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Burundi: Verbesserung des Wassermanagements in den Provinzen Muyinga und Giteda

Unsere Mitgliedsorganisation CARE unterstützt Frauen und Mädchen in Burundi beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen.

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Burundi: Verbesserung des Wassermanagements in den Provinzen Muyinga und Giteda

Extreme Wetterereignisse, politische Unruhen, Fluchtbewegungen und Hunger: Die Menschen in Burundi müssen vielen Herausforderungen trotzen. Während der Regenzeit im Frühjahr 2021 traten Seen und Flüsse über die Ufer. Insgesamt waren 50.000 Menschen von den Fluten betroffen, 20.000 mussten ihre Häuser verlassen. 2,3 Millionen Menschen in Burundi benötigen dringend humanitäre Hilfe. Epidemien wie Corona, Cholera und Ebola verschärfen die ohnehin schon schwierige humanitäre Situation zusätzlich. 2021 belegte Burundi bereits zum fünften Mal einen Platz in den Top 10 der am wenigsten beachteten Krisen weltweit.

Unsere Mitgliedsorganisation CARE ist seit 1994 in Burundi aktiv. Frauen und junge Menschen stehen im Mittelpunkt aller Projekte. Mit der Hilfe von Kleinspargruppen und dem Training von wirtschaftlichen Fähigkeiten können sie selbst Geld verdienen. CARE setzt auch für die Infrastruktur wichtige Projekte in Bereichen wie Wasserversorgung und Landwirtschaft um. Zudem arbeitet CARE mit Gemeinden und staatlichen Institutionen zusammen, um gleiche Chancen und Rechte für alle Geschlechter zu ermöglichen und gesellschaftlichen Konflikten vorzubeugen.

Verbesserung des Wassermanagements

Obwohl Burundi reich an Wasserressourcen ist, ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser besonders in ländlichen Gebieten nach wie vor unzureichend. CARE fördert die Instandsetzung und den bedarfsgerechten Ausbau von Wasserversorgungssystemen, die Bereitstellung und die Rehabilitierung von Sanitäranlagen. CARE-Helfer*innen führen Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bevölkerung zum hygienischen Umgang mit Wasser durch und unterstützen lokale Akteur*innen bei der Verbesserung des Managements und des Schutzes der Wasserressourcen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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Äthiopien: Nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Adaption an den Klimawandel

Im Südwesten Äthiopiens unterstützt die Stiftung der Deutschen Lions die Nahrungsmittelsicherung und Wasserversorgung unter Berücksichtigung ökologischen Landbaus.

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Äthiopien: Nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Adaption an den Klimawandel

Obwohl Äthiopien mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von ca. 8-10 % auf einem guten Weg ist, die Lebensverhältnisse im Land nachhaltig zu verbessern, lebt trotzdem rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Ein eindeutig bremsender Faktor ist das in weiten Gebieten des Landes fehlende Wasser.

Äthiopien hat fast 100 Millionen Einwohner und ist mit 1,1 Millionen Quadratkilometer Fläche etwa drei Mal so groß wie Deutschland. Derzeit nimmt Äthiopien im weltweiten Vergleich die meisten Schutzsuchenden auf, über 800.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr registriert, hauptsächlich aus Südsudan, Somalia und Eritrea. All diese Menschen müssen sich nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Nahrungsmitteln versorgen. Neben dem Problem immer längeren Trockenzeiten und ausbleibendem Regen wodurch Reservoirs austrocknen und Brunnen trocken fallen, fehlt es auch an Wissen zu angepassten Anbaumethoden und Verhinderung von Monokulturen und Erosion.

Wasser fehlt überall

In der Projektregion im Südwesten des Landes, in den Verwaltungsbezirken (Woredas) Shashogo und Misrak Badawachu, die sich in der Provinz SNNPR (Southern Nations Nationalities People´s Region) befinden, sind fast alle Bewohner als Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oder Tagelöhner in der Landwirtschaft tätig. Mangels Wasser und anderer Arbeitsmöglichkeiten wandern die Menschen jedes Jahr vor allem in der auch als „Hunger Season“ beschriebenen Trockenzeit für 2-4 Monate in die Städte ab, wo sie auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Nur etwa 17,5 % der Menschen hat Zugang zu einer (lokal als angemessen bewerteten) Trinkwasserversorgung (im Landesdurchschnitt 57 %). Lokal angemessen bedeutet: in einer Entfernung von bis zu 1,5 km sind für jede Person „einige Liter“ trinkbares Wasser erreichbar.

Wasser fehlt überall: Als Trinkwasser und in der Landwirtschaft aber auch für die persönliche Hygiene. Fehlenden Sanitäreinrichtungen begünstigen die Ausbreitung der sogenannten „Water Borne Diseases“, der wasserverursachten Krankheiten die ursächlich für eine hohe Kindersterblichkeit sind. Armut, Perspektivlosigkeit und totale Abhängigkeit von Hilfslieferungen führen vermehrt zur Flucht, nicht nur vom Land in die Stadt sondern auch über die Landesgrenzen hinaus.

Unsere Mitgliedsorganisation Stiftung der Deutschen Lions leistet Hilfe zur Selbsthilfe

Mit diesem Projekt soll die Lebenssituation von rund 25.000 Menschen, selbstversorgenden Kleinbäuer*innen und ihren Familien, dauerhaft verbessert werden. Dazu werden an vier Standorten Brunnen gebohrt und Pumpen installiert, die mit Solarpaneels betrieben werden. Sind die Brunnen gebohrt und in Betrieb, werden von der Zielgruppe in Eigenleistung unter Anleitung des lokalen Partners SMART, die einfachen Gebäude und Einrichtungen erstellt: Auf Betonfundamenten entstehen die „Wasserkioske“ zur Abnahme von Frischwasser in guter Qualität aus dem Brunnen und Duscheinrichtungen sowie Geräteschuppen. Das für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehene Gelände wird eingezäunt. Um zusätzlich Regenwasser oder gepumptes Wasser längerfristig für die Bewässerung nutzen zu können, entstehen Hochbehälter. In Schulungen wird Basiswissen zur Körperhygiene und den Umgang mit dem wertvollen (Über-) Lebensmittel vermittelt.

Wasser ist die Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft

Weitere Schwerpunkte des Projekts liegen anschließend in der nachhaltigen Nahrungsmittelsicherung durch Vermittlung von Know-how in aktivem Bodenmanagement, einer dem Klima und den lokalen Bedingungen angepasster Bewirtschaftung und Vermarktung. Die Antonia-Ruut-Stiftung arbeitet seit mehreren Jahren eng mit der lokalen Nichtregierungsorganisation SMART (Sustainable Management of Alternative and Renewable Technologies) zusammen. Es gibt bereits ein Trainingscenter für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Nutzung von organischem Material zur Bodenverbesserung ist in Äthiopien weitgehend unbekannt, Viehdung wurde bisher verbrannt. SMART hat ein Verfahren entwickelt und veröffentlicht, wie mit organischen „Abfällen“, auch aus den entstehenden Toiletten, wertvoller Kompost gewonnen und zur Bodenverbesserung eingesetzt wird. Das Verfahren wird inzwischen schon seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt.

In diesem Projekt sollen 2.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit einfachen Werkzeugen ausgestattet, intensiv geschult und begleitet werden, bei einer durchschnittlichen Familiengröße von 6-7 Personen werden damit in der Projektlaufzeit ca. 13.000 Menschen erreicht, weitere durch den nachhaltigen Wissenstransfer von geschulten Multiplikator*innen. Es werden Bäume angepflanzt, diese spenden  Schatten für empfindliche Anpflanzungen und tragen wertvolle Früchte zur Eigennutzung und Vermarktung. Es wird reproduzierbarer Samen gewonnen, Keimlinge und Anpflanzungen werden dank ganzjähriger Bewässerungsmöglichkeiten durch die Dürrezeiten gebracht. Anbau, ertragreiche Ernten und Viehwirtschaft sind nur mit zuverlässiger und ganzjähriger Verfügbarkeit von ausreichend Wasser möglich.

Das Projekt wurde von der Stiftung der Deutschen Lions in bewährter Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung initiiert und umgesetzt.

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Äthiopien: Agroforst – Nachhaltigkeit verwurzeln

Das umfassende und nachhaltige Projekt zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung der Stiftung der Deutschen Lions unterstützt Menschen in Äthiopien, den Herausforderungen der Klimakrise entgegenzutreten.

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Äthiopien: Agroforst – Nachhaltigkeit verwurzeln

Folgen der Klimakrise in Äthiopien

Weltweit hungern nach Angaben des UN-Reports vom Juli 2021 rund 700 Millionen Menschen. Die Covid-Pandemie hat die Lage verschärft und es wird vermutet, dass die Zahlen sogar höher liegen und weiter ansteigen. In Äthiopien sind schätzungsweise 49 Prozent der Bevölkerung unterernährt. Nur jede*r zweite äthiopische Bürger*in hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ursachen des Hungers sind Dürre und Überschwemmungen, verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion. Das Land ist daher auch besonders stark von der Klimakrise betroffen. Durch den Bevölkerungszuwachs werden mehr Lebensraum, Wasser und Nahrung benötigt. Wo Wälder abgeholzt werden, gehen wertvolle Ressourcen verloren, Brachland und Wüsten dehnen sich aus. Wenn das Überleben immer schwieriger wird, verlassen Menschen ihren angestammten Lebensraum.

Die Stiftung der Deutschen Lions ist im südlichen Äthiopien aktiv

Mit der Planung eines umfassenden und nachhaltigen Projekts zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung wollen die Lions den Menschen in Äthiopien helfen, diesen Herausforderungen durch geeignete Maßnahmen entgegenzutreten.

Beginnend mit der Sicherung der Ernährung ist eine spürbare Verbesserung der Lebenssituation für Kleinbäuerinnen, Klein­bauern und ihre Familien das oberste Ziel.

Wie wird das Ziel erreicht?

Erreicht wird dies durch Stärkung, Unterstützung und Begleitung von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC).

In theoretischen und praktischen Trainings wird ver­mittelt, wie sich durch gezielte Bodenverbesserungen die Ernteerträge steigern lassen. Einzelne Frucht-Bäu­me auf landwirtschaftlichen Flächen ermöglichen Obsternten und die Beschattung der Anbauflächen, großflächige Anpflanzungen geeigneter Baumarten verbessern neben der Wasserversorgung auch das Mikroklima in der Projektregion.

Was ist der Erfolg?

Langfristig wird so die Erosion der Böden verringert und die CO2-Bilanz verbessert. Basierend auf bewährten Erfahrungen und der Weitergabe von neuen Erkenntnissen wird die Resili­enz der Zielgruppe gestärkt.

Der lokale Partner berät und begleitet die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auch bei der Vermarktung ihrer Produkte. So schaf­fen die im Rahmen dieses Projekts umzusetzenden Maßnahmen die Voraussetzungen für bescheidenes Einkommen und die Vermeidung von Fluchtursachen.

Projektziele

  • Erwerb und Weitergabe von Know-How
  • Eigenverantwortlichkeit stärken
  • Erhöhung landwirtschaftlicher Erträge
  • Generierung von Einkommen
  • Erhöhung Grundwasserspiegel

Maßnahmen innerhalb der Projektlaufzeit

  • Unterstützung und Ausbau von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC)
  • Trainings & Begleitung für 10.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
  • Gewinnung und Verbesserung von Anbauflächen
  • regional angepasste (Wieder-) Aufforstungen
  • Anbau von Fruchtbäumen (100.000 neue Bäume)
  • Holzkohle-Produktion und -Vermarktung

Trainingsinhalte

  • Bodenverbesserung, Erosionsvermeidung
  • ertragssteigernde Bewirtschaftung
  • Bäume pflanzen und pflegen
  • Gewinnung Samen und Setzlinge
  • Vermarktung produzierter Erzeugnisse

„Green Belt“ gegen Wüstenwachstum

Afrikas „Grüne Mauer“ ist die Vorzeigeinitiative der Afrikanischen Union, um die Effekte des Klimawandels und der Desertifikation zu bekämpfen.

Mehr Infos zum Green Belt-Movement und der Initiatorin Wangari Muta Maathai:

Projektregion Derashe im Süden Äthiopiens

Die Projektregion Derashe liegt ca. 500 km südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba im Regie­rungsbezirk SNNPR (Southern Nations, Nationalities, and Peoples Region) und ist von der Stadt Arba Minch (mit Universität und Flughafen) in einer Autostunde erreichbar.

Auf 790 km² und in Höhenlagen von 1.250-2.600 m leben 170.000 Menschen vorwiegend von dem, was sie in der Landwirtschaft produzieren. Durch ihr Klima ist die Projektregion sehr gut geeignet zur Einführung von Agroforstwirtschaft. Die lokal anerkannte Organisation GPDA (Gardulla People Development Association) ist ein erfahrener Projekt­partner, der in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt hat.

Im Rahmen dieses 4-jährigen Projekts erhält GPDA die nötige Unterstützung und das Know-How zur Einführung der bisher dort unbekannten Agroforst­wirtschaft: 10.000 Kleinbäuerinnen, Kleinbauern, ihre Familien und die gesamte Projektregion Derashe werden von deutlichen Verbesserungen profitieren.

Hier können Sie mehr über die Fortschritte im Projekt erfahren.

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Uganda: Landwirtschaftshilfe für Betroffene der Heuschreckenplage

Nach den Ernteverlusten durch die Heuschreckenplage sichert das Kinderhilfswerk Global Care mit Landwirtschaftshilfen die Ernährung betroffener Familien.

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Uganda: Landwirtschaftshilfe für Betroffene der Heuschreckenplage

Heuschreckenplage in Uganda im Jahr 2020

Am 09. Februar 2020 erreichte ein erster Schwarm Uganda. Weitere Schwärme folgten und verteilten sich auf 22 Distrikte im Nordosten des Landes. Wüstenheuschrecken fressen pro Tag in etwa ihr eigenes Gewicht und haben es auf Nahrungspflanzen und Futtermittel abgesehen. So zerstören sie die Ernten und verstärken die Not der Menschen, die von der Landwirtschaft leben und bereits vor der Plage um ihre Versorgung kämpften.

Ernährung sichern

In den drei betroffenen Dörfern der Distrikte Kitgum, Pader und Katakwi hilft das Kinderhilfswerk GLOBAL CARE gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation K.I.D.S. und sichert die Grundversorgung von insgesamt 60 Familien. Angemietetes Land ermöglicht den Anbau und Verkauf von Erdnüssen, Sesam, Mais und Sonnenblumen. Ausgewählte Familien erhalten Ziegen als Nutztiere und Ochsen für die Feldarbeit.

Wiederaufbau der Landwirtschaft

Projektleiterin Colleen Stevenson ist gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von einem Einsatz zurückgekehrt: „Mit zwei Teams sind wir in die drei Dörfer gereist und haben jeweils 3-tägige Workshops durchgeführt. Die von der Heuschreckenplage betroffenen Menschen haben effektive Techniken für den Anbau, die Ernte und die Pflege der Böden und Pflanzen erlernt. Wir haben mit ihnen die Benutzung von technischen Hilfsmitteln geübt und ihnen Informationen zur Lagerung der Ernte, zur sicheren Benutzung von Pflanzenschutzmitteln und zur Tierhaltung vermittelt. Auch Hausbesuche gehörten zu unserem Programm. Wir sind sehr dankbar, dass dies nach der langen Zeit des Lockdowns möglich war und freuen uns über das Ansehen unseres Hilfsprojekts bei den Regierungsvertreter*innen.“

Mit diesem Projekt werden Bauernfamilien bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt und nachhaltig eine Verbesserung ihrer Lebenssituation bewirkt.

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Somalia: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Familien

Der Mangel an landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, das Auftreten von Extremwetterereignissen und mangelnde Infrastruktur sind für Ernährungsunsicherheit in vielen Familien verantwortlich. Unsere Mitgliedsorganisation action medeor ist vor Ort und hilft, die Situation zu verbessern.

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Somalia: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Familien

Eine der größten humanitären Krisen der Welt

Durch den jahrelang andauernden Konflikt, politische Instabilität und immer wiederkehrende Extremwetterereignisse herrscht in Somalia weiterhin einer der größten humanitären Krisen der Welt vor. Ein Großteil der somalischen Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Der Mangel an landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, fehlendem Wissen über effektive Anbaumethoden, das Auftreten von Extremwetterereignissen und mangelnde Infrastruktur sind jedoch mitunter Gründe dafür, dass Haushalte in Somalia unter Ernährungsunsicherheit leiden.

Aus diesem Grund haben WARDI und unsere Mitgliedsorganisation action medeor in der Vergangenheit bereits Projekte zur Verbesserung der Ernährungssicherheit in der Region Hiraan umgesetzt. Aufgrund des anhaltenden Bedarfes in der Region startete im September 2021 ein neues gemeinsames Projekt von action medeor und WARDI, welches mit vielfältigen Maßnahmen zur Verbesserung von Ernährungssituation, Lebensbedingungen und Gesundheit im Projektgebiet beitragen soll.
Durchgeführt wird das Projekt in zehn flussnahmen Gemeinden in den Distrikten Beletweyn und Bulaburte in der Region Hiraan. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung in diesen Gemeinden basiert vornehmlich auf Ackerbau und Viehzucht.

Stärkung der Gemeindestrukturen

In der Anfangsphase des Projektes wird pro Gemeinde ein Projektmanagement-Komitee aus Gemeindemitgliedern gebildet, das bei der Auswahl der begünstigten Haushalte sowie bei der Durchführung und Organisation der Projektaktivitäten unterstützt. Diese enge Einbindung der Menschen aus den Projektgemeinden trägt dazu bei, dass das Projekt nächtig einen positiven Einfluss haben kann: unter anderem organisieren die Komitees auch die Instandhaltung von Infrastruktur wie Straßen und Bewässerungsanlegen, die im Rahmen des Projektes gebaut werden.

Bewässerungssysteme aufbauen

Der Zugang zu Wasser für die Bewässerung von Ackerflächen stellt viele der Kleinbäuer*innen im Projektgebiet vor große Herausforderungen und ist eine zentrale Ursache für niedrige Erträge, besonders vor dem Hintergrund von immer häufiger auftretenden Dürreperioden. Auch wenn die Ackerflächen der Kleinbäuer*innen oftmals flussnah gelegen sind, fehlen Mittel wie Bewässerungspumpen oder intakte Bewässerungskanäle für eine effektive Bewässerung der Flächen.

Um diese Situation zu verbessern, werden unter anderem bestehende Bewässerungskanälen ausgebessert und wiederhergestellt. Zudem werden Bewässerungspumpen durch das Projekt bereitgestellt – teilweise mit Diesel betrieben, als Neuerung in der Region aber auch Solar-betriebene Pumpen.

Schulungen und Verteilung von Gerät und Saatgut

Um die landwirtschaftliche Produktion der Zielgruppe nachhaltig zu verbessern, ist eine Kombination aus Verteilungen von Saatgut, Düngemitteln und landwirtschaftlichen Geräten sowie die Durchführung von Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden geplant.

Auf neu angelegten Demonstrationsfeldern erlernen Kleinbäuer*innen verbesserte Anbaumethoden und können im Austausch miteinander und mit den über das Projekt angestellten vier landwirtschaftlichen Berater*innen verschiedene Pflanzensorten und Methoden erproben. Zusätzlich erhalten 1.000 kleinbäuerliche Haushalte Saatgut, Düngemittel sowie Werkzeuge. Verschiedene Trainingseinheiten vermitteln unter anderem die eigenständige Herstellung von organischem Düngemittel, um die Bodenqualität und Ernteerträge nachhaltig zu verbessern.

Ernährungssituation verbessern

Eine weitere Projektmaßnahme zielt auf eine bessere Ernährungsvielfalt und Gesundheit ab: 1.000 Frauen werden mit Gemüsesaatgut und Obstbaumsetzlingen ausgestattet und beim Anlegen und der Pflege von Gemüsegärten unterstützt.

Eine zusätzliche Herausforderung für die Kleinbäuer:innen im Projektgebiet stellt die zunehmende Gefahr von Überschwemmungen dar, insbesondere in den flussnahen Gebieten. Um dieses Risiko zukünftig zu reduzieren und den Verlust von Ernten und Lebensgrundlagen zu reduzieren, sollen circa 10km des Fluss-Damms repariert und verstärkt werden. Zusätzlich werden zwei Regenmesser angeschafft, um die Niederschläge in der Region überwachen und schneller auf Auffälligkeiten reagieren zu können.

Lebensgrundlagen sichern durch ein erhöhtes Haushaltseinkommen

Um die Ernährungssicherheit und das Haushaltseinkommen der Zielgruppe zu verbessern, sind Verteilungen von Hühnern, Ziegen und Eseln (plus Karren) geplant. Da in Somalia Frauen traditionell für die Versorgung von Nutztieren verantwortlich sind und Nutztiere eine hervorragende Möglichkeit der Einkommensgenerierung darstellen, richtet sich die Aktivitäten explizit an Frauen in den Zielgemeinden. So trägt etwa der Verkauf von Küken und Eiern zu einer Erhöhung des Haushaltseinkommens bei. Die Milch von Ziegen kann für den eigenen Konsum genutzt oder verkauft werden.

Viele Frauen in den Zielgemeinden sind bereits erfahren mit der Haltung von Tieren, jedoch kam es in den vergangenen Jahren zu starken Dezimierungen der Bestände aufgrund von Dürren oder Krankheiten. Um Fehler bei der Haltung von Nutztieren zu vermeiden, erhalten die Frauen im Anschluss an die Verteilungen ein zweitägiges Training zur korrekten Haltung der Tiere und werden nach dem Training von WARDI weiter beraten. Zudem ist im Rahmen dieses Projektes erstmalig geplant, auch eine regelmäßige Beratung durch Tierärzt:innen zu ermöglichen.

Eine weitere Möglichkeit zur Steigerung des Haushaltseinkommens wird durch die Anschaffung von Mahlmaschinen und Ölpressmaschinen erzielt: diese Maschinen werden es den Kleinbäuer:innen zukünftig ermöglichen, ihre Produkte selbst weiterzuverarbeiten und somit höhere Preise erzielen zu können.

Verbesserte Ernährungs- und Hygienesituation

In neu gebildeten und über das Projekt betreute Müttergruppen werden Frauen in wöchentlichen Sitzungen Themen wie Säuglings- und Kleinkindernährung und die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von akuter Mangelernährung bei Kindern thematisiert. Zusätzlich werden in diesen Gruppentreffen auch verschiedene altersgerechte Rezepte aus lokalen Lebensmitteln zubereitet und besonders auch der hygienisch sichere Umgang mit Lebensmitteln besprochen.

Da traditionellerweise Väter in Somalia nicht für die Versorgung und Pflege von Kindern verantwortlich sind, sollen sie im Rahmen des Projekts daher erstmals für die Bedeutung von Ernährung für die Kindesgesundheit und -entwicklung sensibilisiert werden. Hierzu sollen über einen Zeitraum von vier Jahren jeweils eine Aufklärungsveranstaltung pro Jahr und Gemeinde für Väter bzw. Männer stattfinden.

Für eine weitere Verbesserung der Gesundheits- und Hygienesituation werden außerdem Schulungen zu Wasseraufbereitung und Hygiene durchgeführt sowie Brunnen in den Projektgemeinden gebaut oder wiederinstandgesetzt. Somit haben Gemeindemitglieder einen verbesserten und dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser und das Risiko für die Übertragung von wasser- und hygienebasierten Krankheiten kann vermindert werden.

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie werden die Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Hygiene um weitere Aktivitäten ergänzt: diese beinhaltenen Informationskampagnen, den Aufbau von Handwasch-Stationen sowie die Verteilungen von Schutzmasken und Hygienekits an Haushalte.

Das Projekt wird gefödert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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