Friedensprojekt des Monats: Unterstützung zurückkehrender Flüchtlinge

13.07.2016: Unsere Mitgliedsorganisation arche noVa e.V. unterstützt in Mali zurückkehrende Flüchtlinge und steht ihnen beim Wiederaufbau zur Seite.

Friedensprojekt des Monats: Unterstützung zurückkehrender Flüchtlinge

2013 kam es in Mali, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, zu massiven bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellengruppen und der malischen Regierung. Zehntausende Menschen sahen sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Nach und nach hat sich die Situation etwas beruhigt, viele Menschen kehren nach Mali zurück, doch finden oftmals Zerstörung und Perspektivlosigkeit vor und sehen sich ihrer Lebensgrundlage beraubt.

Unsere Mitgliedsorganisation arche noVa e.V. unterstützt in Mali zurückkehrende Flüchtlinge und steht ihnen bei dem Wiederaufbau zur Seite. Rund 102.000 Menschen profitieren in der Region von der Projektarbeit.

Seit 2013 vor Ort

Eine besonders wichtige Aufgabe ist es, die Strukturen in dem nordafrikanischen Land wiederaufzubauen und zu stärken. Dazu gehört insbesondere auch die Wiederherstellung und Verbesserung der Wasserversorgung. An 65 Schulen im Landkreis Timbuktu wurde die Trinkwasserversorgung gesichert und neue Handwaschbecken gebaut. So kann auch die Gesundheit der Kinder gefördert werden. An zwei der Schulen, die von dem Projekt profitieren, ist die Anzahl der Cholera Fälle bereits zurückgegangen. Insgesamt unterstützt das Projekt von arche noVa rund 10.000 Kinder.

Perspektiven schaffen und Frieden fördern

In einem zweiten Schritt hat es sich arche noVa e.V. zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität von zurückkehrenden Flüchtlinge zu verbessern. Alle Projektbegünstige leiden auf verschiedene Art und Weise unter den Folgen der gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Die Verbesserung der Bewässerungssysteme spielt eine besonders zentrale Rolle in der Projektarbeit von arche noVa, da sie für den Wiederaufbau der Landwirtschaft unersetzlich ist. Ein intaktes Bewässerungssystem ermöglicht den Menschen, vom eigenen Reis- und Weizenanbau zu leben. Durch die kriegerischen Konflikte haben die Menschen auch ihre Viehherden verloren. Die ärmsten von ihnen, 400 alleinerziehende Mütter, erhalten im Zuge des von arche noVa geförderten Projekts jeweils fünf Ziegen, um sich wieder Lebensgrundlagen aufzubauen.

Multidimensionaler Ansatz

Das Projekt zielt zum einen auf die Unterstützung der städtischen Bevölkerung ab, da viele Flüchtlinge bei ihrer Rückkehr zunächst die Städte (insbesondere das Zentrum Timbuktus) anlaufen und durch diesen erhöhten Bedarf eine Verbesserung der Abwasser-Infrastruktur notwendig wird – zusätzlich wird so das Risiko von hygienebedingten Krankheiten eingedämmt.

Es werden jedoch ausdrücklich auch Gemeindemitglieder unterstützt, die aus verschiedenen Gründen (z.B. weil ihnen die finanziellen Mittel fehlten) die Konfliktregion nicht verlassen konnten und ebenfalls stark unter der Anwesenheit der Rebellen gelitten haben. Die Binnenvertriebenen und Flüchtlinge werden deshalb begünstigt, da sie bei ihrer Rückkehr in der Regel über keinerlei Existenzgrundlagen mehr verfügen, was den Reintegrationsprozess in die Heimatgemeinden erschwert. Um soziale Spannungen zu vermeiden, müssen beide Gruppen begünstigt werden.

 

 

Foto: arche noVa / A. Keita