Äthiopien: Mode erzeugt Einkommen und Selbstbewusstsein

Unsere Mitgliedsorganisation Menschen für Menschen unterstützt Frauen im ländlichen Äthiopien durch Schneiderinnenkurse. Diese schaffen finanzielle Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein.
Menschen für Menschen: Ausbildung zur Schneiderin©Menschen für Menschen/GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Rainer Kwiotek

Äthiopien: Mode erzeugt Einkommen und Selbstbewusstsein

Traditionelle Rollenvorstellungen und mangelnde Bildung sind verantwortlich dafür, dass die Frauen im ländlichen Äthiopien kaum eine Chance haben, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. So geraten sie besonders schnell in existenzielle Notlagen, wenn sie, etwa durch den Tod ihres Ehemanns, gezwungen sind, sich und ihre Kinder allein zu ernähren.

 Mestaet – eine von vielen Frauen

Beispielhaft dafür steht Mestaet Tegegne. Sie ist Mitte dreißig und lebt mit ihren drei Kindern in dem Dorf Billy in der Region Borena. Vor fast neun Jahren starb ihr Mann an Tuberkulose. Tuberkulose tritt häufig als Begleiterkrankung einer HIV-Infektion auf. Auch Mestaet ist HIV-positiv und deshalb häufig geschwächt. „Früher war es fürchterlich“, erzählt sie. Entweder sie lag krank in der Hütte oder sie versuchte verzweifelt, einen Job als Tagelöhnerin auf dem Bau zu bekommen.

Menschen für Menschen unterstützt die Ausbildung der Frauen

Durch die Unterstützung von Menschen für Menschen lernte Frau Tegegne gemeinsam mit zwei weiteren Frauen in drei Monaten die wichtigsten handwerklichen Fertigkeiten einer Schneiderin. Den Lehrer bezahlte Menschen für Menschen, darüber hinaus erhielten die Frauen eine finanzielle Unterstützung, mit der sie in der Ausbildungszeit ihre Kinder versorgen und gleichzeitig eine Nähmaschine kaufen konnten – mit Fußantrieb, denn in ihrem Dorf gibt es keinen Strom. Seit dem Training stehen die Frauen jeden Samstag mit einem eigenen Stand auf dem Markt und verkaufen ihre selbstgeschneiderten Röcke, Hosen und Jacken. Im Durchschnitt erhalten die Frauen inzwischen drei Aufträge pro Tag und erzielen ein Monatseinkommen von umgerechnet rund 60 Euro. Für Frau Tegegne heißt das: Sie hat genug zu essen für sich und ihre Kinder, kann ihre Schulden endlich zurückzahlen und zudem eine kleine Summe sparen.

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