Gärtner mit Diplom

8.11.2012: Dieses Jahr haben die ersten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre zweijährige Ausbildung im Gartenbau erfolgreich abgeschlossen.

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Gärtner mit Diplom

Überglücklich sind derzeit junge Menschen in Kampala. Sie haben mit finanzieller Unterstützung unserer Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury ihre Ausbildung am „CIDI Centre for Gardening and Landscaping“, der ersten Schule für Garten- und Landschaftsbau in der ugandischen Hauptstadt Kampala, erfolgreich abgeschlossen. Wir gratulieren den zehn frischgebackenen Garten- und Landschaftsbauern, gut gemacht!

Zusammen mit zehn anderen Teilnehmern des zweijährigen Ausbildungsganges sind sie echte Pioniere auf diesem Gebiet. Denn bis dato gab es in Uganda weder eine staatlich anerkannte Schule für Gartenbau, noch einen anerkannten Lehrabschluss als Garten- und Landschaftsbauer. Jetzt gibt es beides und der Abschluss eröffnet den jungen Absolventen der Schule vielfältige Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben, denn im boomenden Kampala sind ihre Qualifikationen sehr gefragt.

Die Idee dazu hatte die deutsche Agraingenieurin Nikola Küsters, die auch schon seit einigen Jahren Projekte in der Region koordiniert. In der ugandischen Nichtregierungsorganisation CIDI (Community Integrated Development Initiatives) fand sie einen interessierten und kompetenten lokalen Partner. Gemeinsam entwickelte sie zusammen mit der Organisation CIDI das Konzept der Gartenbauschule und schaffte es, in langwierigen Verhandlungen mit dem Erziehungsministerium die Ausbildung als offiziellen Lehrberuf anerkennen zu lassen.

Im Jahr 2012 begann bereits der dritte Ausbildungskurs. An ihm nehmen, wie in den Vorjahren, wieder zehn junge Menschen teil. Die Aktion Canchanabury übernimmt die Ausbildungskosten. Neben dieser Kostenübernahme hat sich die Organisation auch am Bau eines zusätzlichen Klassenraumes beteiligt.

Welche Vorteile die Gärtnerausbildung bringt?

Bislang gibt es in Uganda nur relativ wenige Lehrberufe. Die meisten Jugendlichen machen eine Lehre in der Schreinerei, Schneiderei, im Bereich Bürokommunikation, im Frisörsalon oder der Gastronomie. Die Gartenbauschule versucht ein neues Berufsfeld abzudecken, denn in Uganda wachsen und gedeihen eine unglaubliche Anzahl von tropischen Pflanzen.  Außerdem wird bei einer effektiven Nutzung des Regenwassers deutlich weniger wertvolles Trinkwasser zum Gießen verbraucht.

Darüber hinaus kommen viele Jugendliche aus der Stadt, teilweise aus Lebensumständen, die beherrscht sind von Enge und Armut. Die Gartenbauschule bietet den Jugendlichen ein naturnahes Umfeld. Dies hilft ihnen Selbstvertrauen und Kontakt zur Natur aufzubauen. Sie lernen, Gemüsegärten auf begrenztem Raum anzulegen, um so Nahrungsmittel für wenig Geld zu produzieren und diese Methoden an ihre Verwandten und Freunde weiterzugeben. Eine wichtige Errungenschaft, die besonders in beengten Slumgebieten sinnvoll und effektiv eingesetzt werden kann.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es bei unserer Mitgliedsorganisation Aktion Cachanabury.

 

(Foto: Aktion Cachanabury)