die Schüler/-innen aktiv. Sie wagten auch einen weiten Blick über den Tellerrand bis nach Liberia, wo ein Waisenhaus seit einigen Jahren eine Hühnerfarm betreibt. Die Heinersdorfer Schüler/-innen unterstützen dieses Projekt durch das Sammeln von Spenden und verfolgten die Schwierigkeiten und Fortschritte beim Aufbau der Hühnerzucht anhand von Fotos.

Das Engagement der Kinder wird von allen Seiten bewundert und gelobt: „Es gibt viele positive Rückmeldungen darüber, dass sich so junge Kinder mit solch brisanten Themen beschäftigen und darüber, dass viele erst durch die Aktionen der Kinder intensiver darüber nachgedacht haben.“, so Mosters.

 

2. Platz: WIR-Grundschule, Brandenburg a. d. Havel

„Eine Reise um die Welt“

Während einer Projektwoche unternahmen die Schüler/-innen der WIR-Grundschule Brandenburg eine „virtuelle Reise um die Welt“. Alle Kinder hatten am Ende der Woche jeden Kontinent einmal „bereist“ – also durch verschiedene Aktivitäten und Aktionen einen kleinen Einblick in das Leben vor Ort erhalten. Auch in Afrika machten die Reisegruppen Halt. Ziel dieses Zwischenstopps war es, „den Kindern einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen in Afrika zu geben und ihnen insbesondere dabei zu vermitteln, dass es auch Großstädte, Strom- und Wasserleitungen, Supermärkte, Hochhäuser, Schulen usw. gibt und Afrika eben nicht immer nur Hunger und Elend und Armut bedeutet“, so die zuständige Lehrerin, Beatrix Grothe. Ein besonderes Highlight der Reise war der tägliche Besuch eines Referenten, der die Kinder mit Erzählungen über das Leben und die Kultur in seinem Heimatland Ghana beeindruckte.

Der Referent brachte außerdem verschiedene Spielzeuge mit, die Kinder in Afrika aus Müll gefertigt hatten. Staunend stellten die Grundschüler/-innen fest, was aus Weggeworfenem noch alles entstehen kann. Voller Tatendrang nahmen sie sich ein Beispiel an ihren Altersgenossen vom Nachbarkontinent und begannen fleißig zu basteln: Es entstanden hübsche und kreative Geldbörsen aus alten Tetra-Paks, die die Kinder am Ende der Projektwoche stolz in einer Ausstellung präsentierten.

In Gesprächskreisen dachten die Kinder außerdem über ihr eigenes Konsumverhalten nach und überlegten, wie sie Gegenstände länger verwenden könnten, statt sie nach kurzer Nutzungsdauer direkt wegzuwerfen. So kamen die Kinder auf viele eigene Ideen – zum Beispiel nicht mehr passende Kleidung an kleinere Freunde weiterzugeben, mit Papier sparsamer umzugehen oder nicht immer alles in Plastiktüten verpacken zu lassen.

An diese spannende Reise werden sich Lehrer/-innen, Eltern und Schüler/-innen noch lange erinnern und hoffen, viele in der Projektwoche entwickelte Ideen bald in die Tat umsetzen zu können – zum Beispiel eine bereits geplante Tauschbörse für ausrangierte Kleidung und Spielzeug an der eigenen Schule.

3. Platz: Grundschule Wöschbach, Pfinztal

„Spielzeuge aus Müll“

Die diesjährigen Projekttage an der Grundschule Wöschbach nutzten Schüler/-innen und Lehrer/-innen dazu, sich ausführlich mit der Lebenssituation von Kindern in Ländern Afrikas zu beschäftigen. Direkt zum Start des Projekts empfingen die Kinder und Lehrkräfte spannenden Besuch: Eine Referentin von Gemeinsam für Afrika, die viele Jahre in unterschiedlichen Regionen Afrikas gelebt und gearbeitet hatte, berichtete den Kindern von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Sie vermittelte den Grundschüler/-innen mit viel Anschauungsmaterial ihre vielfältigen Eindrücke aus dem Alltag von Kindern in verschiedenen Ländern Afrikas.

Nach dieser allgemeinen Beschäftigung mit dem Kontinent der Vielfalt, begannen die Kinder, sich mit der Thematik „Schluss mit schmutzig“ auseinanderzusetzen. Unter anderem brachten sie in Erfahrung, woher eigentlich die Inhaltsstoffe der heißgeliebten Schokolade stammen und was dies mit „Fairtrade“ und nachhaltigem Konsum zu tun hat. Außerdem sammelten die Kinder Abfallprodukte und bauten daraus Spielzeuge nach afrikanischem Vorbild. Die Kreativität der Kinder war dabei schier grenzenlos: Aus alten Tetra-Paks, Stoffresten, Nylonstrümpfen und Kronkorken wurden ein Tischfußballfeld, ein Roboter, eine riesige Rakete und vieles mehr.

Am Ende der Projektwoche präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse und lockten damit viele Neugierige ins eigene Schulhaus. Auch die Presse zeigte Interesse und berichtete in mehreren Artikeln vom Engagement der Schüler/-innen und Lehrer/-innen.

 

Ehrenpreis für nachhaltiges Engagement:

Lycée Français de Düsseldorf

„Schluss mit schmutzig“

 

Im Jahr 2009 reisten sechs Schüler/-innen und drei Lehrkräfte der Französischen Schule Düsseldorf (Lycée Français de Düsseldorf) für drei Wochen nach Atakpamé /Togo und knüpften dort zahlreiche Kontakte. Es entstanden Partnerschaften zu Schulen und Institutionen, mit denen die Französische Schule bis heute kooperiert. Die Partnerschaften bieten den Schüler/-innen des Lycée die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen in Togo auszutauschen und so „aus erster Hand“ mehr über das westafrikanische Land zu erfahren. Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist das Thema „ökologische Nachhaltigkeit“. Zu dieser Thematik wurden bereits zahlreiche Aktionen, Projekte und Aktivitäten durchgeführt – sowohl in Düsseldorf als auch in Atakpamé.

Zum einen wurden an der Französischen Schule Düsseldorf von Schüler/-innen Ideen entwickelt, wie wir in Deutschland verantwortungsvoller mit den Ressourcen unserer Erde umgehen, die Umwelt schützen und Müll vermeiden können. Dafür bauten die Kinder unter anderem Solaröfen aus Pizzakartons und Spielzeuge aus Müll, legten einen Schulgarten an und überlegten, wie sie ihr eigenes Leben umweltbewusster gestalten könnten. Zum anderen unterstützte die Schule verschiedene Nachhaltigkeitsprojekte in Togo, wie Aktivitäten zur Wiederaufforstung und den Bau von Trockentoiletten. Darüber hinaus fanden auch gemeinsame Aktionen statt: Schüler/-innen in Düsseldorf und Atakpamé pflanzten simultan Bäume im eigenen Schulgarten, um gemeinsam ein Zeichen gegen Waldrodung zu setzen. So lernten die Kinder voneinander und miteinander, Verantwortung für den Schutz der Umwelt zu übernehmen.

Der lange Atem der Schüler/-innen und Lehrkräfte ist bewundernswert und verdient den Ehrenpreis für nachhaltiges Engagement!

Gewinner 2014: Sekundarstufe I und II

1. Platz: Neues Gymnasium Oldenburg

„Schluss mit schmutzig – Eine Ausstellung“

 

Was macht eigentlich unser Elektroschrott in Afrika und wie gelangt er überhaupt dort hin? Dieser Frage gingen 25 Schüler/-innen der siebten, neunten und zehnten Klasse am Neuen Gymnasium Oldenburg auf den Grund und erhielten verblüffende Antworten:

Etwa 155.000 Tonnen Elektroschrott werden jedes Jahr in Nicht-EU-Länder ausgeführt. Deklariert wird der Müll häufig als „Gebrauchtware“, doch 80 Prozent der Geräte sind bereits unbrauchbar. Dieses Vorgehen ist zwar illegal, doch mangels ausreichender Kontrollen findet es weiterhin Anwendung. Besonders betroffen waren die Schüler/-innen als sie von der Mülldeponie in Agbogbloshie in Ghana erfuhren, wo ein großer Teil des Elektroschrotts aus aller Welt landet– mit fatalen Folgen für Mensch und Umwelt.

Nachdem sich die Schüler/-innen ausführlich mit der illegalen Ausfuhr von Elektroschrott beschäftigt hatten, entwickelten sie Möglichkeiten, wie sie selbst Müll vermeiden und dadurch dazu beitragen könnten, dass die Elektroschrottberge nicht weiter wachsen. Spannend war dabei die Auseinandersetzung mit den Zielen des Oldenburger Repair-Cafés, in dem Besucher/-innen angeleitet werden, ihre defekten Geräte selbst zu reparieren und dadurch deren Nutzungsdauer deutlich zu verlängern. Die Jugendlichen erkannten das verstärkte Reparieren von defekten Geräten als eine gute Möglichkeit, Ressourcen und Energie zu sparen.

Alle Ergebnisse ihrer Recherche hielten die Gymnasiasten künstlerisch auf großen Plakaten fest, die zusammen eine vielseitige und informative Ausstellung bildeten. Diese wurde im Rahmen mehrerer Veranstaltungen, zum Beispiel auf dem Oldenburger Afrika-Tag, der Öffentlichkeit präsentiert und erntete viel Lob und Anerkennung. Zudem zeigten die Reaktionen der Betrachter/-innen, dass viele die Problematik – trotz zahlreicher Medienberichte – noch nicht als Herausforderung erkannt haben. Um möglichst viele Menschen auf die Thematik aufmerksam zu machen, soll die Ausstellung in diesem Jahr noch bei mehreren Veranstaltungen zum Einsatz kommen. „Wir wünschen uns sehr, dass unser Aktionen zu einem bewussteren Verhalten beitragen.“, so Lehrerin Anke Zimmer.

 

2. Platz: Regenbogen-Schule, Berlin

„FAIRNETZEN – FAIRHANDELN“

 

Im Rahmen der Projektwoche „FAIRNETZEN – FAIRHANDELN“ setzten sich neun Fünftklässler/-innen der Regenbogen-Schule in Berlin mit den Auswirkungen unseres Konsums auf die Umwelt und die Lebenssituation von Menschen in Ländern Afrikas auseinander. Besondere Beachtung wurde dem Thema „Elektrogeräte“ geschenkt.

Die Auseinandersetzung erfolgte durch Recherche in Einzel- und Gruppenarbeit, durch Vorträge von Referentinnen, durch den Besuch von Ausstellungen und Museen und durch eigenständig durchgeführte Interviews. Die jungen Forscher/-innen erfuhren dabei von zahlreichen ungeahnten Folgen unseres „luxuriösen“ Lebensstils auf Afrika.

Am Beispiel „Handy“ wurde besonders deutlich, wie eng unser eigener Lebensstil mit den Lebenswelten von Menschen in Ländern Afrikas verknüpft ist: Zahlreiche der im Handy enthaltenen Metalle stammen zum Beispiel aus der Demokratischen Republik Kongo und werden dort unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen abgebaut. Mit eigens erstellten Interviewbögen befragten die Kinder anschließend Passanten und fanden schnell heraus, dass den meisten Handybesitzern diese Tatsache gar nicht bewusst ist.

Noch verblüffender war für die Schüler/-innen jedoch, was sie beim Besuch der Ausstellung „Murks – Nein danke: Geplante Obsoleszenz“ erfuhren: Elektrogeräte enthalten häufig absichtlich eingebaute Schwachstellen, damit sie nur eine geringe Nutzungsdauer haben und schnell wieder durch neue Geräte ersetzt werden. „Dieser ‚Murks‘ muss aufhören!“, waren sich die Schüler/-innen einig.

Im Rahmen wöchentlich stattfindender Nachbereitungstreffen überlegten die Schüler/-innen, wie sie selbst verantwortungsvoller konsumieren können, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen. Allen war bewusst, dass es nicht leicht ist, den eigenen Lebensstil zu ändern und auf einige Dinge zu verzichten. Dass sie jedoch bereit sind, über Kompromisse und Alternativen nachzudenken, zeigten sie durch die regelmäßige Teilnahme an den freiwilligen Treffen. Dabei entstand unter anderem ein Plakat mit der Überschrift „Das Handy hat bei uns Hausverbot“.

3. Platz: Max-Born-Gymnasium, Backnang

„Schüler für Umweltschutz und Nachhaltigkeit“

Vier Wochen lang trafen sich zwölf Schüler/-innen der Kursstufe 1 am Max-Born-Gymnasium Backnang freiwillig außerhalb des regulären Unterrichts, um sich über Umweltschutz und Nachhaltigkeit auszutauschen und sich an öffentlichen Diskussionen und Demonstrationen zu beteiligen. Ziel des selbstorganisierten Projekts (ohne Lehrerbeteiligung) war es, durch Weitergabe von Informationen das Interesses der Mitbürger/-innen an den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu wecken, zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen sowie kritischere Sichtweisen gegenüber unserem Umgang mit der Umwelt zu fördern.

In der Gruppe wurden aktuelle Geschehnisse zu Themen wie Gentechnik (TTIP), Massentierhaltung und Verschmutzung der Ozeane diskutiert. Besondere Beachtung schenkten die Schüler/-innen auch den Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf Afrika. Mit vorsitzenden Politikern wurde über diese brisanten Themen diskutiert.

Doch bei Gesprächen sollte es nicht bleiben: Die Schüler/-innen wollten selbst „mit anpacken“ und eigene Aktionen im Bereich Umweltschutz umsetzen. So initiierten sie eine „Müllsammelaktion“ an der eigenen Schule und zeigten durch das Recyclen von T-Shirts, wie abgenutzte Kleidung durch einfache Techniken wieder „tragbar“ wird.

Das große Engagement der Jugendlichen wurde von allen Seiten positiv bewertet und auch in der Lokalpresse thematisiert. Die Schüler/-innen freuten sich, wiesen aber auch auf die Herausforderungen hin, die die Bearbeitung der brisanten Themen mit sich brachte: „Während der Aktion ist uns bewusst geworden, wie komplex und vielfältig dieses Themengebiet ist und welche Schwierigkeit daraus entsteht, wenn man eingreifen will. Trotzdem haben wir versucht, zumindest in unserem Umfeld Veränderungen zu erreichen und auch unsere Mitmenschen dafür zu motivieren, was uns sichtlich gelungen ist.“, so die Schüler/-innen Helen Klöpfer und Lara Oliveira Flammer.

 

Gewinner 2013: Grundschule

1. Platz: Anna-Schmidt-Schule, Frankfurt a. M.

„Tuishi Pamoja eine Freundschaft in der Savanne“

 

„Tuishi Pamoja“ oder „Wir wollen gemeinsam leben“ lautet der Titel eines Kindermusicals, das 125 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 4 der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt a. M. gemeinsam und mit viel Kreativität auf die Beine gestellt haben. Das Musical handelt von einem Zebra und einer Giraffe, die trotz vieler Unterschiede gute Freunde werden. Die Schüler/-innen setzten sich dabei mit den Themen Vorurteile, Toleranz und Freundschaft auseinander. Mit viel Eifer erarbeiteten sie eine Choreografie und überlegten auch, wie sie die Schülerinnen und Schüler ihrer kenianischen Partnerschule in ihr Vorhaben integrieren könnten.

Ihnen kam eine tolle Idee: Die Schüler/-innen in Kenia könnten doch das Bühnenbild gestalten! Auch die Partnerschule war begeistert und machte gerne mit. Durch das Schreiben von Briefen lernten sich die deutschen und kenianischen Schüler/-innen zudem besser kennen und wurden wie Zebra und Giraffe im Musical gute Freunde. Die Kinder entwickelten ein starkes Gemeinschaftsgefühl und waren stolz, dass ihr Projekt trotz der großen räumlichen Entfernung gemeinsam realisiert werden konnte.

In insgesamt fünf Aufführungen konnten die Schüler/-innen der Anna-Schmidt-Schule ihre Familien und die Schulgemeinschaft mit ihrer Interpretation des Musicals und dem bunten Bühnenbild aus Kenia begeistern. Noch heute erinnern sich die Schülerinnen und Schüler an bestimmte Szenen aus dem Musical, wenn sie z.B. etwas als ungerecht empfinden. Neben den Spenden, die durch die Auftritte eingenommen wurden, soll die kenianische Partnerschule als Dank für ihre Beteiligung eine DVD der Aufführungen zusammen mit den Dialogen in Englisch erhalten.

2. Platz: Derletalschule, Bonn

„Verkauf und Information über fair gehandelte Produkte am Schülerkiosk“

 

Fünf Schülerinnen und Schüler der Afrika-AG der Derletalschule (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) setzten sich interessiert mit Fragen zum Thema Fair Trade und Gerechtigkeit auseinander, verglichen verschiedene Lebenssituationen von Menschen in Afrika und konnten Unterschiede zwischen fairem und gewöhnlichem Handel feststellen. Sie lasen sich untereinander u.a. kleine Beiträge vor und malten ein großes Fair-Trade-Siegel. Dabei kam ihnen die Idee, den Fairen Handel zu unterstützen, indem sie versuchten Schokolade aus fair gehandelten Produkten selbst herzustellen und fair gehandelte Bananen und Schokoladenkekse am Schülerkiosk verkauften.

Um auch andere Schülerinnen und Schüler, die Lehrergemeinschaft, Eltern und Freunde über den Fairen Handel zu informieren, entwickelten sie eine informative Frühstückszeitung. Diese reichten sie in den verschiedenen Klassen herum und stellten sie für alle sichtbar am Schülerkiosk aus.

Die Aktion wurde von allen Seiten gut angenommen und gelobt. Die Frühstückszeitung wurde sogar im Unterricht gemeinsam gelesen und besprochen. Der große Erfolg der Aktion motivierte die Schüler/-innen zu dem Entschluss, den Verkauf fair gehandelter Produkte auch im kommenden Schuljahr im Schülerkiosk fortzuführen.

3. Platz: Die Kinderzeit-Schule, Schwalbach

„Kinderzeit-Kinder helfen Kindern in Afrika“

 

Während einer Urlaubreise in einem afrikanischen Land wurde eine Schülerin der Kinderzeit-Schule in Schwalbach mit Kinderarmut konfrontiert. Sie fragte deshalb ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ob sie helfen wollen, die Welt für Kinder in Afrika gerechter und fairer zu machen.

Die Idee wurde von den Schüler/-innen so begeistert angenommen, dass daraus eine ganze Projektwoche entstand. Schon im Vorfeld erarbeiteten zwei Kinder ein Referat zu „Arme Kinder in Afrika“ mit Zahlen, Fakten und Ideen, wie Kinder Kindern helfen können, um dem Kreislauf der Armut zu entkommen. Die Projektwoche wurde in allen Schulfächern aufgegriffen. So gab es u.a. afrikanische Spiele im Sportunterricht, Lieder aus afrikanischen Ländern in Musik und Maskenbasteln im Kunstunterricht. Außerdem brachten die Kinder Gegenstände von zu Hause mit in die Schule, die sie mit Afrika assoziierten. Im Laufe der Projektwoche informierten sich alle zu verschiedenen Unterthemen und fassten ihre Ergebnisse in einer bunten und informativen Afrika-Zeitung zusammen, die gegen Spenden erworben werden konnte. Doch das Engagement der Kinder machte an den Schultoren noch nicht halt. Auch außerhalb der Schule taten sich einige Schülerinnen und Schüler zusammen, um ihre Spielsachen auf dem Flohmarkt und kleine Blumensträuße zu verkaufen und somit weitere Spenden zu sammeln.

Die Kinder erfuhren durch ihr Engagement, dass sie durch ihre Einsatzbereitschaft aktiv dazu beitragen können, die Lage von Kindern in Afrika zu verbessern. Selbst nach Beendigung des Projekts haben die Schülerinnen und Schüler weiterhin Aktionen mit Fokus Afrika unternommen. In der freien Arbeitszeit in der Schule entstanden sogar noch Wochen später Plakate und Geschichten zu Afrika.

Gewinner 2013: Sekundarstufe I und II

1. Platz: Regenbogen-Schule, Berlin

„Kinderreisewelt ‚KiReWe’“

 

Mit Hilfe virtueller Reisen wollten 16 Sechstklässler der Regenbogen-Schule in Berlin andere Welten, Sichtweisen, Lebensformen und Mentalitäten kennenlernen.

Als virtuelle Touristinnen und Touristen informierten sie sich über ein ganzes Jahr hinweg über ihre Aufenthaltsorte in den verschiedenen Ländern Afrikas und in Deutschland. Sie lernten dabei viel Wissenswertes über gesellschaftliches und kulturelles Leben sowie den Schulalltag hier und anderswo kennen. Die Schüler/-innen entdeckten auf ihren Reisen Gemeinsamkeiten und Unterschiede und konnten so andere Kulturen, aber auch ihre eigenen besser verstehen und respektieren.

Durch die Unterstützung des Berliner Vereins Evin e.V. hatten die Schüler/-innen die Möglichkeit sich in unterschiedlichen Unterrichtsmodulen, Aktivitäten und Veranstaltungen mit verschiedensten afrikabezogenen Themen auseinanderzusetzen. So bastelten sie z.B. traditionelle Stoffpuppen, führten Rollenspiele durch und kochten gemeinsam mit Müttern und Vätern afrikanische Gerichte aus deren Heimatländern.

Die Vielfalt der Kulturen, das gemeinsame Lernen und die Kreativität aller haben die Schüler/-innen neugierig auf den afrikanischen Kontinent gemacht. Selbstbewusst und stolz auf ihre eigene Herkunft entwickelten sie zudem Zukunftsideen, mit denen sie sich selbst identifizieren können.

2. Platz: Neues Gymnasium Oldenburg

„Miteinander“

 

Die Boumdoudoum AG des Neuen Gymnasiums Oldenburg, die sich bereits seit vielen Jahren für ihre Partnerschule in Burkina Faso engagiert, hinterfragte, ob das diesjährige Motto des Wettbewerbs „Miteinander. Fair. Gerecht!“ auf die internationale Entwicklungszusammenarbeit zutrifft. Auch die eigenen Hilfsangebote der 16 AG-Mitglieder für die Kinder der Partnerschule im burkinischen Boumdoudoum wurden selbstkritisch unter die Lupe genommen.

So entwickelten die Schüler/-innen der AG die Idee, ihre Partner in Burkina Faso direkt zu fragen, ob sie sich ihnen gegenüber fair, gerecht und partnerschaftlich verhielten. Gemeinsam erarbeiteten sie dazu Fragen, die auf Französisch übersetzt und in einem Brief an die Kinder in Burkina Faso geschickt wurden. Die Partner in Burkina Faso antworteten ehrlich und gewissenhaft und malten aussagekräftige Bilder zu den gefragten Themen. Die anschließende Auswertung zeigte eine erfreuliche Bilanz: Die Partnerschaft wird von beiden Seiten positiv bewertet und soll auch in Zukunft bestehen bleiben.

Neben diesem Austausch bastelte eine Schülerin der AG Puppen und fotografierte sie in Situationen, die symbolisch das Motto „Miteinander. Fair. Gerecht!“ wiederspiegelten. Die Schüler/-innen organisierten und gestalteten zudem ein Benefizkonzert zugunsten der Partnerschule und nahmen an Workshops und Podiumsgesprächen beim Deutschen Entwicklungstag in Oldenburg, Potsdam und Freiberg teil.

Das gesamte Projekt wurde auf einer eigens eingerichteten Website dokumentiert. Auch die Presse berichtete mehrfach über das Projekt und machte auf das Engagement der Schülerinnen und Schüler und ihre Aktivitäten aufmerksam.

3. Platz: Carl-von-Linné-Schule, Berlin

„Von Berlin nach Ziguinchor – und zurück“

Im Schuljahr 2011/12 nahmen sieben Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a der Carl-von-Linné-Schule für Körperbehinderte erstmals Kontakt zu Kindern aus dem Kinderhaus NOUMMEC in Ziguinchor/Senegal auf. Mit Unterstützung des Vereins ASET e.V. entstand ein intensiver Austausch, bei dem sich die deutschen und senegalesichen Kinder in Briefen gegenseitig Fragen stellten und sich kleine Geschenke wie Bilder und selbstgestaltete Gegenstände aus recycelten Materialien zuschickten.

Als eine Referentin von ASET von ihrer Reise in den Senegal eine Frucht des Baobab-Baums mitbrachte, kam den Schülerinnen und Schülern die Idee, aus den Samen kleine Pflanzen zu züchten. Mit viel Geduld zogen sie diese groß und gaben sie gegen eine Spende auf dem Friedensfest in Berlin an Besucher/-innen ab, um so ihre senegalesischen Freunde zu unterstützen. Dazu recherchierten die Kinder selbständig über den Baobab-Baum und erstellten einen informativen Flyer.

Die Schüler/-innen sammelten so erste Erfahrungen mit bürger­schaftlichem Engagement. Durch die Anerkennung und die Erfolge ihrer Arbeit erfuhren sie zudem Wertschätzung ihrer eigenen persönlichen Fähigkeiten, die sonst wegen ihrer Beeinträchtigung zu oft und leicht übersehen werden. Zudem brachte der interkulturelle Austausch eine motivierende und bereichernde Freundschaft mit den Partnern im Senegal hervor.

3. Platz: Städtische Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch

„Bienen für Burkina Faso“

 

Im Rahmen der Eine Welt Initiative „Horizonte“ entwickelten 25 Gesamtschüler/-innen der achten Klasse, die die Afrika-Initiative der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch bilden, ein innovatives und nachhaltiges Projekt: Bienen für Burkina Faso. Das erklärte Ziel des Projekts ist es, Bienenschutz mit Armutsbekämpfung zu verbinden und für benachteiligte Frauen in Burkina Faso neue Einkommensquellen zu schaffen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, durch das Betreiben einer Imkerei Honig zu verkaufen und selbständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Um sich selbst mit den Methoden des Projekts vertraut zu machen, schleuderten die beteiligten Schüler/-innen in der Schulimkerei Honig und züchteten bienenfreundliche Pflanzen. Die daraus entstandenen Produkte wurden genutzt, um das Projekt in der Region bekannt zu machen und weitere Unterstützer zu gewinnen. Mit großem Erfolg wanderten so unzählige Pflänzchen an Großveranstaltungen in die Hände hilfeleistender Gartenbesitzer. Zum Beispiel am Tag der offenen Tür in der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch, im Mai auf dem Kindertag in der Fußgängerzone in Schlebusch und im Juni auf dem Sommerfest des NaturGuts in Opladen.

Und das Projekt hält an: Zu einem besonderen Highlight soll es am 19. September 2013 im Zusammenhang mit einem BNE Aktionstag der UNESCO kommen, wenn der Verkauf von Nachhaltigkeitshonig aus der Schulimkerei von afrikanischer Trommelmusik begleitet wird.

Gewinner 2012: Grundschule

1. Platz: Carl-von-Linné Grundchule Leipzig

„Hinter’m Tellerrand geht’s weiter – Weltbewusst essen und leben“

 

Unter dem Motto „Hinter’m Tellerrand geht’s weiter – weltbewusst essen und leben“ starteten 48 Schüler/innen der Klassenstufen 1 bis 4 an der Carl-von-Linné Grundschule Leipzig ihre Afrika-Projektwoche. Ziel war es, den afrikanischen Kontinent in all seiner Vielfalt besser kennen und schätzen zu lernen.

Die Schüler/innen nutzten während der Woche die Möglichkeit, sich an verschiedenen Lernstationen auszuprobieren und dem afrikanischen Kontinent auf ganz individuelle Weise näher zu kommen. Gemeinsam mit geistig behinderten Schüler/innen der Partnerschule bedruckten sie Kangas mit Sinnsprüchen, setzten traditionelle afrikanische Märchen musikalisch um und beschäftigten sich mit verschiedenen sozio-kulturellen und wirtschaftlichen Themenbereichen zu Afrika. Beispielsweise rekonstruierten die Schüler/innen den Weg von Fair Trade-Produkten – vom Anbau bis hin zum Verbraucher – und erstellten einen umfangreichen Projekthefter zu dem Thema.

Eltern, Freunde und Interessierte staunten nicht schlecht, als sie sämtliche Projektergebnisse im Nachhinein als Ausstellung im Speisesaal der Schule bewundern konnten!

2. Platz: Grundschule Wilhelmsruh Berlin

„Wie leben Kinder in anderen Ländern?“

 

Wie leben Kinder in anderen Ländern? Diese Frage stellten sich 38 Schüler/innen der Grundschule Wilhelmsruh in Berlin. Im Lebenskundeunterricht ging man der Sache auf den Grund. Als Beispielland wählten die Schüler/innen das westafrikanische Land Kamerun, da die Schule dort bereits seit Jahren ein Waisenhaus unterstützt.

Zuerst lasen sich Schüler/innen gegenseitig aus dem Buch „Justin – ein Junge aus Kamerun“ vor, um dem Alltag von kamerunischen Kindern näher zu kommen. Dabei ergaben sich viele Fragen, die anschließend von einer Referentin beantwortet wurden. Zudem probierten die Schüler/innen afrikanische Kleider an, spielten Spiele und sahen themenrelevante Filme. Und da Liebe ja bekanntlich durch den Magen geht, lernten die Kinder bei der Verköstigung landestypischer Lebensmittel auch spezielle kamerunische Gaumenfreuden kennen.

Um auch persönlich mit den Kindern aus dem Waisenhaus in Kontakt zu kommen, gestalteten die Schüler/innen zusätzlich kreative Steckbriefe mit Bildern von ihren Lieblingstieren, -essen und -spielen sowie ihren Träumen und Wünschen und schickten diese zu den Kindern in das kamerunische Dorf Nanga-Eboko. Die Mühe lohnte sich, denn nur kurze Zeit später hielten die Schüler/innen selbst Steckbriefe von den kamerunischen Kindern in ihren Händen.

3. Platz: Kommunale Schülerbetreuung Hohenstange

„Schuh- und Autofensterputzaktion“

 

Die Sommerferien sollten sinnvoll genutzt werden. Deshalb entschlossen sich die Kinder der Kommunalen Schülerbetreuung Hohenstange, sich mit dem afrikanischen Kontinent zu beschäftigen und eine eigene Aktion zu inszenieren.

Gemeinsam mit einer Westafrikanerin kochten die Schüler/innen über offenem Feuer Maisbrei und lernten so ein typisches afrikanisches Grundnahrungsmittel kennen. Durch das Lesen eines afrikanischen Buches erfuhren sie zudem mehr über das afrikanische Leben auf dem Land. Dabei stellten die Schüler/innen fest, dass es für viele afrikanische Kinder ein Privileg ist, zur Schule gehen zu dürfen und dass einige auch selbst zum Unterhalt ihrer Familien beitragen müssen. Vor diesem Hintergrund entwickelten die Schüler/innen gemeinsam eine Aktion, um auf die mangelnden Bildungschancen von Kindern in Afrika aufmerksam zu machen:

Ausgestattet mit Putzeimer und Lappen, boten die Schüler/innen vor einem Einkaufszentrum der Stadt einen Tag lang ihre Dienste als Autowäscher/in und Schuhputzer/in an. Sie informierten die Passanten über die Bildungssituation in Afrika und entwickelten durch die eigene Arbeit ein besseres Verständnis für Kinder, die selbst zum Haushaltseinkommen ihrer Familien beitragen müssen.

Ehrenpreis für besonderes Engagement: Homer Grundschule Berlin

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern“

 

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern“ – Das afrikanische Sprichwort war über neun Monate lang das Motto im Lebenskundeunterricht der Homer Grundschule in Berlin. Mit vielen verschiedenen Methoden und einem umfangreichen Programm – von Diskussionsrunden mit Referent/innen und Rollenspielen, über Malen, Basteln, Musizieren bis hin zum Bibliotheksbesuch und Spendensammlung – wurde den 90 beteiligten Schüler/innen die Vielfalt des afrikanischen Kontinents näher gebracht. Die Kinder lernten gemäß dem Leitsatz des Projekts, dass auch sie, selbst wenn sie nur kleine Dinge im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun, etwas bewegen und verändern können.

Mit großer Motivation und Interesse übten verschiedene Gruppen von Schüler/innen zudem vier unterschiedliche Theaterstücke und Musicals ein, die die behandelten Themen anschaulich darstellten. Mit großer Begeisterung und viel Spaß führten die Kinder ihre Theaterstücke stolz vor Kindern aus den umliegenden Kitas sowie den Mitarbeitern einer Behindertenwerkstatt auf – So gaben sie das erlernte Wissen weiter und begeisterten noch mehr Menschen, jung und alt, für den afrikanischen Kontinent.

Gewinner 2012: Sekundarstufe I und II

1. Platz: Neues Gymnasium Oldenburg

„Armut und Hunger beenden“

 

Bereits seit vielen Jahren engagiert sich die Boumdoudoum AG des Neuen Gymnasiums Oldenburg für ihre Partnerschule in Burkina Faso. So auch in diesem Jahr. Drei Monate stand das Thema „Armut und Hunger beenden“ im Vordergrund der Aktivitäten der AG.

Die Schüler/innen lernten zuerst die Lehrfarm für Hühnerzucht ihrer Partnerschule kennen und beschäftigten sich in diesem Zusammenhang mit den globalen Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik anhand des Hühnerreste-Exports. Die Schüler/innen erkannten schnell, dass die Problematik des unfairen Handels mit Dumpingfleisch für ihre burkinische Partnerschule von besonderer Aktualität und Relevanz ist, da sie die Anstrengungen der Schule in der landwirtschaftlichen Ausbildung ihrer Schüler/innen maßgeblich einschränkt.

Auf dem 3. Oldenburger Afrika Tag informierten die Schüler/innen dann die Öffentlichkeit über die Projektergebnisse. Um die Mitbürger/innen für die Themen zu begeistern, entwickelte die AG ein Quiz zum Thema „Hunger und Armut besiegen“. Die Bepflanzung alter Milchkartons nutzten die Schüler/innen als Blickfang, um die Besucher/innen an den Stand zu locken und mit ihnen über die landwirtschaftliche Themen wie „Urban Gardening“ ins Gespräch zu kommen. So konnten sie viele Oldenburger dafür gewinnen, beim Quiz mitzumachen und sich in Diskussionen über Afrika auszutauschen.

2. Platz: Gymnasium Lechenich

„Afrika spielerisch kennenlernen“

 

Afrika spielerisch kennenlernen! So lautete das Motto der sieben Schüler/innen im Profilkurs „Afrika entdecken“ des Gymnasiums Lechenich. Nachdem sie sich inhaltlich mit den Begriffen Armut und Hunger auseinandergesetzt hatten, tobten sich die Schüler/innen kreativ aus: Inspiriert durch den Katalog zur Gemeinsam für Afrika-Spielzeugausstellung Global Players bastelten sie Spielzeuge aus Zivilisationsmüll und entwarfen eine Spiele-Broschüre mit Anleitungen zum Nachbasteln.

Außerdem konzipierten die Schüler/innen zwei aufwendig gestaltete Brettspiele mit Spielanleitungen. Nicht nur Hunger und Armut spielten hier eine Rolle, sondern auch topografische Kenntnisse und Allgemeinwissen zum Thema Afrika. Bei der Recherche zu den Aufgaben lernten die Schüler/innen selbst eine Menge über den Kontinent. Neben den arbeitsreichen Spielentwicklungsstunden hielten die Schüler/innen entspannende Lesephasen ab, in denen sie sich abwechselnd aus dem Buch „Niemand wird mich töten“ von Mbu Maloni vorlasen. So konnten sich die Schüler/innen in besonderer Weise ein Bild vom Leben südafrikanischer Straßenkinder machen. Einige hielten Szenen aus dem Buch auch zeichnerisch fest.

3. Platz: Warndt-Gymnasium Völklingen

„Wie Hunger gemacht wird – Was können wir tun?“

 

Mit Fragen rund um das Thema Armut und Hunger beschäftigten sich 22 Schüler/innen der 7. und 8. Klasse des Warndt-Gymnasium Völklingen in einer Projektwoche. In einem Brainstorming trugen die Schüler/innen ihr bereits vorhandenes Wissen und ihre Fragen zu dem Thema zusammen. Von ganz besonderem Interesse waren für die Schüler/innen die Fragen, wie Hunger entsteht, was gegen Hunger getan wird und wie sich jeder Einzelne ganz persönlich engagieren kann.

Mit viel Kreativität und Ideenreichtum nutzten die Schüler/innen den Rest der Projektwoche dazu, diesen Fragen auf den Grund zu gehen: Einige malten dazu Bilder und gestalteten plastische Karten von afrikanischen Ländern, die zeigten in welchen Regionen welche Arten von Produkten angebaut werden. Andere informierten sich in Internetrecherchen und hielten die Erkenntnisse auf Infotafeln fest. Zusätzlich entwickelten die Schüler/innen ein Afrika-Quiz.

Die Ergebnisse der Projektwoche stellten die Schüler/innen ihren Eltern, Freunden und Ehemaligen des Gymnasiums auf einem großen Schulfest vor. Hier machten über 60 Leute beim Quiz mit und fast alle Kunstwerke wurden für einen guten Zweck verkauft.

Ehrenpreis für besonderes Engagement: Realschule Bessenbach

„Armut – Meinungen von uns, Antworten von Leuten aus Burkina Faso“

 

Die Klasse 7d der Realschule Bessenbach wollte sich ganz genau über Armut informieren. Die Schüler/innen stellten sich zuerst die Frage, was sie selbst unter Armut verstehen und ob Afrika arm sei und diskutierten über ihre persönlichen Eindrücke. Doch die eigenen Annahmen und Meinungen waren den Schüler/innen nicht genug und so entschlossen sie sich, die Personen zu fragen, die es am besten wissen mussten – diejenigen, die in Afrika leben.

Mit diesem Ziel verfassten die Schüler/innen lange E-Mails mit einer Vielzahl an Fragen und schickten sie an Bekannte der Lehrerin in Burkina Faso. Gespannt warteten die Schüler/innen danach auf die Antworteten aus dem Sahelstaat und lasen sie nach Erhalt mit großer Neugier. Voller Eifer übersetzten die Jugendlichen die E-Mails daraufhin aus dem Französischen ins Deutsche. Ganz besonders überrascht waren sie dabei über die Tatsache, dass manche der Befragten „lachen und glücklich sind, obwohl sie kaum Geld haben“. Die Anfertigung einer kreativ gestalteten Broschüre rundete das Projekt ab und ermöglichte auch den Mitschüler/innen, mehr über das Leben und die Menschen in Burkina Faso zu erfahren.