Zukunft für die Mädchen in Mali

28.08.2012: Kinderrechte Afrika e.V. bereitet Mädchen in Mali auf ein Leben in Selbständigkeit mit ihren Neugeborenen vor.

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Zukunft für die Mädchen in Mali

Für viele junge Mädchen aus den ländlichen Regionen Malis steht die Zukunft oft schon früh fest:  Ohne Schulbildung sind ihre Tätigkeiten meist auf häusliche Arbeiten und die Betreuung ihrer jüngeren Geschwister beschränkt. Viele junge Frauen verlassen aufgrund dieser Perspektivlosigkeit ihre Herkunftsregionen. Sie machen sich auf die Suche nach bezahlter Arbeit in der Hauptstadt Bamako, um ihre Familien zu ernähren. Ohne Erfahrung in der neuen Umgebung werden zahlreiche Mädchen ausgebeutet, oft sexuell missbraucht oder Opfer einer ungewollten Schwangerschaft. Die Folge: Sie werden von ihren Familien und Gemeinden verstoßen oder dürfen nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren. Wenn die Mädchen aus ihrer Verzweifelung heraus ihre Schwangerschaft künstlich abbrechen, müssen sie gar mit einer Haftstrafe rechnen.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. hat ein Projekt ins Leben gerufen und hilft damit Mädchen aus den scheinbar ausweglosen Situationen heraus. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation GRADEM bietet Kinderrechte Afrika e.V. den jungen Frauen Hoffnung auf die Rückkehr in ein normales Leben. Im Mutter- und Kind-Zentrum „Bamunan“ werden mehr als 70 schwangere Mädchen oder minderjährige Mütter aufgefangen. Sie erhalten psychosoziale Betreuung und medizinische Hilfen einschließlich gesundheitlicher Aufklärung u.a. zur Vorbeugung von Krankheiten (AIDS) und ungewollter Schwangerschaften. Zudem führen die Mitarbeiter vor Ort Schwangerschaftberatungen durch und unterstützen die jungen Mütter vor, während und nach der Geburt ihres Kindes in der nahegelegenen Entbindungsstation. Diese Betreuung entdramatisiert ihre Situation und gibt den Mädchen wieder Zuversicht. Sie werden auf ein Leben in Selbständigkeit mit ihrem Neugeborenen und ihre soziale Reintegration, beispielsweise durch Alphabetisierungskurse, vorbereitet.

In dem Projekt werden die jungen Frauen auch auf eine mögliche Rückkehr in ihre ländlichen Heimatregionen vorbereitet. Sie erwerben beispielsweise Kenntnisse und Fähigkeiten in der Seifenherstellung oder im Gemüseanbau. Dies bietet den jungen Frauen  wichtige Einnahmequellen. Das erwirtschaftete Geld kann dann wieder in die schulische Bildung ihrer eigenen Töchter und Söhne investiert werden. GRADEM berät die Mädchen und motiviert sie zur Gründung von Frauen- und Mädchenvereinigungen. Die Mitarbeiter erklären dabei wie eine gemeinschaftliche Verwaltung ihrer Einkünfte gewinnbringend ist.  Sie beraten in finanziellen Fragen oder geben Tipps zur Vermarktung und Anschaffung von Arbeitsutensilien.

Finden Sie hier weitere Details zum Projekt.

(Foto: Martijn.Munneke/ CC BY 2.0)