Benin: Schulen frei von sexueller Gewalt

In Benin sind minderjährige Mädchen häufig sexuellem Missbrauch in Schulen und Ausbildungsstätten, in der Familie, auf Märkten und anderen öffentlichen Einrichtungen ausgesetzt. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. setzt sich für die Prävention sexueller Gewalt und dem nachhaltigen Kinderschutz ein.
Null Toleranz_©Elisabeth Munsch/Kinderrechte Afrika e. V.

Benin: Schulen frei von sexueller Gewalt

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. setzt sich zusammen mit dem Projektpartner CIPCRE-Benin in acht beninischen Kommunen dafür ein, den Kinderschutz vor Ort auszubauen. Dabei sollen Kinder und Jugendliche stärker am Aufbau eines Kinderrechte schützenden Umfeldes beteiligt werden und die Anzahl der Schülerinnen, die ihren Schulabschluss erreichen, erhöht werden.

Projektziel

Das Projekt zielt darauf ab, jegliche Formen sexueller Gewalt und des Kinderhandels in der Projektregion einzudämmen, das Bewusstsein für diese Problematiken weiter zu schärfen und den Schutz der Kinder zu verbessern. Da sexuelle Gewalt in Benin in und um Schulen und Ausbildungsstätten besonders verbreitet ist, legt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Schüler(innen) und Auszubildenden. Kontaktpersonen werden geschult und unterstützt, ihr Umfeld weiter zu sensibilisieren

Ausgangssituation

In Benin wurde in den letzten Jahren der rechtliche Rahmen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt gestärkt. Im Zuge eines abgeschlossenen Projekts mit dem Partner CIPCRE-Benin wurde diese Entwicklung unterstützt, z.B. durch die Erarbeitung und Verbreitung eines Verhaltenskodexes an Schulen. Durch verschiedene Sensibilisierungsaktionen konnte in der Bevölkerung auch ein Bewusstsein für die Gefahren und den Schutz vor Missbrauch geschärft werden, sodass das Thema immer weniger ein Tabu-Thema ist und sexuelle Belästigung sowie – Übergriffe immer häufiger gemeldet und angezeigt werden.

Dennoch erfahren weiterhin viele Kinder, vor allem Mädchen, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Zwangsheirat, Kinderhandel zur wirtschaftlichen oder sexuellen Ausbeutung (Kinderarbeit bzw. Kinderprostitution). Der transnationale Kinderhandel ist im Departement Ouémé, einer Grenzregion zu Nigeria, besonders verbreitet.

Agathes Geschichte:

„Einer meiner Lehrer machte mir gegenüber ständig Annäherungsversuche, doch ich bin nicht darauf eingegangen. Dann schikanierte er mich. Während des Unterrichts wurde ich durch ihn vor meinen Klassenkameraden ständig bloßgestellt. Ich wusste nicht, was ich tun sollte und traute mich nicht, mich jemandem anzuvertrauen. Irgendwann gab ich schließlich vor lauter Verzweiflung nach. Daraufhin wurde ich immer schlechter in der Schule, kam immer sehr spät nach Hause. Meine Eltern waren deswegen sehr böse auf mich. Ich fasste dann Mut und sagte meinem Lehrer, dass mir unsere Beziehung nur Unglück bringt und habe sie beendet. Das Schuljahr musste ich wiederholen. Das Ganze ist mir nur passiert, weil ich nicht darüber sprechen konnte.“

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Foto: Elisabeth Munsch/Kinderrechte Afrika e. V.

 

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