Kamerun: Schutz vor sexueller Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel sowie sexistischer Diskriminierung

In Kamerun gibt es nur unzureichende Gesetze, die Kinder vor sexueller Gewalt schützen. Kulturelle Praktiken wie Früh- und Zwangsehen oder außergerichtliche Einigungen missachten zudem die Rechte der betroffenen Kinder. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. setzt sich vor Ort gemeinsam mit lokalen Partnern für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt ein.
Rollenspiel zur Sensibilisierung der Bevölkerung _© CIPCRE Kamerun

Kamerun: Schutz vor sexueller Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel sowie sexistischer Diskriminierung

Die 17-jährige Liane wurde von einem Unbekannten vergewaltigt. Das heranwachsende Mädchen aus Kamerun wurde schwanger und hat einen Jungen zur Welt gebracht. Sie erzählt:
„Ich bin so dankbar, dass es CIPCRE gibt für Mädchen wie mich. Nach all dem Unglück, das mir widerfahren ist, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass es für mich noch einmal eine Chance gibt. […]“

So wie Liane geht es vielen heranwachsenden Kindern und Jugendlichen in Kamerun. Im Alltag von Frauen und Kindern in Kamerun spielen sexuelle Diskriminierungen und Gewalterfahrungen eine große Rolle. Es gibt bisher keine geeigneten Gesetze oder allgemein anerkannte Verhaltensregeln, die Kinder vor sexueller Gewalt schützen. Bestehende Vorurteile und Tabuisierungen erschweren einen offenen Umgang mit dem Thema. Die Situation für Kinder verschärft sich außerdem durch schädliche kulturelle Praktiken wie Früh- und Zwangsehen oder außergerichtliche Einigungen, die Rechte der betroffenen Kinder missachten. Zusammen mit ihrem Partner CIPRE Kamerun hat sich unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel sowie sexistischer Diskriminierung in Kamerun eingesetzt.

Schutz vor sexueller Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel sowie sexistischer Diskriminierung

Kinderrechte Afrika e.V. unterstützte gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation CIPRE vor Ort betroffene Kinder und ihre Familien in Kamerun bei der Wahrnehmung ihrer Rechte und ihrer Rehabilitierung. Sie hat die betroffenen Kinder und ihre Familien in allen rechtlichen Fragen beraten und vertreten und setzte sich für die Schaffung neuer allgemein anerkannter Gesetze ein. Früh- und Zwangsehen oder außergerichtliche Einigungen sollten verhindert und konsequent zur Anzeige gebracht werden. Die Partnerorganisation CIPRE führte darüber hinaus spezielle Schulungen zur Förderung der verantwortungsvollen Elternschaft und des zivilgesellschaftlichen Engagements durch. Eine solche Schulung hat Falimatou, Mutter von fünf Kindern besucht. „Was mich dazu bewegt hat, mich gegen die Diskriminierung von Mädchen zu engagieren, war die erste Schulung, die CIPCRE in unserem Viertel veranstaltet hat. Diese hat mir vor Augen geführt, was sich abspielt und ich sagte mir, das muss sich ändern!“. Auch Liane hat zum richtigen Zeitpunkt die Hilfe von CIPRE in Anspruch genommen – was ihr Leben entscheidend zum Positiven gewendet hat.

Liane hat trotz allem Glück gehabt

[…] „Ja, ich habe trotz allem Glück gehabt, wenn ich an die vielen anderen Mädchen denke, denen so etwas passiert ist und denen niemand hilft. Nach der Geburt meines Kindes musste meine Mutter die Rechnung des Krankenhauses bezahlen. Sie war sehr hoch. Ich hatte nämlich einen Kaiserschnitt. Sie hat begonnen, im Krankenhaus zu arbeiten, da wir das Geld nicht hatten. Sie hat drei Monate lang den Boden im Krankenhaus geschrubbt. CIPCRE hat mir geholfen und hat mich dann unterstützt, eine Ausbildung zu beginnen. Ich möchte Dekorateurin werden. Vorher habe ich viel von CIPCRE gelernt. Ich weiß jetzt, wie ich mich künftig besser schützen kann vor sexueller Gewalt und ich kann in der Öffentlichkeit darüber reden, was mir passiert ist, damit andere daraus etwas lernen können, vor allem Mädchen, denen so etwas droht. Ohne Hilfe von CIPCRE wäre ich irgendwo im Busch, verlassen und verloren.“

Weitere Informationen zum abgeschlossenen Projekt finden Sie hier. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt dieses Projekt mit CIPCRE-Benin.

 

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