Kongo: Hoffnung für Straßenkinder

Wie viele Straßenkinder es im Kongo gibt, weiß niemand. Allein in Kinshasa sind es wohl mehr als 20.000. Oft sind sie von Ausbeutung und Missbrauch betroffen – ob physisch, sexuell oder emotional.

Kongo: Hoffnung für Straßenkinder

Der Kongo ist das, was man einen gescheiterten Staat nennt. 20 Jahre Krieg und Zerstörung haben eine soziale Katastrophe verursacht. Familien und ganze Dörfer haben sich aufgelöst, es gibt Millionen Kriegs- und Aidswaisen. Zusammen mit jenen, die vor Armut und Hunger geflohen sind, landen sie als Ausgestoßene auf der Straße. In der Provinz Süd-Kivu, einst ein Epizentrum der Gewalt, gibt unsere Bündnisorganisation Childfund Deutschland Straßenkindern ein Zuhause, schickt sie zur Schule und führt sie wieder mit ihren Familien zusammen.

Reintegration in eine Gemeinschaft

In Uvira, einer Stadt am Nordufer des Tanganjikasees, unterstützt ChildFund bereits seit 2001 ein Heim, in dem derzeit 40 Straßenkinder ein Zuhause auf Zeit gefunden haben. Hier bekommen sie alles , was für sie lange größter Luxus war: warmes Essen, saubere Kleidung und ein eigenes Bett, Duschen, Toiletten sowie medizinische Versorgung. Vor allem aber besuchen die Kinder hier auch die Schule.

Vier Betreuer und eine Sozialarbeiterin kümmern sich um die Kinder und strukturieren für sie den Alltag. Die Kinder sollen aber auch lernen Verantwortung zu übernehmen, sich selbst zurückzustellen und respektvoll miteinander umzugehen. Das „Gesetz der Straße“ wird im Heim durch Regeln ersetzt, die sich die Bewohner selbst geben. Das stellt eine Legitimität her, die jeder Neuankömmling sofort versteht.

Wiedervereinigung mit den Familien

Kein Heim kann die Geborgenheit einer Familie ersetzen – letztlich kann daher nur Reintegration das Ziel sein. Früh werden die Angehörigen der Kinder ausfindig gemacht, unter einem Berg von Schuld, Scham und Verbitterung legt man behutsam die Gründe der Trennung frei. Damit wird eine Basis für Versöhnung geschaftt. Mit einem Konzept, das die Eltern zugleich in die Pflicht nimmt und honoriert, wurden seit 2015 25 Kinder mit ihren Familien wiedervereint.

Hintergrund

Wie viele Straßenkinder es im Kongo gibt, weiß niemand. Allein in Kinshasa sind es wohl mehr als 20.000. Oft sind sie von Ausbeutung und Missbrauch betroffen – ob physisch, sexuell oder emotional. Verstecken müssen sich die Täter in der Regel nicht nicht. Niemanden kümmert es, wie es den vor Dreck starrenden, zerlumpten, von Tuberkulose und Malaria geplagten Gestalten ergeht, die überall herumlungern, Passanten belästigen und klauen. Es ist leicht, sie nicht als Menschen zu sehen. Viel leichter, als zu akzeptieren, dass sie Kinder sind, die sich ein Zuhause und etwas Geborgenheit wünschen. Aus der Gesellschaft verstoßen, kämpfen sie täglich ums Überleben – in einer Welt, die ihnen nichts schenkt.

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