BPU: Breakdance-Projekt für soziale Veränderung

29.10.2015: Im Jahr 2006 gründete der Breakdancer Abraham „Abramz“ Tekya das Breakdance Project Uganda.

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BPU: Breakdance-Projekt für soziale Veränderung

Uganda hat eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit. Rund 48 Prozent der Bevölkerung ist unter 14 Jahren alt. Nachdem 1997 die kostenlose Grundschulbildung eingeführt wurde, ist die Zahl der Kinder, die die Grundschule besuchen, auf 82 Prozent gestiegen. Nichtsdestotrotz können weniger als 20 Prozent ihre Ausbildung auf weiterführenden Schulen fortsetzen, die Arbeitslosenquote bei Kindern und Jugendlichen ist hoch.

Gründer des Projektes ist selber ein Aidswaise

Das Breakdance Projekt (BPU – Breakdance Project Uganda) möchte genau diesen Jugendlichen Hoffnung geben und neue Perspektiven schaffen. Im Jahr 2006 gründete Abraham „Abramz“ Tekya, ein bekannter Breakdancer und Rapper, das Projekt. Er selber ist Aidswaise und verlor seine beiden Eltern mit gerade einmal sieben Jahren. In seiner Kindheit haben ihm Hip-Hop und Breakdance geholfen, mit dem oftmals schwierigen Alltag zurecht zu kommen. Diese Erfahrungen will er jetzt weitergeben.

Verständigung durch Hip-Hop und Breakdance

Er möchte die Breakdance- und Hip-Hop-Kultur dazu nutzen, den Nachwuchs und somit auch ein friedliches Miteinander zu fördern. BPU bietet insbesondere benachteiligten Kinder aus armen Verhältnissen kostenlose Tanzworkshops an, aber auch Jugendliche mit einem anderen sozioökonomischen Hintergrund können teilnehmen. So fördert das BPU das Zusammenkommen von Menschen aus den unterschiedlichsten religiösen, sozialen und ethnischen Herkünften und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung.

Ursprünglich gab es das Angebot nur in der Hauptstadt Kampala, mittlerweile werden aber auch im Norden Ugandas Workshops angeboten. An dem ersten Tanzworkshop nahmen lediglich drei Kinder Teil, heute sind es bereits 1000 die die zwei Mal wöchentlich stattfindenden Workshops besuchen.

Schaffung von Bildungsmöglichkeiten

Mittlerweile arbeitet das BPU mit verschiedenen Organisationen zusammen, um den Kindern und Jugendlichen über die Tanzworkshops hinaus Zugang zu Fortbildungsmöglichkeiten zu bieten. Unter anderem gibt es Angebote, die grundlegende Alltagskompetenzen oder den Umgang mit Medien vermitteln. Durch den Verkauf von T-Shirts übernimmt das Projekt auch regelmäßig die Schulkosten für Kinder und Jugendliche aus besonders armen Haushalten.

In den vergangenen Jahren hat das BPU mit Einrichtungen wie Waisenhäusern, Jugendgefängnissen und Schulen kooperiert, um noch mehr Kinder und Jugendliche zu erreichen.

2010 erschien der Film „Bouncing Cats“, der die Geschichte von BPU und „Abramz“ erzählt.

Bouncing Cats Trailer from Bouncing Cats on Vimeo.

Weitere Informationen zu dem Breakdance Project Uganda.

Foto: b boys von Nate Bolt, CC BY-SA 2.0

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