Madagaskar: Wasser als Quelle des Lebens

Wasser ist die Quelle des Lebens, doch in ländlichen Gegenden im Norden von Madagaskar leider auch Quelle von Krankheit und Tod. Damit das nicht so bleibt, baut unsere Mitgliedsorganisation HELVETAS Sanitär- und Trinkwasseranlagen und klärt über Verunreinigungen im Wasser auf.
_©Helvetas

Madagaskar: Wasser als Quelle des Lebens

Wasserquellen sind oft verunreinigt

In den ländlichen Gegenden im Norden von Madagaskar erhalten viele Familien ihr Wasser aus einem nahegelegenen Fluss oder anderen natürlichen Quellen. Das Wasser ist jedoch häufig verunreinigt, da nahezu alle Bewohnerinnen und Bewohner ihr Bedürfnis aufgrund fehlender Toiletten im Freien verrichten und so Keime ins Wasser gelangen. Kaum ein Haushalt verfügt über Toiletten oder Waschräume. Das verunreinigte Wasser führt zu Krankheiten und einer hohen Kindersterblichkeit. Außerdem können die kranken Menschen gar nicht oder nur eingeschränkt arbeiten und somit nicht zum Familieneinkommen beitragen. Die Folge ist, dass viele Familien in Armut leben müssen.

Gefiltertes Trinkwasser und Strom für die Gesundheitsstation

Um diese missliche Lage zu verbessern, trägt HELVETAS mit seiner lokalen Partnerorganisation SANTATRA zu besseren Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen in ländlichen Gemeinden bei. In den nordmadagassischen Dörfern Ambohitrandriana, Maevatanana und Anjiabory reparieren sie zusammen mit den Dorfbewohnern die mangelhafte Infrastruktur von zwei Gesundheitsstationen und drei Grundschulen. Mit fachgerechten Chlorfiltern wird zudem in Zukunft Trinkwasser aus allen installierten Wasserhähnen kommen. Zudem wird die Gesundheitsstation in Ambohitrandriana mit Strom ausgestattet, sodass diese nun auch in der Nacht beleuchtet und Medikamente angemessen gekühlt werden können.

Ausbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung zum Umgang mit Hygiene

Damit aber nicht nur die Gesundheitsstationen und Grundschulen Zugang zu Hygieneinfrastruktur erhalten, werden zudem Freiwillige ermutigt, eine Maurerausbildung zu erhalten, um so genannte mourabas – Latrinen auf Dorfebene aus natürlichen Materialien – mit den Familien zu bauen. Denn das Projekt wäre wenig nachhaltig, wenn nicht alle Dorfbewohner auch außerhalb des Schulalltages oder eines Besuches der Gesundheitsstationen Latrinen nutzen würden. Außerdem werden die grundsätzlichen Hygiene-Botschaften in das Schulkurrikulum mit aufgenommen, welche dann von den Schülern Zuhause weitergeben werden.

Es wird ebenfalls darauf geachtet, dass auch Frauen und Mütter hierüber informiert werden, da sie primär die Haushalte organisieren, sich um die Kinder kümmern, diese waschen und das Essen für die Familien kochen. Die Lehrpersonen und das medizinische Personal werden ebenfalls aktiv dazu angeregt, die WASH-Botschaften zu verbreiten und vorbildlich anzuwenden. Sie sind Vorbildfunktionen und somit wichtige Multiplikatoren für ein erfolgreiches Projekt. Überdies werden Partnerschaften (Public Private Partnerships) mit privaten Investoren eingegangen, die für finanzielle und technische Wartungen der Sanitäranlagen aufkommen. Sie werden auch nach Projektende weiterhin für die Instandhaltung verantwortlich sein.

Wasser ist Quelle des Lebens. Zugang zu sauberen Trinkwasser und einer adäquaten Hygiene wird den Menschen dazu verhelfen, ihre gesundheitliche Situation zu verbessern und somit auf Dauer ihre ökonomischen Bedingungen zu verbessern und die Kindersterblichkeit zu verringern.

Finanziert wird das Projekt durch die W.P. Schmitz-Stiftungen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

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