Südafrika: Friedenszentrum der Quäker-Hilfe Stiftung

Die Quäker-Hilfe Stiftung fördert in Südafrika in einem Friedenszentrum die Stärkung des Friedensprozesses.
Eine Jungsgruppe_©Quäker-Hilfe-Stiftung

Südafrika: Friedenszentrum der Quäker-Hilfe Stiftung

Unsere Mitgliedsorganisation, die Quäker-Hilfe Stiftung leitet in Südafrika ein Friedenszentrum, um den Friedensprozess zu stärken.

Glücklicherweise wissen die meisten Menschen in Deutschland nicht, was es bedeutet, im Krieg zu leben und tagtäglich Gewalt und Konflikten ausgesetzt zu sein. In großen Teilen der Welt ist das allerdings nicht selbstverständlich. Ein Land, das lange unter Konflikten und dem Apartheidsystem leiden musste, ist Südafrika. Unsere Mitgliedsorganisation, die Quäker-Hilfe Stiftung, hat es sich unter anderem genau dort zur Aufgabe gemacht, den Friedensprozess zu stärken, um künftige Konflikte gewaltfrei zu lösen. Um dieses Ziel zu erreichen, fördern sie in Südafrika ein Friedenszentrum.

„Unsere Vision ist ein Südafrika, in dem Konflikte gewaltlos gelöst werden. Unser Auftrag ist es, den Menschen zu helfen, Gewaltausbrüche zu verhindern und aktiv für eine gewaltlose Welt zu arbeiten.“ So beschreibt das Friedenszentrum der Quäker in Kapstadt seine Aufgabe. Wie das gelingen kann in einer Gesellschaft, die bis heute unter den Auswirkungen des Apartheidregimes leidet, zeigt die Arbeit von Nokuthula Mbete:

Rollenbilder verändern

Wenn Nokuthula Mbete, Trainerin des Friedens-Zentrums, vor jungen Leuten sitzt, gewinnt sie schnell das Vertrauen der Mädchen. Sie berichtet von ihren eigenen Erfahrungen als junge Frau und davon, dass sie mit 17 Jahren massive sexuelle Gewalt erfahren hat. Sie gewinnt aber auch das Vertrauen der jungen Männer, weil sie nicht verurteilt, sondern zuhört und zu verstehen versucht. „Wir wollen die Mädchen und Frauen stark machen, indem wir ihr Selbstbewusstsein stärken. Den Männern dagegen müssen wir zeigen, dass wahre Stärke sich nicht in Gewalt äußert!“, erklärt sie.

„Es ist oft erschütternd, wenn die Jungen von ihren Vätern und Großvätern erzählen. Gewalt ist ihre Sprache. Die jungen Männer haben nie etwas anderes gelernt, und es ist nicht einfach, sie dazu zu bringen, ihr Leben zu ändern. Aber es gelingt uns immer wieder, sowohl durch die Arbeit in den Schulen als auch durch die Besuche bei den Jugendlichen und ihren Familien in den Townships. Und wenn Veränderungen sichtbar werden, dann lieben wir unsere Arbeit und sind stolz auf das, was wir tun“, erzählt Nokuthula Mbete.

Junge Menschen in Südafrika: zwischen Gewalt und Hoffnung

Seit 1988 bemühen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Quäker-Friedenszentrums in Kapstadt darum, eine Kultur der Kooperation und Toleranz aufzubauen – mitten in einer Welt von Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum und Gewalt. Die Arbeit in Schulen spielt dabei eine wichtige Rolle, denn gerade in den Townships ist das Miteinander oftmals durch Aggression geprägt. Waffenbesitz, Bedrohungen und Tätlichkeiten sind an der Tagesordnung. Dieses Verhalten endet auch nicht vor den Schultoren. Die Lehrerinnen und Lehrer stehen den Problemen oft hilflos gegenüber.

Junge Menschen sollen ihre Begabungen entwickeln können. Schulen müssen daher frei sein von Gewalt, Missbrauch und Schikanen. Um auf die dramatische Situation in Schule und Gesellschaft zu reagieren, hat das Quäker-Friedenszentrum vor zwei Jahren in der West-Kap-Provinz, in Partnerschaft mit der dortigen Schulbehörde, eine Kampagne für gewaltfreie Schulen ins Leben gerufen. Die Kampagne wendet sich direkt an Schülerinnen und Schüler sowie an die Lehrenden und erarbeitet gemeinsam mit ihnen Methoden der Gewaltprävention und der friedlichen Konfliktlösung.

Ziele der Friedenskampagne

Eines der Ziele der Friedenskampagne in Südafrika ist es, jungen Menschen Methoden der gewaltfreien Kommunikation und Konfliktlösung zu vermitteln. Mit Hilfe dieser Fertigkeiten soll es ihnen ermöglicht werden, zukünftig Führungspositionen in ihren Gemeinschaften und der Gesellschaft einzunehmen.

Außerdem wird den Jugendlichen dabei geholfen, rassistische und geschlechtsspezifische Vorurteile, die der Demokratie in Südafrika im Weg stehen, zu erkennen und zu reduzieren. Schritt für Schritt soll sich eine Politik des Dialogs entwickeln, der die Gewalt ablösen soll. Auch in Schulen soll das Lernen unbeeinflusst von Gewalt stattfinden können.

Vergleichbare Projekte fördert die Quäker-Hilfe Stiftung auch in anderen Ländern, zum Beispiel in Burundi, Kenia oder auch in Guatemala oder Haiti. Die Arbeit der Quäker verfolgt stets das Ziel, Formen der Gewalt zu ersetzen durch Zusammenarbeit und positiven Austausch.

 

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