Menschenrechtsverletzung des Monats: kein Zugang zu Nahrung

25.10.2015: Unsere Mitgliedsorganisation ADRA setzt sich für die Nahrungsmittelsicherheit in Burkina Faso ein.

Menschenrechtsverletzung des Monats: kein Zugang zu Nahrung

Recht auf Nahrung – ein Menschenrecht – ADRA Burkina Faso

Weltweit ist Hunger noch immer für 795 Millionen Menschen ein täglicher Begleiter. Laut dem Welthunger-Index 2015 ist rund ein Drittel der Bevölkerung in Burkina Faso unterernährt. Unsere Mitgliedsorganisation ADRA setzt sich in dem Land besonders in der Region Soum dafür ein, dass sich diese Situation schnellstmöglich ändert und Mangelernährung vorgebeugt wird.

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas, auf dem Human Development Index liegt es auf Platz 181 von 187. Vor allem Flüchtlingsfamilien, die aus Mali fliehen mussten, sind besonders schwer betroffen. Sie erhalten neben Nahrungsmittelpaketen auch Matten und Decken. Um die Nahrungsmittelsicherheit jedoch langfristig sichern zu können legt ADRA zusammen mit Flüchtlingsfamilien und Anwohnern in der Region Soum drei Gemüsegärten an.

Landwirtschaftssektor wichtige Rolle in der Nahrungsmittelsicherung

Der Landwirtschaftssektor trägt in Burkina Faso zu circa 25 Prozent des Bruttoinlandproduktes bei und beschäftigt 80 Prozent der Bevölkerung. Die landwirtschaftlichen Familienbetriebe sind oft stark von den Frauen abhängig, die für mehr als 60% der Produktion sorgen, und dabei die schwierigen Schlüsselaufgaben in der Produktion übernehmen. Sie sind traditionell für die Ernährung der Kinder zuständig, haben wenig Kontrolle über die Ressourcen und sind stark vom Verkauf der Agrarprodukte abhängig, der oft vom männlichen Haushaltsvorstand getätigt wird.

Zudem ist die Region Soum besonders anfällig für Hungersnöte. Durch langanhaltende und häufige Dürrezeiten und die daraus resultierende Reduktion der Anbaufläche durch die Verkrustung der Erde und schlechte Wasserspeicherkapazität spitzt sich die Situation weiter zu.

Diversifikation und moderne Anbaumethoden

Bis jetzt haben die meisten Bauern nur Hirse angebaut, was lediglich für sechs bis acht Monate ausreicht. Das führt zu einer Hungerzeit von mindestens vier Monaten. Teil des Projektes von ADRA ist es, beispielsweise die Agrarproduktion durch den Bau von Wassersammelbecken, zu steigern. So können auch während der Trockenzeit die Gemüsegärten bewässert werden.

Durch die Gemüsegärten der lokalen Bevölkerung und die Verteilung von Lebensmitteln an Flüchtlinge in Lagern soll die weit verbreitete Unterernährung in der Sahelregion bekämpft werden und die täglichen Mahlzeiten von einer auf zwei erhöht werden. Zusätzlich soll die Ernährung der Menschen ausgewogener und die Vielfalt größer werden. Auch die Kleintierhaltung von Ziegen, Schafen und Hühnern soll zu einer verbesserten Nahrungssicherheit beitragen.

Außerdem erhalten die Bauern Saatgut, welches den schwierigen Bedingungen angepasst ist. Darüber hinaus werden sie in modernen Anbaumethoden wie auch Tröpfchenbewässerung geschult.

ADRA verteilt sowohl Saatgut, wie Hirse, Sorghum und Reis, als auch Arbeitsgeräte, um die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern und baut Wasser-Auffangbecken, welche dieBewässerung erleichtern.

Diese Maßnahmen haben zudem den Vorteil, dass die Beziehung zwischen Einheimischen und den neu angekommenen malischen Flüchtlingen harmonisiert werden kann und somit Spannungen vorgebeugt wird.

Mehr Informationen zu dem Projekt in Burkina Faso.

 

 

Foto: ADRA