Vier Millionen Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule

Menschen auf der Flucht brauchen zu allererst Schutz und Sicherheit. Doch wenn die Nothilfe geleistet und dieses Ziel erreicht ist, was dann?

Vier Millionen Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule

Insbesondere für jüngere Menschen sind der Zugang zu Bildung und eine Perspektive entscheidend. Dass dies bislang noch nicht ausreichend gelingt, zeigen entsprechenden Zahlen aus einem Bericht des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR. Neben der lebensrettenden Nothilfe ist die Unterstützung von Bildungsprogrammen für Flüchtlinge ein Hauptanliegen unserer Mitgliedsorganisation, der UNO-Flüchtlingshilfe. Mit knapp drei Millionen Euro unterstützte sie 2018 internationale Bildungsprojekte. Fast 150.000 Euro gingen darüber hinaus an Bildungsprojekte in Deutschland für junge Geflüchtete.

„Wenn Menschen fliehen, geht es oft ums reine Überleben und darum, die Familie in Sicherheit zu bringen. Doch nach der Nothilfe muss Bildung wieder eine Rolle spielen. Es ist wichtig, dass gerade junge Flüchtlinge weiterlernen, damit sie für sich Perspektiven entwickeln und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Darum müssen wir insbesondere geflüchteten Kindern die Chance auf Bildung ermöglichen“, fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Die Zahlen aus einem Bericht (2018) des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR, dessen nationaler Partner die UNO-Flüchtlingshilfe ist, belegen die Herausforderungen: Nur 61 Prozent der Flüchtlingskinder besuchen die Grundschule, im Vergleich zu einem internationalen Durchschnitt von 91 Prozent, zudem sind nur 23 Prozent der Flüchtlingskinder in einer Sekundarschule eingeschrieben.

Laut UNHCR-Bericht leben zudem rund 92 Prozent der Flüchtlingskinder in Entwicklungsländern. Die Mittel für die Förderung der Schulbildung sind entsprechend gering. Es fehlt an allem: Schulgebäude, Tische, Bänke und Tafeln, Lehrpersonal, Bücher und Hefte. Die Voraussetzungen für das Erlernen der Grundkenntnisse sind daher in den meisten Aufnahmeländern von Flüchtlingen sehr schlecht. Und die Situation wird mit zunehmendem Alter nicht besser: Nur ein Prozent der Flüchtlinge weltweit besucht die Universität.

UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt national und international

In 2018 hat der Verein beispielsweise Bildungsprogramme in Kenia mit knapp 1,9 Millionen Euro unterstützt, u.a. das Programm „Educate a child“: einem Projekt für Flüchtlingskinder im Grundschulalter in den Flüchtlingscamps in Kenia, durch das mehr Kinder Zugang zu Unterricht bekommen und gleichzeitig Lehrer gefördert werden, um einen besseren Unterricht zu ermöglichen. Und auch in Deutschland fördert der Verein Projekte: „Angekommen in Deiner Stadt Dortmund“ vom Träger Schul.inn.do e.V. begleitet jugendliche Flüchtlinge auf ihrem Bildungsweg und unterstützt die Berufskollegs in der Arbeit mit internationalen Förderklassen.

Denn heute wie morgen sind Bildung und der Zugang dazu unerlässlich für eine nachhaltige Entwicklung und die Chance auf eine Teilnahme an der Gesellschaft.

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