Von der Bohne zur Tafel – so kommt die Schokolade in den Supermarkt

Unser Appetit auf die süße Versuchung wächst jährlich. Aber woher kommt der Kakao für unsere Schokolade eigentlich?

Von der Bohne zur Tafel – so kommt die Schokolade in den Supermarkt

Seien wir ehrlich: ein heißer Kakao, eine süße Praline oder ein, zwei Stücke von der Schokoladentafel – wer von uns hat deswegen nicht schon einen guten Vorsatz gebrochen? Unser Appetit auf die süße Versuchung wächst jährlich. Fast 4 Kilogramm Kakao konsumiert der/die Deutsche durchschnittlich pro Jahr (Quelle: ICCO).

Woher kommt der Kakao für unsere Schokolade eigentlich?

Der Kakaobaum braucht viel Wärme und Feuchtigkeit und wächst deswegen besonders gut in tropischen Ländern. Ursprünglich stammt die Kakaopflanze aus Südamerika, doch mittlerweile gehören Länder in Westafrika – wie die  Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria – zu den weltweit größten Kakao-Produzenten. Sie liefern rund 70 Prozent der Weltproduktion. Für diese Länder ist der Kakao essentiell: 2015 machte in Ghana der Kakao 20 Prozent, in der Elfenbeinküste sogar 30 Prozent der gesamten Exporterträge aus. Kakao bildet die Einkommensgrundlage für 40 bis 50 Millionen Menschen weltweit. Sie produzieren jährlich circa 4,7 Millionen Tonnen Kakao.(1)

Der Kakaoanbau ist harte Handarbeit. Eine Jahresernte eines einzelnen Baumes ergibt gerade einmal ein halbes Kilogramm Kakao! Der Kakaobaum blüht das ganze Jahr hindurch, so dass immer wieder geerntet werden muss. Dabei schlagen die Bäuerinnen und Bauern die Kakaoschoten von den Bäumen, öffnen sie mit einer Machete und entnehmen die Bohnen. Diese werden anschließend fermentiert, gewaschen, getrocknet und in Säcke verpackt, bevor sie die Plantage verlassen.

Soweit so gut. Aber wie und wo wird die Kakaobohne denn jetzt zur Schokolade? Und wie kommt diese Schokolade dan zu uns in die Supermärkte?

Von Ghana bis Deutschland: Wer ist involviert?

Von der Kakaoplantage in z.B. Ghana bis in den Supermarkt in Deutschland ist es ein weiter Weg. Beim Transport, der Verarbeitung und dem Verkauf sind viele Akteure involviert.

© INKOTA. So kommt die Schokolade zu uns in den Supermarkt

© INKOTA. So kommt die Schokolade zu uns in den Supermarkt

Nachdem die Kleinbäuer*innen ihre Säcke mit den rohen und noch bitteren Kakaobohnen an Zwischenhändler*innen verkauft haben, geben diese den Großteil direkt weiter in den Export. Der Kakao wird heute immer noch kaum in den Anbauländern verarbeitet.

In den Zielländern im Globalen Norden werden die Bohnen in Vermahlungsunternehmen zerstoßen und die Hüllen entfernt, geröstet und schließlich gemahlen. Das Ergebnis ist Kakaomasse, die zu Kakaobutter und Kakaopulver weiter verarbeitet, oder von Schokoladenfirmen zur Herstellung von Schokolade verwendet wird. Die Endprodukte werden schließlich von den Supermärkten an die Konsument*innen verkauft.(2)

Vom Kakaobaum bis zu deiner Schokolade im Naschschrank sind also mindestens 6 Akteure beteiligt – die alle daran verdienen wollen! Geschätzte 100 Milliarden US-Dollar beträgt der jährliche Nettoumsatz der Schokoladenindustrie.(3) Dabei sollte doch für alle genug übrig bleiben. Aber ist es auch tatsächlich so?

Die bittere Seite der Schokolade: Nur wenige profitieren

©INKOTA: Kostenanteile des Rohkakaos

©INKOTA: Kostenanteile des Rohkakaos

Im Supermarkt zahlen wir meist zwischen 1 und 2 Euro für eine Tafel Schokolade – aber wie viel davon kriegen die Kakaobäuer*innen und in Ghana oder der Elfenbeinküste?

Tatsächlich erhalten Kakaobäuerinnen und -bauern nur etwa 6 Prozent des Preises, den wir in Deutschland für eine Tafel Schokolade bezahlen. Die Mehrheit der Kakaobbäuer*innen lebt unterhalb der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag und Person. Im Schnitt verdient ein Kleinbauer oder eine Kleinbäuerin rund 0,76 Euro am Tag.(4)

Kinderarbeit und Regenwaldabbau

Wegen des geringen Verdienstes in der Kakaoproduktion ist Kinderarbeit auf den Plantagen leider keine Seltenheit. Viele Familien sind auf den zusätzlichen Verdienst angewiesen. In der Elfenbeinküste und in Ghana arbeiten etwa zwei Millionen Kinder, viele davon unter schlimmsten Arbeitsbedingungen. Die Arbeit auf den Plantagen ist körperlich extrem belastend und die Kinder müssen mit gefährlichen Werkzeugen und Chemikalien umgehen.(5)

Ein weiteres Problem ist der Abbau des Regenwaldes für die Kakaoproduktion. Leider werden auch Urwälder gerodet, die unter Naturschutz stehen. In keinem anderen Land schrumpft der Regenwald so schnell wie in der Elfenbeinküste. Außerdem werden viele Kakao-Regionen in Ghana und der Elfenbeinküste durch den Klimawandel immer trockener, mit der Folge dass weniger geerntet werden kann. Kakaobauern und Kakaobäuerinnen müssen daher unbedingt dabei unterstützt werden, nötige Maßnahmen zur Klimaanpassung zu ergreifen, oder auf andere Kulturpflanzen umzusteigen.

Was können wir tun?

Die gute Nachricht ist: Wir Schokoladekonsument*innen sind ein wichtiger Teil der Lieferkette und haben es in der Hand, etwas zu unternehmen. Wir können die Kakaobäuerinnen und -bauern unterstützen, zum Beispiel indem wir im Supermarkt zu einer fair produzierten Schokolade greifen.

Siegel wie Fairtrade, Rainforest Alliance oder UTZ garantieren gewisse Standards in der Kakaoproduktion, die den Bäuerinnen und Bauern helfen. Zu den Standards gehören die Wahrung internationaler Menschen- und Arbeitsrechte, das Verbot missbräuchlicher Kinderarbeit, die Verbesserung landwirtschaftlicher Anbaupraktiken und Umweltschutzmaßnahmen für einen nachhaltigen Kakaoanbau.
Eine Fairtrade-Zertifizierung garantiert den Bäuerinnen und Bauern außerdem einen Mindestpries pro Tonne Kakaobohnen, unabhängig vom Weltmarktpreis. Dadurch bekommen die Bäuer*innen ein festes Einkommen, was ein großer Fortschritt ist. Ob dieses aber Einkommen ausreicht, um den Prduzent*innen langfristig existenziell abzusichern, ist umstritten.

Es ist also noch viel zu tun, bis die Schokolade für alle Beteiligten in der Lieferkette ein Genuss sein wird! Denken wir also dran, wenn wir das nächste Mal im Supermarkt vor dem Schokoladenregal stehen: Lieber eine Tafel weniger, dafür nur solche mit Mehrwert.

Quellen:
(1) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Kakao – Anbau, Export und Verarbeitung
(2) NaturFreunde Deutschlands e.V.: Was die Schokolade über den Welthandel erzählt
(3) Make Chocolate Fair! Europäische Kampagne für faire Schokolade: Kakaoproduktion: ein Überblick
(4) Make Chocolate Fair! Europäische Kampagne für faire Schokolade: Kakaopreise und Einkommen für Kakaobauern
(5) Make Chocolate Fair! Europäische Kampagne für faire Schokolade: Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen

Was ist eigentlich Fair Trade?

Warum müssen Kinder in Sierra Leone bei der Kakaoernte schuften? Und warum verdienen Kleinbäuer*innen in Mali fast nichts am Baumwollanbau? Immer mehr Menschen stellen sich solche Fragen.

Was ist eigentlich Fair Trade?

Heutzutage gibt es unzählige Möglichkeiten für verantwortungsvollen Konsum. Was vor mehr als 50 Jahren als Idee einzelner Aktivist*innen und Initiativen begonnen hat, ist zu einem vielfältigen Fairen Handel geworden. Dachorganisationen wie Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) oder World Fair Trade Organization (WFTO) haben die Arbeit von Tausenden Kleinproduzent*innen und Organisationen gebündelt. Qualitätsstandards, Fair-Trade-Siegel und Kampagnenarbeit haben dazu beigetragen, dass der Faire Handel von immer mehr Menschen wahrgenommen wird.(1)

Zu den wichtigsten Merkmalen Fairen Handels gehören folgende Punkte:

 

  • Zusammenarbeit

    Die Zusammenarbeit von Produzent*innen und fairen Handelsorganisationen basiert auf Dialog, Respekt, Transparenz und Mitbestimmung und fördert Gerechtigkeit im internationalen Handel.

  • Stabile Preise

    Produzent*innen erhalten für ihre Ware faire, stabile und existenzsichernde Preise und arbeiten langfristig und vertrauensvoll mit fairen Handelsorganisationen zusammen.

  • soziale Rechte

    Produzent*innen und ihre Familien werden dabei unterstützt, ihre sozialen Rechte wie gesellschaftliche Teilhabe, Bildung oder Gesundheitsversorgung wahrnehmen zu können.

  • List Title

    Kinderarbeit und andere ausbeuterische oder gesundheitsgefährdende Arbeits- und Produktionsbedingungen sind nicht erlaubt.

  • List Title

    Faire Handelsorganisationen engagieren sich durch Öffentlichkeitsarbeit für ein gerechtes Welthandelssystem und eine Bewusstseinsänderung bei Verbraucher*innen.(2)

Wachstum und Herausforderungen des Fairen Handels

Der Faire Handel hat einiges erreicht und Millionen von Produzent*innen zu einem besseren Leben verholfen. In Deutschland ist der Umsatz mit fair gehandelten Produkten im Jahr 2014 erstmals über die Marke von einer Milliarde Euro gestiegen. Kaffee ist mit einem Anteil von mehr als einem Drittel das wichtigste Produkt. Dahinter folgen unter anderem Früchte, Blumen und Textilien.(3)

Allerdings ist der Faire Handel weit davon entfernt, den Welthandel nachhaltig zu verändern. So hat zum Beispiel fair gehandelter Kaffee in Deutschland gerade einmal einen Marktanteil von knapp drei Prozent. Neben dem Wettbewerb mit herkömmlichen Produkten und Handelspraktiken hat der Faire Handel auch viele eigene Herausforderungen.

Besonders aufwendig ist die Zertifizierung von fair gehandelten Produkten. In Afrika hat bislang nur ein sehr kleiner Teil an Kleinproduzent*innen diesen Prozess erfolgreich durchlaufen. Die Einhaltung von Produktionskriterien kann meistens nur durch Stichproben überprüft werden. Auch die Vielzahl an Definitionen und Siegeln oder die teils unklare Preisgestaltung sorgen für Kritik am Fairen Handel.(4)

Außerdem kann Fairer Handel nicht in wenigen Jahrzehnten die Ungerechtigkeiten eines globalen Handelssystems beseitigen, das über Jahrhunderte entstanden ist. Afrikas Rohstoffe werden seit jeher vor allem für Warenproduktion und Konsum im Globalen Norden genutzt. Viele der heutigen Großplantagen wurden noch in der Kolonialzeit und durch Sklavenarbeit angelegt. EU-Staaten und andere Industrienationen helfen durch ihre Handels- und Zollpolitik nicht Kleinproduzent*innen, sondern vor allem großen Konzernen, die die globalen Warenmärkte kontrollieren und meist keine ethischen Standards für die Mitarbeiter*innen im Globalen Süden verfolgen.(5)

Jeder Mensch kann fair handeln

Alle Staaten der Erde haben sich mit der internationalen Agenda 2030 und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) dazu verpflichtet, menschenwürdige Arbeit sowie nachhaltige Produktions- und Konsummuster zu fördern.(6)

Doch Regierungen und Unternehmen haben schon viele Vereinbarungen unterschrieben, ohne dass sich die Lebensbedingungen der Ärmsten verbessert haben. Die nötigen Veränderungen müssen daher auf vielen Ebenen stattfinden. Persönliches Engagement und gesellschaftlicher Druck können helfen, unfairen Handel zu stoppen, damit weltweit gerechte Löhne gezahlt werden. So richten sich zum Beispiel immer mehr Städte und Gemeinden in Deutschland bei ihren Einkäufen nach den Kriterien des Fairen Handels.(7) Auch zahlreiche Schulen und Bildungsinstitutionen setzen sich mithilfe von Kampagnen wie Fairtrade-Schools für eine gerechtere Welt ein.(8)

Und nicht zuletzt: Unsere persönlichen Entscheidungen machen einen Unterschied! Anstatt blind den billigsten Angeboten hinterherzulaufen, können wir uns für Qualität und faire Produkte entscheiden. Denn Geiz ist nicht geil, sondern fast immer nur ein anderes Wort für Ausbeutung.

Quellen:
(1) Forum Fairer Handel, Geschichte des Fairen Handels
(2) Transfair, Was ist Fairtrade?
(3) Forum Fairer Handel, Zahlen und Fakten zum Fairen Handel in Deutschland
(4) Transfair, Herausforderungen – Fairtrade ist in einem anspruchsvollen Kontext tätig
(5) Heinrich-Böll-Stiftung u.a., Konzernatlas 2017 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie
(6) Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Agenda 2030 – 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung
(7) Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, Fairer Handel und Faire Beschaffung
(8) Fairtrade-Schools

Jahresbericht GEMEINSAM FÜR AFRIKA 2014/15

Tätigkeitsbericht 2014/15

Moderne Sklaverei existiert – immer noch und weltweit

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Moderne Sklaverei existiert – immer noch und weltweit

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Dies könnte Sie auch interessieren

Was können wir gegen moderne Sklaverei tun?

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo
Fairtrade Banane_©CC0/Isaac Fryxelius

Was können wir gegen moderne Sklaverei tun?

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Dies könnte Sie auch interessieren

Lisha, 22, aus Nigeria

Lesen Sie hier das Einzelschicksal von Lisha.
Lisha_©CC0/Holger Schué

Lisha, 22, aus Nigeria

Ein junges afrikanisches Mädchen, Lisha (22), lernte bei einer Feier in Nigeria eine ältere Frau kennen, die Lisha zunächst für ihre handwerklichen Fähigkeiten bewunderte. Später schlug sie ihr vor, nach Deutschland zu gehen. Dort verdiene sie mit ihrer Arbeit viel mehr Geld. Die Reisekosten könne sie nach und nach zurückzahlen.

Lisha sah ihre große Chance. Ihren Verwandten, die sie nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern aufgenommen hatten, fiel sie zunehmend zur Last. Vor der Abreise brachte die Frau Lisha zu einem Voodoo-Meister. Dort musste sie schwören, die 30.000 Euro Reisekosten so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Da Voodoo Alltag in ihrer Heimat ist, war Lisha darüber nur wenig verwundert.

In Deutschland angelangt, verlangte man von Lisha, in einem Bordell zu arbeiten. Sie musste einen hohen Tagesumsatz schaffen. Tat sie das nicht, wurde sie bedroht, geschlagen und vergewaltigt. Einmal lief sie mit einem Freier weg, woraufhin die Täter Lishas Familie in Afrika bedrohten. Einem Onkel brachen sie, sozusagen als Warnung, die Arme der Voodoo-Puppe. Die Familie bat Lisha am Telefon inständig, weiter zu arbeiten, damit sie in Afrika nicht weiterhin in Angst und Schrecken leben müsste. Lisha kehrte daraufhin ins Bordell zurück. Als es für sie immer unerträglicher wurde, ergriff sie trotz ihrer eigenen Todesangst und der Angst um ihre Familie nach einigen Monaten die Flucht. Ein Freier half ihr dabei und ging mit ihr direkt zur Polizei. Dort sagte sie gegen die Täter aus und JADWIGA wurde eingeschaltet.

Die Fachberatungsstelle JADWIGA setzt sich für die Rechte der Opfer von Frauenhandel ein. Sie bietet umfassende Unterstützung und Hilfen für die Betroffenen in Krisensituationen an und konnte Lisha durch folgende Angebote unterstützen:

JADWIGA besorgte eine sichere Unterkunft in einer Schutzwohnung; begleitete Lisha oft zum Arzt, da die Zeit in den Bordellen körperliche Spuren bei ihr hinterlassen hatte; koordinierte die Hilfen mit Ämtern und Behörden; begleitete Lisha zur Polizei und zum Gericht; vermittelte sie in einen Deutschkurs; gab Unterstützung bei der Arbeitssuche; leistete kontinuierlich psycho-soziale Unterstützung durch regelmäßige Treffen.

Lesen Sie weitere Schicksale: 

Dies könnte Sie auch interessieren

Gideon, 16 Jahre, aus Ghana

Lesen Sie hier das Einzelschicksal von Gideon.
Gideon_©IJM/Lydia Strauss

Gideon, 16 Jahre, aus Ghana

„Mein Name ist Gideon. Ich komme aus Ningo. Wie alt ich bin, weiß ich nicht“, sagt der Junge, den Mitarbeiter von IJM (International Justice Mission) auf etwa 16 Jahre schätzen. Er ist groß, sein Oberkörper ist muskulös, sein Blick ernst. Er wirkt viele Jahre älter. Die harte Arbeit in der Fischerei hat Spuren hinterlassen, nicht nur die Narben an Armen und Beinen. An seine Kindheit erinnert sich Gideon nur noch dunkel. Doch er ging nicht eine Stunde in die Schule. Ein skrupelloser Kinderhändler nahm Gideon seiner Mutter weg und entführte ihn, um ihn in der  Fischerei als Sklave zu halten. Als Kinderarbeiter fischte er Tag und Nacht. Mit 8500 Quadratkilometern ist der Lake Volta in Ghana der weltweit größte künstlich angelegte See. Zehntausende Kinder arbeiten dort in der Fischindustrie, viele davon unfreiwillig,  in ausbeuterischer Kinderarbeit gefangen. Experten in Ghana schätzen die Zahl der Jungen, die brutal zur Arbeit gezwungen werden auf 35.000 bis 50.000.

Die Kleinsten sind erst vier Jahre alt, die meisten gerade mal zehn Jahre. Sie tragen zerrissene Kleidung oder sind nackt. Ihrer Körper sind gezeichnet von Gewalt, Ausschlag und offenen Wunden durch die harte tägliche Kinderarbeit. Sie müssen immer wieder mit den Fischen kämpfen, die sie mit ihren scharfen Zähnen oder Stacheln verletzen. Wenn sich ein Netz unter Wasser verfängt, müssen die Kinder tauchen und die Netze befreien. Die meisten von ihnen können nicht richtig schwimmen. Regelmäßig ertrinken Kinder auf dem See. In ihren kleinen Holzbooten wirken sie hilflos und panisch. Viele sind unterernährt und vollkommen erschöpft. Auch Gideon litt, während er von dem Mann, der ihn entführt hatte, zur Kinderarbeit gezwungen wurde. „Ich wurde oft geschlagen. Ich bettelte, zurück zu meiner Mutter zu dürfen. Doch der Mann sagte, sie sei tot. Es gäbe kein zu Hause mehr“, sagt Gideon.

Auch sein siebenjähriger Bruder wurde zum Fischen gezwungen und Gideon musste zusehen, wie auch er geschlagen wurde.

Ermittler von IJM recherchierten wochenlang, um nach Jungen und Mädchen zu suchen, die wie Gideon zur Kinderarbeit gezwungen sind. Sie fanden Gideon und befreiten mit ihm zusammen neun weitere Jungen. Acht Männer wurden wegen Verdacht auf Kinderhandel zeitgleich von der Polizei verhaftet.

Es war die erste Befreiung des IJM Büros in Ghana, das 2014 gegründet wurde. Von Gideons Bruder fehlt bis heute jede Spur. Er ist irgendwo da draußen – so wie tausende andere Kinder.

IJM Deutschland e. V. ist der deutsche Zweig der internationalen Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM). Weltweit setzt sich IJM für die Rechte armer Menschen ein, die von Gewalt betroffen sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Menschenhandel und moderner Sklaverei. IJM hat seinen internationalen Hauptsitz in den USA in Washington, D. C. und wurde dort 1997 von dem Menschenrechtsanwalt und ehemaligen UN-Chefermittler Gary A. Haugen gegründet. Inzwischen arbeiten über 1000 festangestellte Mitarbeiter in 16 Ländern, um mit lokalen Partnern Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika umzusetzen.

Lesen Sie weitere Schicksale: 

Dies könnte Sie auch interessieren

Yvan Sagnet aus Kamerun

Lesen Sie hier die Lebensgeschichte von Yvan Sagnet
Ivan Sagnet_©Radio-Canada/Sylvain Desjardin

Yvan Sagnet aus Kamerun

Yvan Sagnet geriet vor sieben Jahren in die Fänge eines Caparole. Caparole ist der Name für einen Rang beim Militär. In Italien meint man aber damit  Arbeitsvermittler, die den Landwirten billige Arbeitskräfte besorgen und daran ordentlich verdienen. Yvan erzählt: ‚‚Er (Caparole) zahlte mir für jede Kiste à 300 Kilo 3,50 Euro. Für 300 Kilo!“ Fünf Kisten schaffte er an einem Tag. „Das sind 20 Euro für 14 Stunden Arbeit. Davon musste ich noch fünf Euro für den Transport abziehen und 3,50 Euro für das Brot. Am Ende hatte ich nichts mehr. Nach fünf Tagen habe ich ‚Nein‘ gesagt.“

Yvan organisierte einen Streik, welcher eineinhalb Monate dauerte – der erste Streik von ausländischen Arbeitskräften in Italien. Durch diesen Streik ist das Thema der Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte in die Öffentlichkeit gekommen. Doch noch immer gibt es viel zu tun: ‚‚Coop, Auchan, Carrefour und Lidl: Die großen Lebensmittelunternehmen sind die wahren Schuldigen, denn am Ende entscheiden sie über die Preise für die Produkte“, sagt Yvan. Das bedeutet auch, dass die Konsumenten unbewusst zu Mitschuldigen werden durch den Kauf von billigen Tomaten aus Süditalien (Quelle).

In Turin hat Yvan ein Leben als Ingenieur aufgebaut. Zudem hat er eine Stiftung gegründet, die gegen die Ausbeutung in der Landwirtschaft vorgeht. Hier kommen Sie zu der italienischen Webseite seiner Organisation NoCap.

Lesen Sie weitere Schicksale: 

Dies könnte Sie auch interessieren

Falinga, 13 Jahre, aus Togo

Lesen Sie hier das Einzelschicksal von Falinga.
Die Kinder im Zentrum Kandyaa machen sich auf den Weg in die Schule. Fröhlich! Viele von ihnen hatten zuvor keine Möglichkeit, zu lernen und zu spielen. Nun gehören zu den Besten ihrer Klasse. Im Kinderschutzzentrum werden sie fürsorglich begleitet bis sie in ein familiäres Umfeld zurückkehren können.©Horst Buchmann

Falinga, 13 Jahre, aus Togo

Falinga* wächst zunächst bei ihrem Vater im äußersten Norden Togos auf. Die Mutter stirbt, als das Mädchen noch sehr klein ist. Da der Vater mit den Kindern überfordert ist, kommt ihr jüngerer Bruder in ein Waisenhaus, sie selbst wird in die Obhut einer Frau in der Stadt gegeben. Dort erwartet Falinga, wie für so viele dieser Haushaltshilfen, hartes Schuften bis hin zur skrupellosen Ausbeutung. Einmal, beim Spülen, lässt Falinga einen Schöpflöffel fallen, der zerbricht. Die Hausherrin gerät in Wut, schlägt das Mädchen und gibt ihr als Strafe nichts mehr zu essen. Falinga ist unglücklich, weint viel. Das fällt einem Mitarbeiter einer lokalen Organisation auf, der zufällig vorbeigeht. Da die Hausherrin gerade verreist ist, kann Falinga offen sprechen und von ihrem Unglück erzählen. Er kennt ein Kinderschutzzentrum und veranlasst, dass Falinga dort aufgenommen wird.

*Name geändert.

CREUSET ist die Partnerorganisation von unserer Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. in Togo. CREUSET begleitet und fördert Kinder, die Gewalt, Misshandlung, Ausbeutung, Kinderhandel und insbesondere brutale Rituale der Hexenaustreibung erlebt haben. Zudem hat CREUSET große Erfahrung in der Wiedereingliederung von Kindern, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind (in Gefängnissen und auf Polizeistationen) sowie von auf der Straße lebenden Kinder.

Bild: Die Kinder im Zentrum Kandyaa machen sich auf den Weg in die Schule. Fröhlich! Viele von ihnen hatten zuvor keine Möglichkeit, zu lernen und zu spielen. Nun gehören zu den Besten ihrer Klasse. Im Kinderschutzzentrum werden sie fürsorglich begleitet bis sie in ein familiäres Umfeld zurückkehren können.

Lesen Sie weitere Schicksale: 

 

Dies könnte Sie auch interessieren

Mustapha Sallah, 26 Jahre, aus Gambia

Lesen Sie hier das Einzelschicksal von Mustapha.
Tomatenpflücker_© Laura Elizabeth Pohl

Mustapha Sallah, 26 Jahre, aus Gambia

Mustapha träumte von einem Leben in Deutschland. Hier wollte er Informatik studieren und seine Familie durch Geldsendungen unterstützen. In seinem Heimatland Gambia war es sehr schwierig einen Job zu finden.

Daher entschied er sich nach Nigeria zu fliegen, schlug sich von dort nach Niger durch und fuhr zehn Tage lang auf einem Pick-Up durch die Sahara nach Libyen. Nicht alle Mitreisenden überlebten.

Als sie endlich Tripolis, die Hauptstadt Libyens erreichten, wurden Mustapha sein Handy und sein Geld weggenommen – selbst seine Armbanduhr wurde ihm gestohlen. Wer die Männer waren, weiß er nicht, denn gleich darauf wurde er ins Gefängnis gebracht.

„Ich wurde geschlagen, ich wurde gequält – wie fast alle. Einmal verprügelten sie mich so sehr, dass ich zehn Tage lang nicht gehen konnte.“ Mustapha durfte das Gefängnis verlassen, jedoch nicht als freier Mensch sondern als verkaufter Sklave. Der Preis ist unbekannt. Außerhalb des Gefängnisses wurde er zu Feldarbeit gezwungen. Ganze drei Tage hielt er durch, bevor er mit vier anderen versklavten Gambiern die Flucht antrat – sieben Stunden in den Süden (Quelle).

Lesen Sie weitere Schicksale: 

Dies könnte Sie auch interessieren

Frauen und Bildung

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut.
Radioschule in Sambia._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Frauen und Bildung

Der Lebenslauf unserer Frau des Monats Mai, Dr. Shumirai Nyota aus Simbabwe, zeigt exemplarisch und beeindruckend, welches Potenzial sich entfalten kann, wenn Mädchen und Frauen der Zugang zu Bildung nicht verwehrt oder erschwert wird. Er veranschaulicht auch, dass von der Bildung von Frauen, die Frauen selbst, ihre Familien, die Gemeinschaft und der Staat profitieren.

Bildung ist nicht nur ein Menschenrecht, auf das Frauen das gleiche Recht haben wie Männer, sondern sie ist auch der Schlüssel zur Reduzierung von Armut. Mit dem zweiten Milleniums-Entwicklungsziel soll deshalb sichergestellt werden, dass bis 2015 Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Primarschulbildung vollständig abschließen können. Eine Verbesserung der Bildungschancen, insbesondere für Mädchen und Frauen hätte viele positive Auswirkungen, besonders auf die Wirtschaft und die Gesundheit.

  • Seit dem Jahr 2000 sind die Einschulungsraten deutlich gestiegen (Unicef).
  • Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen stieg, laut einer Weltbankstudie 2011 um 0,3 %, in Ländern, in denen die Anzahl der Frauen mit höherem Abschluss um 1 % stieg.
  • Wenn alle Frauen ihre Sekundärschulbildung abschließen würden, würde die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen um 49% fallen und damit 3 Millionen Kinderleben pro Jahr retten.
  • Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren, ist 7 Mal geringer bei Kindern die einen höheren Schulabschluss erworben haben.

One – Bildungsartikel

Zählt die Bildung von Frauen weniger?

Der Weg zu mehr Gleichberechtigung und damit zu besseren Entwicklungschancen für die gesamte Gesellschaft muss schon bei den Kindern beginnen. Es gehen aber noch immer deutlich mehr Jungen zur Schule als Mädchen. Auch wenn es in vielen afrikanischen Ländern bei der Bildung Fortschritte gibt, sind es oft die Mädchen, die den Schulbesuch abbrechen müssen, wenn die Eltern nicht das Schulgeld aufbringen können oder die Arbeitskraft zuhause oder auf dem Feld gebraucht wird. Das hat zur Folge, dass

  • Südlich der Sahara bis heute jedes dritte Kind nicht zur Schule geht, das sind rund 45 Millionen Mädchen und Jungen (Unicef)
  • Davon sind es deutlich mehr Mädchen als Jungen, da sie häufig früh verheiratet werden, hart arbeiten müssen und infolge nicht zur Schule gehen können. Weltweit kommen auf 100 Jungen die nicht zur Schule gehen 115 Mädchen (Unicef – Jahresbericht 2006)
  • in Entwicklungsländern lediglich 43 Prozent der Mädchen im entsprechenden Schulalter eine weiterführende Schule besuchen.
  • zwei Drittel aller erwachsenen Analphabeten Frauen sind (Unicef – Mädchenrechte).

Fazit

Es ist zwingend notwendig, Mädchen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, um die gesamtgesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Auch die Bildungsqualität muss verbessert und Prioritäten auf Abschlussnoten und weiterführende Schulen gesetzt werden. Die Schulen sollten mädchengerechter werden, das schließt auch die Abschaffung diskriminierender Regeln ein, zum Beispiel, dass schwangere Mädchen die Schule verlassen müssen.

Da sich die Förderung der Bildung von Frauen positiv auf die Reduzierung der Armut auswirkt, muss die Gleichberechtigung als fester Bestandteil von Politik und Wirtschaft gesetzlich verankert werden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Frieden

Entwicklung und Fortschritt können nur dann nachhaltig und langfristig gestaltet werden, wenn Frieden gewährleistet ist.
Thema Frieden GEMEINSAM FÜR AFRIKA.©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Frieden

Entwicklung und Fortschritt können nur dann nachhaltig und langfristig gestaltet werden, wenn Frieden gewährleistet ist.

Dies könnte Sie auch interessieren

Handel und Wirtschaft

Wirtschaftswachstum kann entscheidend zum Kampf gegen Armut und Hunger in Sub-Sahara-Afrika beitragen.
Frauen-Spargruppe im Tschad._©Care Deutschland-Luxemburg

Handel und Wirtschaft

Wirtschaftswachstum kann entscheidend zum Kampf gegen Armut und Hunger in Sub-Sahara-Afrika beitragen.

Dies könnte Sie auch interessieren

Nachhaltige Entwicklungsziele (SDG)

Ende September 2015 haben die UNO-Mitgliedstaaten 17 nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) verabschiedet, die unseren Planeten bis 2030 lebenswerter machen sollen.
Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen._©Vereinte Nationen

Nachhaltige Entwicklungsziele (SDG)

Ende September 2015 haben die UNO-Mitgliedstaaten 17 nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) verabschiedet, die unseren Planeten bis 2030 lebenswerter machen sollen.

Dies könnte Sie auch interessieren

Ernährung sichern

Es ist genug für alle da! – wenn wir es richtig verteilen.
Nahrungsmittelkrise in der Sahel-Region des Tschad._©Care Deutschland Luxemburg e.V.

Ernährung sichern

Es ist genug für alle da! – wenn wir es richtig verteilen.

Dies könnte Sie auch interessieren

Soziale Gerechtigkeit

Junge Menschen und insbesondere Frauen tragen die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern Afrikas entscheidend mit.
Miteinander.Fair.Gerecht._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Soziale Gerechtigkeit

Junge Menschen und insbesondere Frauen tragen die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern Afrikas entscheidend mit.

Dies könnte Sie auch interessieren

Ökologische Nachhaltigkeit

Umwelt- und Ressourcenschutz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.
Radioschulen unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe unterrichten Kinder ökologisch nachhaltig_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Ökologische Nachhaltigkeit

Umwelt- und Ressourcenschutz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.

Dies könnte Sie auch interessieren

Afrika A-Z

In dieser Rubrik erfahren Sie viel Wissenswertes – und Überraschendes – über den afrikanischen Kontinent.
Afrika A-Z. Spannende Themen rund um Afrika_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Afrika A-Z

In dieser Rubrik erfahren Sie viel Wissenswertes – und Überraschendes – über den afrikanischen Kontinent.

Dies könnte Sie auch interessieren

Menschenrechte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ (Art. 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)
GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt sich für Menschenrechte ein. Für alle. Immer. Überall._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Menschenrechte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ (Art. 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

Dies könnte Sie auch interessieren

Tätigkeitsbericht 2010/11

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo
Jahresbericht GEMEINSAM FÜR AFRIKA 2010/1._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tätigkeitsbericht 2010/11

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Dies könnte Sie auch interessieren

Tätigkeitsbericht 2006

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo
Jahresbericht GEMEINSAM FÜR AFRIKA 2006._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tätigkeitsbericht 2006

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Dies könnte Sie auch interessieren

Tätigkeitsbericht 2007/08

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo
Jahresbericht GEMEINSAM FÜR AFRIKA 2007/08._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tätigkeitsbericht 2007/08

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Dies könnte Sie auch interessieren

Tätigkeitsbericht 2012/13

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo
Jahresbericht GEMEINSAM FÜR AFRIKA12/13._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tätigkeitsbericht 2012/13

Dies könnte Sie auch interessierenSoziale GerechtigkeitWie Smartphones und Kinderarbeit zusammenhängenKinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Dies könnte Sie auch interessieren

FAQs zu Ihrer Spende und Kontakt

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Spenden.
Kinder in Uganda bei der Essenszubereitung._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Trappe

FAQs zu Ihrer Spende und Kontakt

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Spenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Menschenrechtsverletzung und Flucht

Trotz einer Vielzahl von Menschenrechtsabkommen- und Institutionen werden weltweit täglich Menschenrechte verletzt. Eine Vielzahl von Organisationen hat Menschenrechtsverletzungen den Kampf angesagt.
Bootsflüchtlinge_c_UNO-Fluechtlingshilfe

Menschenrechtsverletzung und Flucht

Verletzung von Menschenrechten

Es gibt weltweit zahlreiche Menschenrechtsabkommen und Institutionen, die sich für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Dennoch werden Tag für Tag in aller Welt Menschenrechte verletzt.

Es gibt wohl kaum einen Staat, in dem keine Menschenrechtsverletzungen stattfinden, selbst der moderne demokratische Rechtsstaat der Industrienationen bietet keinen absoluten Schutz. Besonders häufige und schwere Menschenrechtsverletzungen ereignen sich allerdings gegenwärtig in manchen Schwellen- und Entwicklungsländern. Selten verletzt dabei ein Staat nur ein einzelnes Menschenrecht, meist sind es gleich mehrere Rechte gleichzeitig.

Menschenrechtsorganisationen:
Verschiedene Nichtregierungsorganisationen, wie amnesty international oder Human Rights Watch, veröffentlichen jährlich Berichte, die über die Menschenrechtverletzungen weltweit berichten. Damit wollen sie die Einhaltung der Menschenrechte einfordern und Menschen vor Willkür und Unterdrückung bewahren. Einige dieser Organisationen haben Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.

Menschenrechtsverletzungen als Fluchtursache

Die wenigsten Menschen verlassen ihre Familie und ihre Heimat ohne Grund – vor allem, wenn der der Fluchtweg lebensgefährlich ist. Meist sind Verletzungen der Menschenrechte die Ursache von Flucht, aufgrund von politischer Verfolgung, kriegerischen Konflikten – und Armut: Wird das Recht auf Nahrung, auf Bildung, auf Gesundheitsfürsorge, auf Erwerbseinkommen – also auf ein menschenwürdiges Leben – nicht verwirklicht, dann haben Menschen keine Perspektiven. Sie sehen sich gezwungen, ihr Land zu verlassen, um für sich und ihre Familien eine neue Zukunft aufzubauen.

Doch wenn Menschen nicht vor bewaffneten Konflikten fliehen oder nachweislich politisch verfolgt werden, haben sie meist geringe Chancen, in reichen Ländern Asyl zu erhalten. Sie werden hierzulande oft als „Wirtschaftsflüchtlinge” bezeichnet. In diesem Fall wird den Menschen, die aufgrund von Armut ihre Heimat verlassen, ihr legitimer Anspruch auf Rechte und ein Leben in Würde nicht gewährt. Im Gegenteil, auch in Europa werden die Menschenrechte der Flüchtlinge noch verletzt. Viel zu oft müssen sie in menschenunwürdigen Umständen leben, ohne Nahrung, ohne Sicherheit und ohne ein Dach über dem Kopf.

Schuld daran ist die europäische Flüchtlingspolitik. Aufgrund der Dublin III-Verordnung müssen Flüchtlinge in dem Land Asyl beantragen, in dem sie erstmalig registriert werden. Die meisten Flüchtlinge kommen über Italien, Spanien und Griechenland nach Europa. Sie müssen dort Asyl beantragen, selbst wenn sie Familienangehörige in anderen EU-Ländern haben. Sind sie einmal in einem Land als Flüchtling anerkannt, können sie in keinem anderen europäischen Land mehr Asyl beantragen. Doch in den Ländern Südeuropas erhalten sie meist wenig Unterstützung vom Staat und sind auf sich alleine gestellt. Viele sind obdachlos und haben kaum Möglichkeiten legal Geld zu verdienen.

Weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht

Über 50 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. So viel wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Neben dem Nahen Osten sind auch afrikanische Herkunftsländer stark betroffen. Die Länder in Afrika, aus denen derzeit die meisten Geflüchteten stammen, sind Somalia mit 1,1 Millionen, Sudan mit 670.000, Südsudan mit 510.000 und die Demokratische Republik Kongo mit 490.000 Flüchtlingen (UNHCR).

Fluchtroute Mittelmeer

Da Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern eine legale Einreise nach Europa meist nicht möglich ist, bleibt ihnen oft nur der gefährliche Weg über das Mittelmeer. 2014 wagten laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mindestens 218.000 Flüchtlinge und Migranten die Überfahrt, mehr als 3.400 Menschen kamen dabei ums Leben. Seit dem Jahr 2000 sind laut einer Erhebung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 22.000 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa umgekommen, die meisten von ihnen auf dem Mittelmeer.

Aufnahme von Flüchtlingen

Es sind keineswegs vor allem die reichen Länder, die die Flüchtlinge aufnehmen. Die allermeisten von ihnen – neun von zehn – finden Zuflucht in benachbarten Ländern. Es sind die armen und ärmsten Länder, die die Hauptlast tragen. Nur ein bis zwei Prozent der Geflüchteten gelangen nach Europa!

GEMEINSAM FÜR AFRIKA fordert menschenwürdiges Leben in Herkunftsländern

GEMEINSAM FÜR AFRIKA fordert, dass die Ursachen von Flucht ernst genommen und tragfähige Lösungen gesucht werden – für ein menschenwürdiges Leben in den Herkunftsländern. Um Perspektiven für die Menschen zu schaffen, müssen die Menschenrechte geachtet, langfristig wirksame Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut, der Klimawandel bekämpft und ungerechte Wirtschafts- und Handelsstrukturen beseitigt werden.

Um weitere Bootskatastrophen zu verhindern, muss darüber hinaus dringend eine gemeinsame europäische Mission zur Seenotrettung gestartet werden, nachdem im Oktober 2014 die italienische Seenotrettungsaktion „Mare Nostrum“ beendet wurde. Die momentan laufende europäische „Triton-Mission“, ausgeführt von Frontex, beschränkt sich vor allem auf den Grenzschutz und ist unzureichend ausgestattet.

Hier finden Sie eine Stellungnahme von GEMEINSAM FÜR AFRIKA zum Thema Migration und Flucht.

Fact Sheet: Wie Migrations- und Entwicklungspolitik verknüpft werden können

 

Dies könnte Sie auch interessieren

Menschenrechte in der Entwicklungszusammenarbeit

Im Rahmen der 2015 verabschiedeten Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) spielen Menschenrechte und ihr Schutz eine zentrale Rolle.
Zentrum für Kinder mit Behinderung_©Pascal Bünning/GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Menschenrechte in der Entwicklungszusammenarbeit

Menschenrechte in der Entwicklungszusammenarbeit

Die Millennium-Entwicklungsziele (MDG) sind politische Zielsetzungen für so genannte Entwicklungsländer, die 2000 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Als übergeordnetes Ziel gilt die Halbierung der Armut. In der Millenniums-Erklärung wird betont, dass Frieden, Armutsbekämpfung und die Verwirklichung der Menschenrechte eng miteinander verbunden sind und Voraussetzung für erfolgreiche Entwicklung sind.

Neue Entwicklungsagenda

Ab dem Jahr 2015 ersetzen die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs: Sustainable Development Goals) die MDGs. Bei den SDGs handelt es sich ebenfalls um politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen, die an die MDGs anknüpfen und nachhaltige Entwicklung auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene sichern sollen. Anders als die MDGs, sollen die SDGs für alle Länder weltweit gelten, auch für den globalen Norden. Die Wahrung der Menschenrechte gilt als Schlüssel für Entwicklung und nimmt dabei eine zentrale Position ein. Auf diese Weise sollen nicht nur die Folgen der Armut, sondern vor allem auch ihre Ursachen bekämpft werden.

Menschenrechte spielen zentrale Rolle

Ziel der SDGs ist es, Voraussetzungen zu schaffen, dass Menschen in Würde leben und ihre Fähigkeiten entfalten können. Deshalb müssen soziale Sicherheit, menschenwürdige Arbeit, Gleichberechtigung, Bildung, Gesundheitsfürsorge, sauberes Trinkwasser und sanitäre Versorgung als Menschenrechte in der neuen globalen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda festgeschrieben werden, und alle Menschen müssen Zugang zu diesen Rechten erhalten (Quelle und weitere Informationen: VENRO).

Mehr Informationen zu den MDGs und den SDGs finden Sie hier.

Menschenrechtsansatz in der Entwicklungspolitik

Grundgedanke des Menschenrechtskonzepts in der Entwicklungspolitik ist, dass sich die gesamte entwicklungspolitische Arbeit systematisch an menschenrechtlichen Standards und den Prinzipien internationaler und regionaler Menschenrechtsabkommen orientiert. Menschenrechtsorientierte Entwicklungszusammenarbeit fördert demnach „inklusive“ Entwicklung, d.h. sie beseitigt gesellschaftliche Barrieren und stärkt partizipative Prozesse, damit auch die Rechte benachteiligter Bevölkerungsgruppen verwirklicht werden.

Jeder hat das Recht auf ein Leben in Würde

Wichtig ist hier die Wahrnehmung, dass Menschen, die in Armut leben oder unter den Folgen von Konflikten und Katastrophen leiden, Inhaber von Rechten sind, keine Empfänger von Wohltätigkeit. So wird anerkannt, dass jeder Einzelne einen legitimen Anspruch auf Rechte und ein Leben in Würde hat, und dass gleichzeitig bestimmten gesellschaftlichen Akteuren die Pflichten und Verantwortlichkeiten zukommen, Menschenrechte umzusetzen (z.B. Regierung, Justiz, Parlament).

Dies könnte Sie auch interessieren

Armut und Menschenrechte

Armut und Menschenrechtsverletzungen gehen oftmals Hand in Hand, denn Armut kann Menschen davon abhalten ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte einzufordern.
Kleinbauern in Äthiopien_©Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Pascal Bünning

Armut und Menschenrechte

Menschenrechte sind die Voraussetzung für ein Leben in Freiheit, Würde und Gleichberechtigung. Ihre Verwirklichung ist notwendig für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung. Sie gewährleisten, dass jeder Mensch am politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen und seinen Lebensstil, seine Kultur und Religion frei wählen kann.

In der Erklärung der UN-Weltkonferenz zu Menschenrechten in Wien im Juni 1993 ist bereits ausgeführt, dass „die Existenz der weit verbreiteten extremen Armut den vollen und effektiven Genuss der Menschenrechte hemmt …, insbesondere der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte.“

Armut verletzt Menschenrechte

Mangelnder Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge, Nahrung und anderen existentiellen Grundbedürfnissen behindert häufig auch den Zugang zu bürgerlichen und politischen Rechten. Er hält Menschen davon ab, auch ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte einzufordern. Dadurch bleiben sie oft in einem Kreislauf aus verletzten Rechten, Armut und Ohnmacht gefangen. Dies zeigt, dass Menschenrechte nicht teilbar sind und sich gegenseitig bedingen.

Obwohl dieser Zusammenhang bekannt ist, und 1986 von der UN-Generalversammlung eine Erklärung zum Recht auf Entwicklung verabschiedet worden ist, leben weltweit über eine Milliarde Menschen in extremer Armut – oft unter Bedingungen, die sie aus eigener Kraft nicht ändern können. Dabei werden ihnen grundlegende Rechte verweigert: auf Nahrung, auf Bildung oder auf körperliche und geistige Gesundheitsfürsorge.

Wachsende soziale Ungleichheit

Solche Rechte werden nicht umgesetzt, obwohl ausreichend Ressourcen für alle Menschen vorhanden sind. Allerdings sind die Ressourcen sehr ungleich verteilt. So besitzt allein ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des weltweiten Vermögens (Quelle: Studie Oxfam), es besitzen die wohlhabendsten 20 Prozent der Weltbevölkerung 84 Prozent des globalen Haushaltseinkommens. Die Schere zwischen Armut und Reichtum wird weltweit immer größer und lässt hunderte Millionen Menschen in extremer Armut leben. Deshalb muss soziale Ungleichheit, innerhalb und zwischen den Staaten, überwunden werden.

Armut und die Folgen von Armut verletzten tagtäglich die Menschenrechte von unzähligen Menschen weltweit!

Hintergrundinformationen zum Thema Hunger und Armut.

 

Dies könnte Sie auch interessieren

Menschenrechtsinstitutionen und -konventionen

Als eine der ersten Initiativen der Vereinten Nationen verabschiedeten deren Mitgliedsstaaten am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR). Sie enthält 30 Artikel, in denen erstmals die Rechte aller Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft umfassend formuliert wurden.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Menschenrechtsinstitutionen und -konventionen

Internationale Menschenrechtsdokumente

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Als eine der ersten Initiativen der Vereinten Nationen verabschiedeten deren Mitgliedsstaaten am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR).

Sie enthält 30 Artikel, in denen erstmals die Rechte aller Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft umfassend formuliert wurden. Die AEMR ist universell und unteilbar. Die Artikel betreffen wirtschaftliche, soziale, kulturelle, politische und bürgerliche Menschenrechte.

Da es sich bei der AEMR nur um eine Deklaration handelt, ist sie vor allem eine Absichtserklärung der UN-Mitgliedstaaten. Für die rechtliche Gültigkeit dieser erklärten Rechte müssen sie in Konventionen, die internationale Regeln festsetzen, niedergelegt werden.

Hier können Sie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte herunterladen.

Thema „Menschenrechte“ und „Geschichte der Menschenrechte“ im Detail.

Internationale Charta der Menschenrechte

1966 wurden die ersten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtspakte zu den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten (Sozialpakt) sowie zu den politischen und bürgerlichen Rechten (Zivilpakt) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet.

Zusammen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bilden diese beiden Menschenrechtspakte die Internationale Charta der Menschenrechte.

Zentrale international geltende Menschenrechtsabkommen

Neben der Internationalen Charta der Menschenrechte gibt es zahlreiche weitere spezielle, internationale Übereinkommen.

Schutz der Menschenrechte

Sobald ein Staat eine Konvention ratifiziert, wird diese für ihn rechtlich bindend. Der Staat akzeptiert darin festgelegte Verfahren, um zu überprüfen, ob die in der Konvention festgelegten Rechte gewährleistet sind, auch wenn dafür nationale Gesetze geändert werden müssen. Monitoring- und Berichtsverfahren dienen der Kontrolle, ob die eingegangenen Verpflichtungen eingehalten und Fortschritte in der Gewährleistung von Menschenrechten erreicht werden.

Völkerrechtlich verbindliche Abkommen dienen Menschenrechtsorganisationen und –aktivist/-innen als Arbeitsbasis. Sie können sich auf diese Positionen berufen, wenn sie von ihren Regierungen Schutz vor Menschenrechtsverletzungen einfordern.

Hier finden Sie mehr zum Thema im Detail.

Internationale Institutionen für Menschenrechte

Vereinte Nationen:

UN-Generalversammlung

UN-Sicherheitsrat

UN-Menschenrechtsrat

UN-Hochkommissariat für Menschenrechte

Internationaler Strafgerichtshof

Weitere Menschenrechtsorgane der UNO finden Sie hier.

Daneben gibt es zahlreiche nationale und regionale Menschenrechtsinstitutionen, wie in Europa die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), den Europarat und die Europäische Union.

Auf dem afrikanischen Kontinent spielt dabei die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), die 2002 in die Afrikanische Union (AU) überführt wurde, eine wichtige Rolle. Es gibt dort eine Afrikanische Kommission für Menschenrechte und Rechte der Völker sowie Afrikanische Gerichtshöfe.

Afrikanisches Menschenrechtsabkommen

Auch wenn die in den UN-Konventionen festgeschriebenen Menschenrechte für alle gelten, gibt es zusätzliche Menschenrechtsschutzsysteme in den unterschiedlichen Weltregionen. Die regionalen Menschenrechtskonventionen sollen die UN-Konventionen verstärken.

Dazu zählt beispielsweise die Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker. Diese wird auch Banjul-Charta genannt und wurde auf dem 18. Treffen der Staats- und Regierungschefs der Organisation für Afrikanischen Einheit (OAU) am 27. Juni 1981 in Nairobi einstimmig verabschiedet. Am 21. Oktober 1986 trat sie in Kraft; sie wurde von allen afrikanischen Staaten ratifiziert. Damit ist sie das mitgliederstärkste regionale Menschenrechtsabkommen weltweit.

Die Banjul-Charta ist in drei Teile gegliedert: Rechte und Pflichten (Art. 1-29), Maßnahmen zum Schutze der Menschenrechte und Rechte der Völker (Art. 30-63) und Allgemeine Bestimmungen (Art. 64-68).

Zu ihren Besonderheiten gehört, dass sie

  • anders als europäische oder amerikanische Konventionen wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ebenso abdeckt wie bürgerliche und politische Rechte.
  • über die individuellen Rechte hinaus auch kollektive Rechte von Völkern schützt.
  • anerkennt, dass Personen nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben. Sie führt bestimmte Pflichten des Einzelnen gegenüber der Familie, der Gesellschaft, dem Staat und der internationalen Gemeinschaft auf. (Quelle: DIMR, Kompass)

Ausführlichere Informationen zur Afrikanischen Charta finden Sie hier.

Hier können Sie die Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker lesen.

Weitere regionale Menschenrechtsabkommen finden Sie hier.

Dies könnte Sie auch interessieren

Internationale Organisationen zur Friedensförderung

Hier können Sie sich über Organisationen zur Friedenförderung in Afrika informieren.

Internationale Organisationen zur Friedensförderung

Wir stellen Ihnen die wichtigsten internationalen Organisationen zur Friedensförderung in Afrika vor.

Vereinte Nationen und Friedenssicherung

Die wohl größte und wichtigste Organisation für die Sicherung des Weltfriedens und der Stabilität sind die Vereinten Nationen. In den Vereinten Nationen haben sich 193 Nationen zusammengeschlossen. Wichtigstes Organ der Vereinten Nationen für die Sicherung von Frieden und Stabilität ist der UN-Sicherheitsrat. Dieser setzt sich aus 15 Staaten zusammen, fünf davon sind ständige, zehn nicht ständige Mitglieder.

Die fünf ständigen Mitglieder, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und die Vereinigten Staaten haben ein besonderes Vetorecht, mit dem sie Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats verhindern können. Wegen der Konstellation des UN-Sicherheitsrats kam es besonders während des Kalten Krieges regelmäßig zum Stillstand, da die USA und Russland Entscheidungen oft blockierten. Auch heute noch wird die Zusammensetzung kritisiert: es wird angeprangert, dass die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrat das Machtverhältnis nach dem Zweiten Weltkrieg wiederspiegeln und deshalb nicht mehr repräsentativ für die heutige Weltordnung seien. Außerdem wird oft bemängelt, dass diese Konstellation nicht demokratisch sei, da sie es den nicht ständigen Mitgliedern quasi unmöglich macht, eine Entscheidung durchzubringen, falls die ständigen Mitglieder sich durch ihr Vetorecht dagegen entschieden haben. Seit Ende des Kalten Kriegs ist die Erfolgsquote der Vereinten Nationen in der globalen Friedenssicherung allerdings rapide gestiegen.

Stellt der Sicherheitsrat eine Bedrohung der Sicherheit oder einen Friedensbruch in einem Land fest, gibt es verschiedene Handlungsmöglichkeiten. Als erster Schritt werden die Konfliktparteien aufgefordert, eine friedliche Lösung zur Beendung des Konflikts zu finden. Sollte dieser Ansatz scheitern, können wirtschaftliche Sanktionen verhängt werden oder militärische Lösungen, wie die Entsendung von UN-Truppen oder Beobachtern, in Erwägung gezogen werden. Zu den Aufgaben der Vereinten Nationen zählt allerdings nicht nur die Konfliktbewältigung sondern auch Konfliktprävention, Friedensbildung und die Stärkung von Strukturen nach einem Konflikt oder Krieg.

Die Vereinten Nationen verfolgen einen ganzheitlichen Einsatz, der auch die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, der sozialen Gerechtigkeit und der Achtung der Menschenrechte in den von Konflikten betroffenen Staaten beinhaltet.

In Afrika sind die Vereinten Nationen derzeit mit neun Einsätzen engagiert. Die Einsatzländer und Gebiete sind Mali, Westliche Sahara, Darfur, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Elfenbeinküste, Zentralafrikanische Republik, Südsudan und Abyei im Sudan. Zunehmend kooperieren die Vereinten Nationen zur Konfliktprävention und Resolution auch mit regionalen Organisationen, wie der Afrikanischen Union (AU).

Weitere Informationen zu den Vereinten Nationen und ihrer Rolle in der internationalen Friedenssicherung.

Afrikanische Union

Die Afrikanische Union ist die neben den Vereinten Nationen der wichtigste Akteur in der Sicherung des Friedens in Afrika. Die Afrikanische Union (AU) trat 2002 die Nachfolge der 1963 gegründeten OAU (Organisation für Afrikanische Einheit) an. 54 der 55 afrikanischen Staaten (bis auf Marokko) haben sich der AU angeschlossen. Innerhalb der Afrikanischen Union gibt es den Friedens- und Sicherheitsrat (Peace and Security Council – PSC), der das wichtigste Organ für die Beschließung von Maßnahmen im Einsatz für Frieden und Stabilisierung ist. Der PSC ist Teil der übergeordneten Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (African Peace and Security Architecture, APSA).

Die Sicherheitsarchitektur der AU ist ähnlich wie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgebaut. Der größte Unterschied liegt allerdings darin, dass es – anders als bei der UN – keine Vetomächte gibt. Der PSC besteht aus 15 Mitgliedern. Um Kontinuität zu schaffen, werden je fünf Mitglieder für drei Jahre und je zehn Mitgliede für zwei Jahre gewählt. Die AU hat sich darauf geeinigt, verfassungswidrig an die Macht gekommene Regime nicht anzuerkennen.

Kommt es in einem der afrikanischen Staaten zu schweren Menschenrechtsverletzungen oder droht ein Genozid ist die Afrikanische Union zum Handeln verpflichtet. Ähnlich wie bei den Vereinten Nationen gibt es diplomatische Schritte, die gewählt werden können. Außerdem kann die Afrikanische Union auch mit Truppen in die Situation eingreifen. Dieser Ansatz, der Interventionen zulässt, unterscheidet sich von dem der Vorgängerorganisation OAU, die kein Eingreifen in einen souveränen Staat zuließ.

Weitere Informationen zu der Afrikanischen Union und ihrer Rolle in der Friedensförderung.

 

 

Foto: united nations flag, CC BY 2.0

Dies könnte Sie auch interessieren

Friedensbegriffe

Was ist eine Peacekeeping Mission und was genau macht eigentlich der Internationale Strafgerichtshof? Hier bekommen Sie Antworten unter anderem auch auf diese Fragen.

Friedensbegriffe

Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Frieden.

Friedensmission

Eine Friedensmission, auch Peacekeeping Mission genannt, bezieht sich auf den Einsatz von Militärtruppen der Vereinten Nationen. Diese Truppen werden im täglichen Sprachgebrauch oft auch „Blauhelmsoldaten“ oder „Blaumhelptruppen“ genannt, in Anspielung auf ihre blauen Helme, die sie klar von anderen Parteien abgrenzen und als Friedenstruppen erkennbar machen. Die Durchführung einer Friedensmission muss zwei Voraussetzungen erfüllen:

1. Wie alle bewaffneten Einsätze der Vereinten Nationen muss sie auf einer Resolution des UN-Sicherheitsrates basieren, die Umfang, Dauer und die Art des Einsatzes festlegen.

2. Eine Friedensmission kann nur mit der Zustimmung des Landes, in dem der Einsatz stattfinden soll, durchgeführt werden.

Normalerweise dienen Friedensmissionen der Vereinten Nationen zur humanitären Hilfe und der Wiederherstellung oder Gewährleistung des Friedens in einem Konfliktland. Zu den Instrumenten einer UN-Friedensmission können abgesehen von Truppen auch Untersuchungskommissionen, die Vermittlung zwischen Konfliktparteien und die Unterstützung  beim Demokratisierungsprozess gehören. Zurzeit gibt es weltweit 16 Friedensmissionen der Vereinten Nationen, neun davon auf dem afrikanischen Kontinent. Diese sind MONUSCO im Kongo, MINUSMA in Mali, UNISFA im Sudan, UNMISS im Südsudan, UNAMID in Darfur, UNMIL in Liberia, UNOCI in der Elfenbeinküste, MINURSO in der westlichen Sahara und MINUSCA in der Zentralafrikanischen Republik.

Weitere Informationen zu Friedensmissionen

Schutzverantwortung – Responsibility to Protect

Die sogenannte Schutzverantwortung oder Responsibility to Protect ist ein Konzept, das sich in den letzten Jahren entwickelt hat und schwere Menschenrechtsverletzungen und Völkermorde unterbinden und verhindern soll. Ein zentrales Konzept der internationalen Ordnung sind die Prinzipien des Interventionsverbots und der Souveränität. Das bedeutet, dass ein Staat nicht ohne Einwilligung in das Territorium eines anderen Staates eingreifen darf. Das hat in der Vergangenheit – und auch heute noch – immer wieder dazu geführt, dass Staaten unter dem Schutzmantel der Souveränität Menschenrechte verletzt haben. Die Idee hinter Responsibility to Protect ist, dass die Staaten bzw. Regierungen ihrer eigenen Bevölkerung gegenüber verpflichtet sind, ihre Rechte zu respektieren und zu schützen. Nichtsdestotrotz kommt es immer wieder vor, dass Staaten, dieser Aufgabe nicht nachkommen können oder sogar selber für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich werden, wie Genozide beispielsweise in Ruanda oder Bosnien zeigen.

Unter der Responsibility to Protect wird diese Verantwortung einer Regierung, die aus ihrer Souveränität entwächst, gegenüber ihrer Bevölkerung in den Vordergrund gestellt. Sollte ein Staat dieser Verantwortung nicht nachkommen können, kann die internationale Gemeinschaft die Verantwortung übernehmen und in einem Land eingreifen. Zum ersten Mal wurde die Responsibility to Protect 2011 in Libyen angewandt.

Mehr Informationen zu der Responsibilty to Protect

Internationaler Strafgerichtshof

Der internationale Strafgerichtshof (IStGH) ist ein unabhängiger, ständiger Gerichtshof zur Ahndung von Delikten des Völkerrechts, wie Genozide, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschheit und Verbrechen der Aggression. Er hat seinen Sitz im niederländischen Den Haag. Der IStGH wird nur dann tätig, wenn diese Fälle auf nationaler Ebene nicht geklärt werden konnten. Das Organ wurde durch das multilaterale Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs vom 17. Juli 1998 geschaffen und nahm seine Tätigkeit am 1. Juli 2002 auf. Die Gerichtsbarkeit des IStGH bezieht sich ausschließlich auf Fälle, die nach der Aufnahme der Tätigkeiten am 01.07.2002 begangen wurden.

Seit dem 11. März 2015 ist die argentinische Richtering Silvia Fernández de Gurmendi die Präsidentin des internationalen Strafgerichtshof. Auch zwei afrikanische Frauen halten zentrale Rollen in der Institution: die Kenianerin Joyce Aluoch ist die erste Vizepräsidentin und die aus Gambia stammende Juristin Fatou Bensouda ist Chefanklägerin. Der Gerichtshof kann nur einzelne Menschen, nicht ganze Staaten zur Verantwortung ziehen. Ein Beispiel eines Urteils des Internationalen Strafgerichtshofs ist die Verurteilung des kongolesischen Rebellenführers Thomas Lubanga. Er war der erste Angeklagte, der jemals von dem internationalen Strafgerichtshof verurteilt wurde. Zurzeit laufende Verfahren sind unter anderem die Ermittlungen gegen den ehemaligen Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo.

Weitere Informationen zu dem internationalen Strafgerichtshof.

Gescheiterter Staat / Staatszerfall

Von einem gescheiterten Staat spricht man, wenn in einem Land die Strukturen zusammenbrechen und die zentralen Aufgaben eines Staates nicht mehr erfüllt werden können – wie zum Beispiel, wenn eine Regierung Sicherheit und Frieden in ihrem Land nicht mehr gewährleisten kann. Manchmal wird zur Beschreibung dieser Situation auch der Ausdruck „Staatszerfall“ genutzt. Der Staat hat in der Theorie zwei Funktionen: Zum einen hat er die Aufgabe, innerhalb eines bestimmten Gebietes die öffentliche Ordnung zu gewährleisten, zum anderen gehört ein jeder Staat dem internationalen System der Staatengemeinschaft an. Scheitert oder zerfällt ein Staat, hat das folglich Konsequenzen, die über die nationalen Grenzen hinaus reichen und auch die Stabilität der internationalen Gemeinschaft negativ beeinflussen kann. Auslöser für einen Staatszerfall oder das Scheitern eines Staats  sind oftmals langanhaltende, gewaltsame und innerstaatliche Konflikte. Ein Land, das oftmals als gescheiterter Staat gesehen wird, ist Somalia. Seit 2005 veröffentlicht der amerikanische Think Tank „Fund For Peace“ jährlich den „Failed State Index“, der dokumentiert, wie hoch die Gefahr in einem Staat ist, zu scheitern.

Weitere Informationen zu gescheiterten Staaten und Staatszerfall.

Demokratischer Frieden

Das Konzept des „demokratischen Friedens“ basiert auf der Theorie – und Statistiken –, dass Demokratien untereinander nicht miteinander Kriege führen. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass die Welt friedlicher werden könnte, wenn es weltweit mehr Demokratien gibt. Diese Theorie basiert auf drei Annahmen: Zum einen basieren Demokratien prinzipiell auf ähnlichen Werten – wie Freiheit und Rechtstaatlichkeit und haben deshalb weniger Grund, Kriege zu führen, bei denen es sich um Staatsformen oder Ideologien handelt – wie es im Kalten Krieg der Fall war. Des Weiteren sind die Wirtschaftssysteme von Demokratien oftmals stark vernetzt – ein meist angeführtes Beispiel ist die Europäische Union. Diese Wirtschaftsabhängigkeit kann einen friedensfördernden Effekt haben. Die wirtschaftlichen Folgen eines Konflikts wären so gravierend, dass mit allen Mitteln versucht wird, dieses Risiko zu vermeiden. Die dritte Erklärung basiert auf dem Prinzip der freien Wahlen in einer Demokratie. Da es die Bevölkerung ist, die in einer Demokratie über die Regierung entscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Regierungen, die Krieg führen wollen, abgewählt oder nicht gewählt werden relativ hoch.

Eine Kritik, die dieser Theorie entgegengebracht wird ist, dass demokratische Staaten zwar untereinander keine Kriege führen mögen, dieses Kalkül scheitert aber, wenn sich ein demokratischer und ein nicht-demokratischer Staat gegenüber stehen. Folglich sind Demokratien nicht grundsätzlich friedlich. Außerdem führen Kritiker an, dass die Theorie des demokratischen Friedens als Strategie für Machteinfluss und Imperialismus genutzt werden können. Denn wenn die Theorie stimmt, könnte es von Vorteil sein Demokratien – auch wenn gewaltsam – auf der ganzen Welt zu verbreiten. Ein Beispiel, bei dem dieser Ansatz gescheitert ist, ist der Einsatz westlicher Truppen im Irak.

Weitere Informationen zu dem Demokratischen Frieden

Friedensinseln in Afrika

Oftmals wird Afrika in den Medien als „verlorener“ Kontinent, der nur von Kriegen und Konflikten charakterisiert wird, dargestellt. Obwohl Sub-Sahara Afrika der Kontinent mit den meisten inner- und nichtstaatlichen Kriegen der Welt ist, beweisen sogenannte „Friedensinseln“, dass es auch stabile Länder auf dem afrikanischen Kontinent gibt. Als Friedensinseln, werden die Länder bezeichnet, in denen Frieden herrscht, obwohl sie in einer von Konflikten betroffenen Region liegen. Das Institute for Economics and Peace veröffentlicht jedes Jahr den sogenannten Global Peace Index (GPI), der misst, wie stabil und friedlich ein Land ist. Mauritius liegt weltweit auf Platz 25 und wird gefolgt von Botswana. Andere relativ stabile Länder in Afrika sind laut dem GPI und anderen Datenbanken Namibia, Senegal, Ghana, Gabun, Swasiland und Benin.

Weitere Informationen zu Friedensinseln in Afrika

 

 

Foto: UN Peacekeepers Day celebration in the DR Congo, von MONUSCO/Myriam Asmani, CC BY-SA 2.0

Dies könnte Sie auch interessieren

Welthaus Bielefeld e.V.

Das Welthaus Bielefeld ist in vielen afrikanischen Ländern besonders in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz im Einsatz.
Welthaus Bielefeld e.V. ist Mitglied von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Bild: Welthaus Bielefeld e.V.

Welthaus Bielefeld e.V.

Das Welthaus Bielefeld ist in vielen afrikanischen Ländern besonders in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz im Einsatz.

Dies könnte Sie auch interessieren

Helvetas Intercooperation

HELVETAS ist in ländlichen Gebieten von Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger und Tansania tätig.
Helvetas Intercooperation ist Mitglied von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Bild: Helvetas

Helvetas Intercooperation

HELVETAS ist in ländlichen Gebieten von Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger und Tansania tätig.

Dies könnte Sie auch interessieren

Ebola-Fakten

Ebola zählt zu den gefährlichsten und ansteckendsten Krankheiten der Welt. Der Ausbruch 2014/15 in Westafrika ist der schlimmste seit der Entdeckung des Virus.

Ebola-Fakten

Ein Überblick

Ebola zählt zu den gefährlichsten und ansteckendsten Krankheiten der Welt. Der Ausbruch 2014/15 in Westafrika ist der schlimmste seit der Entdeckung des Virus.

Logo

Aktuelle Entwicklungen (Stand: 11.03.2015)

  • Knapp 24.000 Menschen haben sich mit dem gefährlichen Ebola-Virus in Guinea, Liberia und Sierra Leone infiziert. Mehr als 11.000 sind bereits umgekommen (WHO, Stand: 22.06.2015)
  • In Liberia ist die Ebola-Epidemie vorerst überstanden: Die letzte Ebola-Patientin ist am 5.März aus der Krankenstation entlassen worden. In der Woche bis zum 1. März traten keine neuen Ebola-Fälle mehr in Liberia auf. Am 9. Mai, nach 42 Tagen ohne Neuansteckung, wurde das Land offiziell für ebolafrei erklärt. Insgesamt sind 4700 Menschen in Liberia an Ebola gestorben, 10.500 erkrankten.
  • Doch in den Nachbarländern Guinea und Sierra Leone gibt es immer wieder Neuinfektionen. Ein Ende der Ebola-Erkrankungen ist noch nicht in Sicht.
  • Die Folgen der Epidemie werden nun immer sichbarer. Der Hunger in den betroffenen Gebieten ist eines der größten Probleme. Seitdem Ebola die Wirtschaft geschwächt hat, leidet fast jeder zweite Mensch in Sierra Leone an Hunger. Außerdem haben sehr viele KInder haben ihre Eltern verloren und müssen nun in Pflegefamilien vermittelt werden oder in Waisenhäusern untergebracht und versorgt werden.
  • Zudem ist die Gesundheitsversorgung in den betroffenen Staaten ist immer noch sehr schwach. Ein erheblicher Grund: Unter den Ebola-Opfern befanden sich rund 500 Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger.
  • Das stellt auch ein Problem für die Ebola-Überlebende dar, die an Folgekrankheiten bzw. dem so genannten „Post Ebola Syndrom“ leiden. Symptome sind angeschwollene Füße, Haarausfall, Schmerzen in der Brust oder extremer Müdigkeit. Am häufigsten treten Sehstörungen bis hin zur Erblindung auf. Immer wieder kommt es auch zu Todesfällen. Die medizinische Hilfe ist völlig unzureichend.

Hintergrundinformationen zu Ebola:

  • Ebola kann bereits durch einfachen Körperkontakt, Husten oder Niesen übertragen werden.
  • Die Krankheit bricht erst innerhalb von zwei bis 21 Tagen nach der Infektion aus –dementsprechend lang ist die Quarantänezeit bei Infektionsverdacht.
  • Rund 22.000 Menschen haben sich bereits infiziert, über 11.000 sind der Krankheit bisher erlegen (WHO, Stand: 22.06.2015).
  • In den Ländern Sierra Leone und Ginea scheint die Krankheit unter Kontrolle, doch es gibt immer noch Neuinfektionen. Die Epidemie nicht für beendet erklärt werden (WHO, Stand: 22.06.2015)
  • Insbesondere in Guinea  werden neue Ansteckungsherde in abgelegenen Dörfern entdeckt.
  • In Liberia hat eine Studie mit 18.000 Teilnehmern begonnen, um die Schutzwirkung von zwei Ebola-Impfstoffen zu überprüfen. In die Impfstoffe werden große Hoffnungen gelegt, die Epidemie endgültig in den Griff zu bekommen (Stand: 30.01.2015).
  • Ein Ebola-Ausbruch hat in den betroffenen Ländern das gesamte Leben lahm gelegt – ausgefallene Ernten, verwaiste Schulen und ein Stillstand der Wirtschaft sind die Folgen, die auch noch langfristig spürbar sein werden.
  • Die Angst vor der Krankheit führte zu politischen und sozialen Unruhen – in vielen Dörfern wurden Bewohner mit Krankheitssymptomen aus Angst vor Ansteckung vertrieben oder so genannte „Seuchenbekämpfer“ abgewehrt.
  • 180 Euro helfen bei der Versorgung von Ebola-Patienten, u.a. mit Schutzanzügen, Arztseife, Schutzmasken, Überschuhen, abwaschbaren Schürzen und Schutzlaken.
  • Mit 100 Euro können wir acht Familien mit Überlebenspaketen ausstatten. Darin sind unter anderem Reis, Milchpulver, Speiseöl, Wasser, Streichhölzer und Kerzen.
  • 65 Euro kostet eine Grundausrüstung für die Untersuchung von Ebola-Verdachtsfällen. Sie enthält u.a. Einmal-Kittel, OP-Masken, Thermometer und Handschuhe.

JETZT HELFEN UND SPENDEN !

 

Dies könnte Sie auch interessieren

Videos: „Infiziert vom Thema Ebola“

Gemeinsam gegen Ebola Mit der Social-Media-Kampagne „Infiziert von Ebola“ möchten wir zum Helfen animieren, auf die Missstände in Westafrika aufmerksam machen und verhindern, dass das Thema Ebola wieder in Vergessenheit gerät − denn die Epidemie und ihre weitreichenden Folgen sind noch lange nicht eingedämmt. Dazu haben wir uns prominente Unterstützung geholt: Unsere prominenten BotschafterInnen Gentleman, […]

Videos: „Infiziert vom Thema Ebola“

LogoGemeinsam gegen Ebola

Mit der Social-Media-Kampagne „Infiziert von Ebola“ möchten wir zum Helfen animieren, auf die Missstände in Westafrika aufmerksam machen und verhindern, dass das Thema Ebola wieder in Vergessenheit gerät − denn die Epidemie und ihre weitreichenden Folgen sind noch lange nicht eingedämmt.

Dazu haben wir uns prominente Unterstützung geholt: Unsere prominenten BotschafterInnen Gentleman, Ivy Quainoo und Tamika sowie weitere Stars stellen in ihren Videoclips jeweils einen Fakt zur Krankheit Ebola vor. Damit unterstützen sie uns, Bewusstsein zu schaffen für die Probleme und Ausmaße der Krankheit.

Gentleman:

Ivy Quainoo:

Tamika:

Antonio Wannek:

Gregor Gysi:

Mola Adebisi:

Stefanie Hertel:

Daniela Bette-Koch (Lindenstraße):

Nana Domena:

Pierre:

Dies könnte Sie auch interessieren

Aus dem Südsudan nach Uganda – Die Geschichte einer Flucht

12.11.2014: 150.000 südsudanesische Flüchtlinge suchen Sicherheit in Uganda. Peter und seine Familie gehören dazu.

Aus dem Südsudan nach Uganda – Die Geschichte einer Flucht

In Uganda leben zur Zeit etwa 405.000 Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan. Der größte Teil der mehr als 150.000 Südsudanesen sind Dinkas und Nuers aus den Bundesstaaten Jonglei, Upper Nile und Unity sowie der Hauptstadt Juba. Seitdem die Konflikte im Südsudan im Dezember 2013 eskalierten, kommen immer wieder große Gruppen von Flüchtlingen nach Uganda. Unsere Mitgliedsorganisation, der UNO-Flüchtlingshilfe e.V., erzählt die dramatische Geschichte zweier Flüchtlinge. Eine besondere von tausenden besonderer Geschichten. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

30 Jahre nach der Hungersnot

23.10.2014: Ein Vorbild für den Erfolg nachhaltiger selbst-bestimmter Entwicklungs-zusammenarbeit zeigt ein World Vision Projekt in Äthiopien.

30 Jahre nach der Hungersnot

Vor drei Jahrzehnten gingen schreckliche Bilder aus dem Antsokia-Tal in Äthiopien um die Welt – Bilder von zehntausenden vom Hunger gezeichneten Menschen. World Vision, Mitgliedsorganisation von GEMEINSAM FÜR AFRIKA, kam, um die Hungerkrise zu bewältigen und langfristig zu helfen. Aus einem Nothilfeprojekt wurde ein umfassendes Selbsthilfeprogramm, das demnächst endet. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Südsudan: Ein Jahr ohne Hoffnung

11.09.2014: Die 15-Jährige Nyabel ist nur eine der über 1,5 Millionen Südsudanesen, die zurzeit auf der Flucht ist.

Südsudan: Ein Jahr ohne Hoffnung

Nyabel ist 15 Jahre alt. Von einer unbeschwerten Jugend ist sie jedoch weit entfernt. Sie ist die Älteste von sieben Kindern. Vor weniger als einem Jahr noch besuchte sie die zehnte Klasse einer Schule in Bongki, wo sie als gute Schülerin galt, vor allem in den Fächern Englisch und Arabisch. Als im Dezember Kämpfe im Südsudan aufkamen, glaubten sich Nyabels Eltern noch in Sicherheit.

Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Nachhaltige Brunnen mit Beteiligung und Gebührensystem sind am erfolgreichsten

04.09.2014: Brunnenbau ist dann besonders nachhaltig, wenn er mit Eigenverantwortung verbunden wird.

Nachhaltige Brunnen mit Beteiligung und Gebührensystem sind am erfolgreichsten

Wenn in einem Entwicklungsland Brunnen gebohrt werden, funktioniert nach spätestens einem Jahr die Hälfte nicht mehr. Sammelt eine Dorfgemeinschaft jedoch Gebühren für Reparaturen ein und repariert den Brunnen selbst, können Wasserstellen jahrzehntelang in Betrieb bleiben. Das zeigt eine Studie der Universität North Carolina-Chapel Hill (UNC) und der Hilfsorganisation „Water and Sanitation for Africa“, die im Rahmen der Weltwasserwoche in Stockholm präsentiert wurde.

Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Zivilgesellschaft in Subsahara Afrika wird wirkungsvoller

28.08.2014: Studie belegt, dass der Einfluss zivilgesellschaftliche Akteure auf politische Prozesse in Subsahara Afrika wächst.

Zivilgesellschaft in Subsahara Afrika wird wirkungsvoller

Zivilgesellschaftliche Akteure in Subsahara Afrika nehmen zunehmend Einfluss auf politische Prozesse – zumindest in einer Reihe afrikanischer Länder. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie, die von einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Leitung von Prof. Dr. Walter Eberlei (Fachhochschule Düsseldorf) jetzt als Buch veröffentlicht wurde. Untersucht wurden über 20 Fallbeispiele für zivilgesellschaftliche Interventionen in unterschiedlichen Ländern. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Senegal: Lokales Saatgut wieder entdecken

21.08.2014: Unsere Mitgliedsorganisation ASW fördert im Senegal ökologische Landwirtschaft.

Senegal: Lokales Saatgut wieder entdecken

Wir wollen die Freiheit haben, zu bestimmen, was wir produzieren und was wir essen. Daher brauchen wir unsere eigenen Pflanzensorten“, sagt Lamine Biaye, Koordinator der Vereinigung der Produzenten bäuerlichen Saatguts im Senegal, ASPSP. Diese Freiheit ist für Afrikas Kleinbauern ein Luxus. Denn in den vergangenen Jahren haben viele durch den Anbau moderner Getreidesorten starke Einkommenseinbußen erlitten. Die neuen Sorten – meist Hybride – sind anfällig gegen Schädlinge und Dürren und bereits in der zweiten Generation nicht mehr fruchtbar. So müssen die Bauern das Saatgut immer neu kaufen und geraten in eine riskante Abhängigkeit von Saatgutfirmen. Außerdem werden die alten, aber langfristig sehr viel zuverlässigeren Sorten verdrängt.

Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Die vergessene Katastrophe

07.08.2014: Die Kämpfe in der Zentralafrikanischen Republik gehen weiter und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die vergessene Katastrophe

Die Zentralafrikanische Republik ist kein Land, das man spontan auf der Weltkarte verorten kann. Kaum einer weiß etwas über das Land im Herzen Afrikas. Und kaum einer bekommt mit, welch Gräueltaten sich dort ereignen. Seit 2013 erschüttern schwere Kämpfe zwischen muslimischen Seleka und christlichen Anti-Balaka Milizen das Land und es ist kein Ende in Sicht.

Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Internet und Facebook in den Ländern Afrikas

04.08.2014: Die Internetnutzung in Afrika nimmt rapide zu.

Internet und Facebook in den Ländern Afrikas

Kamerun steht vor einem Internet-Boom. Jeder Unternehmer, der ein bisschen Ahnung von Elektrotechnik und Elektronik hat, versucht derzeit auf den Hightech-Zug aufzuspringen. „Offiziell“ wollen alle Beteiligten  den Kamerunern schnellere und billigere Internet-Anschlüsse bereitstellen, damit sie besser online lernen, kommunizieren und Geschäfte machen können. Doch eigentlich geht es in dem zentralafrikanischen Land derzeit um das große Absahnen. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Augenmedizinische Versorgung für Sambia

07.07.2014: Das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V baute in Sambia eine Kinderaugenklinik, in der Kinder operiert und behandelt werden.

Augenmedizinische Versorgung für Sambia

Kinder, die unter Krankheiten leiden, die zu Behinderungen führen, müssen schnell und angemessen behandelt werden. In Sambia sind diese Möglichkeiten bislang nur unzureichend gegeben. Unsere Mitgliedsorganisation das Hilfswerk der Deutschen Lions e. V. hilft seit einigen Jahren, in Kooperation mit der Christoffel-Blindenmission (CBM) die Situation in Sambia zu verbessern. Dabei stehen sowohl die (fach-)medizinische Versorgung als auch die Rehabilitation und Bildungsangebote für Kinder mit Seh- und anderen Behinderungen im Fokus.

Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Kindern in Not helfen heißt: ihre Rechte verwirklichen

25.06.2014: Was ist der Kinderrechtsansatz und wie arbeitet eine Kinderrechtsorganisation?

Kindern in Not helfen heißt: ihre Rechte verwirklichen

Anlässlich des 25. Jahrestages der Kinderrechts-Konvention der Vereinten Nationen, stellen wir Ihnen am Beispiel unserer Mitgliedsorganisation Kindernothilfe vor, wie eine Kinderrechtsorganisation arbeitet.

Was brauchen Kinder, um ein gutes Leben führen zu können? Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort: Sie brauchen Bildung, gewaltfreie Erziehung sowie Freizeit und vieles, vieles weitere, das sie schützt, stärkt und beteiligt.

Mehr noch: Sie haben ein Recht auf all das. Das haben die Vereinten Nationen 1989 mit ihrer Kinderrechtskonvention festgeschrieben, und fast alle Staaten der Welt haben sich darauf geeinigt. Bis zur konsequenten Verwirklichung und Wahrung der Kinderrechte ist es aber noch ein weiter Weg: Immer noch leben eine Milliarde Mädchen und Jungen in Armut. Mehr als 171 Millionen werden ausgebeutet, über 200.000 in Kriegen und Konflikten eingesetzt.

Die Kindernothilfe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen mit voranzutreiben. Denn wer Kindern in Not nachhaltig helfen will, muss genau das: dazu beitragen, dass ihre Rechte verwirklicht werden. Wie wir das tun? Mit einer ganz bestimmten Arbeitsweise, dem sogenannten Kinderrechtsansatz – dieser ist bestimmend ist für unsere Projekte im Ausland sowie all unsere Bildungs- und Kampagnenarbeit in Deutschland. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

UN-Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung

17.06.2014: Umfangreicher Masterplan gegen Hunger soll Somalias Zukunft sichern.

UN-Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung

Die Ausbreitung von Wüsten zu stoppen und sich auf Trockenperioden rechtzeitig einzustellen, ist für Millionen Menschen eine Frage von Leben und Tod. Wenn sie sich von ihrem Land nicht mehr ernähren können, flüchten sie oder verhungern. Daran erinnert seit 2010 der UN-Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung am 17. Juni. Um langfristig die Widerstandskraft der Bevölkerung zu stärken, wollen sieben internationale Hilfsorganisationen bis 2016 einen umfangreichen Masterplan mit dem Projekttitel „Secure the Future“ umsetzen. Dieser soll die Erwerbsgrundlage der Menschen sichern und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen fördern.

Die Organisationen ACF, COOPI, DRC, Oxfam sowie unsere Mitgliedsorganisationen ADRA, CARE und World Vision sind schon lange in unterschiedlichen Regionen in Somalia aktiv und werden die Projektmaßnahmen in ihren jeweiligen Regionen umsetzen. Dabei unterstützt das Konsortium die aktive Beteiligung der Bevölkerung und lokaler Organisationen sowie die Vernetzung mit nationalen und internationalen Förderstrukturen. Auf diese Weise soll ein umfassender und nachhaltiger Projekterfolg erreicht werden. Im Fokus stehen Familien und Gemeinden, deren Lebensgrundlagen durch klimatische und politische Unsicherheiten besonders gefährdet sind. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Studie zu Brennpunkten des Klimawandels in Afrika

7.05.2014: Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat die Folgen des Klimawandels in Afrika untersucht.

Studie zu Brennpunkten des Klimawandels in Afrika

Wo mehrere Folgen des Klimawandels zeitgleich spürbar werden – Dürren oder Überflutungen, Missernten oder Schäden in Ökosystemen – entstehen in bestimmten Teilen Afrikas Brennpunkte des Risikos. Erstmals konnten diese dort jetzt dingfest gemacht werden, in einer Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Unsicherheiten bei der Abschätzung lassen sich dabei für Entwicklungsstrategien dieser Länder nutzbar machen, so die Forscher. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Gambia: Frauen bewegen Afrika

24.04.2014: Kampagne in Gambia soll mehr Frauen in die Politik bringen.

Gambia: Frauen bewegen Afrika

Frauen machen über die Hälfte der 1,8 Millionen Gambier aus, etwa 51% laut der Volkszählung von 2013. 58% der Wählerschaft ist weiblich. Doch nur neun Prozent der Abgeordneten in der Nationalversammlung sind Frauen. Innenpolitisch betrachtet besetzen sie höchstens stellvertretende Positionen.

Nun hat eine Frauengruppe in Gambia eine Kampagne ins Leben gerufen: Politikerinnen aller Parteien sollen gemeinsam Reformen zugunsten einer größeren politischen Beteiligung von Frauen voranbringen. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Kinder Afrikas e.V.

Kinder Afrikas unterstützt den Aufbau von Schulen und kleinen Gewerbebetrieben in zentralafrikanischen Ländern.
Kinder Afrikas e.V. ist Mitglied von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Bild: Kinder Afrikas e.V.

Kinder Afrikas e.V.

Kinder Afrikas unterstützt den Aufbau von Schulen und kleinen Gewerbebetrieben in zentralafrikanischen Ländern.

Dies könnte Sie auch interessieren

Frauenpower wird belohnt

20.03.2014: Projektpartnerinnen von Kinderrechte Afrika bei der UN Frauenkonferenz

Frauenpower wird belohnt

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika arbeitet in Kamerun mit der Kinderrechtsorganisation ALDEPA zusammen, die Kindern eine Stimme gibt und sie unterstützt , ihre Situation zu verbessern. Kopf und Herz der Organisation sind Marthe Wandou und Aminatou Mourbaré. Beide sind höchst engagierte und kompetente Frauen-/Mädchenrechtsaktivistinnen und greifen dabei auf langjährige Erfahrungen im Entwicklungsbereich zurück. Von dieser  sollen nun auch andere profitieren:  Marthe Wandou und Aminatou Mbouré nehmen derzeit in New York an der UN Frauenkonferenz über den Status von Frauen teil.  Sie können ihre persönlichen und vor allen auch  ihre konkreten Projekterfahrungen und ihr Know-how bei der wirksamen und nachhaltigen Umsetzung von Mädchenrechten und der Verbesserung des Status von Frauen und Mädchen einbringen. Weiterlesen

Dies könnte Sie auch interessieren

Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen ist in Äthiopien in den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit, Infrastruktur sowie für die soziale und wirtschaftliche Besserstellung von Frauen aktiv und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Menschen für Menschen ist Mitglied von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Bild: Menschen für Menschen

Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen ist in Äthiopien in den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit, Infrastruktur sowie für die soziale und wirtschaftliche Besserstellung von Frauen aktiv und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Dies könnte Sie auch interessieren