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Äthiopien: Frauenförderung und Ressourcenschutz

In Äthiopien fördert ChildFund gezielt Frauen, um ihre Familien nachhaltig zu stärken. Den Frauen werden Erwerbsalternativen aufgezeigt, so wird die Ernährung ganzer Dörfer gesichert.

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_© Childfund Deutschland e.V.

Äthiopien: Frauenförderung und Ressourcenschutz

Leere Augen, ausgemergelte Körper, eingefallene Gesichter: Die Bilder von 1984/85 haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt. Eine Dürre hatte in Äthiopien die Ernten und Viehherden vernichtet, die folgende Hungersnot traf Millionen Menschen. Zehntausende wurden in Zeltlagern versorgt, bis zu 500.000 starben. Die Welt war erschüttert: Das durfte sich nicht wiederholen. Doch auch 2006 und 2011 wütete am Horn von Afrika der Hunger. Erneut hatten Entwaldung und Erosion Dürren begünstigt. ChildFund setzt sich dafür ein, die natür­lichen Lebensgrundlagen der Menschen zu erhalten und ihnen zu helfen, ihre Existenz auf nachhaltige Weise zu sichern.

Das Projekt setzt dabei auf 4 Schwerpunkte:

  • Existenzsicherung durch nachhaltige Erwerbsalternativen: 600 Frauen lernen, Baumschulen anzulegen, Obstbaum-Setzlinge zu ziehen, Energiesparöfen zu bauen und ihre Produkte zu vermarkten
  • Ressourcen- und Umweltschutz: weniger Abholzung durch Alternativen zum Brennholzverkauf, Verbreitung der Energiesparöfen senkt Holzverbrauch, Aufforstung der Dorfumgebung
  • Frauenförderung und Familienstärkung: die geförderten Frauen erlangen Selbstbewusstsein, übernehmen Verantwortung für ihre Dörfer, verbessern die Ernährung ihrer Familien und schicken ihre Kinder zur Schule
  • Umweltbildung: Aufklärung zu Folgen der Abholzung und Möglichkeiten des nachträglichen Handelns, gemeinsame Baumpflanz-Aktionen in Projektdörfern, Gründung von Umwelt-Clubs an Schulen, diverse Schul-Aktionen und Infotage

Nachhaltige Verbesserungen

In 12 Dörfern hat ChildFund je 50 Frauen, die zuvor Brennholz sammelten und Holzkohle verkauften, in Kooperativen (Spar- und Kleinkreditgruppen) vereint, sie in Grundlagen der Betriebswirtschaft eingeführt und ihnen Erwerbsalternativen ermöglicht, die die Umwelt nicht schädigen und zudem mehr einbringen. Heute legen sie Baumschulen an, ziehen Obstbäume, bauen Energiesparöfen und vermarkten ihre Produkte. Deren Verbreitung schützt Gehölze wie Böden und mildert so die Auswirkungen von Dürren. Dort, wo Mangel- und Unterernährung stark verbreitet sind, können die geförderten Frauen ihre Kinder heute gut ernähren, sie zur Schule schicken und die Lebensqualität ihrer Familien dauerhaft verbessern.

Hintergrund

Über 80 % der etwa 105 Millionen Äthiopier und Äthiopierinnen leben auf dem Land, viele ohne Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen. Mehr als jede dritte Person gilt als extrem arm, etwa 25 % der Kleinkinder sind unterernährt. Das Land hängt von der Landwirtschaft ab, doch Bevölkerungsdruck und veraltete Techniken bringen diese an ihre Grenzen. Zudem nehmen mit dem Klimawandel auch Dürren zu, deren Folgen durch Entwaldung und Überweidung verstärkt werden. Um Hungersnöte zu verhindern gilt es, auf diese Herausforderungen Antworten zu finden. Wichtig ist dabei die Rolle von Frauen: Sie sind es, die das Überleben ihrer Familien sichern und für alles offen sind, was ihnen diese Aufgabe erleichtert.

Weitere Informationen zu dem Projekt von ChildFund Deutschland in Äthiopien finden Sie hier.

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Pinke Taxen in Kinshasa: Frauen auf dem Fahrersitz

Die Unternehmerin Patricia Nzolantina ist Gründerin des kongolesischen Taxiunternehmens Ubizcabs, das ausschließlich Frauen einstellt, obwohl in der Demokratischen Republik Kongo Taxifahren als „männlicher“ Beruf gilt.

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Pinke Taxen in Kinshasa: Frauen auf dem Fahrersitz

In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, leitet Patricia Nzolantina das Taxiunternehmen „Ubizcabs“. Patricia ist Gründerin des Unternehmens, ihre hundertprozentige Frauenquote macht das Unternehmen zu etwas Besonderem. Doch nicht nur das, sie zahlt ihren Fahrerinnen Gehälter, die weit über dem kongolesischen Durchschnitt liegen. Zusätzlich bekommt jede Frau ein eigenes Konto mit eigener Kreditkarte, um ihr Geld selbst verwalten zu können.

In Kinshasa ist das Taxifahren ein von Männern dominiertes  Arbeitsfeld, Patricia hingegen stellt nur Frauen als Fahrerinnen ein. In ihren luxuriösen pinken Taxen gibt es Getränke und WLAN, allerdings kostet eine Fahrt auch 15 Dollar – ein hoher Preis für Kinshasa!

Video über Ubizcabs auf Englisch:

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Die Unternehmerin Patricia Nzolantina

Ubizcabs ist nicht Patricias erstes Unternehmen, auch wenn ihr Hauptsitz an ein Start-Up erinnert: hinter einem pinken Tor verteilen sich offene Büros auf drei Etagen und an den Wänden hängen Bilder von afrikanischen Unternehmerinnen und inspirierende Zitate.

Nach ihrem Studium in Kinshasa, Stanford und Harvard gründete Patricia Nzolantina ihre erste Marketingfirma, welche sie später in die Holdinggesellschafft „Bizzoly“ umwandelte. Eine Holdinggesellschaft ist ein Unternehmen, welches sich mit Geld an anderen Unternehmen beteiligt. Bizzoly ist unter anderem an mehreren Start-Ups von Frauen, an der Produktion eines Magazins und  von Mineralwasser beteiligt. Das Leitprinzip ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und kongolesische Frauen zu stärken.

Neue Projekte stehen in den Startlöchern

Patricia sagt, dass sie viele Opfer bringen musste, um erfolgreich zu sein. Banken gaben ihr zunächst keine Kredite und sie musste ihr Privatleben hinten anstellen. Doch sie bereue nichts, denn tief in ihrem Inneren wisse sie, dass sie vielen Familien ein gutes Leben ermöglicht, indem sie Frauen gut bezahlt und fördert. Patricia entwickelt ihr Taxiunternehmen stetig weiter und bildet auch Frauen aus. Seit neuestem bietet das Unternehmen einen Lieferdienst auf Motorrädern an: „Ubizdelivery“. Obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie einige von Patricias Projekten bremste, ist sie voller Zuversicht und Selbstvertrauen für die Zukunft.

Weitere Informationen:

Dubois, J. / Le Monde A Kinshasa, le taxi se décline au féminin

Dubois, J. / France24 DR Congo taxi service puts women in the driver’s seat

Uganda: Hoffnung dank AIDS-Präventions-Programm t.a.p.p.

Mit dem AIDS-Präventions-Programm t.a.p.p. unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care zahlreiche Projekte rund um das Thema Beratung und Aufklärung in Bezug auf HIV/AIDS. Besonders Frauen bekommen die Möglichkeit, trotz ihrer Erkrankung eine Ausbildung zu machen und schöpfen somit neue Hoffnung.

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_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Hoffnung dank AIDS-Präventions-Programm t.a.p.p.

Das Tumaini AIDS Prevention Program (t.a.p.p.)

Tumaini bedeutet Hoffnung. Die hat für viele der 40 Millionen Menschen im ostafrikanischen Uganda eine wichtige Bedeutung, denn rund 2,6 Millionen (Weltbank, 2016) von ihnen sind betroffen vom Immunschwäche-Virus HIV/AIDS, der bis heute nicht heilbar ist. Viele Infizierte haben große Angst vor der Zukunft. Fragen über die Zukunft der Kinder und den Tod begleiten sie täglich. Unter dem Namen t.a.p.p. unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care zahlreiche HIV/AIDS-Projekte in Uganda. Hier finden die Betroffenen Lebenshilfe in Form von Beratung, Zuwendung und Aufklärung. Die bereits schwierige Arbeitssituation in Uganda wird durch eine HIV/AIDS-Erkrankung enorm verstärkt. Aus diesem Grund hilft t.a.p.p. den Betroffenen, eigene Verdienst- und Sparmöglichkeiten zu schaffen.

Ausbildung schenkt Zukunft

„Ich bin dankbar, dass ich trotz meiner Krankheit wieder neuen Lebensmut habe. Es macht mich stolz, dass ich dank t.a.p.p. einen Beruf erlernen durfte“, freut sich die 22-jährige Esther, die in der t.a.p.p. Tailoring School in Mutungo, Uganda ihre Ausbildung zur Näherin absolviert und letztes Jahr ihr Diplom erhalten hat. In einem zweijährigen Trainingsprogramm lernen HIV-infizierte Jugendliche hier das Schneiderhandwerk.

Aktuell gibt es zwei Näh-Klassen, die jeweils 25 Azubis aufnehmen können und eine Klasse, die im Bereich des Schusterhandwerks ausgebildet wird. Darüber hinaus ist zukünftig eine mögliche Berufsausbildung zum Friseur geplant. „Ich freue mich über jeden, der an meinem Stand stehenbleibt“, erzählt Esther. Vor dem kleinen Laden ihrer Schwester hat sie jetzt ihr eigenes Geschäft eröffnet. Sie ist sehr fleißig und hat stets geöffnet – nur in den Ferien fährt sie in ihr Dorf zurück, um bei der Ernte zu helfen und zusätzlich Geld zu verdienen. Bis jetzt läuft in ihrer kleinen Schneiderei alles gut, am liebsten näht sie Damenkleidung. „Es wäre toll, wenn ich noch mehr Stoffe für meine Auslage kaufen könnte, um meine kleine Näherei noch weiter auszubauen.“ Die Ausbildung hat Esthers Leben trotz ihrer HIV/AIDS-Erkrankung neue Hoffnung geschenkt. Sie ist stolz, dass sie mit dem erlangten Wissen und ihrer eigenen Nähmaschine nun ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

An über 40 Stellen in Uganda bekommen infizierte Frauen die Möglichkeit, sich durch die Herstellung von Papierschmuck, Kleidung, Geldbörsen, Taschen und weiteren Handarbeiten ein Einkommen zu schaffen, das mehr für sie bedeutet, als nur eine Einnahmequelle. Die wertvolle Gemeinschaft, in der sie zweimal wöchentlich zusammentreffen, die sinnvolle Beschäftigung, die ihnen Anerkennung und Wertschätzung verleiht und die wichtige Bedeutung, selbst zu einer Veränderung ihrer eigenen Situation beitragen zu können, machen Mut und schenken Hoffnung.

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Methoden für den Unterricht: Sexualität und Gender – „Let’s talk about sex“

Das interaktive Spiel „Let's talk about sex“ ist für Schüler*innen ab der 7. Klassenstufe geeignet und hat zum Ziel, verschiedene Arten der Sexualität und Gender kennen und respektieren zu lernen.

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_©CARE

Methoden für den Unterricht: Sexualität und Gender – „Let’s talk about sex“

Das interaktive Spiel „Let’s talk about sex“ ist für Schüler*innen ab der 7. Klassenstufe geeignet und hat zum Ziel, verschiedene Arten der Sexualität und Gender kennen und respektieren zu lernen.

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Frauen und Bildung

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut.

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Radioschule in Sambia._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Frauen und Bildung

Der Lebenslauf unserer Frau des Monats Mai, Dr. Shumirai Nyota aus Simbabwe, zeigt exemplarisch und beeindruckend, welches Potenzial sich entfalten kann, wenn Mädchen und Frauen der Zugang zu Bildung nicht verwehrt oder erschwert wird. Er veranschaulicht auch, dass von der Bildung von Frauen, die Frauen selbst, ihre Familien, die Gemeinschaft und der Staat profitieren.

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut. Mit dem zweiten Milleniums-Entwicklungsziel soll deshalb sichergestellt werden, dass bis 2015 Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Primarschulbildung vollständig abschließen können. Eine Verbesserung der Bildungschancen, insbesondere für Mädchen und Frauen hätte viele positive Auswirkungen, besonders auf die Wirtschaft und die Gesundheit.

  • Seit dem Jahr 2000 sind die Einschulungsraten deutlich gestiegen (Unicef).
  • Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen stieg, laut einer Weltbankstudie 2011 um 0,3 %, in Ländern, in denen die Anzahl der Frauen mit höherem Abschluss um 1 % stieg.
  • Wenn alle Frauen ihre Sekundärschulbildung abschließen würden, würde die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen um 49% fallen und damit 3 Millionen Kinderleben pro Jahr retten.
  • Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren, ist 7 Mal geringer bei Kindern die einen höheren Schulabschluss erworben haben.

One – Bildungsartikel

Zählt die Bildung von Frauen weniger?

Der Weg zu mehr Gleichberechtigung und damit zu besseren Entwicklungschancen für die gesamte Gesellschaft muss schon bei den Kindern beginnen. Es gehen aber noch immer deutlich mehr Jungen zur Schule als Mädchen. Auch wenn es in vielen afrikanischen Ländern bei der Bildung Fortschritte gibt, sind es oft die Mädchen, die den Schulbesuch abbrechen müssen, wenn die Eltern nicht das Schulgeld aufbringen können oder die Arbeitskraft zuhause oder auf dem Feld gebraucht wird. Das hat zur Folge, dass

  • Südlich der Sahara bis heute jedes dritte Kind nicht zur Schule geht, das sind rund 45 Millionen Mädchen und Jungen (Unicef)
  • Davon sind es deutlich mehr Mädchen als Jungen, da sie häufig früh verheiratet werden, hart arbeiten müssen und infolge nicht zur Schule gehen können. Weltweit kommen auf 100 Jungen die nicht zur Schule gehen 115 Mädchen (Unicef – Jahresbericht 2006)
  • in Entwicklungsländern lediglich 43 Prozent der Mädchen im entsprechenden Schulalter eine weiterführende Schule besuchen.
  • zwei Drittel aller erwachsenen Analphabeten Frauen sind (Unicef – Mädchenrechte).

Fazit

Es ist zwingend notwendig, Mädchen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, um die gesamtgesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Auch die Bildungsqualität muss verbessert und Prioritäten auf Abschlussnoten und weiterführende Schulen gesetzt werden. Die Schulen sollten mädchengerechter werden, das schließt auch die Abschaffung diskriminierender Regeln ein, zum Beispiel, dass schwangere Mädchen die Schule verlassen müssen.

Da sich die Förderung der Bildung von Frauen positiv auf die Reduzierung der Armut auswirkt, muss die Gleichberechtigung als fester Bestandteil von Politik und Wirtschaft gesetzlich verankert werden.

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Frauen und ihre Rechte

Frauen mit Rechten... fördern Wirtschaft, Bildung und Gesundheit

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Mutter mit Kind in Kenia._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Anger

Frauen und ihre Rechte

Frauen bewegen Afrika – sie treiben die Wirtschaft voran, spielen eine entscheidende Rolle in der Politik und ihr Engagement ist unverzichtbar für das Gesundheitswesen und die Zivilgesellschaft. Ihre rechtliche Ungleichstellung erschwert jedoch ihren Zugang zu sozialen und wirtschaftlichen Ressourcen. Eine rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern hätte enorme positive Auswirkung auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung Afrikas, denn

  • die wirtschaftlichen Erträge könnten um bis zu 22 Prozent gesteigert werden, hätten Frauen den gleichen Zugang zu Ausbildung, Werkzeugen, Saatgut, Düngemittel und Krediten wie Männer.
  • Hätten Frauen einen höreren Bildungsgrad, würde die Kinder- und Säuglingssterblichkeit deutlich zurück gehen (Unicef Jahresbericht 2006).
  • Die Ernteerträge in afrikanischen Staaten könnten um 20% bis 30% ansteigen, wenn Frauen über denselben Zugang zu Land, Krediten, Dünger und technologischen Hilfsmitteln verfügen würden wie Männer (Neue Bücher Zeitung).

Frauen haben weniger Rechte

Ungeachtet ihrer Leistungen werden afrikanische Frauen diskriminiert und benachteiligt. Die vorherrschenden Gesetze und Strukturen erschweren ihnen den Zugang zu ökonomischen Ressourcen, Eigentum, Land und Rechten. Die überwiegende Mehrheit der Frauen arbeitet im informellen Sektor und hat damit kein Recht auf einen Mindestlohn oder Mutterschutz. Darüber hinaus sind Frauen erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt und der Zugang zu Bildung wird ihnen erschwert. Die eingeschränkten Rechte berühren auch die fundamentalen Menschenrechte.

  • Acht von zehn arbeitenden Frauen erhalten weder einen Lohn oder ein offizielles Gehalt.
  • Frauen in Afrika gehört nur ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, obwohl 80 Prozent aller Nahrungsmittel von ihnen produziert werden. (VENRO)
  • Frauen werden häufig Opfer physischer, sexualisierter, psychologischer oder wirtschaftlicher Gewalt. (UN DESA)
  • Noch immer ist in vielen Ländern Afrika die Praxis der Genitalverstümmelung Bestandteil der Kultur. (UN DESA)
  • Mädchen und Frauen haben infolge fehlender sexueller Selbstbestimmung gegenüber ihren Partnern geringe Möglichkeiten, sich vor einer Infektion mit HIV/Aids zu schützen (Unicef).

Fazit

Alle Bürgerinnen und Bürgern sollten gleiche Rechte, Schutz und Chancen erhalten. Nur so können Frauen in Afrika eine aktive, gleichberechtigte Rolle innerhalb ihrer Gemeinden und Volkswirtschaften einnehmen. Dies setzt eine Politik voraus, die sicherstellt, dass Frauen politisch partizipieren und Zugang zu Krediten erhalten, dass sie Eigentum besitzen und erwerben können. Da sich die Förderung der Rechte von Frauen auch positiv auf die Reduzierung der Armut auswirkt, muss die Gleichberechtigung als fester Bestandteil von Politik und Wirtschaft priorisiert und gesetzlich verankert werden.

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Frauen in Wirtschaft und Politik

Frauen... Schlüssel zu erfolgreicher Wirtschaft und Politik

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Frauen im Senegal_©Aktion Canchanabury

Frauen in Wirtschaft und Politik

Frauen sind bereits heute die treibende Kraft in Afrikas Wirtschaft und spielen eine entscheidende politische Rolle, indem sie für eine ehrlichere, engagierte Führung in Afrika eintreten. Frauen haben ein Interesse daran, dass die Ressourcen so effizient wie möglich genutzt werden. Je höher der Anteil von Frauen in einem Parlament, desto niedriger die Korruptionsrate ist. Liberia ist ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Regierungsführung von Frauen. Auch in anderen afrikanischen Ländern sind Frauen in Parlamenten stark vertreten, teilweise über 30 Prozent (UN DESA). Im Vergleich dazu sind es in den USA lediglich 16 Prozent. Auch das wirtschaftliche Potenzial von Frauen ist beachtlich: fast die Hälfte aller kleinen und mittleren Betriebe in Afrika werden erfolgreich von Frauen geleitet.

  • Im Afrika südlich der Sahara werden 80 Prozent aller Nahrungsmittel von Frauen produziert (Unicef).
  • Eine adäquate Ausbildung von Mädchen kann in Kombination mit der Reduzierung des unterschiedlichen Bildungsgrades von Männern und Frauen zur Stärkung der Demokratie beitragen (One – Bildung).
  • Frauen könnten bei gleichem Zugang zu Produktionsmitteln 20 bis 30 Prozent höhere Erträge erzielen als bisher und die landwirtschaftliche Gesamtproduktion um 2,5 bis 4 Prozent steigen (One – Landwirtschaft).

Frauen haben weniger Rechte

Trotz dieser positiven Entwicklung werden Frauen massiv benachteiligt. Auf vielen Ebenen haben sie eingeschränkte Rechte und aufgrund ihrer gesellschaftlichen und familiären Stellung immer noch zu geringe Möglichkeiten an politischen Entscheidungsprozessen zu partizipieren.

  • Acht von zehn arbeitenden Frauen erhalten weder einen Lohn oder ein offizielles Gehalt. (ILO)
  • Frauen im südlichen Afrika gehören nur 7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, obwohl 80 Prozent aller Nahrungsmittel von ihnen produziert werden. (VENRO)
  • Weltweit können 14 Prozent der Erwachsenen weder lesen noch schreiben. Davon sind wei Drittel sind Frauen. Die meisten von ihnen, ca. 70%, leben in Afrika (BWE)

Fazit

Obwohl Frauen eine Schlüsselrolle in Wirtschaft und Politik einnehmen, werden ihnen nicht die gleichen Rechte gewährt, wie sie Männern zustehen. Die rechtliche Gleichstellung der Frauen auf allen Ebenen ist zwingend notwendig, damit sich das gesamte Potenzial der Frauen in Afrika entfalten kann. Da sich die Förderung von Frauen in Wirtschaft und Politik positiv auf die Reduzierung der Armut auswirkt, muss die Gleichberechtigung als fester Bestandteil von Politik und Wirtschaft gesetzlich verankert werden.

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Frauen und Gesundheit

Frauen... der Schlüssel zu Gesundheit

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Mutter mit Neugeborenem im Flüchtlingscamp Kakuma._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Anger

Frauen und Gesundheit

Trotz vieler Widrigkeiten setzten sich Frauen Tag für Tag für Kranke und Bedürftige ein. Sie arbeiten als Ärztinnen, Krankenschwestern, leisten Aufklärungsarbeit und bringen sich in der Zivilgesellschaft ein. Frauen sorgen sich um die Gesundheit ihrer Kinder und Familien. Vorrausetzung für dieses Engagement ist natürlich, dass die Frauen selbst gesund sind.

  • Hätten Frauen Zugang zu einfachsten Gesundheitsdienstleistungen, könnten 80 Prozent aller Todesfälle durch Schwangerschaft und Geburt vermieden werden (Unicef).
  • Viele Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an Gesundheitsschäden nach Komplikationen bei der Geburt (action medeor). Dies könnte durch verbreitetere Aufklärung und mehr meditzinisches Fachpersonal deutlich verbessert werden.

Zählt die Gesundheit von Frauen weniger?

Oft haben Frauen nicht mal Zugang zu grundlegenden medizinischen Leistungen wie Impfungen oder Schwangerschaftsvorsorge. Sie erliegen vermeidbaren Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall, Malaria und Masern. Weltweit stirbt jede Minute eine Frau an den Folgen einer Schwangerschaft oder während der Geburt, viele davon in Afrika. Sterben die Mütter, wächst die Zahl der Waisen und der von Kindern geführten Haushalte.

  • Afrikanerinnen sind von Krankheiten wie HIV / Aids und Malaria am stärksten betroffen. Südlich der Sahara sind 71% der Infizierten junge Frauen (Unicef).
  • Es sterben jährlich weltweit ca. 570.00 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Davon sind rund 70.000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. 99% der Todesfälle entfallen auf Entwicklungsländer (Müttersterblichkeit – Unicef).
  • In Afrika liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau bei der Geburt ihres Kindes stirbt, bei 1 zu 100 (Neue Bücher Zeitung).

Fazit

Gesunde Frauen bringen nicht nur den Familien, sondern auch den Gemeinden Entwicklungsgewinne ein. Daher spielt auch in den Milleniumsentwicklungszielen (MDGs – BMZ) die Gesundheit von Frauen eine bedeutende Rolle. So sollen bis zum Jahr 2015 die Kindersterblichkeitsraten um 60 Prozent und die Müttersterblichkeitsraten um 75 Prozent gesenkt werden. Auch die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten spielen für die Erreichung der MDGs eine bedeutende Rolle.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA appelliert an die Entscheidungsträger der Entwicklungszusammenarbeit, ihre Versprechen in Bezug auf die Milleniumsziele einzuhalten und die Maßnahmen zur Gesundheitsfürsorge von Frauen in Afrika zu intensivieren.

Untere Mitgliedsorganisationen action medeor setzt sich beispielsweise  mit ihren Projekten für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Frauen ein:

action medeor – arbeitet mit Frauen zu den Themen Familienplanung, Verhütung, Geburtsvorbereitung und sexuell übertragbare Krankheiten zusammen.

 

 

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