Die Johanniter-Unfall-Hilfe – 2012: Kampf gegen Genitalverstümmelung in Dschibuti

Unsere Mitgliedsorganisation, die Johanniter-Unfall-Hilfe setzt sich in Dschibuti gegen die Tradition der Genitalverstümmelung ein.

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Die Johanniter-Unfall-Hilfe – 2012: Kampf gegen Genitalverstümmelung in Dschibuti

Genitalverstümmelung ist noch immer in weiten Teilen des afrikanischen Kontinents sehr verbreitet. Unsere Mitgliedsorganisation, Die Johanniter-Unfall-Hilfe, rief 2012 ein Projekt ins Leben, welches in Dschibuti über die dramatischen Folgen der traditionellen Genitalverstümmelung aufklärt und damit den Tod von tausenden Frauen verhindern möchte.

Weltweit geht die WHO von 140 bis 150 Millionen Frauen aus, die Opfer von Genitalverstümmelung werden. Täglich kommen weitere 8.000 Mädchen hinzu. In Dschibuti betrifft dies 93 Prozent aller Frauen und Mädchen. Maja Bünsche, Projektkoordinatorin der Johanniter, weiß, dass es nicht leicht ist, gegen verfestigte Traditionen anzukämpfen: „In Dschibuti ist die Beschneidung von Mädchen im Kindes- und Jugendalter ein jahrhundertealter Brauch. Unbeschnittene Frauen gelten als „unrein“, was ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt schmälert.“ Die Folgen der Verstümmelungen sind gravierend: lebenslange psychische Traumata und schwere gesundheitliche Schäden. Eine normale Geburt ist manchmal nicht möglich, doch nur selten ist ein Arzt in der Nähe. Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit liegt bei den betroffenen Frauen deutlich höher.

Um vor der Gefahr durch Genitalverstümmelung zu warnen und über die Folgenschwere dieser Tradition aufzuklären, sind die Johanniter in den ländlichen Gemeinden Dschibutis unterwegs. Sie arbeiten dort direkt mit Gemeindemitgliedern zusammen. Durch die Bildung von Komitees aus Gemeindevorstehern, Imamen, Beschneiderinnen, Müttern und Jugendlichen aus dem jeweiligen Dorf sollen die Gemeinden zum Ende des Projekts offiziell die Abschaffung von Genitalverstümmelung verkünden.

Gemeinsam mit dem dschibutischen Ministerium für Frauenförderung, familiäre und soziale Angelegenheiten bilden die Johanniter seit April 2014 die Mitglieder der Aufklärungskomitees aus. Inhalte der Schulungen sind die gesundheitlichen Folgen der Beschneidungspraktiken, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Informationen zur reproduktiven Gesundheit. Dieses Wissen geben die Komitees an die Dorfgemeinschaft weiter. Davon profitieren rund 7000 Menschen. Mit Hilfe der Frauenorganisation SAMATAR haben die Johanniter einen Spielfilm produziert, der in den Gemeinden gezeigt und diskutiert wird.

Erfahren Sie hier mehr über das Johanniter-Projekt zur Aufklärung gegen Genitalverstümmelung.

Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.