Äthiopien: Ein Ausbildungszentrum als Zukunftsschenker

In Äthiopien schenkt unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care bedürftigen Mädchen und Jungen über eine Berufsausbildung im Ausbildungszentrum Bishoftu eine Zukunft.

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_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Äthiopien: Ein Ausbildungszentrum als Zukunftsschenker

Es ist eines der ärmsten Länder der Welt, in dem etwa 30 % der Menschen mit nur 1,13 Euro pro Tag unterhalb der Armutsgrenze leben. Rasches Bevölkerungswachstum mindert in Äthiopien den Erfolg wachsender Wirtschaft. Anhaltende Dürreperioden, die den Haupterwerbszweig der Landwirtschaft erschweren und ein Mangel an Ressourcen führen dazu, dass die Armut verharrt. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Unruhen und teils gewaltsamen Protesten gegen die äthiopische Regierung. Ein nächstes großes Problem besteht im Umgang mit Menschenrechten, die von der Regierung zwar geschützt werden, sich jedoch häufig nicht mit der Realität decken. Frauen erfahren Gewalt und Diskriminierung. Junge Mädchen werden zwangsverheiratet und können gar nicht oder nur eine kurze Zeit zur Schule gehen. Viele Kinder nehmen nicht am Unterricht teil, weil das geringe Einkommen der Familien für die Entrichtung von Schulgebühren über die Lebenserhaltungskosten hinaus nicht ausreicht. Durch Kinderarbeit, Prostitution und ein Leben auf der Straße schließt sich häufig der Kreislauf der Armut.

Seit 1991 ist unsere Mitgliedsorganisation  Kinderhilfswerk Global-Care in Äthiopien aktiv und verändert durch wertvolle Patenschaften und Projekte die Perspektive von bedürftigen Mädchen und Jungen.

Ausbildungszentrum Bishoftu

Ein vom Bürgermeister von Bishoftu zur Verfügung gestelltes Grundstück, wertvolle Zuwendungen durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und jede Menge Einsatz auf der Baustelle haben im September 2010 einen großen Schritt möglich gemacht. Seitdem erfahren jährlich bis zu 100 fleißige Jugendliche, was es bedeutet, auch nach der Schulzeit sicher in die Zukunft schauen zu können. Küche/Gastronomie und Hotelbetrieb/Service sind die Fachbereiche, die für die einjährige Ausbildung zur Auswahl stehen. Wissbegierig, motiviert und dankbar nehmen die Azubis ihre Chance ernst, schließen mit einer überragenden Rate erfolgreich ab und halten am Ende stolz ihr Zertifikat in den Händen. Die Weichen für eine sichere Zukunft sind gelegt und die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses mehrheitlich gesichert.

Wertvolle Spuren

Ein neuer Arbeitstag in der landestypischen Lodge mit traumhaftem Seeblick beginnt. Rund 200 Gäste finden hier Platz und werden liebevoll betreut und versorgt.

Lodge-Inhaber Legesse hat schon mehrfach unser Ausbildungszentrum in Bishoftu besucht, um den Unterricht zu begleiten und zu begutachten. Inzwischen hat er „alle Schüler, die noch zu haben waren“ übernommen und bisher keinen entlassen. Denn, wie er sagt, ist „die Ausstattung die Beste aller Schulen in Bishoftu, der Unterricht hervorragend und das Ergebnis spitze.“ Davon zeugen auch Tekalign und Yitebarek, zwei junge Männer, die im Anschluss an ihre Ausbildung in der Lodge von Legesse eine Arbeitsstelle gefunden haben. Tekalign hat schon früh seinen Vater verloren und lebte mit seiner Mutter und zwei Geschwistern in sehr armen Verhältnissen in Addis Abeba. Durch eine Patenschaft hat er von klein auf Unterstützung erfahren, konnte die Schule besuchen und seine Ausbildung in Bishoftu absolvieren. Heute ist er 23 Jahre alt und hat ein festes Arbeitsverhältnis erreicht. Ein beeindruckender Moment, der unterstreicht, welch wertvolle Spuren unterstützte Bildung im Leben eines Kindes hinterlässt.

 

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