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Sansibar – Vom Sklavenmarkt zum Party-Hotspot

Einst großer Sklavenmarkt entwickelte sich die tansanische Insel Sansibar zu einem Party-Hotspot mit gefährlichen Auswirkungen für ihre Gäste und Bewohnerinnen und Bewohner.

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Sansibar – Vom Sklavenmarkt zum Party-Hotspot

Paradies Sansibar

Wer dem Traum von weißen Sandstränden anhängt und der Anmut kristallklaren Ozeanwassers erliegt – auf den wird die Koralleninsel gewiss ihren Reiz ausüben. Sansibar ist ein Archipel mit den beiden Hauptinseln Unguja (früher ebenfalls Sansibar genannt) und Pemba im Indischen Ozean vor der Küste Tansanias. Sansibar erlangte 1963 die Unabhängigkeit und schloss sich kurz darauf Tansania als autonomer Teilstaat an. Dieser verfügt über eine eigene Regierung, ein eigenes Parlament sowie einen eigenen Präsidenten.

Sklavenumschlagplatz

Was für die einen die Trauminsel schlechthin ist, war noch vor 200 Jahren das Zentrum des ostafrikanischen Sklavenhandels. Zu jener Zeit war es als nicht anstößig erachtet worden, wenn „arabische Muslime in Nord- und Ostafrika gefangene Afrikaner in den Nahen und Mittleren Osten“ (1) verkauften. Verschleppt wurden diese Menschen in so großen Mengen, weil viele von ihnen die langen Transporte nicht überlebten (1).

Gewürz-Monopol

Der Handel mit Sklaven verlor an Bedeutung, stattdessen wurden die Sklaven auf Sansibar etwa ab 1820 beim Anbau von Gewürznelken eingesetzt. Die Nachfrage auf dem Weltmarkt war enorm gestiegen und auf den Gewürz-Plantagen schufteten Slavinnen udn Sklaven. Aktuell steuert Sansibar bei den Gewürznelken etwa 80 Prozent der Welternte bei. Aber auch Pfeffer wächst auf Sansibar, die teure Vanille oder die Muskatnuss.

1890 wurde Sansibar britisches Protektorat und damit Teil des British Empire. Ende des 19. Jahrunderts wurde die Sklaverei schließlich von den Briten als illegal geächtet, aber erst 1909 endgültig abgeschafft (1).
Fast als Alleinanbieter auf dem Weltmarkt brachte der Anbau der und Handel mit kostbare Gewürzen einigen wenigern der Inselbewohnerinnen- und -bewohnern Wohlstand.

Techno-Insel neuer Party-Hotspot

Das mit den Gewürzen ist die eine Einnahmequelle, die nicht so schnell versiegen wird, selbst in Coca Cola ist Vanille enthalten. Nun sprudelt eine weitere Quelle, nämlich die des Tourismus. Ein Geheimtipp als Trauminsel ist Sansibar schon länger. Neuerdings nimmt die Anziehungskraft der Insel deutlich zu, als Party-Hotspot für coronamüde Touristinnen und Touristen, die in ihren Heimatländern aufgrund von Hygiene- und Distanzauflagen nicht mehr ausgelassen feiern können. Das Partyleben auf der paradiesischen Insel dagegen hat kaum Einschränkungen – hier gibt es „kein Social Distancing, kaum Masken, weder Test- noch Quarantänepflicht“ (2). Bloß Sonne, Strand, Bars und Bass. Namhafte Techno-DJs und DJanes legen auf, verführen in diese scheinbar „coronafreie Parallelwelt“ (2). Bedenken verfliegen im Rausch der ausgelassenen Parties im Flug.

Corona ist nicht nur ein Bier

Sich bewusst zu machen, dass die Covid-19-Sterberate in Afrika im Frühjahr 2021 „erstmals über dem weltweiten Durchschnitt“ (2) lag, würde den Spaß deutlich einschränken. Das betrifft vor allem die Inselbewohnerinnen und -bewohner, die durch den Partytourismus großen Risiken ausgesetzt werden. Verschärft werden diese durch ein manglhaftes Gesundheitssystem.
Neben den Risiken für die Menschen vor Ort, tragen die Partytouristinnen und -touristen neue Mutanten des Virus zurück in ihre Heimatländer und unterstützen damit die Ausbreitung von Covid-19.

Mit der neuen Präsidentin Samia Suluhu Hassan, die im März die Nachfolge des mutmaßlich an einer Covid-19-Infektion verstorbenen Präsidenten Magufuli angetreten hat, tritt Tansania eine Kehrtwende in der Corona-Politik an. Samia Suluhu Hassan ließ sich impfen und rief ihre Mitbürger zur kostenfreien Impfung auf und verhängte Einschränkungen im öffentlichen Leben, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. In diesem Zuge schloss sich Tansania auch der internationalen Initiative COVAX an.

Quellen:

(1) „Sklavenhandel in Ostafrika – ein verschwiegenes Kapitel“, Deutsche Welle, 22.08.2019

(2) „Keine Masken, kein Abstand, Partys und weisse Strände: Sansibar sieht sich als Corona-freie Parallelwelt“, Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2021

(3) „Feiern auf der ‚coronafreien‘ Insel?“, BR KulturBühne, 18.03.2021

(4) „Wo der Pfeffer wächst: Gewürzinsel Sansibar“, Deutsche Welle, 18.08.2008

Auswirkungen der Pandemie auf Afrika

Die Auswirkungen der Pandemie auf den afrikanischen Kontinent wirken sich drastisch auf das Leben der Bevölkerung dort aus. Doch es gibt Lichtblicke.

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Auswirkungen der Pandemie auf Afrika

Die vierte Corona-Welle hat uns erreicht. In Deutschland (mit Höchstinzidenz seit Pandemiebeginn) und in ganz Europa in bislang nicht gekanntem Ausmaß. Auch auf dem Nachbarkontinent Afrika herrscht die Pandemie. Aktuelle Zahlen dazu werden eher verhalten kommuniziert, doch vernachlässigen sollte man deshalb das Infektionsgeschehen zwischen Casablanca und Kapstadt auf keinen Fall. Denn die Auswirkungen für die Menschen sind schwerwiegend.

Hohe Dunkelziffer, wenig Möglichkeiten

Ohnehin wird die Dunkelziffer der in Afrika an Covid19 erkrankten Menschen hoch sein. Testung und die Behandlung Betroffener scheitern an einem Gesundheitswesen, das für Situationen wie diese rasch an seine Belastungsgrenzen stößt.


Laut UNICEF gab es in Uganda „zwischen März und Juni 2021 einen Anstieg von Covid19-Fällen um 2800 Prozent“ (1). Namibia hatte in den letzten Monaten sogar die höchste Todesrate in Afrika zu verzeichnen. Im Kongo fehlt es an lebenswichtiger Gesundheitsausstattung und Intensivpflegebetten. Von den weltweit 2,7 Milliarden Impfdosen wurden lediglich 1,5 % an Menschen in Afrika verimpft (1).

Folgen von Lockdowns und Schulschließungen

Die Auswirkungen der Pandemie sind ähnlich wie hierzulande. Und doch sind sie anders, hat man erstmal den Blick geschärft für die Armut, in der viele Menschen in den meisten Ländern Afrikas leben. So kam es zum Beispiel in den meisten Ländern zu mehrwöchigen Schulschließungen. Dadurch gerieten die Kinder in gesellschaftliche Isolation und waren der wohnlichen Enge zuhause ausgesetzt – oft wohnen mehrere Generationen auf engem Raum zusammen. Lernrückstände verheißen nichts Gutes. Insbesondere Kinder aus bildungsferneren Schichten haben den Anschluss in der Schule verloren. Teilweise mussten oder müssen Kinder arbeiten gehen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, weil die Eltern ihren Job verloren haben. Bildungspolitische Erfolge, auch durch internationale Unterstützung, erleiden Rückschläge. Online-Unterricht scheitert oft an der technischen Ausstattung der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, teilweise mangelt es auch an der notwendigen Infrastruktur und dem Knowhow.

Darüber hinaus hat die häusliche Gewalt zugenommen. Missbrauch und Teenager-Schwangerschaften häufen sich signifikant (1). Erstmals seit vielen Jahren ist die Anzahl an Kinderehen wieder gestiegen. Insbesondere Mädchen, die bereits im Kindesalter verheiratet werden, leiden meist ihr Leben lang unter den Folgen. Häufig gehen sie nicht zur Schule und bekommen sehr jung Kinder, was oft Komplikationen in der Schwangerschaft mit sich bringt. Alle diese Faktoren erschweren ihr gesellschaftliches Teilhabe innerhalb ihrer Gemeinschaften.

Hunger und Unterernährung nehmen zu

Auch für die Wirtschaft bringt die Verbreitung des Coronavirus schwerwiegende Einschnitte. IWF (Internationaler Währungsfond) und Weltbank errechneten für 2020 ein Minus von 1,6 % beim Wirtschaftswachstum auf dem afrikanischen Kontinent – so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr (2).

Ausgangssperren schränkten den weitverbreiteten Kleinhandel stark ein. Da gerade in diesem Bereich viele Menschen unter prekären Bedingungen arbeiten und kaum über Rücklagen verfügen, und Nahrungsmittel aufgrund von Produktions- und Lieferengpässen teurer geworden sind, nahmen Hunger und Armut seit Pandemiebeginn deutlich zu. Aktuell sind 282 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unterernährt (5).

Der Lichtblick

Allerdings: Bei der Bekämpfung des Coronavirus flammt Hoffnung auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Anfang 2020 federführend die Initiative COVAX ins Leben gerufen (3). COVAX will weltweit einen gleichmäßigen und gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen gewährleisten. Sie kauft beispielsweise Impfstoffe weltweit auf, um sie dann verstärkt in Afrika verimpfen zu lassen. Die Organisation stand und steht dabei in Konkurrenz zu den Abnehmern aus den wohlhabenden Ländern, die den Weltmarkt für diese Vakzine mit ihrer hohen Kaufkraft rasch leergefegt hatten. Fehlende Kühlhäuser vor Ort in Afrika kommen erschwerend hinzu (1). Dennoch sollte das Engagement von COVAX hoch geschätzt werden. Doch es ist noch ein langer Weg, bis die Pandemie unter Kontrolle sein wird. Dazu müssten alle Länder weltweit zusammenarbeiten und die vorhandenen Ressourcen gerecht aufteilen.

Quellen:

(1) „Tödliche Corona-Welle in Afrika südlich der Sahara„, UNICEF, 28.06.2021

(2) „Die ärmsten Länder trifft es hart“, Tagesschau, 18.05.2021

(3) „Pandemie-Folgen in Afrika: Mehr Teenager bekommen Kinder“, Deutsche Welle, 09.09.2021

(4) „Afrika: Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie“, Deutsche Welle, 10.03.2021

(5) UN: Pandemie verschärft Hunger auf der Welt“, zdf heute, 21.07.2021

(6) UNICEF: Corona forciert Kinderehen“, Deutsche Welle, 08.03.2021

Die MyLikita-App vereinfacht das Leben von Patientinnen und Patienten in Nigeria

Der Student Fahad Ado aus Nigeria entwickelte gemeinsam mit Mitstudierenden eine Gesundheits-App, mit der Arzttermine unkompliziert gebucht werden können.

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Die MyLikita-App vereinfacht das Leben von Patientinnen und Patienten in Nigeria

Die Krankenhäuser Nigerias waren schon vor der Covid-19-Pandemie häufig überfüllt. Patientinnen und Patienten müssen oft stundenlang auf einen Termin warten, der ihnen teilweise nicht einmal sicher ist.  

Feste Termine buchen mit MyLikita 

Der Informatikstudent Fahad Ado entwickelte nun eine App, die dieses und weitere Probleme löst: MyLikita. “Likita” bedeutet “Arzt” auf Hausa. Mit der App können Termine bei Ärztinnen und Ärzten gebucht werden und das sowohl als physisches Treffen oder als Videosprechstunde. 

Zugang zu medizinischer Hilfe wird erleichtert 

Gerade in den ländlichen Regionen Nigerias ist der Zugang zu qualifiziertem medizinischem Personal häufig sehr schwierig. Menschen müssen teilweise weite Wege auf sich nehmen, ohne einen festen Termin zu haben. Im Gegensatz zur medizinischen Versorgung ist die Internetverbindung in Nigeria sehr gut ausgebaut. Zudem besitzen etwa 50 Prozent der Bevölkerung ein Smartphone.  

Auch für muslimische Frauen, die nicht von Männern behandelt werden wollen, ist die App hilfreich, denn so können sie gezielt Termine bei Ärztinnen buchen. Die Videosprechstunde erleichtert Patientinnen und Patienten aus abgelegen Regionen eine schnelle ärztliche Beratung. Außerdem entlasten sie die vollen Wartezimmer in Krankenhäusern und Arztpraxen. 

MyLikita als Organisationshilfe für medizinische Einrichtungen 

Die App ist somit nicht nur eine Erleichterung für Patientinnen und Patienten, auch Apotheken, Krankenhäuser und Arztpraxen profitieren von My Likita. Es ermöglicht ihnen, ihre Termine besser zu organisieren. Da bei der Terminbuchung auch Symptome angegeben werden können, können Ärztinnen und Ärzte die Menschen beraten, ob ein physischer Termin notwendig ist oder auch eine Videosprechstunde in Frage kommt. So können ineffiziente Arbeitsabläufe reduziert werden. 

Große Ambitionen der Gründer 

MyLikita wurde mit Hilfe privater Spenden aufgebaut, heute hat das Start-Up bereits 20 Mitarbeitende. Fahad Ado und seine Kolleginnen und Kollegen haben sich vorgenommen innerhalb der nächsten fünf Jahre 20.000 Krankenhäuser in ihre App mit aufzunehmen.  

Quelle:   

o. A. / “Nigerian students develop game-changing health app” in DW vom 26.08.2021. 

Gynäkologin Dr. Jemimah Kariuki erhält Auszeichnung der WHO für ihren Einsatz in Kenia

Die 28-jährige kenianische Gynäkologin Dr. Jemimah Kariuki erhält eine Auszeichnung der WHO für ihre Initiative „Wheels for Life“, mit der sie seit April 2020 in Nairobi dafür kämpft, Schwangeren den Zugang zu medizinischer Versorgung zu sichern.

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Gynäkologin Dr. Jemimah Kariuki erhält Auszeichnung der WHO für ihren Einsatz in Kenia

Angefangen hatte alles mit einem Twitter-Beitrag von Jemimah Kariuki am 07. April 2020, in dem sie einen Aufruf startete: Alle schwangeren Frauen, die sich während der Ausgangssperre in einer Notfallsituation befinden, sollten sich melden und sie würde probieren zu helfen. Tausende Frauen schrieben ihr! 

Angestiegene Müttersterblichkeit in Folge der Maßnahmen gegen Covid-19 

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Müttersterblichkeitin Kenia stark gestiegen. Durch die nächtlichen Ausgangssperren fiel der öffentliche Nahverkehr aus und die Preise für Krankenhaustransporte stiegen. Laut Deutscher Welle konnten in einigen Teilen Kenias nur noch ein Viertel der schwangeren Frauen eine Mütterberatungsstelle aufsuchen.  

Eine Studie der Johns-Hopkins-Universität fand heraus, dass in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in Folge der erforderlichen Maßnahmen gegen Covid-19 1,1 Millionen mehr Kinder und 56.700 mehr Mütter bei der Geburt oder während der Schwangerschaft ums Leben kamen. Weitere Gefahren, die während der Covid-19-Pandemie für Frauen und Mädchen zugenommen haben, sind der schlechte Zugang zu Verhütungsmitteln und Bildung, Übertragung des HI-Virus, Kinderhochzeiten und häusliche Gewalt

Kostenlose medizinische Beratung und Transport für schwangere Frauen 

Jemimah Kariuki erkannte die gefährlichen Auswirkungen der Ausgangsperren für Schwangere. Da es in Kenia keinen öffentlichen Rettungskräfte gibt, entwickelte sie die Idee von “Wheels for Life”. Durch einen kostenlosen Telefondienst können Schwangere bei Wheels for Life medizinische Beratung sowie einen kostenfreien Transport zum nächstgelegenen Krankenhaus erhalten. Bis heute erhielt Wheels for Life mehr als 100.000 Anrufe. Durch die Beratung und den kostenlosen Transport in einem Rettungswagen oder in einem Auto konnten über 1000 Babys sicher geboren werden. Wheels for Life wird durch Spenden und öffentliche Mittel finanziert. Das Programm hat mittlerweile weitere Ärztinnen und Ärzte dazu bewogen, sich zu beteiligen. 

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Als Reaktion auf ihre Auszeichnung schrieb Kariuki bei Twitter, der Award sei ein Zeichen an junge Menschen, dass sie es schaffen können etwas zu ändern und an Schwangere, dass der Welt ihr Leben am Herzen liege.    

Form

Quellen: 

Cherono, Stella / Kenyan doctor wins WHO Director General’s award vom 26.05.2021 auf Nation Africa. 

Deutsche Afrikastiftung / Pressespiegel KW 21: Kurswechsel vom 22.05.-28.05.2021.  

Datum: 23.06.2021

Besondere Therapie gegen Depressionen in Zimbabwe: Freundschafts-Bänke

Dixon Chibanda entwickelte eine besondere Form der Therapie in Zimbabwe, damit jeder Person in Not geholfen werden kann: Ausgebildete Großmütter sitzen auf “Freundschafts-Bänken” und bieten Verhaltenstherapie für Menschen mit Depressionen an.

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Besondere Therapie gegen Depressionen in Zimbabwe: Freundschafts-Bänke

Depressionen und Suizid 

In Zimbabwe leben 16,5 Millionen Menschen, viele Menschen sind HIV-positiv und das Land leidet unter Dürre, Inflation, Korruption und Nahrungsmittelmangel. Medikamente und gesundes Essen sind für viele Menschen zu teuer. Unterstützung von ausgebildetem medizinischem Personal gibt es kaum. Denn in ganz Zimbabwe gibt es nur ein paar dutzend Psychologinnen und Psychologen.  

Weltweit leiden etwa 300 Millionen Menschen an Depressionen, einer der häufigsten Gründe für Selbstmord. In Zimbabwe werden Depressionen oder Angststörungen “Kufungisisa” genannt, das heißt “zu viel denken” auf Shona.  

Viele Menschen sehen keinen Ausweg aus ihrem Leid und die Selbstmordrate in Zimbabwe steigt seit Jahren an, sie ist eine der höchsten in ganz Afrika.  

Kaum Therapiemöglichkeiten in Zimbabwe 

Dixon Chibanda ist Psychologe in Zimbabwe, ein Schlüsselerlebnis brachte ihn auf eine Idee, die vielen das Leben rettet:  

Ein Kollege aus einer anderen Stadt rief ihn abends an, eine Patientin von Chibanda war in ein Krankenhaus eingeliefert worden, 200km von Harare entfernt. Sie hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Arzt und Chibanda einigten sich, dass die Patientin, sobald sie entlassen wurde, mit ihrer Mutter zu Chibanda nach Harare kommen sollte, um mit ihm zu sprechen.  

Als die Frau nach mehreren Wochen nicht gekommen war, meldete sich schließlich ihre Mutter: ihre Tochter hatte sich vor drei Tagen am Mangobaum der Familie erhängt. Chibanda war geschockt und fragte, weshalb sie nicht zu ihm gekommen waren. Die Mutter antwortete, dass sie die 15 Dollar für ein Busticket nach Harare nicht bezahlen konnten.  

Therapiemöglichkeiten in der Nähe 

Durch dieses Erlebnis wurde Chibanda das Problem deutlicher als je zuvor. Es gab zu wenig psychologische Hilfe, um für jede Person erreichbar zu sein. So entschloss Chibanda, dies in die Hand zu nehmen und zu ändern.  

Chibanda erkannte, dass es eine verlässliche Personengruppe in jeder Gemeinde gab: Großmütter. Es gibt sie überall und die Chancen sind gering, dass sie ihre Gemeinden bis zum Tod noch einmal verlassen werden. 

TherapieTools für Großmütter 

So begann er 2006, Großmütter in evidenzbasierter Gesprächstherapie zu trainieren. Die alten Damen erlernten die Fähigkeit richtig zuzuhören und empathisch zu reagieren. Ihnen wurde gezeigt, wie sie bei Menschen eine Verhaltensaktivierung erwirken können oder Aktivitätenplanungen aufzustellen. Alles auf einer verhaltenstherapeutischen Grundlage.  

Wenn die Großmütter eine Einführung in die Gesprächstherapie erhalten haben, können sie auf sogenannten “Freundschafts-Bänken” (Original: “Friendship Bench”) für andere da sein. Betroffene Menschen können den Großmüttern ihr Leid klagen und ein offenes Ohr und konstruktive Hilfe erhalten.  

Freundschafts-Bänke stehen mittlerweile in fünf verschiedenen Ländern, insgesamt arbeiten dort 700 ausgebildete Helferinnen und Helfer im Alter von 35 bis 85 Jahren.  

Wirkung der therapeutischen Maßnahmen 

Die Auswirkungen der Freundschafts-Bänke wurden 2016 in einer klinischen Studie belegt. Es konnte eine Reduzierung von Selbstmordgedanken und Depression um 80% und eine 60-prozentige Steigerung der Lebensqualität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachgewiesen werden. 

Bis heute saßen etwa 65.000 Menschen auf den Freundschafts-Bänken und erhielten Hilfe bei mentalen Problemen.  

2020 wurde das Konzept sogar in die USA importiert, auch in New York gibt es heute Freundschafts-Bänke. Auf ihnen sitzen allerdings nicht hauptsächlich Großmütter, sondern Menschen jeden Alters. 

Auswirkungen von Corona auf Depressionen und die Freundschafts-Bänke 

Die Corona-Pandemie fordert viele Opfer. Gerade in schweren Krisen ist die mentale Gesundheit stark gefährdet. Viele der Helferinnen auf den Freundschafts-Bänken sind Großmütter im hohen Alter, sie gehören zur Risikogruppe. Trotzdem bringen es viele von ihnen nicht übers Herz, hilfesuchende Menschen in Not abzuwimmeln. Als Alternative sind Telefongespräche möglich, doch nicht jede Person hat ein Telefon und manchmal ist der persönliche Kontakt zu einem Menschen das Einzige, was hilft.  

Chibanda selbst verlor schon sechs befreundete Kolleginnen und Kollegen an das Corona-Virus und auch einige Großmütter erlagen der Krankheit. Wenn Selbstisolierung keine Möglichkeit darstellt, ist der einzige Ausweg aus der Pandemie ein schneller Zugang zu Impfstoffen für alle, so Chibanda. 

Quellen:  

Webseite „Friendship Bench“

o. A. / Coronavirus in Zimbabwe: ‚We need vaccines now‘ in BBC vom 26.01.2021.

Chibanda, D. / „Why I train grandmothers to treat depression“ in TEDWomen 2017 von November 2017.

Neuer wirksamerer Malaria-Impfstoff gefunden

An der Oxford University wurde ein neuer Impfstoff gegen die in tropischen Gebieten verbreitete Infektionskrankheit Malaria entwickelt. Erste Studien machen Hoffnung auf eine hohe Wirksamkeit des Impfstoffs.

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Neuer wirksamerer Malaria-Impfstoff gefunden

Pünktlich zum Weltmalaria-Tag am 25.04.2021 gab es die Vorveröffentlichung einer Studie zu einem neuen, wirksameren Malaria-Impfstoff. Der Impfstoff “R21/Matrix-M” wurde von Forschenden der Oxford University entwickelt und erreichte nun in einer klinischen Studie mit 400 Teilnehmenden eine Wirksamkeit von 77 %. Nun soll eine breiter angelegte Studie in mehreren afrikanischen Ländern diesen Erfolg bestätigen.  

Was ist Malaria und wo kommt die Krankheit vor? 

Malaria ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch einen Plasmodium-Parasiten, welcher von den weiblichen Tieren der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen wird. 2019 wurden 229 Millionen Fälle und 400.000 Tote registriert. Zwei Drittel der Toten waren Kinder unter fünf Jahren. 

Drei Milliarden Menschen auf der Welt leben in Gebieten, in denen Anopheles-Mücken leben. Diese kommen in subtropischen und tropischen Teilen der Erde vor. Malaria ist eine der gefährlichsten und häufigsten Infektionskrankheiten der Welt. Sie löst Fieber und Gliederschmerzen aus und kann zu Hirnhautentzündungen und somit zum Tod führen.  

Unterschiede bei der Impfstoffentwicklung bei Malaria im Vergleich zu Covid-19 

Obwohl bereits seit den 1980er Jahren an Medikamenten und Impfstoffen gegen die Krankheit geforscht wird, konnte erst jetzt ein wirksamer Impfstoff entdeckt werden. Zuvor gab es zwar schon andere Impfstoffe, diese erreichten allerdings nicht die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an eine Wirksamkeit von mindestens 75 %. Gerade im Vergleich mit der Geschwindigkeit, in der Covid-19-Impfstoff entwickelt wurden, wirkt dieser Umstand irritierend.  

Ein großer Unterschied zwischen dem Coronavirus und dem Plasmodium-Parasiten ist ihre Biologie. Plasmodien sind Einzeller und weitaus komplexere Organismen als das Coronavirus. Sie durchlaufen im Körper eines Menschen mehrere Stadien. Darum ist es sehr viel komplizierter, dem menschlichen Körper durch eine Impfung “beizubringen”, wie er sich dagegen schützen kann. 

Ein weiterer Grund für die unterschiedliche Geschwindigkeit der Entwicklung ist allerdings der finanzielle Aspekt: für die Suche nach einem Covid-19-Impfstoff investierten Europa und die USA im Jahr 2020 über 100 Milliarden Euro. In die Malaria-Forschung wurde laut Peter Kremsner (Leiter des Instituts für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie des Universitätsklinikums Tübingen) in den letzten zehn Jahren nicht einmal eine Milliarde Euro investiert. Dies liegt seiner Meinung nach an der Entfernung Europas zu dieser Krankheit.  

Einfluss der Corona-Pandemie auf die Bekämpfung von Malaria 

Die Corona-Pandemie beeinflusst den Kampf gegen Malaria negativ: medizinisches Personal musste abgezogen und anderswo eingesetzt werden. Zudem konnte die Verteilung von Moskito-Netzen und Medikamenten durch unterbrochene Lieferketten nicht mehr überall gewährleistet werden. In Afrika gingen die Malaria-Behandlungen um 15 % zurück, in Asien sogar um 60 %. 

Neue Malaria-Impfung als Chance

Die Forschenden der Universität von Oxford hoffen, bei einer Zulassung des Impfstoffs R21/Matrix-M die Todeszahlen von 400.000 auf zehntausende pro Jahr reduzieren zu können. Da in betroffenen Ländern die Impfbereitschaft oft hoch ist, könnte dies tatsächlich einen Meilenstein in der Bekämpfung Malarias darstellen. 

Quellen:  

Wüstenhagen, C. / Malaria ist weit weg in der Zeit vom 25.04.2021. 

Sepehr, J. / Chance auf Durchbruch bei Malaria-Impfung auf zdf.de vom 25.04.2021.  

o. A. / Erstes Malaria-Vakzin mit hoher Wirksamkeit auf Tagesschau.de vom 25.04.2021.

Gambia hat die Bindehautkrankheit Trachom besiegt

Gambia ist das zweite Land Afrikas, welches die Bindehautkrankheit Trachom erfolgreich bekämpft hat. Ghana gelang dieser Erfolg schon 2018. Das Trachom ist eine der häufigsten Augenkrankheiten weltweit.

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Gambia hat die Bindehautkrankheit Trachom besiegt

Das Trachom ist eine durch Chlamydien verursachte Infektionskrankheit. Bei wiederholten Entzündungen durch ein Trachom kann es zu Bindehautvernarbungen, Hornhauttrübungen (durch das Scheuern von nach innen wachsenden Wimpern auf der Hornhaut) und schließlich Blindheit kommen. Kinder sind besonders häufig betroffen. 

Vorkommen von Trachomen 

Die Krankheit ist oft in trockenen und heißen Klimazonen zu finden. Eine hohe Bevölkerungsdichte, Armut und Wassermangel begünstigen ihre Verbreitung. Trachome werden durch Schmierinfektionen übertragen, bspw. bei der gemeinsamen Benutzung eines Handtuchs. Auch Fliegen können die Krankheit übertragen.  

In den Anfangsstadien gibt es gute Aussichten auf Heilung. Erst eine wiederkehrende Infektion oder ein langer Verlauf verschlechtern die Prognosen. Im Jahr 2019 waren 142 Millionen Menschen von einem Trachom betroffen. 1,9 Millionen erblindeten in Folge einer Infektion. 

Prophylaxe und Behandlung von Trachomen 

Sanitäre Anlagen, sauberes Wasser und die Gesundheitsaufklärung zur Verbesserung der Hygiene können vor einer Infektion schützen. Behandelt werden können Trachome durch Antibiotika. Durch Operationen kann eine Fehlstellung des Augenlids korrigiert und so das Scheuern der Wimpern beseitigt werden. 

Die gambische Regierung und Hilfsorganisationen investierten Jahre, um Trachome auch bei Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen nachzuweisen und zu behandeln. Nun können wichtige medizinische Ressourcen gegen andere Krankheiten eingesetzt werden. 

Quelle:

Leicht, S. / Trachom in DocCheck Flexikon vom 26.11.2020.  

Ahmed, K. / The Gambia becomes second African state to end trachoma in The Guardian vom 22.04.2021. 

Äthiopien: Verbesserte Ausstattung für Kinderklinik

Mit neuen medizinischen Geräten und der Renovierung der Räume konnte unsere Bündnisorganisation ADRA die Gesundheitsversorgung an der Kinderklinik in Mekele wesentlich verbessern.

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Äthiopien: Verbesserte Ausstattung für Kinderklinik

Die Mekele Seventh Day Adventist Clinic in Äthiopien bietet eine allgemeine medizinische Versorgung. Sie hat sich auf die Behandlung von Kindern spezialisiert, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Zuletzt war jedoch die Ausstattung veraltet und Geräte sowie die Laboreinrichtung mussten dringend erneuert werden. Mit neuen medizinischen Geräten und der Renovierung der Klinikräume konnte die Gesundheitsversorgung dank der Unterstützung der Spenderschaft unserer Bündnisorganisation ADRA wesentlich verbessert werden. Die Kinder erhalten eine bessere Behandlung. 

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Somalia: Sicherung von Existenzgrundlagen und Nahrungsmittelsicherheit

Wetterextreme und der anhaltende Konflikt führen zur prekären Lebenssituation der ländlichen Bevölkerung in der Region Hiraan in Zentral-Somalia. Durch diverse Maßnahmen setzte sich unsere Bündnisorganisation action medeor mit ihrer Partnerorganisation WARDI für die Nahrungssicherheit in der Region ein.

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Somalia: Sicherung von Existenzgrundlagen und Nahrungsmittelsicherheit

Die ländliche Bevölkerung im Beledweyne Distrikt in Hiraan lebt hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht und Fischerei. Allerdings hat sich die Ernährungssituation der Menschen in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert: Anbau und Handel von Lebensmitteln sind aufgrund von gewaltsamen Anschlägen und Überfällen oft unterbrochen. Hinzu kommen extreme Wetterlagen wie Starkregen und auch extreme Dürreperioden, die zu Ernteausfällen und Verringerung der Viehbestände führen. 

Der Konflikt und die Fragilität des Staates haben zu einer fast nicht existenten oder mangelhaften Verfügbarkeit von öffentlichen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Sanitärversorgung geführt. Besonders ländliche Gemeinden haben keinen Zugang zu öffentlicher Infrastruktur. Die Wasserversorgung in der Region Hiraan ist eingeschränkt, da Brunnen nicht ausreichend gewartet und Bewässerungssysteme marode sind. Der resultierende Mangel an sicherem Wasser führt häufig zu Durchfallerkrankungen wie Cholera. 

Das inzwischen erfolgreich abgeschlossene Projekt von action medeor und der lokalen Partnerorganisation WARDI hatte das Ziel, den Hunger der Familien zu reduzieren und deren Widerstandsfähigkeit in Notlagen zu verbessern. Das Projekt umfasste eine Vielzahl von Maßnahmen, die die Nahrungssicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner der zwölf ausgewählten Dörfer nachhaltig verbesserte und somit die Unterernährung besonders von Frauen und Kindern reduzierte. 

Ein besonderer Fokus des Projektes lag auf der Stärkung von Frauen und Mädchen, da diese häufig benachteiligt werden und somit einen schlechteren Zugang zu Bildung und Arbeit haben. Da Frauen traditionell für die Erziehung der Kinder zuständig sind, wirkt sich ihre Situation zudem unmittelbar auf den Gesundheits- und Ernährungszustand ihrer Kinder aus. 

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DR Kongo: Gesundheits- und Hygieneversorgung für Geflüchtete und lokale Bevölkerung

Im Jahr 2015 führte eine innenpolitische Krise in Burundi zum Beginn einer großen Fluchtbewegung in angrenzende Staaten. Vier Jahre später lebten in der DR Kongo bereits mehr als 40.000 burundische Geflüchtete. Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation AFPDE setzt sich unsere Mitgliedsorganisation action medeor für einen besseren Zugang zur Gesundheits- und Hygieneversorgung in der Region Süd-Kivu ein.

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DR Kongo: Gesundheits- und Hygieneversorgung für Geflüchtete und lokale Bevölkerung

Der Osten der DR Kongo und im speziellen die Region Süd-Kivu gehören zu den ärmsten und fragilsten Regionen in der DR Kongo: Die Gesundheits-, Wasser-, und Sanitärversorgung ist prekär. Binnenvertriebene aus anderen Regionen des Landes sowie burundische Geflüchtete belasten zusätzlich die ohnehin schwachen Kapazitäten der lokalen Strukturen in der Region. 

Hohe Belastungen für das Gesundheitssystem 

Die staatlichen Gesundheitsstrukturen in direkter Nachbarschaft zu den beiden Flüchtlingscamps sind durch das erhöhte Patientenaufkommen extrem überlastet. Die marode Gesundheitsinfrastruktur im Land geht mit einer hohen Krankheits- und Sterblichkeitsrate einher. 80% der Bevölkerung Süd-Kivus hat derzeit keinen sicheren Zugang zu medizinischer Versorgung, da es an Materialien, Medikamenten und ausgebildetem Gesundheitspersonal fehlt. Die Folge: Malaria und Unterernährung zählen zu den Hauptursachen für Krankheit und Todesfälle in der Region Süd-Kivu und betreffen vor allem Frauen und Kinder. Hinzu kommen wiederkehrende Epidemien von Cholera und Masern. 

Das Projekt: Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung für burundische Geflüchtete, IDPs und lokale Bevölkerung

Das gemeinsame Projekt von action medeor und der lokalen Partneroganisation AFPDE verfolgt das Ziel, eine Verbesserung des Zugangs zu Basisdienstleistungen in den Sektoren Gesundheit und WASH für burundische Geflüchtete, IDPs und der Lokalbevölkerung in zwei Gesundheitszonen der Provinz Süd-Kivu, im Osten der Demokratischen Republik Kongo herzustellen. 

Besondere Berücksichtigung finden dabei die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, Überlebender sexualisierter Gewalt, HIV-Betroffener. Die Aktivitäten sehen vor, lokale Gesundheitseinrichtungen zu erweitern, Personal zu schulen und in ihrem Betrieb zu unterstützen. Zudem werden in den UNHCR Camps Familientoiletten errichtet. In einem breiten Spektrum an Schulungen und Sensibilisierungsveranstaltungen soll Wissen rund um Zusammenhänge von Hygieneverhalten und Gesundheit vermittelt werden. Außerdem werden durch zusätzliche Maßnahmen in den Bereichen Inklusion und Schutz und Betreuung von Menschen, die sexualisierter Gewalt ausgesetzt wurden, wichtige Querschnittsthemen abgedeckt. 

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Sierra Leone: Praktische Aus- und Weiterbildung von Hebammen

Sierra Leone hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Das Gesundheitssystem ist durch einen Mangel an qualifiziertem Gesundheitspersonal stark beeinträchtigt. Unsere Bündnisorganisation action medeor setzt sich zusammen mit ihrer Partnerorganisation Caritas Bo mit mehreren Maßnahmen für die Stärkung der Hebammenausbildung ein, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu verbessern.

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Sierra Leone: Praktische Aus- und Weiterbildung von Hebammen

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gab es 2018 circa 650 Hebammen in Sierra Leone, benötigt würden aber 3.000. Im Projektgebiet im Süden des Landes versorgen nur 65 Hebammen eine Bevölkerung von 894.066 Menschen. 

Das gemeinsame Projekt von action medeor und ihrer Partnerorganisation Caritas Bo zielt darauf ab, die praktische Hebammenausbildung zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wird unter anderem das Kurrikulum der Hebammenausbildung gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und relevanten Organisationen und Vertretern anderer Hebammenschulen im Land überarbeitet. Zudem werden Hebammen aus ländlichen Gesundheitseinrichtungen zu zertifizierten Praxisanleitenden weitergebildet. 

Neben der Verbesserung der Ausbildung werden im Rahmen des Projektes zwei bestehende Gemeindegesundheitszentren zu Zentren für klinische Hebammenausbildung und qualitativ hochwertige (Notfall-)Geburtshilfe entwickelt. Hierzu werden notwendige Sanierungsarbeiten durchgeführt, insbesondere im Bereich der Entbindungsstation. 

In diesen zwei Zentren für klinische Hebammenausbildung werden regelmäßige Übungseinheiten durchgeführt, um den Transfer von Wissen und Fähigkeiten zu stärken, vor allem im Umgang mit Komplikationen. Zudem werden Verantwortliche des Distrikts in die Überwachung der Praxiseinsätze stärker eingebunden. 

Durchführung von kontinuierlicher beruflicher Weiterbildung an der Hebammenschule Bo 

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium von Sierra Leone wird ein Weiterbildungsplan für praktizierende Hebammen entwickelt. Für insgesamt 150 Hebammen – hiervon 60 Praxisanleitende – sollen drei Weiterbildungen angeboten werden, in denen sie ihre fachlichen und personalen Kompetenzen ausbauen können. Die Weiterbildungen werden an der Hebammenschule in Bo und im Ausbildungszentrum Gerihun stattfinden, wodurch die Hebammenschule zusätzlich als Weiterbildungszentrum etabliert wird. 

Beschaffung von 60 Hebammentaschen für Praxisanleitende 

Im Rahmen der kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung erhalten die 60 Praxisanleitende Hebammentaschen, die untere anderem mit einem Stethoskop, Blutdruckmessgerät, Beatmungsbeutel, Fieberthermometer sowie einer Erstausstattung Verbrauchsmaterial ausgestattet sind. Diese Materialien sind elementar für eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe. Aus dem Vorprojekt wurden ebenfalls alle graduierten Hebammen mit einer solchen Tasche ausgestattet. 

Vernetzung und Verbesserung von Arbeitsbedingungen 

Neben der Verbesserung der Aus- und Weiterbildung besteht das Ziel des Projektes darin, die Koordination und Vernetzung von Hebammen auf Distrikt- und regionaler Ebene zu verbessern. Hier wird eng mit der sierra-leonischen Hebammenvereinigung zusammengearbeitet. Durch Netzwerke sollen ca. 800 Hebammen besser mit relevanten Informationen versorgt werden und gegenseitige Unterstützung und Beratung erhalten. Außerdem werden sie in die Lage versetzt, auf Grundlage von nationalen Richtlinien und Aktionsplänen ihre Rechte einzufordern. Dadurch sollen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Hebammen in ländlichen Gemeinden verbessert werden. Ihre Integration in den ländlichen Gemeinden soll durch Dialoge mit Vertreterinnen und Vertretern der aufnehmenden Gemeinden gefördert werden. 

Die Partnerorganisation: Caritas Bo 

Caritas Bo ist Mitglied von Caritas International und für die Entwicklungs- und Wohltätigkeitsarbeit der Diözese Bo zuständig. Durch ihre Arbeit in Sierra Leone unterstützt die Caritas Bo die Regierung bei der Bereitstellung von medizinischer Grundversorgung und trägt durch die qualitativ hochwertige Hebammenausbildung zur Senkung der Mütter- und Neugeborenensterblichkeit bei. Durch regelmäßige Schulungen wird der Partner in der Umsetzung des Projektes gestärkt. Gemeinsam haben action medeor und Caritas Bo im Jahr 2017 eine Hebammenschule in Bo gegründet – die erst dritte Schule des Landes. 

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Tansania und Malawi: action medeor-Standorte

Die Gesundheitsversorgung in Tansania und Malawi wird bereits seit vielen Jahren von action medeor unterstützt. Für eine ausreichende, effektive und vor allem qualitativ hochwertige Medikamentenversorgung wurden inzwischen insgesamt vier action medeor-Niederlassungen in den beiden Ländern aufgebaut.

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Tansania und Malawi: action medeor-Standorte

In Malawi gibt es seit 2015 eine Niederlassung unserer Bündnisorganisation action medeor, die Medikamente und medizinisches Material an Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und Apotheken von kirchlichen, öffentlichen oder gemeinnützigen Trägern sowie Nichtregierungsorganisationen liefert. Die Mehrheit dieser Gesundheitseinrichtungen behandelt die arme Bevölkerung in abgelegenen Regionen kostenlos oder gegen einen geringen Beitrag. Darüber hinaus bietet das achtköpfige Team von action medeor Malawi rund um Landesdirektorin Susann Held pharmazeutische Fachberatung an, um die lokale Gesundheitsversorgung nachhaltig zu stärken. action medeor und die Niederlassungen verfügen dabei über jahrelange Erfahrung und Kompetenzen in verschiedenen praxisorientierten Trainings, Workshops und individueller Beratung. 

Anlass für die Gründung der Niederlassung in Malawi waren die guten Erfahrungen aus Tansania. Dort gibt es inzwischen drei Niederlassungen, die unter anderem dafür Sorge tragen, dass auch Menschen in ländlichen Gebieten ausreichend medizinisch versorgt werden können. Neben den Medikamentenlagern in Dar es Salaam und Masasi wurde im März 2018 auch dank der Unterstützung des action medeor-Kooperationspartners Jungheinrich eine Niederlassung in Makambako eröffnet. Der Ort liegt im südlichen Hochland, 650 km von Dar es Salaam entfernt. Von Makambako aus wird der ländliche Südwesten des Landes direkt versorgt. Lokale Partner können nun auch innerhalb eines Arbeitstages beliefert werden. Für action medeor ist es ein weiterer Schritt, um die medizinische Versorgung vor allem in den entlegenen Gebieten Tansanias zu verbessern. 

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Tansania: Fernwartung von Medizingeräten mit live Video und Augmented Reality

Gesundheitsdienstleister in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen können ihre medizintechnischen Geräte häufig aufgrund von mangelndem Know-How oder zu hohen Kosten nur unzureichend warten oder reparieren. Mithilfe einer Fernwartungsapplikation unterstützt unsere Bündnisorganisation action medeor das Krankenhauspersonal in Tansania bei der Wartung, Reparatur und Anwendung der Geräte aus der Ferne.

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Tansania: Fernwartung von Medizingeräten mit live Video und Augmented Reality

Die bloße Verfügbarkeit von medizintechnischen Geräten in Gesundheitseinrichtungen reicht nicht aus, um die Gesundheitsversorgung langfristig zu verbessern. Vielen Gesundheitsdienstleistern in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen mangelt es an geeignetem Know-how für die optimale Nutzung und Wartung von Gesundheitstechnologien. Zudem sind finanzielle Mittel begrenzt. Reparaturen selbst kleiner Defekte an Geräten der Gesundheitstechnologie werden aufgrund der hohen Arbeitskosten und Reisekosten der Servicetechnikerinnen und Techniker unerschwinglich. Gesundheitseinrichtungen in ländlichen Regionen werden aufgrund schlechterer Erreichbarkeit noch weiter benachteiligt, da diese Dienstleistungen fast ausschließlich in der Hauptstadt und den wenigen größeren Städten angeboten werden.

Dieses Projekt unserer Bündnisorganisation action medeor soll daher den Zugang zu verbesserten Servicedienstleistungen für medizintechnische Geräte mithilfe einer Fernwartungsapplikation ermöglichen. Die Nutzung dieser Smartphone-Applikation ermöglicht, dass Geräte- und Anwendungsprobleme direkt an TechnikerInnen von action medeor in Deutschland und Tansania übertragen werden können. In beiden Ländern verfügt action medeor über geschultes Personal. Die Kamera- und Tonübertragung vom Smartphone der Ratsuchenden auf den Laptop des action medeor-Medizintechnikingenieurs ermöglicht eine genaue Beurteilung des vorliegenden Problems mit der Möglichkeit einer direkten Hilfestellung.

Um Krankenhaustechnikerinnen und Anwendern in Tansania in der Wartung, Reparatur und Anwendung ihrer medizintechnischen Geräte auch aus der Ferne unterstützen zu können, erhalten insgesamt 20 Gesundheitseinrichtungen kostenlosen Zugang zu einem Fernwartungstool mit Live Video und Augmented Reality. Sie werden in die Nutzung der Applikation eingewiesen und werden mit kostenlosen Smartphones und dem entsprechenden Datenvolumen ausgestattet. Die Fernwartungsapplikation ermöglicht es augmentierte Anweisungen durch Zeichnen und Platzieren im Kamerafeld des Smartphones zu geben, was die Kommunikation erleichtert. So können sowohl Standardwartungen als auch anspruchsvolle Reparaturen von den Krankenhaustechnikerinnen und Technikern vor Ort durchgeführt werden.

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Madagaskar: Wasser als Quelle des Lebens

Wasser ist die Quelle des Lebens, doch in ländlichen Gegenden im Norden von Madagaskar leider auch Quelle von Krankheit und Tod. Damit das nicht so bleibt, baut unsere Mitgliedsorganisation HELVETAS Sanitär- und Trinkwasseranlagen und klärt über Verunreinigungen im Wasser auf.

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_©Helvetas

Madagaskar: Wasser als Quelle des Lebens

Wasserquellen sind oft verunreinigt

In den ländlichen Gegenden im Norden von Madagaskar erhalten viele Familien ihr Wasser aus einem nahegelegenen Fluss oder anderen natürlichen Quellen. Das Wasser ist jedoch häufig verunreinigt, da nahezu alle Bewohnerinnen und Bewohner ihr Bedürfnis aufgrund fehlender Toiletten im Freien verrichten und so Keime ins Wasser gelangen. Kaum ein Haushalt verfügt über Toiletten oder Waschräume. Das verunreinigte Wasser führt zu Krankheiten und einer hohen Kindersterblichkeit. Außerdem können die kranken Menschen gar nicht oder nur eingeschränkt arbeiten und somit nicht zum Familieneinkommen beitragen. Die Folge ist, dass viele Familien in Armut leben müssen.

Gefiltertes Trinkwasser und Strom für die Gesundheitsstation

Um diese missliche Lage zu verbessern, trägt HELVETAS mit seiner lokalen Partnerorganisation SANTATRA zu besseren Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen in ländlichen Gemeinden bei. In den nordmadagassischen Dörfern Ambohitrandriana, Maevatanana und Anjiabory reparieren sie zusammen mit den Dorfbewohnern die mangelhafte Infrastruktur von zwei Gesundheitsstationen und drei Grundschulen. Mit fachgerechten Chlorfiltern wird zudem in Zukunft Trinkwasser aus allen installierten Wasserhähnen kommen. Zudem wird die Gesundheitsstation in Ambohitrandriana mit Strom ausgestattet, sodass diese nun auch in der Nacht beleuchtet und Medikamente angemessen gekühlt werden können.

Ausbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung zum Umgang mit Hygiene

Damit aber nicht nur die Gesundheitsstationen und Grundschulen Zugang zu Hygieneinfrastruktur erhalten, werden zudem Freiwillige ermutigt, eine Maurerausbildung zu erhalten, um so genannte mourabas – Latrinen auf Dorfebene aus natürlichen Materialien – mit den Familien zu bauen. Denn das Projekt wäre wenig nachhaltig, wenn nicht alle Dorfbewohner auch außerhalb des Schulalltages oder eines Besuches der Gesundheitsstationen Latrinen nutzen würden. Außerdem werden die grundsätzlichen Hygiene-Botschaften in das Schulkurrikulum mit aufgenommen, welche dann von den Schülern Zuhause weitergeben werden.

Es wird ebenfalls darauf geachtet, dass auch Frauen und Mütter hierüber informiert werden, da sie primär die Haushalte organisieren, sich um die Kinder kümmern, diese waschen und das Essen für die Familien kochen. Die Lehrpersonen und das medizinische Personal werden ebenfalls aktiv dazu angeregt, die WASH-Botschaften zu verbreiten und vorbildlich anzuwenden. Sie sind Vorbildfunktionen und somit wichtige Multiplikatoren für ein erfolgreiches Projekt. Überdies werden Partnerschaften (Public Private Partnerships) mit privaten Investoren eingegangen, die für finanzielle und technische Wartungen der Sanitäranlagen aufkommen. Sie werden auch nach Projektende weiterhin für die Instandhaltung verantwortlich sein.

Wasser ist Quelle des Lebens. Zugang zu sauberen Trinkwasser und einer adäquaten Hygiene wird den Menschen dazu verhelfen, ihre gesundheitliche Situation zu verbessern und somit auf Dauer ihre ökonomischen Bedingungen zu verbessern und die Kindersterblichkeit zu verringern.

Finanziert wird das Projekt durch die W.P. Schmitz-Stiftungen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Dieses Projekt wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Mehr Informationen zu unserer Mitgliedsorganisation Helvetas finden Sie hier.

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Elfenbeinküste: Lichtblicke für Kinder

Unsere Mitgliedsorganisation Stiftung der Deutschen Lions unterstützt in der Elfenbeinküste den Zugang zu augenmedizinischen Untersuchungen - speziell für Kinder.

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Patienten warten vor der Augenklinik_©HDL

Elfenbeinküste: Lichtblicke für Kinder

In der Republik Elfenbeinküste, Westafrika, gilt mehr als die Hälfte der Bevölkerung als arm. Die allgemeine Gesundheitsversorgung ist lückenhaft. Es gab bisher keine speziellen Vorsorge-, Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten für Kinder, sodass insbesondere diese einem hohen Erblindungsrisiko ausgesetzt sind. Unsere Mitgliedsorganisation Stiftung der Deutschen Lions möchte diese Situation für Kinder nachhaltig verbessern.

Infrastruktur, Fachpersonal und ein geschärftes Bewusstsein für Sehbehinderungen

Mit dem Bau von zwei neuen augenmedizinischen Abteilungen an den Universitätskliniken Bouake und Abidjan und dem armenorientierten Krankenhaus Centre Medico Social El Rapha (CMSER) in Abidjan sowie der Weiterbildung von Ärzt*innen werden Behandlungsmöglichkeiten für Kinder geschaffen. Die Erfassung und Überweisung der kleinen Patienten wird durch die Vernetzung mit Regionalkrankenhäusern gewährleistet. Um ein effektives Überweisungssystem auf- und auszubauen, wird medizinisches Personal im ländlichen Raum geschult und weitergebildet: Augen- und Kinderärzt*innen, Hebammen, augenmedizinische Fachpfleger*innen und Gemeindegesundheitshelfer*innen vertiefen ihre Kenntnisse in der Vorsorge und Diagnose von Augenkrankheiten bei Kindern.

Informationskampagnen zu Blindheit und Sehbehinderungen

Gemeinsam mit diesen Maßnahmen werden Informationskampagnen über Ursachen und Prävention sowie eine allgemeine Sensibilisierung der Bevölkerung für die Themen Blindheit und Sehbehinderungen die Nachhaltigkeit sichern. Um sehbehinderte Kinder in Zukunft besser fördern zu können, werden Sonderpädagog*innen, die behinderte Kinder unterrichten und betreuen, fortgebildet.

Dieses Projekt wurde Ende 2018 erfolgreich abgeschlossen. Weitere Informationen zum aktuellen Lichtblick-Projekt in Kamerun finden Sie hier.

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Burkina Faso: Gesunde Schulkinder und Familien dank sauberem Wasser und Hygiene

In den «Écoles Bleues», den «blauen Schulen» von Burkina Faso lernen die Kinder viel über die Zusammenhänge zwischen Hygiene und Gesundheit. Sie erzählen das Gelernte daheim in den Familien und werden so zu fröhlichen Botschafterinnen und Botschaftern für die Gesundheit.

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Burkina Faso: Gesunde Schulkinder und Familien dank sauberem Wasser und Hygiene

Kinder tragen das Hygienewissen nach Hause

Zwei von drei Menschen in Burkina Faso haben heute Zugang zu sauberem Trinkwasser. Diese überraschende Zahl belegt eine erfreuliche Entwicklung. Ebenso überraschend – aber unerfreulich – ist die Tatsache, dass vier von fünf Menschen keinen Zugang zu einer Latrine haben. Sie müssen ihr Geschäft draussen in den Feldern oder in den Büschen verrichten, und sie sind sich oft nicht bewusst, dass sie damit die Gesundheit ihrer Dorfgemeinschaft gefährden.In der Provinz Gnagna ist das besonders ausgeprägt. Dort haben sogar neun von zehn Menschen keine Latrine.

Um das zu ändern, machen unsere Mitgliedsorganisation Helvetas und lokale Fachleute die Kinder zu Botschafterinnen und Botschaftern für Hygiene. In der Schule sehen und benutzen sie zum ersten Mal eine Latrine und lernen, die Hände regelmässig zu waschen. Daheim erzählen sie von der neu gebauten Latrine, vom Händewaschen, von der Seife, von Mikroben und wie man Wasser sauber halten kann.

Botschafterinnen und Botschafter für eine bessere Zukunft

Helvetas unterstützt die so genannten «Écoles Bleues» und ihre Hygieneerziehung. Die Kinder, die hier zur Schule gehen, sind auch Botschafterinnen und Botschafter für eine bessere Zukunft. Denn sauberes Wasser und Hygiene sind eine fundamentale Bedingung dafür, dass eine Gesellschaft sich entwickelt. In Burkina sterben 89 von 1000 Kinder, bevor sie fünf Jahre alt sind. Hinzu kommen all jene Kinder, die sich wegen Durchfallkrankheiten nicht richtig entwickeln, Erwachsene, die ihre Arbeit nicht bewältigen können, weil sie krank sind. Ein guter Teil der Krankheiten könnte mit sanitären Einrichtungen und mit Aufklärung über Hygiene verhindert werden.

Im Projekt Laafia – was «Gesundheit» bedeutet – profitieren jährlich 1200 Kinder und ihre Familien in 15 Dörfern von diesem Wandel zu besseren Lebensbedingungen.Im Rahmen des Projekts erhalten Behördenmitglieder Anleitungen, wie sie den Latrinenbau planen und fördern können. Private Anbieter werden dafür sensibilisiert, gute Produkte zu fairen Preisen anzubieten. Mittlerweile interessieren sich Behörden und andere Entwicklungsorganisationen für die «Écoles Bleues» und für das Konzept, Kinder zu Gesundheitsbotschaftern zu machen.

Weitere Helvetas Projekte zu Wasser und Infrastruktur finden Sie hier.

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Sudan: Medizinische Geräte und Materialien für Krankenhaus

Hochspezialisierte, gebrauchte, medizinische Gegenstände aus Deutschland können sinnvoll in afrikanischen Ländern eingesetzt werden und dadurch weiterhin Leben retten.

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Sudan: Medizinisches Material für Krankenhaus©Aktion Canchanabury

Sudan: Medizinische Geräte und Materialien für Krankenhaus

Recyclen tut der Umwelt gut. Doch gut gemeint ist nicht gleichzeitig gut gemacht und nicht alles was gut für die Umwelt ist, ist auch gut für die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent. Das Recyceln von manchen Gegenständen wie z.B. Altkleidern, ist nicht unproblematisch, da die afrikanische Textilindustrie nicht mit den Preisen des Recycel-Guts aus Europa konkurrieren kann. Gerade hochspezialisierte, gebrauchte, medizinische Gegenstände aus Deutschland dagegen können sinnvoll eingesetzt werden und dadurch weiterhin Leben retten.

Recyceln von medizinischen Bedarf

Unsere Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury unterstützt so das „Mother of Mercy Hospital“ in Gidel, in den Nuba-Bergen im Sudan. Täglich werden Kranke und Verwundete zum Hospital gebracht, die untergebracht und behandelt werden müssen. In Spitzenzeiten versorgt das Hospital 250 ambulante und 180 stationäre Patient*innen. Es ist die einzige funktionierende Institution in den Nuba Mountains, die nahezu alle chirurgischen Eingriffe und Operationen vornehmen kann. Hilfsgutcontainer aus Deutschland mit gebrauchten medizintechnischen Geräten und Materialien für den klinischen Bedarf erreichen auch während des gewaltsamen Konflikts das „Mother of Mercy Hospital“. Damit kann weiterhin Hunderten von Patient*innen geholfen werden und chirurgische Eingriffe und OPs durchgeführt werden.

Zurzeit kann das Krankenhaus nur die Patienten medikamentös behandeln, die von sich aus ins Krankenhaus kommen. Was allerdings ebenso wichtig wäre, ist eine gezielte Ausbildung lokaler Gesundheitshelfer, die im Rahmen mobiler medizinischer Erstversorgung und Präventionsarbeit die Menschen in den Dörfern aufsuchen. Auf diese Weise könnten viele andere Krankheiten verhindert, bzw. schon im Frühstadium erkannt und behandelt, werden. HIV/AIDS ist hier zwar noch nicht die größte Problematik, allerdings steigen auch hier die Infektionszahlen.

Aufgrund der aktuellen Situation haben die Verantwortlichen vor Ort die Aktion jedoch gebeten, diese Vorhaben zunächst hinten anzustellen und um Unterstützung bei der Bewältigung der dringlichsten Herausforderungen gebeten.

Personalausbildungen und Notfall-Medikamente

Außerdem wurden Pflegerinnen und -pfleger sowie Laborpersonal mit der Unterstützung von Aktion Canchanabury vor dem Konfliktausbruch 2011 geschult. Nach dem erneuten Ausbruch des Krieges wurden fast alle ausländischen Fachkräfte – vornehmlich aus Uganda und Kenia – evakuiert. Aktion Canchanabury finanziert die Ausbildung von einheimischen Studenten am „Catholic Health Training Institute in Wau/Republik Süd-Sudan, um das qualifizierte ausländische Personal aus Kenia und Uganda zu ersetzen.

Zusätzlich ermöglicht Aktion Canchanabury den Kauf von Notfall-Medikamenten und Lebensmitteln.

Aktuell ist Aktion Canchanabury die einzige Organisation, die noch Hilfsgutsendungen zum Hospital in Gidel auf den Weg bringt. Durch die undurchsichtige und gefährliche Lage in der Region gestaltet sich das zwar immer schwieriger, zur Freude aller Beteiligten sind bisher jedoch alle Sendungen mit dringend benötigten medizinischen Materialien unbeschadet angekommen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

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Kenia: Hoffnung für ausgestoßene Frauen

Rund zwei Millionen Frauen weltweit leiden unter Geburtsfisteln, weil sie keine angemessene medizinische Hilfe bei der Geburt ihrer Kinder erhalten. Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland verhalf erkrankten Frauen in Kenia zu einem neuen Leben.

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Kenia: Hoffnung für ausgestoßene Frauen

Rund zwei Millionen Frauen weltweit leiden unter Geburtsfisteln, weil sie keine angemessene medizinische Hilfe bei der Geburt ihrer Kinder erhalten. Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland verhalf erkrankten Frauen in Kenia zu einem neuen Leben. Die Geburtsfisteln führen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen und machen betroffene Frauen häufig zu sozial Ausgestoßenen. Die Frauen verarmen und vereinsamen.

Genitalbeschneidung und frühe Verheiratung

Genitalbeschneidung der Frau und frühe Verheiratung von Mädchen sind in Kenia nach wie vor weit verbreitet. Die Beschneidung wird meist unter unhygienischen Bedingungen durchgeführt. Oft wird viel Gewebe entfernt, sodass Narben und Engstellen zurückbleiben können. Aufgrund dieser Genitalverstümmelung und fehlender ärztlicher Versorgung kommt es bei der Geburt immer wieder zu Komplikationen bis hin zu Geburtsstillstand. Wird der Fötus dann nicht durch einen Kaiserschnitt geboren, reißt in vielen Fällen das Beckenbodengewebe der Mutter ein und es entsteht ein Loch oder eine Fistel zwischen den anliegenden Organen. Durch diese Öffnung verlieren die Frauen unkontrolliert Stuhl und/oder Urin. Die mangelnde Hygiene bei Temperaturen über 30 Grad führt zudem zu einer starken Geruchsbildung. Oft werden diese Frauen von ihren Männern verlassen und aus der Gesellschaft ausgestoßen. Alleine in Kenia sind jährlich über 3000 Frauen von diesem Problem betroffen und führen ein Leben in Armut und Isolation.

ADRA fördert Präventionsmaßnahmen und die Behandlung der Erkrankung

Das abgeschlossene Projekt von ADRA umfasste sowohl Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Geburtsfisteln als auch die Behandlung der Erkrankung. Denn der Zugang zu guter Geburtshilfe und notärztlicher Versorgung ist in den ländlichen Regionen Kenias sehr beschränkt.

ADRA konzentrierte sich auf die Distrikte Kisii, Nyamira und Homa und hilft 510 Frauen, die an Geburtsfisteln leiden, durch rekonstruktive Chirurgie und medizinische Versorgung. Zudem haben bildungsfördernde Maßnahmen und Mikrokredite sie dazu befähigt, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und der Armut zu entfliehen. Aufklärung der Gemeinschaften sowie Schulungen von Hebammen, Krankenschwestern und regionalem medizinischem Personal trugen zur Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bei.

Foto: ADRA Deutschland e. V.

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Ägypten: Frühförderung für Kinder mit Behinderungen

Islamic Relief unterstützt Kinder mit Behinderungen in einem Therapie- und Behandlungszentrum.

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Kinder vom Rehabilitations- und Therapiezentrum in Kairo rennen um die Wette_©Islamic Relief

Ägypten: Frühförderung für Kinder mit Behinderungen

Er redet unentwegt davon, schon Tage zuvor ist er aufgeregt: Ridha Al-Sayid liebt Sportfeste. Mit strahlenden Augen verfolgt der Siebenjährige die Schritte seiner Freunde. Er feuert sie an, jubelt mit ihnen.

98 Prozent der Kinder mit Behinderungen sind ohne Unterstützung

Ridha selbst kann nicht laufen, sein Nervensystem ist schwer geschädigt. Essen, sprechen oder auch nur den Kopf halten – seine Betreuung hält die Familie rund um die Uhr in Atem. „Wir können uns die teure medizinische Behandlung nicht leisten“, sagt Hanan Al-Sayid, Ridhas Mutter. Nach staatlichen Statistiken gibt es in Ägypten mehr als zwei Millionen Menschen mit Behinderungen, von denen etwa 45 Prozent Kinder sind. Von diesen sind wiederum rund 98 Prozent ohne jegliche Unterstützung oder Förderung – so wie Ridha.

Unterstützung eines Therapie- und Behandlungszentrums

Doch der Junge hat Glück: Seit zwei Jahren kommt er in das Therapie- und Behandlungszentrum EIRC, das Islamic Relief in Helwan bei Kairo unterstützt. Regelmäßig übt er mit seiner Therapeutin Bewegungsabläufe vor einem Spiegel. Er lernt, seinen Körper zu kontrollieren und sich zu konzentrieren. Hier hat er Spielgefährten und wird liebevoll angenommen. Auch Hanan lernt, wie sie mit ihrem Sohn zu Hause arbeiten kann. Hartes Training, tägliche Übung, Zuwendung – dank der frühen Förderung und gezielten Therapie macht Ridha erstaunliche Fortschritte.

 

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Ghana: Soziale Mobilisierung

Eigenverantwortung und Selbstbestimmung – mit diesem Ziel arbeitet unsere Mitgliedsorganisation Das Hunger Projekt in acht afrikanischen Staaten. Kern der Strategie ist die Gründung von sogenannten „Epizentren“.

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Ghana: Soziale Mobilisierung

Eigenverantwortung und Selbstbestimmung – mit diesem Ziel arbeitet unsere Mitgliedsorganisation Das Hunger Projekt in acht afrikanischen Staaten. Kern der Strategie ist die Gründung von sogenannten „Epizentren“.

Dorfverbände werden in einem Prozess der sozialen Mobilisierung dazu motiviert, gemeinsam ein Entwicklungszentrum für Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft und Handel aufzubauen, inklusive einer eigenen kleinen Genossenschaftsbank. Bis zu acht Jahre lang werden sie dabei begleitet, dann führen sie das Zentrum selbstbestimmt – ohne finanzielle oder personelle Hilfe des Hunger Projekts – weiter.

Im ghanaischen Matsekope funktioniert die Epizentren-Strategie und die intensive Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft hervorragend. Kürzlich wurde dort ein Schwesternhaus errichtet, um durch bessere Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten.

Im Epizentrum Nkawanda in Ghanas Südost-Distrikt existiert ein solches Schwesternhaus noch nicht. Für Dr. Eckhard Müller-Guntrum, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Hunger Projekts Deutschland, war dies das erste Epizentrum, das er besuchte. – Das Regionalzentrum besteht aus einem L-förmigen Gebäudekomplex: im Mittelpunkt ein großer Versammlungsraum, daran anschließend Schulraum, Kindergarten, Getreidespeicher, Gesundheitsstation und sogar eine kleine Bank für die Gewährung von Mikrokrediten. Bei seinem Besuch fiel schnell auf, dass ein Schwesternhaus nach dem Vorbild von Matsekope dringend benötigt wird. Hier berichtet Dr. Müller-Guntrum von seinen Eindrücken in Nkawanda:

„[…] dann geht es ab zur ‚Klinik‘. Hier arbeiten vier Krankenschwestern, davon ist die Chefin Philomena Ounsu mit 27 Jahren die älteste. Sie stammt aus einem kleinen Dorf in Nordghana. „Ich habe nur fünf Geschwister“ – sagt sie, „und ich hatte das Glück, zur Schule gehen und danach sogar Krankenschwester werden zu dürfen.“ Sie weiß, dass dies nicht vielen Mädchen ermöglicht wird und ist immer noch dankbar dafür. Für die Ausbildung zur Krankenschwester besuchte sie zwei Jahre lang die Schwesternschule, auf eigene Kosten. Seit fünf Jahren ist sie in nun in Nkawanda. Ein Arzt kommt einmal im Monat, aber weniger zur Behandlung von Patienten als zur Supervision der Schwestern. Behandelt werden rund 20 Patienten pro Tag, überwiegend Kinder. Da eine Hebamme fehlt, werden Geburten nur selten durchgeführt. Stattdessen müssen die Schwangeren einen langen Weg in das 15 km entfernte Krankenhaus in Nkawka auf sich nehmen. Um regelmäßig Geburten begleiten zu können, müsste man erst einmal eine Übernachtungsmöglichkeit für die Schwestern und Hebammen schaffen, aber daran fehlt es.

Der Verdienst der Schwestern ist nicht üppig, 600 Cedi im Monat, ca. 150 Euro. Bezahlt werden sie vom Ghana National Health Service. Von dem Einkommen gehen 100 Cedi weg für eine schlichte Unterkunft in einem der Dörfer, wohin sie oft weit zu Fuß gehen müssen. Insbesondere angesichts fehlender Unterbringungsmöglichkeit ist die Fluktuation unter den Schwestern leider groß. Hier bemüht sich jetzt das Hunger Projekt um Abhilfe.“

Für 2015 soll mit der Hilfe vom Hunger Projekt neben dem Schwesternhaus in Nkawanda ein weiteres im Epizentrum Kyempo errichtet werden. Ziel in den kommenden Jahren ist es, alle übrigen ghanaischen Epizentren mit diesen Einrichtungen auszustatten.

Anlehnend an die Leitgedanken Mobilisierung zur Eigenverantwortung, Gleichberechtigung von Frau und Mann und Stärkung der lokalen Demokratie verfolgt das Hunger Projekt nachhaltig den Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe.

Finden Sie hier viele spannende Informationen zur nachhaltigen Epizentren-Strategie.

Foto: Das Hunger Projekt

 

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Sambia: Verbesserte Gesundheitsversorgung

Unsere Mitgliedsorganisation, die Stiftung der Deutschen Lions, setzt sich in Sambia für eine verbesserte Gesundheitsversorgung ein.

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Sambia: Verbesserte Gesundheitsversorgung

Unsere Mitgliedsorganisation, die Stiftung der deutschen Lions leitet in Sambia mehrer Augenkliniken und verbessert so die Gesundheitsversorgung

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Erfolgreiches Islamic Relief-Projekt in Mali: Die Mütter- und Kindersterblichkeit sinken!

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Ein Kind zu gebären ist für viele Frauen weltweit das schönste Ereignis ihres Lebens. Sie tragen ihr Baby neun Monate in ihrem Bauch, bauen eine Beziehung zu ihm auf, die enger nicht sein könnte. Wer denkt da an den Tod? Doch vor allem in den Ländern südlich der Sahara verlierenunzählige Frauen bei der Geburt ihres Kindes ihr eigenes Leben. Laut Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen sind 2010 in Afrika südlich der Sahara bei 100.000 Geburten 500 Frauen an den Folgen der Geburt gestorben. Zum Vergleich: In den mitteleuropäischen Ländern sind es nur 16 Todesfälle unter 100.000 Geburten.

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