Kinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

18.02.2016: Tragischerweise kommt Kinderhandel in Teilen Westafrikas, wie zum Beispiel in Togo, Benin und Kamerun, noch immer viel zu oft vor. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. setzt sich für eine Verbesserung der Situation ein und kümmert sich um die betroffenen Kinder.

Kinderrechtsverletzung: Kinderhandel in Togo

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. und ihre Partnerorganisation CREUSET-Togo setzen sich dafür ein, dass diese Situation so schnell wie möglich verbessert wird und kümmern sich um die Kinder, die dieser Menschenrechtsverletzung zum Opfer fallen.

44 Kinder in zwei Wochen aufgespürt

In der Nacht auf den 24. Januar wurden in Bassar, Togo, 18 Kinder zwischen 8 und 17 Jahren aus den Händen von Kinderhändlern befreit. Sie sollten von Ghana und Togo über Benin nach Nigeria gebracht werden, um dort als billige Arbeitskräfte zu dienen. Dabei sind viele noch zu jung, um zu arbeiten. Innerhalb von zwei Wochen wurden in Togo insgesamt 44 Kinder aufgespürt, die Opfer von Kinderhandel geworden waren.

Der Zustand, in dem einige Kinder gefunden wurden – wie Gepäckstücke unter einer Plane auf dem Dach des Wagens festgezurrt – verdeutlicht die Skrupellosigkeit der Schlepper. „Einige Kinder waren halb erstickt, als wir sie fanden“, berichtet Bruno Moukpe, Leiter der Kinderrechtsorganisation CREUSET-Togo. „Das ist inakzeptabel. Es handelt sich hier um schwerste Menschenrechtsverletzungen, auf die wir aufmerksam machen müssen“, erklärt Horst Buchmann, Vorsitzender des Kinderrechte Afrika Vereins, der CREUSET seit Jahren unterstützt und zu einer schlagkräftigen Kinderrechtsorganisation aufgebaut hat.

„Andererseits ist es erfreulich, zu sehen, wie Vertreter von Polizei und Justiz, die von CREUSET zu Kinderrechten geschult wurden, zunehmend wachsam sind und bereit, den Kinderhandel zu unterbinden“, fügt er hinzu. „Inzwischen arbeiten sie sehr vertrauensvoll mit der Zivilgesellschaft zusammen. Das ist bemerkenswert, wenn man die autoritäre und repressive Geschichte Togos betrachtet.“ Aufgrund seines Engagements für Kinderrechte in den Regionen Kara und Centrale in Togo informierte die Polizei CREUSET sofort, als die Kinderhändler gefasst wurden und gemeinsam treiben sie die Aufklärung des Falls voran.

Kinderschutzzentren für Kinder in Not

Staatliche Sozialdienste dagegen klagen über fehlende Mittel, sich um die Kinder zu kümmern. CREUSET fing daher die Kinder und Jugendlichen auf, versorgte sie in seinem Transitzentrum und organisierte ihre Familienrückführungen. Das Kinderschutzzentrum von CREUSET bietet in Not geratenen Kindern Schutz, Nothilfe, medizinische und psychologische Betreuung sowie Unterstützung bei ihrer familiären, sozialen und schulischen oder beruflichen Wiedereingliederung. Damit ist es das einzige seiner Art in den gesamten Zentral- und Nordregionen des Landes. Zuvor verbrachten aufgegriffene Kinder solange auf den Polizeistationen, bis sie wieder eingegliedert werden konnten. Doch die Kapazitäten des Zentrums sind ausgereizt. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden, baut CREUSET derzeit ein größeres Zentrum mit mehr Betten sowie besseren Spiel-, Lern- und Ausbildungsangeboten.

Kein Einzelfall

Das Ereignis in Bassar ist kein Einzelfall. Tchamba, 18. Januar 2016, fünf Kinder. Bassar, 23. Januar, 18 Kinder. Kétao, 25. Januar, 6 Kinder. Kadambara, 1. Februar, 15 Kinder – In zwei Wochen wurden insgesamt 44 geschleuste Kinder zwischen 3 und 18 Jahren CREUSET anvertraut. „Zu viel ist zu viel!“, erklärt Moukpe, entsetzt über das neue Ausmaß des Kinderhandels in seiner Region.

Bewusstsein für Gefahren von Kinderhandel stärken

Dabei machen sich Kinder auch eigenverantwortlich auf die Reise nach Nigeria, in der Hoffnung, dort gut zu verdienen. Und nicht selten sind es Eltern, die ihre Kinder den Schleusern anvertrauen. Auf der Reise sind sie jedoch großen Gefahren ausgesetzt, der Willkür der Schlepper unterworfen und in Nigeria werden sie meist ausgebeutet und misshandelt. Daher müssten ein größeres Bewusstsein für diese Gefahren in der Bevölkerung geweckt und grenzübergreifende Strategien zur Bekämpfung des Kinderhandels umgesetzt werden, meint Moukpe.

Weitere Informationen zu der Arbeit von Kinderrechte Afrika e.V. und CREUSET im Togo.

Foto: CREUSET-Togo