Frauen und Bildung

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut.
Radioschule in Sambia._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Frauen und Bildung

Der Lebenslauf unserer Frau des Monats Mai, Dr. Shumirai Nyota aus Simbabwe, zeigt exemplarisch und beeindruckend, welches Potenzial sich entfalten kann, wenn Mädchen und Frauen der Zugang zu Bildung nicht verwehrt oder erschwert wird. Er veranschaulicht auch, dass von der Bildung von Frauen, die Frauen selbst, ihre Familien, die Gemeinschaft und der Staat profitieren.

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut. Mit dem zweiten Milleniums-Entwicklungsziel soll deshalb sichergestellt werden, dass bis 2015 Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Primarschulbildung vollständig abschließen können. Eine Verbesserung der Bildungschancen, insbesondere für Mädchen und Frauen hätte viele positive Auswirkungen, besonders auf die Wirtschaft und die Gesundheit.

  • Seit dem Jahr 2000 sind die Einschulungsraten deutlich gestiegen (Unicef).
  • Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen stieg, laut einer Weltbankstudie 2011 um 0,3 %, in Ländern, in denen die Anzahl der Frauen mit höherem Abschluss um 1 % stieg.
  • Wenn alle Frauen ihre Sekundärschulbildung abschließen würden, würde die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen um 49% fallen und damit 3 Millionen Kinderleben pro Jahr retten.
  • Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren, ist 7 Mal geringer bei Kindern die einen höheren Schulabschluss erworben haben.

One – Bildungsartikel

Zählt die Bildung von Frauen weniger?

Der Weg zu mehr Gleichberechtigung und damit zu besseren Entwicklungschancen für die gesamte Gesellschaft muss schon bei den Kindern beginnen. Es gehen aber noch immer deutlich mehr Jungen zur Schule als Mädchen. Auch wenn es in vielen afrikanischen Ländern bei der Bildung Fortschritte gibt, sind es oft die Mädchen, die den Schulbesuch abbrechen müssen, wenn die Eltern nicht das Schulgeld aufbringen können oder die Arbeitskraft zuhause oder auf dem Feld gebraucht wird. Das hat zur Folge, dass

  • Südlich der Sahara bis heute jedes dritte Kind nicht zur Schule geht, das sind rund 45 Millionen Mädchen und Jungen (Unicef)
  • Davon sind es deutlich mehr Mädchen als Jungen, da sie häufig früh verheiratet werden, hart arbeiten müssen und infolge nicht zur Schule gehen können. Weltweit kommen auf 100 Jungen die nicht zur Schule gehen 115 Mädchen (Unicef – Jahresbericht 2006)
  • in Entwicklungsländern lediglich 43 Prozent der Mädchen im entsprechenden Schulalter eine weiterführende Schule besuchen.
  • zwei Drittel aller erwachsenen Analphabeten Frauen sind (Unicef – Mädchenrechte).

Fazit

Es ist zwingend notwendig, Mädchen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, um die gesamtgesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Auch die Bildungsqualität muss verbessert und Prioritäten auf Abschlussnoten und weiterführende Schulen gesetzt werden. Die Schulen sollten mädchengerechter werden, das schließt auch die Abschaffung diskriminierender Regeln ein, zum Beispiel, dass schwangere Mädchen die Schule verlassen müssen.

Da sich die Förderung der Bildung von Frauen positiv auf die Reduzierung der Armut auswirkt, muss die Gleichberechtigung als fester Bestandteil von Politik und Wirtschaft gesetzlich verankert werden.