Friedensabkommen in Mosambik

Die Regierung von Mosambik und die bewaffnete Oppositionspartei RENAMO haben ein Friedensabkommen geschlossen. Nach jahrelanger Gewalt soll nun endlich Frieden in das ostafrikanische Land einkehren.

Friedensabkommen in Mosambik

Das Friedensabkommen unterschrieben Präsident Filipe Nyusi, der seit 2014 im Amt ist, und RENAMO-Anführer Ossufo Momade auf einer entlegenen Militärbasis im Bergmassiv Gorongosa. Momade ist seit dem Tod des langjährigen RENAMO-Chefs Afonso Dhlakama 2018 Anführer der größten Oppositionspartei. Die Einigung zwischen den zwei Parteien sieht unter anderem die Entwaffnung der RENAMO-Kämpfer vor.

Außerdem sollen REANAMO-Mitglieder in die Streitkräfte, die Polizei und Sicherheitskräfte des Landes integriert werden. Anderen sollen finanzielle Unterstützungen helfen, ins zivile Leben zurückzukehren und sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Alle bisherigen Vereinbarungen waren daran gescheitert, dass RENAMO nie alle Waffen abgegeben hatte und einige seiner Kämpfer in den bewaldeten Bergen ließ.

Hintergrund: Gewalttätige Konflikte seit den 1980er Jahren

In den 1980er Jahren herrschte in Mosambik ein blutiger Bürgerkrieg, der fast eine Million Opfer forderte. Damals bekämpften sich die vom Apartheidsregime in Südafrika gesponserte RENAMO (Resistência Nacional Moçambicana) und die von den Ländern des Warschauer Pakts unterstützte Regierungspartei FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique). Die jahrelange Gewalt hinterließ eine traumatisierte Gesellschaft, eine weitestgehend zerstörte Infrastruktur und eine Volkswirtschaft, die auf Zuwendungen westlicher Länder angewiesen war.

1992 gab es einen ersten Waffenstillstand zwischen FRELIMO und RENAMO, durch den sich die Lage etwas stabilisierte und der Bürgerkrieg für beendet erklärt wurde. Doch ab 2012 war es erneut zu Spannungen gekommen, und erst ein Waffenstillstand 2016 beruhigte die Lage. Seitdem unterhielten die Konfliktparteien Friedensgespräche, die nun in einem Friedensabkommen verschriftlicht wurden.

Im Oktober soll es in Mosambik Präsidentschafts- und Parlamentswahlen geben. Nyusi und Momade wollen jeweils für ihre Parteien kandidieren.

Weitere Hintergrundinformationen zum Bürgerkrieg, den Konfliktparteien und die Auswirkungen der Gewalt auf Wirtschaft und Gesellschaft finden Sie hier: Rückkehr des Bürgerkriegs? Johannes Plagemann, GIGA Hamburg (2013) https://www.giga-hamburg.de/de/system/files/publications/gf_afrika_1310.pdf

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