Benin: Schutz vor sexueller Gewalt und Kinderhandel

22.01.2018 Projekt von Kinderrechte Afrika e.V. zur Verbesserung des Schutzes gegen Kindesmissbrauch und Kinderhandel startet in Benin.
Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. schult Peer Educators in Benin._© Kinderrechte Afrika e.V.

Benin: Schutz vor sexueller Gewalt und Kinderhandel

Seit vielen Jahren setzt sich unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. für Kinder in Not ein. Dabei werden vor allem Kinder in West- und Zentralafrika unterstützt, die Opfer von Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel oder sexuellem Missbrauch wurden. Auch Kinder in Gefängnissen und Polizeigewahrsam, diskriminierte Kinder – sogenannte „Hexenkinder“ – sowie Kinder mit Behinderungen werden von unserer Mitgliedsorganisation und deren lokalen Partner unterstützt. Im westafrikanischen Benin startet nun ein weiteres Projekt, das vor allem die Stärkung der Familien und lokalen Institutionen vorsieht, um einen verbesserten Schutz gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und jegliche Form des Kinderhandels zu erreichen.

Missbrauch und sexuelle Belästigung enttabuisieren

In Benin wurde in den letzten Jahren der rechtliche Rahmen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt gestärkt. Kinderrechte Afrika e.V. unterstützte diese Entwicklung in den vergangenen Jahren durch die Erarbeitung und Verbreitung eines Verhaltenskodexes an Schulen. Durch verschiedene Sensibilisierungsaktionen konnte in der Bevölkerung auch ein Bewusstsein für die Gefahren und den Schutz vor Missbrauch geschärft werden, sodass das Thema immer weniger ein Tabu-Thema ist und sexuelle Belästigung sowie – Übergriffe immer häufiger gemeldet und angezeigt werden.

Projekt schützt Kinder in Grenzregion

Trotz der großen Fortschritte erfahren weiterhin viele Kinder, vor allem Mädchen, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Zwangsheirat und Kinderhandel zur wirtschaftlichen oder sexuellen Ausbeutung. Im beninischen Departement Ouémé, einer Grenzregion zu Nigeria, ist der transnationale Kinderhandel besonders verbreitet. Hier werden Kinderrechte Afrika e.V. und der lokale Partner CIPCRE-Benin in den kommenden Jahren eine gezielte Projektarbeit durchführen, um jegliche Formen sexueller Gewalt und des Kinderhandels einzudämmen.

Hilfe für mehr als 250.000 Jungen und Mädchen

Da sexuelle Gewalt in Benin in und um Schulen und Ausbildungsstätten besonders verbreitet ist, legt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Schüler*innen und Auszubildenden. Dabei liegt ein Fokus auf der gezielten Schulung von sogenannten „Peer Educators“ im Ausbildungsbereich. „Peer Educators sind Jugendliche, die bereits Leitungsrollen in Schul-AGs oder Vereinen übernehmen und mit ihren Mitschüler*innen über den Schutz vor sexueller Gewalt sprechen. Die Peer Educators können somit sehr viele Kinder und Jugendliche aufklären. Diese erhalten damit die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen über Sexualität, Gesundheit, ihre Rechte und Schutzmechanismen auszutauschen. Dabei können sie ihre Gedanken und Befürchtungen meist offener teilen, als im Austausch mit Erwachsenen“, so Luise Hoffmann von Kinderrechte Afrika e.V..

Im Zuge der Projektarbeit wird darüber hinaus die Gründung von Kinderschutzkommitees oder auch die Einführung eines Verhaltenskodexes zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Bildungseinrichtungen in Süd- und Zentral-Benin realisiert. Zudem unterstützt das Projekt die Kommunen bei der Umsetzung der nationalen Kinderschutzpolitik und betreut hunderte Kinder, die als besonders gefährdet gelten oder in mittelosen Familien leben. Mit den genannten Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren mehr als 250.000 Jungen und Mädchen erreicht werden.

Konkrete Projektziele bis Ende 2020

Bis Ende Oktober 2020 werden unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. sowie der lokale Partner CIPCRE-Benin daran arbeiten, folgende Ziele zu erreichen:

  • Kinder und insbesondere Mädchen im Projektgebiet finden im Schul- und Ausbildungsbereich zunehmend ein Umfeld vor, das sie vor sexueller Gewalt sowie Kinderhandel schützt.
  • Kinder, insbesondere Mädchen, in sechs Kernkommunen kennen ihre Rechte und Pflichten, sind in Bezug auf Sexualität und Familienplanung aufgeklärt, sind sich der Risiken, denen sie ausgesetzt sind, bewusst und die am stärksten gefährdeten Kinder erhalten geeignete Schutzmaßnahmen.
  • Ein Verhaltenskodex zur Bekämpfung sexueller Gewalt wird an den Bildungseinrichtungen Süd- und Zentral-Benins eingeführt und die staatlichen Akteure arbeiten wirksam zum Schutz des Kindeswohls zusammen.

 

 

Foto: © Elisabeth Munsch für Kinderrechte Afrika e.V.