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Sierra Leone: Praktische Aus- und Weiterbildung von Hebammen

Sierra Leone hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Das Gesundheitssystem ist durch einen Mangel an qualifiziertem Gesundheitspersonal stark beeinträchtigt. Unsere Bündnisorganisation action medeor setzt sich zusammen mit ihrer Partnerorganisation Caritas Bo mit mehreren Maßnahmen für die Stärkung der Hebammenausbildung ein, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu verbessern.

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Sierra Leone: Praktische Aus- und Weiterbildung von Hebammen

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gab es 2018 circa 650 Hebammen in Sierra Leone, benötigt würden aber 3.000. Im Projektgebiet im Süden des Landes versorgen nur 65 Hebammen eine Bevölkerung von 894.066 Menschen. 

Das gemeinsame Projekt von action medeor und ihrer Partnerorganisation Caritas Bo zielt darauf ab, die praktische Hebammenausbildung zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wird unter anderem das Kurrikulum der Hebammenausbildung gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und relevanten Organisationen und Vertretern anderer Hebammenschulen im Land überarbeitet. Zudem werden Hebammen aus ländlichen Gesundheitseinrichtungen zu zertifizierten Praxisanleitenden weitergebildet. 

Neben der Verbesserung der Ausbildung werden im Rahmen des Projektes zwei bestehende Gemeindegesundheitszentren zu Zentren für klinische Hebammenausbildung und qualitativ hochwertige (Notfall-)Geburtshilfe entwickelt. Hierzu werden notwendige Sanierungsarbeiten durchgeführt, insbesondere im Bereich der Entbindungsstation. 

In diesen zwei Zentren für klinische Hebammenausbildung werden regelmäßige Übungseinheiten durchgeführt, um den Transfer von Wissen und Fähigkeiten zu stärken, vor allem im Umgang mit Komplikationen. Zudem werden Verantwortliche des Distrikts in die Überwachung der Praxiseinsätze stärker eingebunden. 

Durchführung von kontinuierlicher beruflicher Weiterbildung an der Hebammenschule Bo 

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium von Sierra Leone wird ein Weiterbildungsplan für praktizierende Hebammen entwickelt. Für insgesamt 150 Hebammen – hiervon 60 Praxisanleitende – sollen drei Weiterbildungen angeboten werden, in denen sie ihre fachlichen und personalen Kompetenzen ausbauen können. Die Weiterbildungen werden an der Hebammenschule in Bo und im Ausbildungszentrum Gerihun stattfinden, wodurch die Hebammenschule zusätzlich als Weiterbildungszentrum etabliert wird. 

Beschaffung von 60 Hebammentaschen für Praxisanleitende 

Im Rahmen der kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung erhalten die 60 Praxisanleitende Hebammentaschen, die untere anderem mit einem Stethoskop, Blutdruckmessgerät, Beatmungsbeutel, Fieberthermometer sowie einer Erstausstattung Verbrauchsmaterial ausgestattet sind. Diese Materialien sind elementar für eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe. Aus dem Vorprojekt wurden ebenfalls alle graduierten Hebammen mit einer solchen Tasche ausgestattet. 

Vernetzung und Verbesserung von Arbeitsbedingungen 

Neben der Verbesserung der Aus- und Weiterbildung besteht das Ziel des Projektes darin, die Koordination und Vernetzung von Hebammen auf Distrikt- und regionaler Ebene zu verbessern. Hier wird eng mit der sierra-leonischen Hebammenvereinigung zusammengearbeitet. Durch Netzwerke sollen ca. 800 Hebammen besser mit relevanten Informationen versorgt werden und gegenseitige Unterstützung und Beratung erhalten. Außerdem werden sie in die Lage versetzt, auf Grundlage von nationalen Richtlinien und Aktionsplänen ihre Rechte einzufordern. Dadurch sollen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Hebammen in ländlichen Gemeinden verbessert werden. Ihre Integration in den ländlichen Gemeinden soll durch Dialoge mit Vertreterinnen und Vertretern der aufnehmenden Gemeinden gefördert werden. 

Die Partnerorganisation: Caritas Bo 

Caritas Bo ist Mitglied von Caritas International und für die Entwicklungs- und Wohltätigkeitsarbeit der Diözese Bo zuständig. Durch ihre Arbeit in Sierra Leone unterstützt die Caritas Bo die Regierung bei der Bereitstellung von medizinischer Grundversorgung und trägt durch die qualitativ hochwertige Hebammenausbildung zur Senkung der Mütter- und Neugeborenensterblichkeit bei. Durch regelmäßige Schulungen wird der Partner in der Umsetzung des Projektes gestärkt. Gemeinsam haben action medeor und Caritas Bo im Jahr 2017 eine Hebammenschule in Bo gegründet – die erst dritte Schule des Landes. 

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Uganda: Eine Chance auf Gesundheit

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care unterstützt mit lokalen Partnern fünf Gesundheitszentren in ländlichen Regionen Ugandas, um die dort völlig unzureichende medizinische Versorgung zu verbessern. So können Krankheiten behandelt und Geburten betreut werden sowie Impfungen und Hygieneschulungen durchgeführt werden.

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_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Eine Chance auf Gesundheit

HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen sind die weitverbreitetsten Krankheiten und die Haupttodesursachen in Uganda. Trotz Verbesserungen in der Lebenserwartung, in der Kindersterblichkeitsrate und in der Müttersterblichkeit steht das Gesundheitssystem vor Herausforderungen. So sind nicht überall ausreichend Krankenstationen vorhanden oder ihre Kapazitäten reichen nicht für die Anzahl an Menschen aus. Eingeschränkter Zugang zu Operationen, bestimmten Therapien und Medikamenten machen behandelbare Krankheiten lebensgefährlich. Das ugandische Gesundheitssystem ist wie eine Pyramide aufgebaut und gliedert sich in verschiedene Stufen. Je nach Schwere der Erkrankung wird ein Patient jeweils an die nächste Stufe überwiesen. An der Spitze stehen zwei nationale Krankenhäuser.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care unterstützt mit ihren lokalen Partnern fünf Gesundheitszentren in Uganda und trägt damit zur Verbesserung der Patientenversorgung bei. Sie gehören alle der Kategorie II oder III an und sind daher für eine grundlegende Basisversorgung zuständig. Die meisten dieser Stationen liegen in ländlichen Regionen, wo die medizinische Versorgung sehr gering ist. In den Krankenstationen werden verschiedene Tests und Behandlungen durchgeführt, Patienten können über Nacht beherbergt und Medikamente fachgerecht aufbewahrt und verabreicht werden. Hebammen und Geburtsräume ermöglichen eine sichere Geburt, Vor- und Nachsorge. Regelmäßige Impfkampagnen erhöhen den Schutz vor Krankheiten, wie Masern, Polio, Diphtherie oder Hepatitis B. Kostenfreie Kondome sollen vor Krankheiten wie HIV/AIDS und ungewollten Schwangerschaften schützen. Von den Krankenstationen organisierte Hygieneschulungen in den umliegenden Dörfern und Stadtteilen zeigen ihre Wirkung. Durchfallerkrankungen kann vorgebeugt und der allgemeine Gesundheitszustand erhöht werden.

Häufig sind die Krankenstationen eng mit den Schulen des Kinderhilfswerks Global-Care verbunden, wodurch die Schülerinnen und Schüler medizinisch versorgt werden können. Der enge Kontakt reduziert zudem Ängste der Kinder und Jugendlichen, sich bei Beschwerden untersuchen zu lassen. Ein neues Labor und Fortbildungen zum Einsatz von Ultraschallgeräten verbessern das Erkennen und Behandeln von Erkrankungen.

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