Einsetzende Hungersnot in Ostafrika: Nothilfe angelaufen

14.11.2014: Krieg und ausbleibender Regen haben im Südsudan zu großen Ernteausfällen geführt.

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Einsetzende Hungersnot in Ostafrika: Nothilfe angelaufen

Die Situation in Ostafrika spitzt sich weiter zu: Krieg und ausbleibender Regen haben zu großen Ernteausfällen geführt. Eine Hungersnot bahnt sich an. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge sind 14 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo hat im Südsudan, wo die Not am größten ist, und im Norden Kenias mit der Verteilung von Nahrungsmitteln begonnen. Gleichzeitig erarbeitet Don Bosco Mondo langfristige Lösungen für mehr Nahrungsmittelsicherheit.

Spätestens in drei Monaten rechnet Don Bosco im Südsudan mit einer Hungersnot im gesamten Land. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Gewalt und Gier, Mangel an Bildung und Ressourcen sind die Wurzeln einer enormen Nahrungsmittelknappheit. Erstens herrscht in dem jungen Staat immer noch Bürgerkrieg. Viele Menschen sind vor Ausschreitungen geflohen, kaum einer baut mehr Nahrungsmittel an. Zweitens investiert die Regierung systematisch zu wenig in Landwirtschaft. Vielmehr bereichert sie sich selbst: Korruption ist weit verbreitet. Drittens fehlt der Bevölkerung, die im Bürgerkrieg groß geworden ist, vielfach das landwirtschaftliche Know-How, um sich selbst oder andere zu versorgen [siehe dazu auch den kurzen Bericht des ZDF].

Der Bedarf an Nahrungsmittelhilfen ist enorm: Eine große Zahl der Südsudanesen lebt in Flüchtlingscamps und ist gänzlich auf Lebensmittelverteilungen angewiesen.  Don Bosco selbst hat über 200 Familien aufgenommen, die sie versorgen müssen. Darüber hinaus besuchen etwa 1.200 Schülerinnen und Schüler Don Bosco Schulen. Auch sie bekommen eine warme Mahlzeit am Tag. In vielen Teilen des Landes unterstützt Don Bosco weitere Dorfschulen – auch mit Nahrung.

Südsudan kann der Brotkorb der Region werden

Der Südsudan verfügt über sehr gute Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft. Eigentlich! Denn 90 Prozent des Landes ist für den Anbau bestens geeignet, aber gerade einmal 5 Prozent werden heute genutzt. Das möchte Don Bosco schleunigst ändern. Projekte zur nachhaltigen Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit sind bereits geplant: Großflächige Bananenplantagen,  Milchviehhaltung und Schweinmast, Geflügel- und Fischzucht, Gemüse- und Obstanbau. Jetzt fehlen nur noch die nötigen Geräte, Ausrüstung und ein Startkapital, um die Projekte anzustoßen.  Auch dazu benötigen wir Ihre Unterstützung!

Kenia: Verteilung von Nahrungsmitteln gestartet

In der ohnehin trockenen Region Marsabit im Norden Kenias herrscht akute Not. Hier benötigt die Hälfte der knapp 300.000 Einwohner dringende Nahrungsmittelhilfen. Don Bosco Mondo hilft und kauft dazu Mais, Bohnen, Reis, Zucker, Salz und Öl an. Die überlebenswichtigen Nahrungsmittel werden in den kommenden drei Monaten an Familien rund um die Stadt Korr verteilt.

In Marsabit leben 84 Prozent der Bevölkerung von ihrem Vieh; von Milch und Fleisch ihrer Ziegen und Kamele. Die anhaltende Dürre bedroht diese Viehbestände. Viele müssen fürchten, dass sie nicht genügend Futter und Wasser finden können, wenn die zweite Regenzeit des Jahres im November und Dezember erneut ausbleibt. Stirbt das Vieh, ist ihre Lebensgrundlage verloren.

Don Bosco arbeitet auf Hochtouren an langfristigen Lösungen. Dazu werden sie in Projekte zu Nahrungsmittelsicherheit und Ernährung investieren. Darunter fällt auch die Qualifikation der Jugend, um andere Einnahmequellen, aufzutun als ihre Viehherden. In der gleichnamigen Stadt Marsabit baut Don Bosco Mondo ein Berufsbildungszentrum. Auch im Flüchtlingslager Kakuma in der angrenzenden Turkana-Region bildet Don Bosco junge Flüchtlinge aus.

Mehr Informationen zu den Ereignissen im Südsudan finden Sie hier.

Foto: Welthungerhilfe