Benin: Aufbau einer nachhaltigen Ausbildungsfarm zur Stärkung des Kinderschutzzentrums La Passerelle

In Benin unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. den Träger des Kinderschutzzentrums La Passerelle durch den Aufbau einer modellhaften Ausbildungsfarm bei der Selbstversorgung des Zentrums.

Weitersagen

_@Kinderrechte Afrika e.V.

Benin: Aufbau einer nachhaltigen Ausbildungsfarm zur Stärkung des Kinderschutzzentrums La Passerelle

Mädchen, die Gewalt, sexuelle oder wirtschaftliche Ausbeutung, Kinderhandel, Früh- und Zwangsheirat, Ausgrenzung oder Vernachlässigung erlebt haben, erfahren im Zentrum „La Passerelle“ Schutz und Förderung. Der Träger ESGB steht jedoch vor der Herausforderung, die Aufnahme, Versorgung und Begleitung der Mädchen langfristig aus eigenen Mitteln finanzieren zu müssen. Durch den Aufbau einer modellhaften Ausbildungsfarm durch unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. soll zum einen die Grundversorgung im Zentrum, insbesondere die ausgewogene Ernährung, von mindestens 200 Mädchen jährlich nachhaltig gesichert werden. Zum anderen wird auf der Farm die Möglichkeit einer Grundausbildung in landwirtschaftlichen Aktivitäten für jährlich 10 Mädchen geschaffen. Diese sind damit in ihrer Eigenständigkeit gestärkt und künftig weniger gefährdet von Armut, Ausbeutung und Gewalt.

Hintergründe und Lösungsansatz 

Unser Partner ESGB begleitet Kinder, insbesondere Mädchen in Notsituationen. Bis sich eine Möglichkeit für ihre Wiedereingliederung bietet, finden sie im Kinderschutzzentrum von ESGB „La Passerelle“ Schutz und Förderung.

Die Grundversorgung (Nahrung, Kleidung, Hygieneartikel, notwendige medizinische Versorgung) für ein Mädchen im Zentrum kostet pro Tag ca. 1,50 €. Zusammen mit weiteren laufenden Kosten (Strom, Wasser, Betreuung und Begleitung) sind es 4,00 €, die pro Tag pro Mädchen anfallen. ESGB hat große Anstrengungen unternommen, lokale Spenden und Finanzierungen hierfür einzuwerben, allerdings können diese nur einen kleinen Teil des Bedarfs decken und stellen kein nachhaltiges Finanzierungskonzept dar. Der beninische Staat leistet keine finanzielle Unterstützung für zivilgesellschaftliche Sozialeinrichtungen. ESGB steht nun vor der Herausforderung, die Versorgung der Kinder und den laufenden Betrieb seiner Einrichtung selbst sicherzustellen.

Das Projekt unterstützt den Aufbau einer Ausbildungsfarm, die mit nachhaltigen biologischen Anbaumethoden zur Selbstversorgung des Zentrums beitragen soll. Der Anbau von Getreide, Obst, Gemüse und Heilpflanzen unterstützt die gesunde und ausgewogene Ernährung der Kinder und mit dem Verkauf von Überschüssen können weitere Ausgaben des Zentrums (Kleidung, Hygieneprodukte, Schulmaterialien etc.) finanziert werden.

Zudem soll die Farm eine Ausbildungsmöglichkeit für Mädchen ab 14 Jahren bieten, für die eine Einschulung nicht mehr möglich oder sinnvoll ist und die sich für eine Zukunft in der Landwirtschaft interessieren. Die meisten der Mädchen kommen aus ländlichen Regionen, erhalten also eine Zukunftsperspektive in einem ihnen bekannten Milieu.

Ziele des Projekts

Oberziel: Verbesserung des Kinderschutzes sowie der Bildungs- und Zukunftschancen für Mädchen in der Region Ouémé in Benin

Projektziel: Die Ausbildungsfarm von ESGB trägt zur nachhaltigeren Grundversorgung, insbesondere einer ausgewogenen Ernährung, sowie zu verbesserten Zukunftsperspektiven der Kinder im Zentrum La Passerelle bei.

Unterziele:

  1. Das Kinderschutzzentrum La Passerelle ist in seiner finanziellen Unabhängigkeit gestärkt und kann jährlich mindestens 200 Kinder in Not während ihrer Aufnahme und Begleitung in der Einrichtung weitgehend selbst versorgen.
  2. Das Zentrum bietet jährlich 10 interessierten Mädchen eine Grundausbildung in ökologischen landwirtschaftlichen Aktivitäten und im Gartenanbau.

Projektmaßnahmen

  • Aufbau der Infrastrukturen auf der Farm, darunter
    • einfache Unterkünfte
    • einfache geschlechtergetrennte Sanitäreinrichtungen (Latrine und Dusche)
    • Küche mit energiesparender Kochstelle, Waschbecken für Geschirr und Kleidung
    • offene Rundhütte als sozialer Mittelpunkt der Farm, für Mahlzeiten, Gespräche, kulturelle Aktivitäten und theoretische Ausbildungseinheiten
    • Lagerraum für Geräte, Saatgut und Agrarprodukte
    • einfache Ställe für Ziegen, Schafe, Hasen, Hühner, Perlhühner
  • Ausstattung der Farmgebäude mit Betten, Matratzen, Tischen, Stühlen, Bänken, Regalen, Tafel, Motorrad
  • Aufbau und Durchführung landwirtschaftlicher Aktivitäten für die Selbstversorgung des Zentrums La Passerelle, darunter
    • Getreide- und Gemüseanbau,
    • Pflanzung von Obst- und Nutzholzbäumen (z. B. Orange, Papaya, Avocado, Banane, Zitrone, Palmen),
    • Anbau von Medizin- und Heilpflanzen,
    • Tierhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner und Perlhühner)
    • Kompostierung zur Düngung und natürlichen Schädlingsbekämpfung
  • Grundausbildung von 10 Mädchen über 14 Jahren, die sich für eine Zukunft in der Landwirtschaft interessieren
  • Unterstützung der Mädchen für den Start in die Selbstständigkeit (Arbeitsgerät, Saatgut, Küken…) nach abgeschlossenem Lehrgang

Finanzierung

Projektkosten: 33.080 Euro

Finanzpartner:

  • Mit finanzieller Unterstützung des Staatsministeriums Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)
Staatsministerium Baden-Würtemberg
  • Hinzu kommen Eigenmittel von ESGB und Kinderrechte Afrika e. V. (d.h. Spenden)

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen: