Algerien: Gärten für die Flüchtlingslager

Eine eigenständige Versorgung ist in der Hammada-Wüste nicht möglich. Inzwischen wächst bereits die dritte Generation heran, die nur ein Leben in der Kargheit der Wüste und Perspektivlosigkeit der Lager kennt. Die Gärten der Solidarität sollen Hunger und Mangelernährung bekämpfen.
Gärten für die Flüchtlingslager_©Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V./Elisabeth Bäschlin

Algerien: Gärten für die Flüchtlingslager

Seit 41 Jahren harren rund 150.000 sahaurische Flüchtlinge in fünf großen Lagern in Algerien nahe der Stadt Tindouf aus. Eine eigenständige Versorgung ist in der Hammada-Wüste nicht möglich. Inzwischen wächst bereits die dritte Generation heran, die nur ein Leben in der Kargheit der Wüste und Perspektivlosigkeit der Lager kennt. Die internationale Nahrungsmittelhilfe, von der die Menschen in den Lagern völlig abhängig sind, ist in den letzten Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. Es fehlt an Obst und Gemüse sowie an Proteinen. Mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen leiden unter Blutarmut und 60 Prozent der Kinder unter 5 Jahren sind ebenfalls von Nahrungsmangel betroffen.

Familiengärten zur Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung

Die Hoffnung auf ein Leben in Würde bleibt. In den selbstverwalteten Camps der Saharauis versuchen die Menschen auf diese schwierige Notsituation eine Antwort zu finden. Der Agrarexperte Taleb Brahim aus dem Lager Smara hat ein Konzept für Familiengärten entwickelt. „Mein Ziel ist eine unabhängige Versorgung der Lager mit Vitaminen. Permakultur als ökologische Kreislaufwirkung macht dieses möglich“, erklärt er die Grundidee. So können Hunger und Mangelernährung bekämpft werden. Die Gärten der Solidarität schenken den Menschen zudem ein Stück Kraft und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

So entsteht ein Garten der Solidarität

Unsere Mitgliedsorganisation Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. unterstützt bei der Entstehung der Gärten. Zunächst werden Weiterbildungen zu Bodenverbesserung und Anbaumethoden für die ausgewählten Familien durchgeführt. Eine Beraterin pro Stadtteil betreut die Anlage und Pflege der Gärten kontinuierlich.

Zentral ist der Anbau von schnellwachsenden Moringa- und Feigenbäumen, die die notwendige Biomasse zur Anreicherung der Böden abwerfen. Eine Steinmauer schützt die angelegten Beete vor Sandstürmen und Ziegen. Die Gewächshäuser verhindern das Austrocknen von Boden und Pflanzen in der gleißenden Sonne. Hier werden Tomaten, Auberginen, Paprika und Erbsen gepflanzt.

Das für die Bewässerungsanlage benötigte Wasser wird mit Lastwagen herbei geschafft. Dazu braucht es verbindliche Absprachen mit der zuständigen Regierungsstelle, denn Wasser ist knapp hier in der Wüste.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

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