Don Bosco Mondo bietet Jugendlichen in Ennerdale Ausbildungsmöglichkeiten

29.01.2013: Bei 45 Prozent Arbeitslosigkeit freut sich Itumeleng ganz besonders über die Schreinerausbildung.

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Don Bosco Mondo bietet Jugendlichen in Ennerdale Ausbildungsmöglichkeiten

Itumeleng wischt sich den Schweiß von der Stirn. Es ist anstrengend. Seit einiger Zeit schon arbeitet er gemeinsam mit seinem Azubikollegen an der Tür. Die Türkante, in die sie das Schloss einpassen, muss glatt werden, sonst schließt die Tür später nicht. Itumeleng ist gerade mal 16 Jahre alt. Die meisten seiner Ausbildungskollegen in der Schreinerwerkstatt sind schon ein paar Jahre älter. Er hat es nicht lange in der Schule durchgehalten. „Ich kann nicht lesen, irgendwie kann ich die Buchstaben einfach nicht lesen“, sagt er leise. Schreiben klappt deshalb auch nicht gut. Als er von der Schule flog, sorgte seine Mutter Mary dafür, dass er ins Ausbildungszentrum der Salesianer Don Boscos in der südafrikanischen Stadt Ennerdale, in der Nähe von Johannesburg kam. Mary erinnert sich: „Die Schule rief mich an und sagte mir, dass mein Sohn sehr langsam lernt und die Klasse nicht schaffen wird. Ich erinnerte mich an einen Flyer mit der Information über das Ausbildungsangebot im Don Bosco Zentrum. Den hatte ich in einem Geschäft gesehen.“  Im Don Bosco Educational Project landen viele Jugendliche, die auf einer normalen Schule keine Chance haben. Gründe hierfür sind meist lange Fehlzeiten. Andere dagegen sind schon älter und versuchen, durch eine neue berufliche Richtung endlich der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in dieser Gegend Südafrikas sehr hoch: 45 Prozent von ihnen sind ohne Job.

In der Schreinerwerkstatt des Educational Centers nehmen derzeit sieben Trainees in neunwöchigen Kurzausbildungen teil. Die Ausbildung ist kostenlos. Dabei bekommen die Trainees sogar ein Mittagessen, da viele ansonsten den ganzen Tag ohne Essen auskommen müssten. In Ennerdale entscheidet über arm oder reich häufig die Straßenseite: auf der rechten stehen passable Mittelklassehäuser, auf der linken dagegen Hütten aus Blech, Metall und Pappe. Die Gegensätze hier sind extrem. Die rund 50 Auszubildenden des Ausbildungszentrums kommen aus der Umgebung, so gut wie alle  aus den sehr armen Wohngebieten.

Es ist Freitagmittag. Am Ende der Woche endet der Unterricht bereits um 13 Uhr Itumeleng will nach Hause. Dort hilft er seiner Mutter beim Aufräumen und Säubern der Wohnung. Außerdem schaut er gerne fern in seiner Freizeit. Sein jüngerer Bruder Godfrey (12 Jahre) kommt erst später von der Schule nach Hause. Die Familie lebt in Finetown. Das ist ein Township nicht weit entfernt vom Ausbildungszentrum. Quer über die Felder, über die Bahngleise und dann durch die engen Gassen des Townhships führt sein Heimweg. Schon ist man da. Mary, Itumelengs Mutter, verkauft Fisch, der Vater ist LKW-Fahrer und kommt abends immer erst sehr spät nach Hause. Oft sehen die beiden Jungs ihn nicht mehr, da sie bereits schlafen. Die Wohnung ist winzige, dafür aber sehr organisiert und aufgeräumt, damit die vier Personen trotz der Enge des Raums wohnen können.

Itumeleng hat wirklich Glück, dass seine Mutter, als er von der Schule flog, dafür sorgte, dass er nicht aufgab, sondern eine Ausbildung bei den Salesianern Don Boscos macht. „Wenn es mit der Schule nicht klappt, dann machst du eben das.“, sagte sie. Lesen lernen möchte Itumeleng dennoch irgendwann und dann träumt er davon in Joburg, wie die Südafrikaner liebevoll zu Johannesburg sagen, auf eine Ingenieursschule zu gehen.
Neben der beruflichen Ausbildung lernen die Auszubildenden im Educational Project der Salesianer Don Boscos auch Soft Skills wie Teamarbeit, einen Lebenslauf zu schreiben oder ein Bewerbungsgespräch zu führen. Dieses Training findet jeden Morgen eine Stunde lang statt. Nach dem Berufsbildungskurs werden die Jugendlichen bei der Jobsuche unterstützt.

Mehr Informationen zu den Projekten unserer Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo finden Sie hier.

Bild: Don Bosco Mondo © www.mesli.de