Mali: Grundrechte für minderjährige Haushaltshilfen

In Malis Hauptstadt Bamako unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. minderjährige Mädchen, die auf der Suche nach einer Perspektive in die Hauptstadt gehen und dort meist als ungelernte Haushaltshilfe prekären Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind.

Mali: Grundrechte für minderjährige Haushaltshilfen

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. stärkt in Malis Hauptstadt Bamako minderjährige Mädchen, die als ungelernte Haushaltshilfen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und oftmals Opfer von sexuellem Missbrauch werden.

Ausgangssituation

Für unverheiratete Mädchen in der Projektregionen Ségou und Koulikoro in Mali ist die Beschäftigung als ungelernte Haushaltshilfe in der Stadt oft die einzige Perspektive, ihre eigene Aussteuer zu verdienen oder ihre Familien mit Geld zu unterstützen. Viele Mädchen, auf dem Weg in die Stadt, sind erst 12 Jahre alt. Im Jahr 2009 war in 288.176 Haushalten in Bamako mindestens ein minderjähriges Mädchen als Hilfe beschäftigt.

In der Stadt schuften die Mädchen oft unter prekären Arbeitsverhältnissen. Grundlegende Arbeitnehmerrechte werden ihnen verwehrt, wie etwa ein Minimum an sozialer Sicherung, geregelte Arbeitszeiten oder Anspruch auf einen freien Tag pro Woche, geschweige denn Urlaub.

Die wirtschaftliche Ausbeutung der Mädchen geht in ca. 50% der Fälle mit sexuellem Missbrauch oder Gewalt einher. Ihre Ausbeutungssituation wird verstärkt, da sie ihre Rechte nicht kennen und ihnen ein soziales Umfeld fehlt. Erwarten die Mädchen ein Kind, so sind sie auf sich allein gestellt.

Verbesserung der Situation und des Status minderjähriger Haushaltshilfen

Zusammen mit dem Projektpartner GRADEM unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. Mädchen, die in die Stadt gehen, um dort als Haushaltshilfe zu arbeiten, indem sie informiert, begleitet, ausgebildet und geschützt werden.

Ein besonderes Anliegen ist dabei, die Konvention C189 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte umzusetzen.

Die Mädchen sollen einerseits auf ihre künftige hauswirtschaftliche Tätigkeit vorbereitet und mit den hierfür notwendigen Fertigkeiten und Fähigkeiten ausgestattet werden. Nur so können sie den Anforderungen genügen, die in den jeweiligen Haushalten diesbezüglich an sie gestellt werden und ein entsprechend angemessenes Gehalt fordern. Andererseits sollen die Mädchen über ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmerinnen aufgeklärt und dazu ermutigt werden, diese – ggf. mit entsprechender Unterstützung – geltend zu machen und durchzusetzen.

Zudem werden 250 wirtschaftlich (und oft auch sexuell) ausgebeutete Mädchen stabilisiert, in ein schützendes familiäres Umfeld eingegliedert und erneut eingeschult. Insgesamt werden 1.840 von wirtschaftlicher Ausbeutung gefährdete und betroffene Mädchen über ihre Rechte, Schutzmechanismen und Hilfsangebote aufgeklärt.

Schwangeren Mädchen und minderjährigen Müttern in Notsituationen wird zudem Schutz und Obdach in der Kinderschutzeinrichtung „Bamunan“ (Hoffnung und Leben) geboten. Kinderrechte Afrika e. V. begleitet die Mädchen während der Schwangerschaft und Geburt medizinisch, betreuen sie psychosozial und vermitteln ihnen Kenntnisse in der Säuglingspflege. Mädchen in der Einrichtung haben außerdem die Möglichkeit, sich im Schneiderhandwerk, der Seifenproduktion oder Hauswirtschaftslehre ausbilden zu lassen.

Ziel ist es, nachhaltig ausreichend rechtlichen Bezug zu international geltenden Mindestnormen bezüglich des Arbeitsschutzes und der Kinderrechte herzustellen. Das bedeutet, dass Kinderrechte Afrika e.V. die für Mali bereits bestehenden Schutzrechte von Minderjährigen sowie Arbeitnehmerrechte zusammenträgt und diese unter anderem über Radiosendungen in den ländlichen Projektregionen verbreitet.

Foto: GRADEM

 

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen: