Hunger hat viele Gründe

Noch immer sind in Afrika 23 Millionen Menschenleben bedroht: Vor allem Frauen und Kinder leiden. Neben der Nothilfe hilft das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA durch Bildungsprojekte und stärkt Frauen als Wirtschaftsakteure.
Frauen und Kinder GEMEINSAM FÜR AFRIKA_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Trappe

Hunger hat viele Gründe

Sechs Millionen Menschen sind im Südsudan dem Hunger schutzlos ausgeliefert. In Kenia, Somalia und Äthiopien brauchen insgesamt mehr als 17 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe, darunter mehr als 680.000 Schwangere. Sie gehören gemeinsam mit Kindern, alleinerziehenden Müttern oder älteren Menschen zur gefährdetsten Gruppe und leiden besonders unter der extremen Dürre. Am häufigsten sterben Mütter bei der Entbindung, wenn sie nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus kommen. Neben Klimawandel oder bewaffneten Konflikten ist der Hunger auch durch wirtschaftliche und soziale Probleme bedingt. Wer kann, der flieht.

Frauenförderung bringt die gesamt Gemeinschaft voran

„Die Gründe für Flucht sind Verfolgung, Krieg, Perspektivlosigkeit und letztlich Hunger. Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt sich neben der akuten Nothilfe auch mit langfristigen Maßnahmen für die notleidenden Menschen ein, etwa durch Bildungsarbeit oder Projekte, die Frauen als Wirtschaftsakteure stärken“, so Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. „Denn Frauen zu fördern, bedeutet die Familie und letztlich die gesamte Gemeinschaft voran zu bringen.“ Mehr als 20 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen haben sich im Verbund zusammengeschlossen und unterstützen durch nachhaltig angelegte Projekte insbesondere Frauen und Kinder in den betroffenen Gebieten, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Durch Bildung, Aufklärung oder neue wirtschaftliche Perspektiven in Form von Mikrokrediten wird den Frauen und ihren Familien der Rücken gestärkt.

„Das Hauptproblem für die Menschen sind sicherlich Armut und Mangelernährung. 380 Millionen Menschen in Afrika müssen von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben“, berichtet Susanne Anger.  „Aber auch die patriarchale Gesellschaft trägt ihren Teil bei.“ Viele Kinder zu haben, ist in vielen Regionen Afrikas auch eine Altersvorsorge. Ein funktionierendes Pensions- und Sozialsystem existiert meist nicht. Gegenwärtig liegt die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau in Afrika bei 4,7. Das ist zwar um ein Drittel weniger als in den 1970er-Jahren – aber immer noch doppelt so hoch wie im weltweiten Schnitt. In Kenia etwa liegt das Verhältnis zwischen Geburten und Todesfällen bei 34 zu 8.

Die aktuelle Arbeit einiger unserer Mitgliedsorganisationen im Bereich Bildungsarbeit und Frauenrechte:

Aktion Canchanabury setzt sich vor allem für Bildung und den Kampf gegen AIDS ein. So unterstützt beispielsweise eine Selbsthilfegruppe im Südsudan Aids-Waisen.

Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt fördert Frauenrechte und eine nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft. So bietet etwa ein Ausbildungszentrum in Burkina Faso jungen Frauen eine Berufsausbildung und damit eine Lebensperspektive.

AWO International investiert besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser und den Aufbau von sozialer Infrastruktur und fördert Geschlechtergerechtigkeit. Aktuell unterstützt die Organisation südsudanesische Flüchtlinge in vier Flüchtlingscamps in Uganda.

CARE Deutschland-Luxemburg unterstützt Frauen und Mädchen in ihrem Kampf für umfassende und gleiche Menschenrechte. Denn Frauen sind oftmals der Schlüssel für den Wandel einer ganzen Gemeinschaft. Im Westen Kenias hilft CARE, die Sterblichkeitsrate unter Kleinkindern, Schwangeren und entbindenden Müttern zu senken.

ChildFund setzt sich in Äthiopien für eine Zukunft ohne Hunger ein. Die Schwerpunkte ihres Engagements liegen darin, Frauen und Familien zu stärken, Ernährung zu sichern und den Menschen nachhaltige Erwerbsmöglichkeiten anzubieten.

Don Bosco Mondo fördert junge Menschen am Rande der Gesellschaft. So fördert die Organisation etwa Mädchen in Uganda. Don Bosco verteilt derzeit außerdem Lebensmittelpakete an tausende Familien in Kenia, Somalia und Äthiopien.

Das Hunger Projekt arbeitet daran, Familien südlich der Sahara ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Die Organisation führt Programme gegen HIV/AIDS durch und fördert Kleinunternehmen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe kümmert sich derzeit vor allem um unterernährte Mütter und Kinder im Südsudan und klärt über Hygiene auf.

Kinder Afrikas leistet Hilfe zur Selbsthilfe in der Landwirtschaft, durch Schulprojekte und Mikrokredite für Frauen und beugt somit Hunger vor.

Kinderhilfswerk Global-Care ist in acht Staaten im östlichen und südlichen Afrika tätig und hilft den Kleinsten durch Kinderpatenschaften.

Kindernothilfe konzentriert sich auf Kinder im östlichen und südlichen Afrika und sorgt dafür, dass sie eine Chance auf Zukunft bekommen. Hunger, Genitalverstümmelung, mangelnde Bildungschancen – das sind nur einige Probleme, denen die Kindernothilfe entgegenwirkt.

Kinderrechte Afrika unterstützt Kinder in Not in West- und Zentralafrika, deren Grundrechte aufs Gröbste verletzt werden: Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel, sexuellem Missbrauch, bewaffneten Konflikte oder Gefängnis – all das bedroht Kinder in der Region.

Quäker-Hilfe Stiftung: In Kenia unterstützt die Stiftung Frauen durch ein Kleinkredit-Programm, fördert die ländlichen Entwicklung und sichert den Zugang zu Trinkwasser. Im Flüchtlingslager Dadaab bietet die Organisation Trauma-Bewältigung für Flüchtlinge aus Somalia an.

Welthaus Bielefeld: Die Organisation hilft in Äthiopien, Burundi, Mosambik und Südafrika besonders in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz. In Äthiopien etwa sorgt Lehrmaterialen für bessere Schuldbildung.

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzen sich unermüdlich für bessere Lebensbedingungen in Afrika ein. Ostafrika ist aufgrund der aktuellen Dürrekatastrophe eine Schwerpunktregion für viele Hilfsprojekte.

 

Spendenkonto GEMEINSAM FÜR AFRIKA:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE83 3702 0500 0001 2738 00
BIC: BFSWDE33XXX
Online Spenden unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spenden/

Pressekontakt: Ulla Rüskamp, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel.: 030 2977 24 31,
E-Mail: rueskamp@gemeinsam-fuer-afrika.de

 

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA | Stefan Trappe