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Burundi: Verbesserung des Wassermanagements in den Provinzen Muyinga und Giteda

Unsere Mitgliedsorganisation CARE unterstützt Frauen und Mädchen in Burundi beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen.

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Burundi: Verbesserung des Wassermanagements in den Provinzen Muyinga und Giteda

Extreme Wetterereignisse, politische Unruhen, Fluchtbewegungen und Hunger: Die Menschen in Burundi müssen vielen Herausforderungen trotzen. Während der Regenzeit im Frühjahr 2021 traten Seen und Flüsse über die Ufer. Insgesamt waren 50.000 Menschen von den Fluten betroffen, 20.000 mussten ihre Häuser verlassen. 2,3 Millionen Menschen in Burundi benötigen dringend humanitäre Hilfe. Epidemien wie Corona, Cholera und Ebola verschärfen die ohnehin schon schwierige humanitäre Situation zusätzlich. 2021 belegte Burundi bereits zum fünften Mal einen Platz in den Top 10 der am wenigsten beachteten Krisen weltweit.

Unsere Mitgliedsorganisation CARE ist seit 1994 in Burundi aktiv. Frauen und junge Menschen stehen im Mittelpunkt aller Projekte. Mit der Hilfe von Kleinspargruppen und dem Training von wirtschaftlichen Fähigkeiten können sie selbst Geld verdienen. CARE setzt auch für die Infrastruktur wichtige Projekte in Bereichen wie Wasserversorgung und Landwirtschaft um. Zudem arbeitet CARE mit Gemeinden und staatlichen Institutionen zusammen, um gleiche Chancen und Rechte für alle Geschlechter zu ermöglichen und gesellschaftlichen Konflikten vorzubeugen.

Verbesserung des Wassermanagements

Obwohl Burundi reich an Wasserressourcen ist, ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser besonders in ländlichen Gebieten nach wie vor unzureichend. CARE fördert die Instandsetzung und den bedarfsgerechten Ausbau von Wasserversorgungssystemen, die Bereitstellung und die Rehabilitierung von Sanitäranlagen. CARE-Helfer*innen führen Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bevölkerung zum hygienischen Umgang mit Wasser durch und unterstützen lokale Akteur*innen bei der Verbesserung des Managements und des Schutzes der Wasserressourcen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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Äthiopien: Nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Adaption an den Klimawandel

Im Südwesten Äthiopiens unterstützt die Stiftung der Deutschen Lions die Nahrungsmittelsicherung und Wasserversorgung unter Berücksichtigung ökologischen Landbaus.

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Äthiopien: Nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Adaption an den Klimawandel

Obwohl Äthiopien mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von ca. 8-10 % auf einem guten Weg ist, die Lebensverhältnisse im Land nachhaltig zu verbessern, lebt trotzdem rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Ein eindeutig bremsender Faktor ist das in weiten Gebieten des Landes fehlende Wasser.

Äthiopien hat fast 100 Millionen Einwohner und ist mit 1,1 Millionen Quadratkilometer Fläche etwa drei Mal so groß wie Deutschland. Derzeit nimmt Äthiopien im weltweiten Vergleich die meisten Schutzsuchenden auf, über 800.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr registriert, hauptsächlich aus Südsudan, Somalia und Eritrea. All diese Menschen müssen sich nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Nahrungsmitteln versorgen. Neben dem Problem immer längeren Trockenzeiten und ausbleibendem Regen wodurch Reservoirs austrocknen und Brunnen trocken fallen, fehlt es auch an Wissen zu angepassten Anbaumethoden und Verhinderung von Monokulturen und Erosion.

Wasser fehlt überall

In der Projektregion im Südwesten des Landes, in den Verwaltungsbezirken (Woredas) Shashogo und Misrak Badawachu, die sich in der Provinz SNNPR (Southern Nations Nationalities People´s Region) befinden, sind fast alle Bewohner als Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oder Tagelöhner in der Landwirtschaft tätig. Mangels Wasser und anderer Arbeitsmöglichkeiten wandern die Menschen jedes Jahr vor allem in der auch als „Hunger Season“ beschriebenen Trockenzeit für 2-4 Monate in die Städte ab, wo sie auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Nur etwa 17,5 % der Menschen hat Zugang zu einer (lokal als angemessen bewerteten) Trinkwasserversorgung (im Landesdurchschnitt 57 %). Lokal angemessen bedeutet: in einer Entfernung von bis zu 1,5 km sind für jede Person „einige Liter“ trinkbares Wasser erreichbar.

Wasser fehlt überall: Als Trinkwasser und in der Landwirtschaft aber auch für die persönliche Hygiene. Fehlenden Sanitäreinrichtungen begünstigen die Ausbreitung der sogenannten „Water Borne Diseases“, der wasserverursachten Krankheiten die ursächlich für eine hohe Kindersterblichkeit sind. Armut, Perspektivlosigkeit und totale Abhängigkeit von Hilfslieferungen führen vermehrt zur Flucht, nicht nur vom Land in die Stadt sondern auch über die Landesgrenzen hinaus.

Unsere Mitgliedsorganisation Stiftung der Deutschen Lions leistet Hilfe zur Selbsthilfe

Mit diesem Projekt soll die Lebenssituation von rund 25.000 Menschen, selbstversorgenden Kleinbäuer*innen und ihren Familien, dauerhaft verbessert werden. Dazu werden an vier Standorten Brunnen gebohrt und Pumpen installiert, die mit Solarpaneels betrieben werden. Sind die Brunnen gebohrt und in Betrieb, werden von der Zielgruppe in Eigenleistung unter Anleitung des lokalen Partners SMART, die einfachen Gebäude und Einrichtungen erstellt: Auf Betonfundamenten entstehen die „Wasserkioske“ zur Abnahme von Frischwasser in guter Qualität aus dem Brunnen und Duscheinrichtungen sowie Geräteschuppen. Das für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehene Gelände wird eingezäunt. Um zusätzlich Regenwasser oder gepumptes Wasser längerfristig für die Bewässerung nutzen zu können, entstehen Hochbehälter. In Schulungen wird Basiswissen zur Körperhygiene und den Umgang mit dem wertvollen (Über-) Lebensmittel vermittelt.

Wasser ist die Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft

Weitere Schwerpunkte des Projekts liegen anschließend in der nachhaltigen Nahrungsmittelsicherung durch Vermittlung von Know-how in aktivem Bodenmanagement, einer dem Klima und den lokalen Bedingungen angepasster Bewirtschaftung und Vermarktung. Die Antonia-Ruut-Stiftung arbeitet seit mehreren Jahren eng mit der lokalen Nichtregierungsorganisation SMART (Sustainable Management of Alternative and Renewable Technologies) zusammen. Es gibt bereits ein Trainingscenter für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Nutzung von organischem Material zur Bodenverbesserung ist in Äthiopien weitgehend unbekannt, Viehdung wurde bisher verbrannt. SMART hat ein Verfahren entwickelt und veröffentlicht, wie mit organischen „Abfällen“, auch aus den entstehenden Toiletten, wertvoller Kompost gewonnen und zur Bodenverbesserung eingesetzt wird. Das Verfahren wird inzwischen schon seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt.

In diesem Projekt sollen 2.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit einfachen Werkzeugen ausgestattet, intensiv geschult und begleitet werden, bei einer durchschnittlichen Familiengröße von 6-7 Personen werden damit in der Projektlaufzeit ca. 13.000 Menschen erreicht, weitere durch den nachhaltigen Wissenstransfer von geschulten Multiplikator*innen. Es werden Bäume angepflanzt, diese spenden  Schatten für empfindliche Anpflanzungen und tragen wertvolle Früchte zur Eigennutzung und Vermarktung. Es wird reproduzierbarer Samen gewonnen, Keimlinge und Anpflanzungen werden dank ganzjähriger Bewässerungsmöglichkeiten durch die Dürrezeiten gebracht. Anbau, ertragreiche Ernten und Viehwirtschaft sind nur mit zuverlässiger und ganzjähriger Verfügbarkeit von ausreichend Wasser möglich.

Das Projekt wurde von der Stiftung der Deutschen Lions in bewährter Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung initiiert und umgesetzt.

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Äthiopien: Agroforst – Nachhaltigkeit verwurzeln

Das umfassende und nachhaltige Projekt zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung der Stiftung der Deutschen Lions unterstützt Menschen in Äthiopien, den Herausforderungen der Klimakrise entgegenzutreten.

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Äthiopien: Agroforst – Nachhaltigkeit verwurzeln

Folgen der Klimakrise in Äthiopien

Weltweit hungern nach Angaben des UN-Reports vom Juli 2021 rund 700 Millionen Menschen. Die Covid-Pandemie hat die Lage verschärft und es wird vermutet, dass die Zahlen sogar höher liegen und weiter ansteigen. In Äthiopien sind schätzungsweise 49 Prozent der Bevölkerung unterernährt. Nur jede*r zweite äthiopische Bürger*in hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ursachen des Hungers sind Dürre und Überschwemmungen, verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion. Das Land ist daher auch besonders stark von der Klimakrise betroffen. Durch den Bevölkerungszuwachs werden mehr Lebensraum, Wasser und Nahrung benötigt. Wo Wälder abgeholzt werden, gehen wertvolle Ressourcen verloren, Brachland und Wüsten dehnen sich aus. Wenn das Überleben immer schwieriger wird, verlassen Menschen ihren angestammten Lebensraum.

Die Stiftung der Deutschen Lions ist im südlichen Äthiopien aktiv

Mit der Planung eines umfassenden und nachhaltigen Projekts zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung wollen die Lions den Menschen in Äthiopien helfen, diesen Herausforderungen durch geeignete Maßnahmen entgegenzutreten.

Beginnend mit der Sicherung der Ernährung ist eine spürbare Verbesserung der Lebenssituation für Kleinbäuerinnen, Klein­bauern und ihre Familien das oberste Ziel.

Wie wird das Ziel erreicht?

Erreicht wird dies durch Stärkung, Unterstützung und Begleitung von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC).

In theoretischen und praktischen Trainings wird ver­mittelt, wie sich durch gezielte Bodenverbesserungen die Ernteerträge steigern lassen. Einzelne Frucht-Bäu­me auf landwirtschaftlichen Flächen ermöglichen Obsternten und die Beschattung der Anbauflächen, großflächige Anpflanzungen geeigneter Baumarten verbessern neben der Wasserversorgung auch das Mikroklima in der Projektregion.

Was ist der Erfolg?

Langfristig wird so die Erosion der Böden verringert und die CO2-Bilanz verbessert. Basierend auf bewährten Erfahrungen und der Weitergabe von neuen Erkenntnissen wird die Resili­enz der Zielgruppe gestärkt.

Der lokale Partner berät und begleitet die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auch bei der Vermarktung ihrer Produkte. So schaf­fen die im Rahmen dieses Projekts umzusetzenden Maßnahmen die Voraussetzungen für bescheidenes Einkommen und die Vermeidung von Fluchtursachen.

Projektziele

  • Erwerb und Weitergabe von Know-How
  • Eigenverantwortlichkeit stärken
  • Erhöhung landwirtschaftlicher Erträge
  • Generierung von Einkommen
  • Erhöhung Grundwasserspiegel

Maßnahmen innerhalb der Projektlaufzeit

  • Unterstützung und Ausbau von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC)
  • Trainings & Begleitung für 10.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
  • Gewinnung und Verbesserung von Anbauflächen
  • regional angepasste (Wieder-) Aufforstungen
  • Anbau von Fruchtbäumen (100.000 neue Bäume)
  • Holzkohle-Produktion und -Vermarktung

Trainingsinhalte

  • Bodenverbesserung, Erosionsvermeidung
  • ertragssteigernde Bewirtschaftung
  • Bäume pflanzen und pflegen
  • Gewinnung Samen und Setzlinge
  • Vermarktung produzierter Erzeugnisse

„Green Belt“ gegen Wüstenwachstum

Afrikas „Grüne Mauer“ ist die Vorzeigeinitiative der Afrikanischen Union, um die Effekte des Klimawandels und der Desertifikation zu bekämpfen.

Mehr Infos zum Green Belt-Movement und der Initiatorin Wangari Muta Maathai:

Projektregion Derashe im Süden Äthiopiens

Die Projektregion Derashe liegt ca. 500 km südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba im Regie­rungsbezirk SNNPR (Southern Nations, Nationalities, and Peoples Region) und ist von der Stadt Arba Minch (mit Universität und Flughafen) in einer Autostunde erreichbar.

Auf 790 km² und in Höhenlagen von 1.250-2.600 m leben 170.000 Menschen vorwiegend von dem, was sie in der Landwirtschaft produzieren. Durch ihr Klima ist die Projektregion sehr gut geeignet zur Einführung von Agroforstwirtschaft. Die lokal anerkannte Organisation GPDA (Gardulla People Development Association) ist ein erfahrener Projekt­partner, der in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt hat.

Im Rahmen dieses 4-jährigen Projekts erhält GPDA die nötige Unterstützung und das Know-How zur Einführung der bisher dort unbekannten Agroforst­wirtschaft: 10.000 Kleinbäuerinnen, Kleinbauern, ihre Familien und die gesamte Projektregion Derashe werden von deutlichen Verbesserungen profitieren.

Hier können Sie mehr über die Fortschritte im Projekt erfahren.

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Uganda: Landwirtschaftshilfe für Betroffene der Heuschreckenplage

Nach den Ernteverlusten durch die Heuschreckenplage sichert das Kinderhilfswerk Global Care mit Landwirtschaftshilfen die Ernährung betroffener Familien.

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Uganda: Landwirtschaftshilfe für Betroffene der Heuschreckenplage

Heuschreckenplage in Uganda im Jahr 2020

Am 09. Februar 2020 erreichte ein erster Schwarm Uganda. Weitere Schwärme folgten und verteilten sich auf 22 Distrikte im Nordosten des Landes. Wüstenheuschrecken fressen pro Tag in etwa ihr eigenes Gewicht und haben es auf Nahrungspflanzen und Futtermittel abgesehen. So zerstören sie die Ernten und verstärken die Not der Menschen, die von der Landwirtschaft leben und bereits vor der Plage um ihre Versorgung kämpften.

Ernährung sichern

In den drei betroffenen Dörfern der Distrikte Kitgum, Pader und Katakwi hilft das Kinderhilfswerk GLOBAL CARE gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation K.I.D.S. und sichert die Grundversorgung von insgesamt 60 Familien. Angemietetes Land ermöglicht den Anbau und Verkauf von Erdnüssen, Sesam, Mais und Sonnenblumen. Ausgewählte Familien erhalten Ziegen als Nutztiere und Ochsen für die Feldarbeit.

Wiederaufbau der Landwirtschaft

Projektleiterin Colleen Stevenson ist gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von einem Einsatz zurückgekehrt: „Mit zwei Teams sind wir in die drei Dörfer gereist und haben jeweils 3-tägige Workshops durchgeführt. Die von der Heuschreckenplage betroffenen Menschen haben effektive Techniken für den Anbau, die Ernte und die Pflege der Böden und Pflanzen erlernt. Wir haben mit ihnen die Benutzung von technischen Hilfsmitteln geübt und ihnen Informationen zur Lagerung der Ernte, zur sicheren Benutzung von Pflanzenschutzmitteln und zur Tierhaltung vermittelt. Auch Hausbesuche gehörten zu unserem Programm. Wir sind sehr dankbar, dass dies nach der langen Zeit des Lockdowns möglich war und freuen uns über das Ansehen unseres Hilfsprojekts bei den Regierungsvertreter*innen.“

Mit diesem Projekt werden Bauernfamilien bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt und nachhaltig eine Verbesserung ihrer Lebenssituation bewirkt.

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Somalia: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Familien

Der Mangel an landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, das Auftreten von Extremwetterereignissen und mangelnde Infrastruktur sind für Ernährungsunsicherheit in vielen Familien verantwortlich. Unsere Mitgliedsorganisation action medeor ist vor Ort und hilft, die Situation zu verbessern.

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Somalia: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Familien

Eine der größten humanitären Krisen der Welt

Durch den jahrelang andauernden Konflikt, politische Instabilität und immer wiederkehrende Extremwetterereignisse herrscht in Somalia weiterhin einer der größten humanitären Krisen der Welt vor. Ein Großteil der somalischen Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Der Mangel an landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, fehlendem Wissen über effektive Anbaumethoden, das Auftreten von Extremwetterereignissen und mangelnde Infrastruktur sind jedoch mitunter Gründe dafür, dass Haushalte in Somalia unter Ernährungsunsicherheit leiden.

Aus diesem Grund haben WARDI und unsere Mitgliedsorganisation action medeor in der Vergangenheit bereits Projekte zur Verbesserung der Ernährungssicherheit in der Region Hiraan umgesetzt. Aufgrund des anhaltenden Bedarfes in der Region startete im September 2021 ein neues gemeinsames Projekt von action medeor und WARDI, welches mit vielfältigen Maßnahmen zur Verbesserung von Ernährungssituation, Lebensbedingungen und Gesundheit im Projektgebiet beitragen soll.
Durchgeführt wird das Projekt in zehn flussnahmen Gemeinden in den Distrikten Beletweyn und Bulaburte in der Region Hiraan. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung in diesen Gemeinden basiert vornehmlich auf Ackerbau und Viehzucht.

Stärkung der Gemeindestrukturen

In der Anfangsphase des Projektes wird pro Gemeinde ein Projektmanagement-Komitee aus Gemeindemitgliedern gebildet, das bei der Auswahl der begünstigten Haushalte sowie bei der Durchführung und Organisation der Projektaktivitäten unterstützt. Diese enge Einbindung der Menschen aus den Projektgemeinden trägt dazu bei, dass das Projekt nächtig einen positiven Einfluss haben kann: unter anderem organisieren die Komitees auch die Instandhaltung von Infrastruktur wie Straßen und Bewässerungsanlegen, die im Rahmen des Projektes gebaut werden.

Bewässerungssysteme aufbauen

Der Zugang zu Wasser für die Bewässerung von Ackerflächen stellt viele der Kleinbäuer*innen im Projektgebiet vor große Herausforderungen und ist eine zentrale Ursache für niedrige Erträge, besonders vor dem Hintergrund von immer häufiger auftretenden Dürreperioden. Auch wenn die Ackerflächen der Kleinbäuer*innen oftmals flussnah gelegen sind, fehlen Mittel wie Bewässerungspumpen oder intakte Bewässerungskanäle für eine effektive Bewässerung der Flächen.

Um diese Situation zu verbessern, werden unter anderem bestehende Bewässerungskanälen ausgebessert und wiederhergestellt. Zudem werden Bewässerungspumpen durch das Projekt bereitgestellt – teilweise mit Diesel betrieben, als Neuerung in der Region aber auch Solar-betriebene Pumpen.

Schulungen und Verteilung von Gerät und Saatgut

Um die landwirtschaftliche Produktion der Zielgruppe nachhaltig zu verbessern, ist eine Kombination aus Verteilungen von Saatgut, Düngemitteln und landwirtschaftlichen Geräten sowie die Durchführung von Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden geplant.

Auf neu angelegten Demonstrationsfeldern erlernen Kleinbäuer*innen verbesserte Anbaumethoden und können im Austausch miteinander und mit den über das Projekt angestellten vier landwirtschaftlichen Berater*innen verschiedene Pflanzensorten und Methoden erproben. Zusätzlich erhalten 1.000 kleinbäuerliche Haushalte Saatgut, Düngemittel sowie Werkzeuge. Verschiedene Trainingseinheiten vermitteln unter anderem die eigenständige Herstellung von organischem Düngemittel, um die Bodenqualität und Ernteerträge nachhaltig zu verbessern.

Ernährungssituation verbessern

Eine weitere Projektmaßnahme zielt auf eine bessere Ernährungsvielfalt und Gesundheit ab: 1.000 Frauen werden mit Gemüsesaatgut und Obstbaumsetzlingen ausgestattet und beim Anlegen und der Pflege von Gemüsegärten unterstützt.

Eine zusätzliche Herausforderung für die Kleinbäuer:innen im Projektgebiet stellt die zunehmende Gefahr von Überschwemmungen dar, insbesondere in den flussnahen Gebieten. Um dieses Risiko zukünftig zu reduzieren und den Verlust von Ernten und Lebensgrundlagen zu reduzieren, sollen circa 10km des Fluss-Damms repariert und verstärkt werden. Zusätzlich werden zwei Regenmesser angeschafft, um die Niederschläge in der Region überwachen und schneller auf Auffälligkeiten reagieren zu können.

Lebensgrundlagen sichern durch ein erhöhtes Haushaltseinkommen

Um die Ernährungssicherheit und das Haushaltseinkommen der Zielgruppe zu verbessern, sind Verteilungen von Hühnern, Ziegen und Eseln (plus Karren) geplant. Da in Somalia Frauen traditionell für die Versorgung von Nutztieren verantwortlich sind und Nutztiere eine hervorragende Möglichkeit der Einkommensgenerierung darstellen, richtet sich die Aktivitäten explizit an Frauen in den Zielgemeinden. So trägt etwa der Verkauf von Küken und Eiern zu einer Erhöhung des Haushaltseinkommens bei. Die Milch von Ziegen kann für den eigenen Konsum genutzt oder verkauft werden.

Viele Frauen in den Zielgemeinden sind bereits erfahren mit der Haltung von Tieren, jedoch kam es in den vergangenen Jahren zu starken Dezimierungen der Bestände aufgrund von Dürren oder Krankheiten. Um Fehler bei der Haltung von Nutztieren zu vermeiden, erhalten die Frauen im Anschluss an die Verteilungen ein zweitägiges Training zur korrekten Haltung der Tiere und werden nach dem Training von WARDI weiter beraten. Zudem ist im Rahmen dieses Projektes erstmalig geplant, auch eine regelmäßige Beratung durch Tierärzt:innen zu ermöglichen.

Eine weitere Möglichkeit zur Steigerung des Haushaltseinkommens wird durch die Anschaffung von Mahlmaschinen und Ölpressmaschinen erzielt: diese Maschinen werden es den Kleinbäuer:innen zukünftig ermöglichen, ihre Produkte selbst weiterzuverarbeiten und somit höhere Preise erzielen zu können.

Verbesserte Ernährungs- und Hygienesituation

In neu gebildeten und über das Projekt betreute Müttergruppen werden Frauen in wöchentlichen Sitzungen Themen wie Säuglings- und Kleinkindernährung und die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von akuter Mangelernährung bei Kindern thematisiert. Zusätzlich werden in diesen Gruppentreffen auch verschiedene altersgerechte Rezepte aus lokalen Lebensmitteln zubereitet und besonders auch der hygienisch sichere Umgang mit Lebensmitteln besprochen.

Da traditionellerweise Väter in Somalia nicht für die Versorgung und Pflege von Kindern verantwortlich sind, sollen sie im Rahmen des Projekts daher erstmals für die Bedeutung von Ernährung für die Kindesgesundheit und -entwicklung sensibilisiert werden. Hierzu sollen über einen Zeitraum von vier Jahren jeweils eine Aufklärungsveranstaltung pro Jahr und Gemeinde für Väter bzw. Männer stattfinden.

Für eine weitere Verbesserung der Gesundheits- und Hygienesituation werden außerdem Schulungen zu Wasseraufbereitung und Hygiene durchgeführt sowie Brunnen in den Projektgemeinden gebaut oder wiederinstandgesetzt. Somit haben Gemeindemitglieder einen verbesserten und dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser und das Risiko für die Übertragung von wasser- und hygienebasierten Krankheiten kann vermindert werden.

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie werden die Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Hygiene um weitere Aktivitäten ergänzt: diese beinhaltenen Informationskampagnen, den Aufbau von Handwasch-Stationen sowie die Verteilungen von Schutzmasken und Hygienekits an Haushalte.

Das Projekt wird gefödert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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Mali: Kleinbäuerinnen verhandeln faire Preise

Viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Distrikt Banamba in Mali bauen Sesam an, aber nur wenige von ihnen können dadurch genug verdienen, um der Armut zu entkommen. Die landwirtschaftlichen Erträge decken meist nur den Eigenbedarf.

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Mali: Kleinbäuerinnen verhandeln faire Preise

Durch den Klimawandel werden die landwirtschaftlichen Erträge in vielen Sahel-Regionen Malis immer geringer und die Ernte deckt meist nur den Eigenbedarf, wenn überhaupt. Viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Distrikt Banamba bauen Sesam an, aber nur wenige von ihnen können dadurch genug verdienen, um der Armut zu entkommen. Mit Einzug der Trockenzeit beginnt auch die Unterbeschäftigung der Landwirte. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine „gemeinsamen“ Parzellen für den Anbau von Sesam gibt, weshalb die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern lediglich ihren eigenen Grund bewirtschaften können. Die Kooperativen und Verbände der jeweiligen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern vernetzen sich zu wenig, sodass die Landwirte über eine schlechte Position innerhalb des Sesam-Marktes verfügen.

Die Nachteile der Kleinbäuerinnen

Besonders schwer haben es Frauen, die in der Landwirtschaft tätig sind: Sie dürfen das Land zwar für den Sesamanbau nutzen, haben aber meist keine Landrechte. Dennoch ist die Sesamproduktion für Frauen enorm wichtig, da sie dadurch ein gesichertes Einkommen erhalten.

Verbesserte Anbautechniken und Bildung

Deshalb unterstützt unsere Mitgliedsorganisation ADRA über tausend Kleinbäuerinnen und -bauern durch verbesserte Anbautechniken ihre Sesamproduktion zu erhöhen und die Einkommen zu steigern und wirkt dadurch Armut und Hunger entgegen. Die verbesserten Anbautechniken erleichtern ihnen auch den Umgang mit schlechten Klimabedingungen.

Zusätzlich erhalten die Kleinbäuerinnen und -bauern die Möglichkeit, sich in Alphabetisierungs- und Managementkursen weiterzubilden. Dadurch können diese zukünftig besser an Entscheidungsprozessen teilnehmen und die Preise ihrer Waren verhandeln. Damit erzielen sie höhere Gewinne.

Kleinbauern Zugang zum Markt erleichtern

Des Weiteren zielt das Projekt darauf ab, effektive Markt-Informationskanäle für Sesam zu fördern und durch leichtere Zugänge zu Krediten die Produktion und Vermarktung zu verbessern. Durch diese Maßnahmen werden Produzenten, Genossenschaften und Verbände gestärkt.

Dieses Projekt wird gefördert durch: german cooperation

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Somalia: Solarenergie und -lampen an Schulen

In einigen abgelegenen, ländlichen Regionen Somalias gibt es keine verlässliche Stromversorgung. ADRA rüstet deshalb zum Beispiel Schulen mit Solarenergie auf.

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Somalia_Solarenergie an Schulen©ADRA

Somalia: Solarenergie und -lampen an Schulen

Unsere Mitgliedsorganisation ADRA hat sich in einem Projekt in Somalia zum Ziel gesetzt, Gebäude wie zum Beispiel Schulen, von Anfang an nachhaltig, beispielsweise durch Solarenergie, zu gestalten. Mit dem Bau von mehreren neuen Schulen und der Renovierung von alten Schulen bekommen rund 40 000 Grundschüler*innen und 1650 Sekundarschüler*innen die Möglichkeit zur Schule zu gehen.

Solarenergie als Lichtquelle

Für Licht in den Klassenzimmern sorgen Solarzellen auf den Dächern, anstatt laute und verschmutzende Dieselgeneratoren. Schüler*innen, die in der Schule nicht so gute Noten haben und besondere Unterstützung benötigenden, bekommen mobile Solarlampen, die sie mit nach Hause nehmen können. Damit können sie auch abends lernen. In den Schulküchen werden energie-effiziente Öfen eingesetzt.

Wissen über die nachhaltige Entwicklung von Ressourcen

Als zusätzlicher Teil des außerschulischen Programms pflanzen die Kinder Bäume und erlangen durch das Gärtnern Wissen über Pflanzen und Anbaumethoden. Alle diese Maßnahmen tragen zu der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen bei und leisten einen Beitrag, den Verbrauch von umweltschädlichen Rohstoffen zu verhindern.

Weitere Informationen zum Projekten von ADRA in Somalia finden Sie hier.

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Kenia: Stärkung der Bevölkerung gegen den Klimawandel

Das ostafrikanische Land mit großem Reichtum an artenreicher Tierwelt und einzigartigen Landschaften hat große Probleme. Mehr als 10 Millionen Einwohner leiden unter Nahrungsmittelknappheit aufgrund klimatischer Veränderungen. 35 Prozent der unter fünfjährigen Kinder sind unterernährt. Die Ernährungssituation Kenias wird von der Welthungerhilfe als ernst eingestuft. Unsere Mitgliedsorganisation ADRA fördert die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen gegen Klimaveränderungen.

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ADRA Kenia Klimawandel Gemeinsam für Afrika_©ADRA

Kenia: Stärkung der Bevölkerung gegen den Klimawandel

Durch den Klimawandel werden bereits weltweit Auswirkungen spürbar. Auch das ostafrikanische Kenia ist davon betroffen. Insbesondere die Nahrungsmittelproduktion leidet unter der Klimaveränderung. Unsere Bündnisorganisation ADRA Deutschland ist vor Ort und leistet Vorsorgearbeit.

Durch chronische Unter- und Mangelernährung sind Kinder in ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung verzögert. Fast die Hälfte aller Todesfälle bei den unter Fünfjährigen ist auf Mangelernährung zurückzuführen. Der Grundstein der Ernährungssicherung ist eine qualitativ gute und ausreichende landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion. Die meisten Familien im Osten Kenias leben von der Landwirtschaft. Steigende Temperaturen, lange Dürrezeiten und veränderte Regenzeiten sind jedoch ein Risiko für die Ernten. Die Ernährungssituation bleibt deshalb unsicher. Da in Kenia 45 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben (Weltbank 2015), ist der Zukauf von Nahrungsmitteln nicht oder nur begrenzt möglich.

Klimaveränderungen führen zu Hunger und Armut

Durch den Klimawandel werden die Jahresmitteltemperaturen auf allen Kontinenten im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter ansteigen. Mit unterschiedlichen Konsequenzen. Für die Menschen in Kenia wird es zunehmend schwieriger, Wasser zum Trinken, für das Vieh und für die Bewässerung der Felder zu finden. Wasserholen gehört in den ländlichen Gebieten zu den Aufgaben der Frauen und Mädchen. Oftmals müssen sie mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen. Die Steigerung der Produktivität der kleinbäuerlichen Familienbetriebe sind der Schlüssel gegen Hunger und Armut. Die Landwirtschaft, die fast ausschließlich zur Subsistenzwirtschaft dient, ist stark vom Klima abhängig. Veränderte klimatische Bedingungen mit Wasser- und Temperaturunregelmäßigkeiten wirken sich direkt auf die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen und die Menge und Qualität der landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus. Aber auch auf den Gesundheitszustand der Nutztiere und auf die Fruchtbarkeit der Weidegebiete. Abholzung und der Verkauf von Holzkohle als Geldeinnahmequelle führen dazu, dass die natürliche Vegetation immer mehr verschwindet und die Böden auslaugen und erodieren.

ADRA fördert die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen

In Kitui County im Bezirk Mwingi Zentral im Osten Kenias führt unsere Mitgliedsorganisation ADRA ein Projekt zur Stärkung der Resilienz und Anpassung an den Klimawandel durch. Die Maßnahmen unterstützen 4.300 kleinbäuerliche Haushalte, um die Ernährungssituation zu verbessern. Mithilfe nachhaltiger Produktion von Nahrungsmitteln soll die Einkommenssituation der Familien erhöht werden. Der Bau von Sanddämmen und die Errichtung von Bewässerungsanlagen stellen den Zugang zu Wasser sicher. Gemeinschaftliche Obstbaumschulen und Gemüsegärten erweitern die Nahrungsmittelvielfalt. Wiederaufforstungen wirken den Bodenerosionen entgegen und das Ökosystem wird wiederhergestellt. ADRA stellt Saatgut und Baumsetzlinge zur Verfügung und errichtet ein Fortbildungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft. Ziel ist es, die Ernährung und Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig das Ökosystem zu rehabilitieren und zu schützen. Das Projekt trägt dazu bei, die Bevölkerung zu befähigen, trotz des Klimawandels wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

 

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Somalia: Stärkung im Umgang mit Wetterextremen

Ostafrika leidet derzeit unter einer lebensbedrohlichen Dürre. Die Folgen der Wetterextreme der letzten Jahre vergrößert die Armut und schwächt die Widerstandsfähigkeit der Menschen. Die Republik Somalia ist einer der ärmsten und fragilsten Staaten der Welt. Unsere Mitgliedsorganisation ADRA baut die Katastrophenvorsorge im Südwesten Somalias aus.

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Somalia: Stärkung im Umgang mit Wetterextremen

Somalia leidet immer wieder unter Wetterextremen. Unsere Bündnisorganisation ADRA Deutschland ist vor Ort und leistet Katastrophenvorsorge.

In dem ostafrikanischen Land ist die Ernährungssituation ernst, eine Hungerkatastrophe droht. Aufgrund der Wasserknappheit sind die Felder nicht zu bewässern, Ernten fallen aus und Weideland für das Vieh ist vertrocknet. Die Betroffenen müssen bis fünfmal längere Strecken zu den Brunnen und anderen Wasserquellen zurücklegen. Als Folge der Wetterextreme wurden die Armut vergrößert und die Widerstandskräfte der Menschen stark geschwächt.

El Niño und La Niña

Das Land am Horn von Afrika hat die längste Küstenlinie zum Indischen Ozean und die größten Territorialgewässer des Kontinents. Hier herrscht ein heißes und trockenes Monsunklima mit zwei Trocken- und zwei Regenzeiten. Somalia ist von Wetterextremen geplagt. Nach der letzten großen Dürre 2011 verursachte das Wetterphänomen El Niño 2015 starke Niederschläge. Doch die ausgelaugten Böden können das Wasser nicht aufnehmen, Überflutungen und Erdrutsche sind die Folge. Regelmäßig folgt auf El Niño das Wetterphänomen La Niña und bringt wieder Dürre. In einem La Niña kühlt die Oberfläche im zentralen und östlichen Pazifik ab. Während der Regen über Indonesien, die Philippinen und Australien zieht, gibt es in Ostafrika kaum Niederschlag. Die Abstände der Wetterextreme werden immer kürzer, die Dürrezeiten immer länger.

Katastrophenvorsorge für wetterbedingte Krisen

ADRA führt im Südwesten Somalias Maßnahmen durch, um die Bevölkerung widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen und auf zukünftige lebensbedrohliche Naturkatastrophen vorzubereiten. Die Entwicklung und Einführung von Frühwarnsystemen ermöglicht ein schnelles Handeln. Hierbei wird vor allem die Bevölkerung der lokalen Gemeinden und Dörfer einbezogen. Sie bilden Frühwarnkomitees, die mit den regionalen Katastrophenschutzbehörden in engem Kontakt stehen. Die Komitees entwickeln Indikatoren, um bei schnell einsetzenden Katastrophen wie Überschwemmungen und Konflikten sowie für langsam beginnenden Krisen wie Dürren und Hungersnöte entsprechend reagieren zu können. Dabei erheben die Gemeinden beispielsweise Wetterdaten und übermitteln sie per Handy den Behörden.

Entwicklung von Bewältigungsstrategien

In Schulungen und Trainings entwickeln sie eigene Bewältigungsstrategien, die für ihre Region zugeschnitten sind. Die Frühwarnkomitees werden sensibilisiert, wann die Krise ihre eigenen Ressourcen übersteigt und externe Hilfe notwendig wird. Mitarbeiter der staatlichen Behörden erhalten Trainings in der Erhebung und Analyse von Klimadaten. So wird darauf hingearbeitet, dass die somalische Regierung künftig eigene Frühwarnsysteme betreiben und Katastrophenschutz leisten kann. Dadurch wird langfristig die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe verringert. Insgesamt 120.000 Menschen profitieren von diesem Projekt, welches das Risiko der Folgen von Naturkatastrophen reduziert.

Weitere Informationen zu Projekten von ADRA finden Sie hier.

Foto: ADRA

 

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