Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Das Horn Afrikas bereitet sich auf die schwerste Heuschreckenplage seit 25 Jahren vor. In Somalia ist davon besonders betroffen. Der somalische Landwirtschaftsminister Said Hussein Iid erklärte, die Heuschrecken stellen eine große Bedrohung gegen die bereits vorherrschende Ernährungsunsicherheit Somalias dar.

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Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Heuschrecken bedrohen 6,7 Millionen Menschen

6,7 Millionen Menschen sind in Somalia schon jetzt von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Die Heuschrecken verschärfen die Lage zusätzlich. Denn eine Heuschrecke kann im Laufe eines Tages so viel fressen, wie sie selbst auf die Waage bringt. Die Schwärme können zudem große Strecken innerhalb kürzester Zeit zurücklegen – bis zu 150 km pro Tag. Die Schwärme fliegen von Nordsomalia Richtung Süden und breiten sich auch in den angrenzenden Ländern aus. In Kenia droht sogar die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren.

Schlechte Voraussetzungen in der Schädlingsbekämpfung

Im Somalia sind allerdings die Voraussetzungen, um die Plage in den Griff zu bekommen, besonders schlecht. Die Sicherheitssituation am Boden lässt es nicht zu, dass Flugzeuge von der Luft aus Mittel gegen die Insekten einsetzen können. Al-Shabaab-Kämpfer sowie weitere bewaffnete Gruppen könnten die Flugzeuge abschießen. Es bleiben den Menschen nur wenige effektive Mittel. Wenn die Schwärme nicht unter Kontrolle gebracht werden können, droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Denn in wenigen Monaten – spätestens in April – startet die Erntesaison. Nun ist internationale Unterstützung gefragt. Die Lagebeurteilung der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ähnelt der des somalischen Landwirtschaftsministers: Die Heuschreckenplage stelle eine noch nie dagewesene Bedrohung der Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlage der Menschen in der Region da.

Heuschrecken aus Jemen

Die Heuschreckenschwärme stammen ursprünglich aus Jemen. Aufgrund der für die Heuschrecken besonders günstigen Wetterbedingungen konnten sie sich dieses Jahr besonders stark vermehren.

Quellen und weitere Informationen

http://www.fao.org/emergencies/resources/photos/photo-detail/en/c/1250886/

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

https://www.dw.com/de/heuschrecken-fressen-ostafrika-kahl/a-52116420

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