Ghana: Schutz vor Kinderhandel sowie Früh- und Zwangsheirat

In Teilen Ghanas sind Früh- und Zwangsehen allgegenwärtig. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika hat Kinderrechte gestärkt und vor allem Mädchen die Chance auf ein gebildetes Leben gegeben.
Eine Theateraufführung in Ghana_©Horst Buchmann/Kinderrechte Afrika

Ghana: Schutz vor Kinderhandel sowie Früh- und Zwangsheirat

 

In der Northern Region in Ghana leben fast 90% der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Das Durchschnittsalter der Gesellschaft ist sehr niedrig. Weniger als ein Drittel der Bevölkerung ist alphabetisiert, lediglich 37% unter den Alphabeten sind Frauen. In dieser Region sind Polygamie und eine relativ niedrige Stellung der Frau noch immer fest in der Gesellschaft verankert.

Früh- und Zwangsehen sind alltäglich

In Tolon und Umgebung sind schädliche traditionelle Praktiken, insbesondere Früh- und Zwangsehen, alltäglich. Untersuchungen zeigen, dass jedes vierte Mädchen in der Northern Region in Ghana vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet wird. Damit verbunden sind meist sexuelle Ausbeutung, Kinder- und Jugendschwangerschaften sowie eine hohe Anzahl an Schulabbrüchen unter Mädchen – mit weitreichenden Folgen. Trotz nationaler Gesetze, die Früh- und Zwangsehen verbieten (Kinderschutzgesetz von 1998, Verfassung Ghanas), werden in der Praxis unter Berufung auf Tradition, Brauchtum und Gewohnheitsrecht oft weder Alter noch Zustimmung des betroffenen Mädchens berücksichtigt. Tausenden Mädchen wird dadurch die Chance auf (Aus-)Bildung und eine selbstbestimmte Zukunft genommen.

Stärkung des Verständnis von Kinderschutz

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika schafft zusammen mit ihrem lokalen Partner PAORP-VWC (Pan-African Organisation for Research and Protection of Violence on Women and Children) ein verbessertes Verständnis von Kinderschutz und Kinderrechten. Dazu wurden eine Reihe von Maßnahmen initiiert:

  • In kulturellen Theater-, Gesangs- und Tanzveranstaltungen werden schädliche traditionelle Praktiken thematisiert. Auch in sog. Durbars (traditionelle Gemeindeveranstaltungen), in denen Kinder mit Theaterstücken und Sketchen die teils verheerenden Folgen von Früh- und Zwangsehen aufzeigen, wird das Verständnis von Kinderschutz gestärkt.
  • In einem Workshop lernen Führungspersonen und Interessensvertreter(innen), wie sie schädliche Praktiken erkennen und Lösungsansätze finden.
  • In Lern- und Spielzentren werden Kinder über ihre Rechte, insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung in Bezug auf den eigenen Körper, aufgeklärt.
  • Mit Hilfe der Sammlung und Dokumentation von traditionellen Märchen, Fabeln, Sprichwörtern und Weisheiten, die eine positive Botschaft über das Kindeswohl in lokalen Sprachen transportieren, klärt PAORP über Kinderrechte und die elterliche Verantwortung in traditionsgeprägten ländlichen Gebieten auf.
  • Unterstützung bei der Gründung und dem Betreiben eines lokalen Gemeinschaftsradios. Mit Hilfe der Radiosendungen wird die lokale Bevölkerung für Kinderrechte sensibilisiert.
  • Erarbeitung, Veröffentlichen und Verbreiten eines Handbuchs zu Kindesschutzgesetzen welches in drei lokale Sprachen übersetzt wird.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen: