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Die Hungersnot in Madagaskar – eine Folge des Klimawandels

In Madagaskar herrscht eine schwere Hungersnot. Durch mehrere Dürrejahre in Folge kam es zu hohen Ernteausfällen. 400.000 Menschen sind vom Hungertod bedroht.

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Die Hungersnot in Madagaskar – eine Folge des Klimawandels

In Madagaskar waren die letzten Jahre von großer Trockenheit und Dürre geprägt, 2021 trat nun die schlimmste Dürre seit 40 Jahren ein. Infolgedessen und aufgrund verheerender Sandstürme wurden Felder unbestellbar.  

Viele Madagassinnen und Madagassen sind auf Ernteerträge angewiesen 

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt und hat etwa die 1,6-fache Größe Deutschlands. Auf der riesigen Insel leben etwa 27 Millionen Menschen. Im Süden des Landes versorgen sich 90 % der Bevölkerung selbst. Das bedeutet sie züchten Vieh und bauen Getreide und andere Lebensmittel auf ihren Feldern an.  

Verschlimmerung der Hungersnot durch die Corona-Pandemie 

Die Corona-Pandemie sorgt zudem dafür, dass Einnahmen wegfallen, Lieferketten durchbrochen sind und die Preise von Grundnahrungsmitteln steigen.  

Dies führt dazu, dass zurzeit 400.000 Menschen auf Madagaskar vom Hungertod bedroht sind. Der Landesleiter der Welthungerhilfe vor Ort gibt an, dass Menschen Insekten, Lehm und Blätter essen. Im aktuellen Welternährungsbericht heißt es, dass weltweit 10 % der Menschen unterernährt sind.  

Hunger als globales Problem  

Laut Weltbank leiden etwa 270 Millionen Menschen an Hunger. Die internationale Staatengemeinschaft setzte sich 2015 das Ziel, den Hunger bis 2030 zu stoppen. Allerdings könnten laut Prognosen bis 2050 sogar 80 Millionen zusätzliche Menschen von Hunger, in Folge von Dürre, ausfallenden Ernten und steigenden Preisen betroffen sein. 

Hungersnot in Madagaskar als Folge des Klimawandels 

Die Menschen, die in Madagaskar verhungern, sterben weder an Kriegen noch an Konflikten, sondern an den Folgen des Klimawandels. Obwohl die Länder des globalen Südens am wenigsten Treibhausgase ausstoßen, sind die klimatischen Folgen dort am verheerendsten.  

Klimakatastrophen und Hungersnöten sind häufige Fluchtursachen 

Bis 2050 könnten 143 Millionen Menschen gezwungen sein, in Folge des Klimawandels aus ihrer Heimat zu fliehen. In Afghanistan bspw. flüchten schon heute mehr Menschen vor Trockenheit und Überflutung als vor terroristischen Angriffen der Taliban.  

Die Agenda 2030 und die 17 Ziele 

Mit der Agenda 2030 verpflichteten sich alle 193 Staaten, die den so genannten “Zukunftsvertrag” unterschrieben, allen Menschen der Erde bis 2030 ein Leben in Würde zu ermöglichen. Vor allem die wohlhabenderen Länder stehen in der Pflicht zu handeln.  

Vernetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung 

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die in der Agenda 2030 beschlossen wurden, müssen immer vernetzt betrachtet werden. Um Hungersnöte wie in Madagaskar zu verhindern, müssen mehrere Ziele verfolgt werden:  

Zunächst liegt das wichtigste Ziel auf der Hand: Ziel 2 – Kein Hunger. Um dies zu erreichen, ist es allerdings notwendig Ziel 1 “Keine Armut” und Ziel 13 “Maßnahmen zum Klimaschutz” mit einzubeziehen. Zu diesen Maßnahmen gehört es bspw., dass unser wachsender Energiebedarf in Zukunft nur noch durch klimaneutrale Quellen gedeckt werden soll. Armut kann durch hochwertige Bildung (Ziel 4) und Geschlechtergleichheit (Ziel 5) verhindert werden. Auch das 16. Ziel “Friede, Gerechtigkeit und starke Institutionen” spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen Armut.  

Akute Hilfe und langfristige Lösungen sind nötig 

Zurzeit ist akute Hilfe durch Nahrungsmittel in Madagaskar essentiell und für viele der Menschen überlebensnotwendig. Um zukünftige Ereignisse dieser Art zu vermeiden, müssen langfristige und nachhaltigere Lösungen angegangen und umgesetzt werden.  

Falls auch Du Dich für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung einsetzen möchtest, gibt es hier einen interessanten Artikel für Dich.  

Quellen:

o. A. / Hunderttausenden droht der Hungertod vom 26.06.2021 in der Tagesschau.  

Büscher, G. / Madagaskar: Wenn Corona und Hungersnot aufeinandertreffen vom 13.07.2021 in der WAZ.  

21.07.2021

Simbabwe: Wiederaufbau der Schule nach Zyklon IDAI und Maßnahmen gegen den Hunger

In Simbabwe kam es durch den Zyklon IDAI im März 2019 zur Katastrophe. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care setzt sich im Distrikt Chimanimani dafür ein, dass traumatisierte Kinder wieder in die Schule gehen können und psychologische Betreuung erhalten. Mit Nahrungsmittelhilfen und Landwirtschaftstrainings bekämpft das Kinderhilfswerk den Hunger und bereitet die Menschen auf zukünftige Trockenperioden vor.

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_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Simbabwe: Wiederaufbau der Schule nach Zyklon IDAI und Maßnahmen gegen den Hunger

Die Not der Menschen in Simbabwe ist groß. Neben der desolaten Wirtschaftssituation führt die anhaltende Dürre zu Hunger und Armut. In dieser schon angespannten Situation kam es zur Katastrophe. Der Zyklon Idai fegte im März 2019 mit heftigen Winden über den Osten des Landes. Tage zuvor traf er bereits in Mosambik auf Land und ließ Teile des südöstlichen Afrikas in größter Verwüstung zurück. Allein in Simbabwe starben über 180 Menschen und 60.000 verloren ihr Zuhause. Zerstörte Straßen und Brücken verhinderten teilweise wochenlang Hilfslieferungen, eine medizinische Versorgung und die Kommunikation mit entlegenen Dörfern.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care unterstützt zusammen mit ihrem lokalen Partner bedürftige Familien in dieser komplexen Lebenssituation.

Wideraufbau der Schule und Rückkehr zum schulischen Alltag

Ein normaler Schulbesuch ist für die Mädchen und Jungen im Distrikt Chimanimani seit dem Zyklon nicht mehr möglich. Der Schock über die verheerenden Verwüstungen sitzt tief. Gemeinsam mit der Partnerorganisation baut das Kinderhilfswerk Global-Care eine Schule wieder auf, versorgt sie mit Trinkwasser und fördert eine Rückkehr zum schulischen Alltag. Außerdem erhalten die traumatisierten Kinder psychosoziale und spieltherapeutische Gruppen- und Einzelbetreuung, um ihre Ängste zu bewältigen, ihre Stärken hervorzubringen und neuen Mut zu schöpfen. Die Erfahrung von Kontrollverlust und Überforderung während des Zyklons prägt das Verhalten der Kinder. Viele sind unruhig, ängstlich oder bedrückt. Veranstaltungen für LehrerInnen, Eltern, ErzieherInnen und die kommunale Verwaltung klären über diese Ängste der Kinder und Symptome von Traumata auf. Nur wenn Verantwortliche Verhaltensweisen und Probleme der Kinder erkennen, können sie auch richtig handeln und für das Wohlergehen der Kinder sorgen. Weitere Fortbildungsmaßnahmen und Supervision begleiten die Durchführung der Betreuungsangebote.

Landwirtschaftstraining und Lebensmittel gegen den Hunger

Bereits vor dem Zyklon warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aufgrund der extremen Trockenheit vor Nahrungsmittelknappheit und Hunger. Gleichzeitig steckt Simbabwe in einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise. Lebensmittel fehlen und Treibstoffe werden rationiert. Die Preise steigen durch die Inflation in extreme Höhen. Mehr als 5,5 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittel-Unterstützung angewiesen. Schätzungen zufolge ist 2019 die Anzahl der Menschen in extremer Armut um eine Million Menschen gestiegen. Die anhaltende Dürre zeigt, wie wichtig es für die junge Generation ist, sich auf zukünftige Trockenperioden vorzubereiten. So lernen Jugendliche und junge Erwachsene in dreitägigen Trainings mit einfachen landwirtschaftlichen Geräten umzugehen, die Eigenschaften von lokalen Pflanzen für die Landwirtschaft besser kennen und erhalten grundlegendes Wissen über Anbaumethoden. Außerdem finden Verteilungen von Lebensmitteln, Seife und Kerzen für Familien statt.

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Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Riesige Heurschreckenschwärme breiten sich weiter in Ostafrika aus und vernichten ganze Ernten. Die Folgen sind veheerend. Die betroffenen Länder kämpfen gegen die Plage an.

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_©picture alliance / AP Images

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Milliarden Heuschrecken fressen die Felder leer

Milliarden Heuschrecken ziehen in riesigen Schwärmen durch Ostafrika und verwüsten ganze Landstriche. Sie fressen in nur wenigen Stunden die Felder leer und vernichten damit die Nahrung von hunderttausenden Menschen. Vor allem Somalia, Äthiopien, Kenia, Eritrea sowie Teile des Sudans und Ugandas sind besonders geplagt. Große Teile der Ernten sind dort bereits zerstört.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Heuschreckenschwärme bis Juni um das 500-fache ansteigen und sich die Plage auf weitere Länder ausweiten könnte. Dann droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Da die meisten Menschen in der Region von der Landwirtschaft leben, hätte das verheerende Folgen auf die Ernährungssituation in ganz Ostafrika. Bis zu 13 Millionen Menschen sind dann von Hunger bedroht.

Auswirkungen in Kenia und Somalia

Für Kenia wäre das die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Somalia hat bereits Anfang Februar den Notstand ausgerufen. Dort leiden schon jetzt 6,7 Millionen Menschen unter akuter Mangelernährung. Denn in vielen der betroffenen Gebiete haben in den letzten Jahren bereits Dürren und Überschwemmungen die Ernten vernichtet.

Uganda setzt Armee ein

Uganda setzt im Kampf gegen die Heuschrecken sogar seine Armee ein. 2.000 Soldaten wurden in die betroffenen Gebiete im Osten des Landes verlegt und zwei Flugzeuge wurden angeschafft, um die Schwärme aus der Luft mit Insektiziden zu bekämpfen. Das ist laut Experten auch die einzige wirksame Gegenmaßnahme.

Auch Äthiopien geht mittlerweile mit Luft- und Bodeneinsätzen gegen die Heuschreckenschwärme vor.

Heuschreckenschwärme breiten sich weiter aus

Mittlerweile breiten sich die Schwärme auch außerhalb Afrikas in Richtung Osten aus, wo laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jetzt auch die Arabische Halbinsel, die Küste des Persischen Golfs in Kuwait, Bahrain und Katar betroffen sind.

„Die Heuschreckenschwärme treffen auf eine Region, in der Millionen Kinder bereits mangelernährt sind“, erklärt Sid Johann Peruvemba, Vorstand von action medeor, und macht den Ernst der Lage in Ostafrika deutlich: „Die Menschen stehen vor dem Nichts.“

Unsere Mitgliedsorganisationen versuchen das Schlimmste zu verhindern. Gemeinsam mit den lokalen Partnern plant beispielsweise action medeor in Somalia Bargeldhilfen, Lebensmittelverteilungen und Rehabilitationsmaßnahmen wie Saatgutverteilungen für eine spätere Nachsaat.

Quellen und weitere Informationen

https://www.agrarheute.com/tier/heuschreckenplage-bedroht-staaten-565307

http://www.fao.org/emergencies/fao-in-action/stories/stories-detail/en/c/1263522/

https://www.tagesschau.de/ausland/heuschreckenplage-103.html

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

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